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 John und Sherlock Nebenplay

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John Watson
The good doctor


Anzahl der Beiträge : 366
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~Der Charakter~ :
Mein Name ist John Watson und ich bin auf den Tag genau 40 Jahre alt. Ich wurde in London geboren und wohne heute in London. Beruflich bin ich Arzt. Außerdem bin ich bekannt als hoffentlich doch loyaler Freund und guter Arzt. Aktiv im Inplay? Ja, seit dem 18.11.14



BeitragThema: Re: John und Sherlock Nebenplay   Mo Aug 04, 2014 9:41 pm

Der Arzt hatte während seines Telefonates den Detective immer etwas beobachtet, daher bekam er auch das Augenrollen mit, als er mit Jake über Geschwister und Dank redete. Das nicken von Sherlock danach nahm er ebenfalls zur Kenntnis, genauso wie er den guten Appetit Wunsch mit einem lächeln und einem darauffolgenden „Danke“ hörte.
Während John sich also an seinen Fisch und den Chips ranmachte blieb es still zwischen den beiden. Es war kein Dinner, wie es bei einem Fall immer gewesen war, wo John des öfterren  nachfragte, wie der Detective zu welchen Schlussfolgerungen kam oder was als nächstes auf sie zukommen würde, was der nächste Schritt wäre. Es war eher ein Dinner der ruhigen Art und Weise. Zum entspannen und Gedanken sortieren, nach dem Fall vorhin. Eine Frage kam ihm allerdings doch in den Sinn, die würde er aber später noch stellen. Es war keine Frage zu dem Fall, eher eine zum Befinden gewisser nasser Füße durch einer kleinen Überschwemmung im Bad. Dennoch, jetzt würde Watson erstmal sein reglich verdientes Essen verspeisen.
Eine gute halbe Stunde später trank er den letzten Schluck seiner Cola aus, während die Bedienung den Tisch abräumte. Der Salat ging dabei fast vollständig, bis auf ein einzelnes Salatblatt, zurück in die Küche und von dort aus in die Mülltonne. John hatte sich erhofft, dass Sherlock etwas mehr von dem Salat essen würde, außer ein Salatblatt. Aber der Arzt sah es immerhin als kleinen Fortschritt an, als ganz winzig kleinen Fortschritt. Wenigstens hatte sich der Detective auf die Bitte hin etwas zu essen durchringen können, zu einem Salatblatt.
Nun denn, man bekommt bestimmt noch etwas im Flugzeug zu essen. „Was denken Sie, wird in einem Flugzeug alles diniert?“ fragte John daher so beiläufig wie es ging. Watson würde Sherlock schon noch dazu bringen, wenigstens ein halbes Sandwich oder dergleichen zu sich zu nehmen. Jetzt aber mussten sie erst mal schleunigst zurück, bevor Hennessy und seine Leute die Maskerade zu früh fallen ließen, bevor der Detective und er das Hotel verlassen hatten. Die Bedienung hatte mittlerweile neue Gäste zu bedienen. Drei Männer mit Anzug, wahrscheinlich aus einer Firma in der nähe, hatten sie wohl zum Mittagessen hierher begeben. Ob die Cafeteria dafür nicht gut genug war?
Als die Bedienung gerade wieder in die Küche verschwinden wollte, hob John seine rechte Hand an. Die Bedienung, die sich kurz noch mal umgedreht hatte, bemerkte die Meldung und kam auf schnellen Beinen zu dem Tisch von Sherlock und John. „Kann ich noch etwas für Sie tun?“ fragte diese. Der Arzt zog seine Brieftasche aus seiner Hosentasche hervor und nickte fast gleichzeitig. Mit den Worten „Zahlen“ erhielt die Bedienung genügend Anweisung um kurz die Getränke und das Essen zu berechnen, gab dann die Summe preis und lies das Geld, dass der Arzt ihr hinhielt in den Geldbeutel fürs Kassieren wandern. Dann wünschte sie den beiden noch einen schönen Tag und verschwand wieder in die Küche um das Essen für die drei Anzugträger in Auftrag zu geben. „Na dann wollen wir mal zurück, bevor Hennessy uns vorhält, zu lange weg gewesen zu sein. Oder dergleichen. Der Mann wird sicher etwas finden, worüber er sich Aufregen kann“, meinte der Arzt mit einem schmunzeln, als er sich erhob und die seine Jacke von der Stuhllehne nahm, der er bei hereinkommen darüber geworfen hatte. Dann wartete John bis auch Sherlock soweit war und machte sich dann mit ihm auf dem Weg zum Ausgang.
„Wie geht es eigentlich ihren Füßen?“ fragte John ebenfalls mit einem kleinen lächeln nach. Schließlich waren die in den Schuhen immer noch Nass und da sie jetzt vom Warmen ins Kalte kommen würden, würde das sicher wieder unangenehm werden. Und hoffentlich keine Erkältung nach sie ziehen. Sherlock konnte mit einer Erkältung noch schlechter drauf sein, als wenn er langweile hatte. Da war John sich sicher. Tee trinken, Suppe essen und sich schonen waren ja nicht besonders aufregend.
Der Arzt legte seine Hand auf die Klinke der Eingangstür, öffnete sie und trat nach draußen. Die Sonne hatte sich bereits wieder hinter den Wolken versteckt, so konnte man getrost auf ein Paar wärmende Sonnenstrahlen verzichten. Auch vor dem Restaurant wartete Watson wieder, bis Sherlock im Freien war. Dann blickte sich der Arzt nach einem Taxi um, sein vorhaben aber nach einem zu winken scheiterte, als er von einem Geräusch alarmiert nach links sah. Es hatte sich angehört, als wäre eine Mülltonne umgekippt und auf dem Boden aufgeschlagen. Als John der Ursache, aus reiner Neugier, auf den Grund gehen wollte, tapste eine weiße Katze aus einer Ecke hervor. Nun, so weiß wie sie wohl eigentlich ist, war sie nun nicht mehr. Die Katze musste wohl der Grund dafür gewesen sein, dass wirklich eine Mülltonne umgekippt war. Denn das arme Tier zog an ihrer Pfote ein Stück Papier nach, dass sie um eine der Hinterbeinen gewickelt hatte. „Mimi!“ hörte man zwei Kinderstimmen Synchron von der anderen Straßenseite aus rufen. Watson wandte seinen Blick also auf die andere Straßenseite und erblickte zwei junge Mädchen, die die Straße rauf und runter sahen und dann über jene liefen um ihre Katze einzufangen. Eines der Mädchen fing schon an, die Katze zu tadeln. „Was machst du nur für Sachen, hm? Jetzt müssen wir sehen, wie wir dich wieder sauber bekommen du kleine Streunerin.“ Der Arzt grinste und wandte sich wieder der Straße zu. Erst jetzt bemerkte er, dass ein Taxi bereits am Straßenrand parkte. Sherlock musste wohl eines herangewinkt  haben, als John sich der Hausecke weiter vorne zugewandt hatte. Watson beeilte sich, ebenfalls ins Taxi zu steigen, damit dieses dann auch gleich losfuhr.
John wandte seinen Blick wieder aus dem Fenster des Taxis und sah den beiden Mädchen kurz nach, die an dem Restaurant vorbeigingen und dabei weiter tadelnd auf ihre Katze einredeten. Der Arzt hatte noch nie ein Haustier und wusste daher nicht, was für einen Stress diese manchmal machen konnten. Naja, außer dieser kleinen Darbietung von eben. Aber Sherlock war manchmal genauso anstrengend zu ertragen, da konnte sie John vorstellen, dass ein Haustier noch angenehmer wäre. Es würde sie zumindest nicht über langweile beschweren.
Watson bemerkte ziemlich schnell, dass es draußen kälter wurde. Die Wolken zogen sich dichter über den Himmel zusammen und die leicht Brise ging in einen stärkeren Wind über. Dementsprechend war es auch im Taxi kälter, wobei es ohnehin schon kalt genug war, als er und Sherlock eingestiegen waren. John war es zwar nicht wirklich kalt, dennoch wandte er sich an den Fahrer. „Könnten Sie vielleicht die Heizung anschalten?“ Die Heizung war nicht wirklich für John, sondern eher für Sherlock und ganz besonders für dessen Füße gedacht. Watson wollte nun wirklich nicht, dass der Detective eine Erkältung mit in die 221b Baker Street schleppte. Am Ende musste er ihn noch gesund pflegen und das würde Watson garantiert nicht tun. Wer zu faul war, die nassen Schuhe zu wechseln, sollte mit den Konsequenzen auskommen müssen. Dennoch musste der Arzt auch insgeheim gestehen, dass ihm die wohlige wärme, die sich schon nach kurzer Zeit im Taxi ausgebreitet hatte, recht gut tat. Manchmal gab es eben auch kältere Tage. So war es erst vor kurzem in London noch fast sommerlich warm und nun ging es eher schon in Richtung Herbstwetter.
John hatte sich nach einem kurzen Blick zu Sherlock wieder dem Fenster zugewandt. Die Zeit verging heute irgendwie schneller als sonst, oder lag es daran, dass Watson noch ein Gespräch zu führen hatte, vor dem er sich am liebsten drücken würde? Dabei wusste John noch nicht mal, ob es überhaupt richtig war, Harry von Pete zu erzählen. Aber irgendwann würde sie nachfragen. Und bevor sie irgendjemanden fragte und es von irgendjemanden erfuhr, die Sache mit Pete, sollte es ihr doch lieber John sagen. Also wie wollte er gleich noch mal Anfangen? Achja, Mrs Hudson hatte ihn ja bei seinen Gedankengängen dazu unterbrochen. Jetzt durfte John noch mal ganz von vorne Anfangen. Das einzige was er von dem letzten Gespräch mit seiner Schwester erfahren hatte war, und das zu seiner Freude, dass sie sich vom Alkohol endgültig trennen wollte, weil sie ein neues Leben ohne dieses ´Gift´ führen wollte. Aber wie oft waren Harrys Ansätze schon in Vergessenheit geraten? Viel zu oft. Watson würde sie nicht sonderlich wundern, hätte sie wieder mit dem Trinken angefangen. Allerdings erhielt er auch seit dem Anruf keine SMS von Harry, die sie nur an ihn schrieb, wenn sie Betrunken war. Mit ziemlich vielen Rechtschreibfehlern einen einfache: Wie jehts dir Don? und das meist zu fraglicher Uhrzeit, wo andere Leute doch schon seit Stunden schliefen. Naja, außer einer vielleicht, der doch eh fast nie schlief, weil Schlaf ja überbewertet wird. Der Arzt musste es einfach kurz und schmerzlos machen. Am besten gleich nachdem er seinen Koffer gepackt hatte Harrys Nummer wählen, ihr erzählen was passiert war auf eine Reaktion warten und dann wieder auflegen. Nur wollte er nicht der sein, der sie dann wieder in den Alkohol trieb. Denn das mit Pete, dass würde ihr wohl ganz und gar nicht gut bekommen. Vielleicht sollte er doch Mike anrufen und ihn bitten sie über Pete zu informieren? Immerhin wäre dann nicht John derjenige, der sie über kurz oder lang mit der Nachricht wieder zum Trinken brachte.
Schluss jetzt.
Watson atmete ruhig ein. Jetzt wollte er erst mal noch die Taxifahrt genießen. Mehr nicht. Keine Gedanken über Pete, keine über Harry, Mike, Mrs Hudson oder sonst jemanden. Er wollte einfach nur die Stille hier neben seinem wohl besten Freund und nebenbei auch einzigen Consulting Detective der Welt, in einem wohlig warmen Taxi genießen.
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Sherlock Holmes
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BeitragThema: Re: John und Sherlock Nebenplay   Di Aug 05, 2014 6:25 pm

Sherlock vermisste nicht, dass John voller Fragen war und die alle am Detective raus ließ. Auf eine seltsame Art und Weise war er sogar erfreut, in Ruhe gelassen zu werden. Ein komisches Gefühl hatte sich nämlich in ihm breit gemacht, so eines, wie man es bekam, wenn man kurz vor der Erkältung stand. Aber auf keinem Fall wollte Sherlock John die Genugtuung bieten, ihm Recht gewesen zu sein, also blieb er stumm und sah ihm beim Essen zu.
Das hielt er ungefähr die Hälfte der Zeit aus, dann wurde es ihm zu langweilig und er ließ seine Blicke wieder schweifen. Diesmal durch das Restaurant, ein nettes kleines Örtchen, wenn man auf sowas stehen würde. Weitere Zehn Minuten später wurde dem Detektiv das auch zu langweilig und er beschränkte sich wieder auf die Straße. Die bot wieder neue Leute zum Betrachten und den Rest der Zeit, die John brauchte um zu essen verbrachte Sherlock damit, sie zu analysieren.
Die Frage des Arztes überraschte den Detektiv keineswegs, nein, er hatte geradezu darauf gewartet. Mit der Art Lächeln, die er benutzte um John zu zeigen, dass er ihn durchschaut hatte und es nicht gerade lustig fand wandte er den Kopf wieder seinem Freund zu. „Dasselbe wie auf dem Hinflug vermutlich, da wir wieder eine englische Airline nehmen. Sandwiches, Pudding und unterschiedliche Getränke.“ Gab er dann die fachkundige Antwort. Aber außer dem Blick gab er keinen Verweis darauf, dass er wusste, worum es hier ging, gewiss nicht um die Speisekarte. Ein Streit hier zu führen, oder überhaupt, war ganz und gar nicht nach Holmes‘ Geschmack, vor allem jetzt nicht.
Drei Männer betraten das Restaurant, aber er beachtete sie nicht weiter, nur ein kurzer Seitenblick, mit dem er ein paar ihrer Eigenschaften aufdeckte. Aber Sherlock war zu uninteressiert, als das er ihnen mehr als diesen einen Blick schenkte.
Er bemerkte, dass John sein Getränk bezahlte und warf ihm einen seiner verwirrten Blicke zu, von denen eigentlich nur er wusste, dass es auch eine Art dankender Blick sein sollte, und hörte seinem Freund zu, während der etwas über Hennessy verlauten ließ. Der Consulting Detective schmunzelte, ja das stimmte, das würde sogar verdammt gut stimmen, also mussten sie möglichst schnell zurück ins Hotel und dann zum Flughafen. Aufgeräumt war sein Zimmer ja wenigstens schon, jetzt musste nur noch alles in die Tasche und dann hieß es auf Nimmerwiedersehen. Nicht, dass Sherlock das bedauerlich gefunden hätte.
Er ließ John das Vergnügen früher aufbruchsbereit da zu stehen, trank dann noch einen Schluck von seinem ansonsten unangerührten Wasser, stellte sich dann hin und zog den Mantel an.
Neben seinem Freund ging er zum Ausgang und hielt dann die Tür des kleinen Vorraums auf. Unhöflicher Rüpel- Ja, aber nur wenn er in Eile war und das war im Moment nicht der Fall. Allerdings hätte er ihm gerne die Tür wieder vor der Nase zugeschlagen, als er hörte, was für einen Beitrag er nun abgab.
Natürlich, die Füße, wie könnte John etwas vergessen, worauf er doch so schön herumreiten konnte? Sherlock bedachte ihn mit demselben Lächeln wie vorhin mit dem Flugzeugessen und versicherte, dass alles in bester Ordnung sei. Dann erkundigte er sich nach Johns Handgelenk und ging mit großen Schritten auf den Straßenrand zu. Es war kühl und die Kälte kroch in jede Öffnung seiner Kleidung, auch die Hosenbeine. Inzwischen war zwar der Stoff getrocknet, aber besonders die Schuhe machten ihm zu schaffen. War das Wasser erstmal hineingelaufen oder –gesickert, dann kam es so leicht nicht mehr raus und Holmes trat jedes Mal auf die feuchte Sohle, wenn er einen Schritt machte. Hoffentlich hörte John das nicht, das wäre sicher perfekt für seine Belustigung gewesen.
Etwas machte ein lautes Geräusch, etwa Zeitgleich mit seinem Freund sah sich der Detektiv danach um, aber es entpuppte sich als einfache Mülltonne, die von einer Katze umgestoßen worden war. Nichts Wichtiges also, Sherlock hob die Hand, weil John es nicht tat und das Taxi, auf das es der Detektiv abgesehen hatte hielt leise. Allerdings hielt er sich mit Einsteigen zurück, bis er bemerkte, dass John noch ein wenig die Katze zu mustern schien, also beugte er sich doch vor ihm hinab und kletterte in den Innenraum. „Das Hotel, recht weit von der Innenstadt entfernt.“ Meinte er dann vieldeutend zum Fahrer, der daraufhin tatsächlich nickte und das Radio leiser schaltete. „Gehört der auch dazu?“ fragte er dann und nickte zu John, der ganz versunken zu sein schien, bei dem Anblick der beiden Kinder, die die Katze mitnahmen. Vermutlich dachte er selbst über ein Haustier nach, das würde ganz zu John passen, aber solange es Sherlock gab würde kein felliger, federiger, schuppiger oder lederner kleiner Freund es in die 221b schaffen. Und erst recht kein großer, himmel, wo kämen sie denn dann hin? Es sei denn natürlich, der Detektiv brauchte einen, dann würde er aber John aber auch nicht vorher fragen. Nicht, dass er Tierversuche beabsichtigte, nein, auf keinen Fall, er war ja kein Unmensch, aber die einen oder anderen Tests über Hör-, Seh- und Tätigkeitsvermögen durchzuführen würde Holmes schon reizen, vor allem, weil es ein Hund gewesen war, der ihm in einem sehr frühen Fall die Lösung weggeschnappt hatte, im wahrsten Sinne des Wortes. Es war noch zu Uni-Zeiten gewesen, Sebastien erzählte es manchmal wenn er sich lustig machen wollte. Womit es genau zu tun hatte, hatte Holmes schon verdrängt, aber sicher war, dass ein Hund ein Stöckchen holen musste, in dem etwas gesteckt hatte, dass irgendwie sehr wichtig war- Aber weil es schon so lange her war hatte Sherlock es von seiner Festplatte gelöscht.
Unbeabsichtigt hatte er seinen Blick dem Fenster zugewandt und als das Taxi anfuhr blickte er sich zur Seite um, John war eingestiegen. Gut, dann würde es ja nicht mehr allzu lange bis zum Hotel dauern. Nicht, dass es schnell gehen musste, es war nur so, dass Sherlock seinem Freund zugetraut hätte, dass er ein Gespräch mit den beiden Kindern angefangen hätte über die Katze, das Wetter oder was auch immer. Ja, manchmal konnte man neben Sherlock Holmes schon sehr einsam werden.
Der zog gerade sein Handy aus der Hosentasche, weil ihm etwas sehr wichtiges eingefallen war, dass die Temperatur sich veränderte nahm er aber auch wahr.
Seine Schienbeine fühlten sich inzwischen so an, als ob es in Eiswürfel gelegt wurden und von den Füßen spürte er die Zehen nicht mehr, aber er hatte gelernt, so etwas zu verdrängen, also hatte er nichts dagegen, einen Hehl daraus zu machen. Es gab nun wirklich wichtigere Sachen im Leben.
Sherlock war gerade dabei, emsig auf seinem Handy herumzudrücken, als er hörte, wie John darum bat, die Heizung anzustellen. Sein Freund packte das Handy weg und sah ihn dann erbost an, er brauchte ganz sicher keine Wärme. Und das John ihn so bemutterte musste nun auch nicht sein!
Und auch wenn er krank wurde, in London gabs doch sicher auch nichts zu tun. Und außerdem war es doch manchmal ganz angenehm, einfach in der Baker Street zu sitzen, mit einer Decke, einer Tasse Tee und einem John im Raum, den man anbrüllen konnte, wenn er etwas nicht verstand, weil man durch Erkältung doch gleich diese entschlossen betonungsintensive Stimmung bekam. Es könnte zwar sein, dass gewisse Leute das als weniger angenehm einordneten, aber das war natürlich jedermanns Eigensache.
Weil Sherlock nichts zu tun hatte sah er zu John. Woran der wohl dachte? Im Moment gab es nichts, was Aufschluss darauf liefern könnte, also ging Holmes alle Möglichkeiten durch und beurteilte sie. An das Gespräch, das es Lilly zuhause, noch vor dem Urlaub versprochen hatte, dachte er bestimmt nicht. Pete? Nein, hat er vermutlich aussortiert. Amy? Hat jetzt zu geringe Priorität. Ein Haustier? Dann wäre sein Ausdruck anders. Packen? Das käme in Frage. Außerdem Stamfort, irgendwer musste ihm ja von der misslungenen Hochzeit erzählen. Und… Harriet, natürlich! Das passte zu Johns Ausdruck, seiner Körperhaltung, der Situation und den Pflichten, die er noch hatte. Armer John, niemand brachte seiner Schwester sowas gerne bei. Hatte er nicht mal erzählt, dass Pete einer ihrer engsten Vertrauten gewesen war?
John war zu gutmütig, um zu wollen, dass sie dann wieder mit dem begann, was Sherlock am Anfang ihrer Freundschaft an Doktors Telefon deduziert hatte. Aber würde er es an einen anderen schieben, wenn er die Chance hätte? Sherlock sah einmal kurz auf den Boden, dann presste er hervor: „Ich kann es machen.“ Kurz nachdem er es getan hatte schaute er aus dem Fenster, im Stillen brüllte er sich an, was er gerade getan hatte. Aber wenn er den Satz jetzt einfach im Raum ließ würde es zu viel Platz für zu viele Falscheinschätzungen und Verständnislosigkeit lassen, also präzisierte der Detektiv seine Aussage. „Ich kann bei Ihrer Schwester anrufen und ihr davon erzählen.“ Als er bemerkte, dass das gerade das gefühlskälteste Arschloch, dem man das Unglück haben konnte zu begegnen gesagt hatte versuchte er erneut sich zu verbessern. „Es wäre nicht ihr Bruder der es ihr erzählt, sondern ein Unabhängiger. Ich würde es ihr sachlich beibringen, das ist oftmals das Beste.“ Obwohl er, Sherlock Holmes, doch immer derjenige war, der den Angehörigen Freudestrahlend mitteilte, dass ihr Bekannter, Freund oder sogar Verwandter gerade unnatürlich verstorben war und der Mörder sich so offensichtlich verraten hatte, dass es Spaß machte.
Sherlock schüttelte den Kopf, wie um seine Aussage zu entkräften, dann murmelte er, John solle sich melden, wenn er entschieden hatte, auch wenn er still hoffte, sie würden einfach alles vergessen, und bat den Taxifahrer, zu halten. Sie waren wieder bei der Wiese und Holmes drückte dem Fahrer ein paar Pfundnoten in die Hand und verabschiedete sich, dann stieg er aus und begann den Marsch zur Angestellten-Tür.
Wenn sie geschickt waren, und sie waren geschickt, dann hatten es die beiden Obdachlosen-Verwandte ins Hotel geschafft. Immerhin musste sich Holmes noch ordentlich für ihre Kooperationsbereitschaft bedanken.

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John Watson
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BeitragThema: Re: John und Sherlock Nebenplay   Di Aug 05, 2014 10:30 pm

Watson hatte auf Sherlocks Gegenfrage mit dem Handgelenk des Arztes nur ein „Alles Bestens“ von sich gegeben. Schließlich war Sherlocks Nachfrage ja wahrscheinlich nur dadurch entstanden, weil John nach dem Befinden seiner Füße gefragt hatte. Aber am Ende würde sich schon zeigen, wer eine Erkältung davontrug.
John hatte gedacht, dass Sherlock sich während der Taxifahrt mit dem deduzieren der Leute auf den Burgersteigen beschäftigt hätte, als damit was er dachte. Manchmal hasste es Watson einfach, wenn Sherlock wie aus einem offenen Buch deduzieren konnte, worüber der Arzt nachdachte. Andererseits war es vielleicht gar nicht so schlecht, wenn Sherlock erkannte, was John dachte. Dann müsste der Arzt sich nicht, wie er es bei jedem anderen wohl getan hätte, verstellen und so tun als wäre alles in Ordnung, wenn man ihn ansprach. Dennoch überraschte es Watson dann doch, was Sherlock da von sich gab. Erst meinte er, sich verhört zu haben oder vielleicht sprach Sherlock auch über etwas ganz anderes. Was konnte er machen?
Erst als Sherlock genauer darauf einging, beim zweiten Satz, verschwand das Fragezeichen aus dem Kopf des Arztes.
Watson hatte seinem Mitbewohner den Blick zugewandt, aufmerksam und doch ein wenig besorgt. War das wirklich gerade Sherlock, der da sprach, oder meldeten sich die ersten Anzeichen der Erkältung? Beim dritten Satz war sich John aber sicher, dass dem nicht so war, obwohl es doch ungewöhnlich war, dass der Detective anbot Johns Schwester anzurufen, um ihr das ganze sachlich zu schildern. Watson warf erneut einen Blick aus dem Fenster. Ob es gut war, wenn Sherlock seiner Schwester von der Sache mit dem Bräutigam von Amy erzählte? Meist war der Detective ja nicht so feinfühlig. Im Gegenteil, ihn erfreute es, wenn er einen mysteriösen Mordfall hatte, egal wer da vor ihm lag. Andererseits, konnte es wirklich besser sein, würde ein unabhängiger das ganze schildern, weder Mike noch er. Mike ja dann wohl ganz besonders nicht, denn Watson wusste nur zu gut, dass sein ehemaliger Studienkollege gerne übertrieb. Und dennoch, was würde Harry denken, wenn Sherlock ihr das mit Pete mitteilte, nicht er selbst? Würde sie denken, John traute sich nicht, ihr das selbst zu sagen? Eigentlich war es auch genau das, was den Arzt bisher daran gehindert hatte, Harry anzurufen. Er hatte Angst vor der Reaktion seiner Schwester, auch wenn Angst übertrieben war. Nein eigentlich war es das nicht, denn das einzige, wovor der Arzt wirklich Angst hatte, war seinen besten Freund zu verlieren, bei einem ihrer Fälle in denen Sherlock in eine missliche Lage kommen würde und John irgendwann nicht mehr rechtzeitig kommen würde um seine Pistole zur Verteidigung zu zücken. Die andere Angst galt seiner Schwester, die eines Tages ihr Leben an den Alkohol verlieren könnte.
Aber der Arzt wollte auch nicht, dass seine Probleme ein anderer übernahm, wollte seine Probleme nicht an jemand anderen abwälzen. Sherlock hatte sicher auch seine eigenen Differenzen mit Mycroft und da musste der Arzt auch nicht zwischen beiden vermitteln. Obwohl, wenn John genau nachdachte, gab es schon ein paar Situationen in denen Mycroft ihm indirekt auftrug, sich um Sherlock zu kümmern, da er sich ja nicht um Sherlock kümmern könnte. Schließlich würde das ja nicht in das Image der Holmes Brüder passen, die doch beide manchmal recht Gefühllos wirken konnte.
John hätte vielleicht jetzt dankend abgelehnt, schließlich war es ja ein guter und zuvorkommende Gedanken von Sherlock, aber genau weil in einem Satz etwas verpackt war, lies Watson genau nachdenken, ob er ablehnen oder annehmen sollte. Er würde es ihr sachlich beibringen, dass sei oftmals das Beste. Je länge John darüber nachdachte, desto logischer erschien ihm die Aussage. Oder doch nur, weil er glauben wollte, dass es so sein könnte.
Watson würde wohl zu viele Gefühle in seine Stimme legen, viel zu viel an Schmerz verraten, der auch ihn erfasst hatte, als Pete entlarvt wurde. Vielleicht war auch genau das , dass was seine Schwester gerade nicht brauchte. Eine mitleidsvolle Stimme und dann auch noch von ihrem jüngeren Bruder, von dem sie doch eigentlich sowieso nichts mehr hören wollte.
Ja, John kam zu einem Entschluss. Er würde Sherlocks Angebot annehmen. Und sollte Harry dennoch wieder zu Alkohol greifen, hatte John eine letzte Idee in seinem Kopf heranreifen lassen. An den vielen Nächten, als er wach lag, hatte er sich überlegt, wie er Harry helfen könnte, würde sie wieder zum Alkohol greifen oder diesem bereits wieder verfallen war. Auch wenn sie ihn dafür wohl ihr ganzes Leben hassen würde, dann würde er diesen Plan trotzdem durchziehen.
John warf wieder einen Blick zu Sherlock, lächelte dabei leicht um zu zeigen, dass der Vorschlag in Ordnung war und lies dann ein ehrliches „Danke“ verlauten. Dennoch hatte er noch nicht ganz zugestimmt und wartete mit seiner Zustimmung auch, bis das Taxi anhielt und er nach Sherlock ausstieg. Erst als John seinen Blick über den wolkenbedeckten Himmel schweifen ließ, fügte er hinzu: „Ich geben Ihnen später die Nummer.“ Somit war Johns Einverständnis vollends abgegeben. Der Weg über die Wiese bis hin zum Angestellten-Raum dauerte nicht lange.
Im Raum der Angestellten angekommen war es doch ein deutlich unterschied zu dem kühlen Wetter draußen und den wärmeren Temperaturen in eben diesem Raum. Jedoch hielten sich auch die beiden hier nicht lange auf und verließen über die nächste Tür zu Lobby den Angestellten-Raum. „Wo treffen wir uns wieder? In der Lobby oder auf der Wiese?“ fragte John dann nach. Diesmal würde er Sherlock die Zeit festlegen lassen, wann sie sich wieder trafen. Ob nun in der Lobby oder auf der Wiese. Jedenfalls durfte sie nicht mehr allzu lang brauchen, denn die Spurensicherer, die gerade auf der Treppe nach oben verschwanden, wirkten mittlerweile fast schon gelangweilt wie Sherlock, nach Beweisen zu suchen die eigentlich schon gefunden wurden.
Bereits als sie die Lobby durchschritten hatten, fielen John die beiden Jungen von vorhin auf. Diesmal standen sie an der Treppe, einer lehnte am Geländer, der andere hatte sich auf eine Treppenstufe gesetzt. „Sind das nicht die Jungs aus ihrem Netzwerk?“ lies Watson verlauten, sah von den Jungs kurz zum Rezeptzionist, der mit einem lächeln wohl eine Begrüßung zeigen wollte und dann wieder zu den Jungen. Ob sie das Geld schon aufgebraucht hatten, dass John ihnen gegeben hatte?
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BeitragThema: Re: John und Sherlock Nebenplay   Mi Aug 06, 2014 6:16 pm

Dann wollte John es also. Sherlock hatte sich vor einer Antwort fast gefürchtet, erst recht vor dieser, aber jetzt wo sie ausgesprochen war fühlte er sich besser. John tat so oft etwas für ihn. Weitaus gefährlichere Angelegenheiten, tödliche, begab sich in Lebensgefahr, nur um einen Mann zu retten, den er bei seiner ersten Leben rettenden Aktion noch gar nicht richtig kannte. Dann würde Sherlock doch wohl ein Telefonat führen können! Er begann ein paar Floskeln in seinem Kopf zu sammeln, während sie über die Wiese liefen und seltsamerweise ging ihm dabei Johns „Alles bestens“ nicht aus dem Kopf. Sherlock hatte daraufhin wissend aber falsch gelächelt, immerhin machte der Arzt sich da über ihn lustig. Sollte der Detektiv das wirklich für ihn tun? Obwohl auf der Pro-Seite so viel Durchschlagendes stand hatte die Contra-Seite bei dem Detektiven doch bis jetzt fast immer gewonnen und bis jetzt war er dadurch doch nie in Gefahren gekommen… Naja, ein paar Mal. In Ordnung, und John hatte ihm jedes Mal rausgeholfen. Schließlich überwand sich Sherlock und er merkte sich, John zu erinnern, falls der vergessen sollte, ihm die Nummer zu geben. Vermutlich würde er nicht, aber es war ja nicht schlecht für den Fall aufzurüsten.
Der Detektiv verschloss sorgfältig die Tür hinter ihnen und dann auch die in den Raum hinein, dann ging er neben John zur Lobby. „Am besten auf der Wiese, man weiß nicht, wann die missmutigen Spurensicherer wieder zuschlagen.“ Sagte Sherlock mit einem dezenten Grinsen, als John seine Frage stellte. Dann bemerkte er auch die beiden Jungen. Also, nicht dass er nicht schon durch die leicht schlammigen Abdrücke auf dem Boden ihre Anwesenheit bemerkt hätte, es war nur so, dass er dann ihre Gestalten auf der Treppe sah.
„Netzwerk?“ fragte der Junge, der saß; Mick hatte bessere Ohren als Jack.
„Von Holmes. Du weißt doch, Sally hat doch davon erzählt.“ Meinte der daraufhin und stieß sich vom Geländer ab. Er ging auf die beiden Neuankömmlinge zu und streckte Holmes die Faust hin, der jedoch behielt seine kalte Fassung und ignorierte sie. Vorsichtshalber probierte Jack es auch bei John. „Wir haben das Geld noch nicht verbracht, keine Angst, Bruder.“ Grinste Mick und kam jetzt auch herüber geschlendert. „Kein Pfund verschwendet!“ Er versuchte nicht, jemandem die Faust anzubieten, er war sowieso der Klügere der beiden. „Also, was los?“ fragte Jake, nachdem er das Geld gezeigt hatte.
„Ich wollte mich bedanken, für eure Mithilfe.“ „Sie können jedes Mal auf uns zählen, wenn Sie in der Stadt sind!“ Sherlock beschränkte sich auf eines der Lächeln, die dankbar sein sollten, aber nicht wirklich echt aussahen. „Das wär‘s dann.“ sagte er danach und steckte die Hände in die Taschen. „Ach ja, außer einer Sache. Da war ein Mann in der Baker Street, Journalist, ich denke er wäre sehr interessiert daran, dich einmal zu sprechen, Jack.“ Der Detektiv schlug sich vor die Stirn. „Hätte ich fast vergessen. Er dürfte derzeit in dem Hotel in der Innenstadt wohnen, das diesem langweiligen Namen. Frag einfach nach ihm, dann wird man dich schon zu ihm bringen.“
Nachdem das geklärt war verabschiedeten sie sich. Nicht freundschaftlich, sie verabschiedeten sich einfach und gingen, so als ob sie sich nur am Rand gekannt hätten.
Aber für Sherlock Holmes waren halt die meisten Bekanntschaften, die andere als Freundschaften bezeichnet hätten, eine Randbekanntschaft, die man nicht unbedingt länger als eine Woche kennen musste, aber oftmals noch länger am Hals hatte.
Nur John nicht, John war anders und Sherlock war froh, dass er ihn länger am Hals hatte.
„Ein Mann, der in der Baker Street war.“ Erklärte er, um John nicht unwissend zu lassen, als er die Treppe hinauf stieg. „Er stand einfach da, vor unserer Wohnung, wollte wohl hinein, aber wir sind gegangen, bevor er konnte. Er wollte wissen, ob wir auch nach Edinburgh kommen und fragen ob wir ihm helfen könnten, seinen Sohn wieder zu finden, der dort eigentlich wohnen müsste. Er saß bei der Hochzeit neben mir und hat versucht Smalltalk zu führen, aber bevor er auf das Thema kam habe ich ihn leider unterbrochen. Zumindest glaube ich es, es wäre logisch. Jack ist mit seiner Mutter nach Edinburgh gezogen und da hat er sich dann mit dem Obdachlosen Mick angefreundet. Dass der Mann der Baker Street und der Hochzeit sein Vater ist, ist offensichtlich, aber es ist mir einfach nicht aufgefallen, als ich Jack gesehen habe. Die ruhige Luft Edinburghs ist nicht gut für mich, John, ich brauche wieder die Abgase Londons.“ Sie waren unterdessen bei den Türen angekommen und Sherlock zog seinen Schlüssel aus der Manteltasche. Dann begann er die Tür aufzuschließen. „Wir sehen uns auf der Wiese, wenn ein Taxi da steht habe ich vermutlich schon eines gerufen.“ Mit diesen Worten verschwand er im Zimmer.
Durch die entstandene Ordnung war es tatsächlich ein leichtes, schnell und produktiv einzupacken. Schon innerhalb kürzester Zeit war der Detektiv fertig und schaute sich noch einmal im Zimmer um, ob er denn etwas vergessen habe. Es gab nichts und er ging vor die Badezimmertür. Mit einem fast nostalgischen Lächeln sah er sich das laminierte ‚Bitte hinterlassen Sie das Bad so, wie Sie es vorgefunden‘-Blatt darauf an, dann öffnete er die Zimmertür und trug seine Tasche heraus.
„Endlich gehen Sie.“ Wurde er freundlich von Hennessy begrüßt.
„Ja. Ich bin weg hier.“ Holmes schloss die Tür ein letztes Mal ab und behielt den Schlüssel in der Hand, weil er ihn in der Lobby ja sowieso abgeben musste.
„Sag ich ja nicht gerne, aber war mir eine Freude, Sie dabeigehabt zu haben. Und ihren Freund. Ich glaube, Brix wird sich auch gerne erinnern.“
Sherlock lächelte fast ob dieses sarkastischen Satzes, hatte sich aber zu schnell wieder im Griff.
„Wir werden auf jeden Fall ihren Namen ausreichend erwähnen und auch an die Presse…“
„Nein, das wird nicht nötig sein. Schreiben Sie, dass es der Verdienst der ortsansässigen Polizei ist, das ist wesentlich besser.“„In Ordnung, wenn Sie es schon sagen.“
„Ja, ich sage es. Wo ist Lestrade?“„Auch schon weg. Vielleicht sind Sie im selben Flugzeug, aber er hat sich bereits durch die Mengen gekämpft, Richtung Flughafen.“
„Ich hoffe, er hat nichts gesagt?“
„Die Journalisten haben förmlich an ihm gerissen, aber er soll es heil und stumm überstanden haben.“
Sherlock nickte. Er sagte, dass dann alles gut sei und der schottische Detective Inspector verschwand nach ein paar Verabschiedungsfloskeln, wieder nicht allzu herzlich.
Entgegen seiner Vorgabe ging Sherlock schließlich doch zu John rein, klopfte erst und bemerkte dann aus Langeweile, dass der Schlüssel anscheinend bei jedem anderen Schlüsselloch auf diesem Flur passte. Das könnte ja einige Leute auf ganz falsche Gedanken bringen…
Auf jeden Fall setzte er seine Tasche hinter der Tür ab und setzte sich, wie am Tag der Hochzeit, auf Johns Stuhl. Dann sah er nach seinem Freund. Der machte sich zwar grade keine Krawatte, aber doch wurde Holmes von einigen unangenehm klaren Erinnerungen heimgesucht. Anscheinend hatte er nicht alles vergessen, das musste er zuhause noch einmal ausbessern.

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John Watson
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BeitragThema: Re: John und Sherlock Nebenplay   Mi Aug 06, 2014 9:48 pm

John hatte die dargebotene Faust, in der man wohl mit seiner eigenen Fast einen Faustschlag machen sollte, nur etwas argwöhnisch angesehen, allerdings auch nicht seine Hände aus seinen Jackentaschen genommen um dem nachzukommen, was einer der Jungen als Begrüßung anbot. Dennoch zeigte John ein lächeln, als man ihm das Geld zeigte, welches sich also wirklich noch in vollständigem Besitz der Jungen befand. Gut. Das war gut, zumindest schien es so, als könnten diese Jungs ansatzweise mit Geld umgehen und es sich auch einteilen. Der Arzt nickte auch darauf, um zu zeigen, dass er das zur Kenntnis nahm. Als sich Sherlock dann bedankte, mit einem lächeln aber John vermutete, dass es wohl auch eher etwas gestellt war. Obwohl die Jungs ein ehrliches lächeln durchaus auch verdient hätten, denn wenn sie das Armband beschafft hatten. Aber dafür hatten sie auch das Geld bekommen und eine Danksagung von Sherlock, was allein schon ziemlich selten vorkam. John wollte sich gerade auf den Weg zu den Treppenstufen nach oben begeben, als Sherlock wohl noch etwas einfiel, dass er den Jungs, insbesondere dem Jack wohl zu sagen hatte. Deshalb blieb auch John nochmal stehen. Journalist? Wann war ein Journalist in der Baker Street? Nun gut, John sah ja auch nicht ständig aus dem Fenster, deshalb könnte es wohl auch gut sein, dass ein Journalist mal die Baker Street durchquerte. Warum auch nicht? Schließlich wohnte ja dort ein Mittlerweile recht bekannter Detective und dessen Blogger. Aber was daran wohl so wichtig für diesen Jack gewesen war, dass würde ihm sein Mitbewohner wohl noch sagen. Und wenn nicht, würde Watson einfach mal nachfragen.
Dies war aber nicht nötig, denn als sie sich dann wirklich auf dem Weg nach oben aufmachten, fing Sherlock an, das ganze mit diesem Journalisten noch etwas für ihn zu erklären. Watson hörte also den Worten des Detectives aufmerksam zu. Wie immer, war es doch einfach typisch für Sherlock, dass er jemanden unterbrach, wenn das Thema nicht interessant genug für ihn war. John grinste, hörte aber weiterhin zu. Also war auf der Hochzeit der Vater dieses Jacks auch da, wahrscheinlich also irgendein bekannter von Amy vielleicht. Als Sherlock das mit den Abgasen erwähnte, sah er ich nicht minder überrascht an. Natürlich, wieso sollte man sich den nach frischer Luft sehnen, wenn man Abgase gewöhnt war? Aber Sherlock brauchte ja auch den Verkehr in London, das Nachtleben. Das ließ seinen Geist wohl nicht einschlafen und somit blieb sein Kopf immer frisch, sollte ein Fall hereingeschneit kommen. „Wir werden ja heute Nacht wieder in London sein. Da können sie die Abgase schön inhalieren“, fügte John mit einem schmunzeln auf die letzte Aussage des Detectives hinzu, bevor sie bei den Zimmer angekommen waren. Auf Sherlocks Aussage, dass sie sich auf der Wiese wieder treffen würden, nickte er nur und verabschiedete sich mit einem „In Ordnung. Bis später“ dann ebenfalls in seinem Zimmer. Ja, die missmutigen Spurensicherer, man konnte wirklich nicht wissen, wann die wieder zuschlagen würden. Die Worte von Sherlock am Anfang hatte er nicht vergessen, deshalb grinste er jetzt ebenso, ließ die Tür ins Schloss fallen und sah sich um. Der Schlüssel lag ja schon an der Rezeption, das hatte Gina doch freundlicherweise gestern übernommen. Wenn er Gina gewesen wäre, hätte er aber nicht nur einfach den Schlüssel mitgenommen, sondern auch die Zimmertür zugesperrt, damit der `Gefangene´ auch nicht fliehen könnte. Aber Gina hatte da wohl schon anderes im Kopf. Watson legte seine Jacke noch mal ab, auf sein Bett und widmete sich dann wieder seinen Stapel an Kleidern, die er davor schon begonnen hatte, in den Koffer zu richten.
Es brauchte ca 7 Minuten, bis er den Rest in seine Koffer hineingeschlichtet hatte und die Schmutzwäsche in einer Tüte oben drauf packte. Auch der Anzug war im Koffer, den John wohl bei einer nächsten Altkleidersammlung entsorgen würde, oder ihm Mike schenken würde. Wobei Stamford der Anzug wohl nicht so ganz passen würde, wenn Watson genau darüber nachdachte. Dann zog er sein Handy hervor und suchte darauf nach der Handynummer seiner Schwester. Im Nummern merken war John noch nie so wirklich gut. Telefonnummern ja, aber Handynummern waren da einfach zu lang. Und so oft hatte er Harry ja nicht angerufen, dass sie die Nummer irgendwann von selbst in seinem Kopf einspeichern würde. Der Arzt ging zur Kommode worüber der Spiegel hin, nahm einen Block und einen Stift aus dem Stiftbecher, der in jeder Zimmereinrichtung des Hotels enthalten war und schrieb dann die Handynummer auf. Ob es wirklich eine so gut Idee war, Sherlock den Anruf tätigen zu lassen? Nicht das Sherlock etwas falsches sagen könnte, ganz im Gegenteil. John vermutete sogar, dass Sherlock sich bei diesem Anruf zurückhalten würde, etwas in seiner Art nicht passendes zu sagen. Sondern sachlich. Ganz einfach sachlich wie es John nicht hinbekommen würde. Watson seufzte, als er noch mal die Nummer und seine aufgeschriebenen Zahlen überprüfte. Eher spukte ihm da Harrys höhnische Stimme im Kopf herum, die sagte, dass er ja viel zu feige wäre, selbst anzurufen. John schüttelte den Kopf, Harrys Stimme zu vertreiben, dies wollte aber nicht so gut gelingen, wie es bei Sherlock wohl der Fall war, wenn er die Gedanken an seinen Bruder vertrieb.
Der Arzt nahm sein Handy nach der Überprüfung wieder von der Kommode, steckte den Stift zurück und lies die Nummer auf dem Block stehen. Den Zettel würde er schon noch abreißen, wenn Sherlock kam und ihm diesen dann überreichen.
Dann nahm der Arzt seinen Laptop vom niedrigen Kaffeetisch und legte ihn auf die Fensterbank, da er keine Lust hatte sich zu seinem Laptop hinunter zu beugen, wenn er in sein Postfach nachsah. Es konnte gut sein, dass Mike nicht bloß SMS geschrieben hatte, sondern auch eine Mail. Das würde ihm doch ähnlich sehen. Daher holte der Arzt seinen Laptop aus dem Ruhestand und öffnete sein Postfach. Er wusste, dass dieses wieder Zeit in Anspruch nehmen würde, bis es seine Mails anzeigte, daher schnappte er sich seine kleine Tasche fürs Bad und verschwand darin. In die kleine Tasche packte er seine Zahnbüste, Zahnpasta und den Becher ein. Er hörte dumpf ein Klopfen an seine Tür. Spurensicherer oder Hennessy, der einen Abschiedsgruß hinterlassen wollte? Hm, wohl eher weniger. Sherlock, vielleicht. Aber hatte er nicht gesagt, dass sie sich unten an der Wiese treffen würden? So oder so, John ließ ein „Kommen Sie rein“ verlauten und wandte sich dann wieder dem Bad zu, um zu sehen, ob er noch irgendwelche Medikamente hier lagen, als er eines Abends mal nach einer Kopfschmerztablette gesucht hatte. Aber so fiel der Arzt sah, war nichts mehr von seinen Sachen im Bad aufzufinden. John nahm an, dass Sherlock es gewesen sein musste, der in sein Zimmer gekommen war, denn von jedem anderen hätte er ja eine Frage gehört, wo John denn war, damit man sich schnell zu einem Abschiedsgruß durchringen konnte. Das wäre dann unter Umständen vielleicht Hennessy gewesen, ein Spurensicherer sicher nicht und mit Sicherheit nicht Brix. Oder vielleicht doch? John löschte das Licht im Bad und machte sich wieder zu seinem Bett auf, auf dem sein Koffer lag. Auf dem Weg dorthin sah er Sherlock im gleichen Stuhl sitzen, als am Tag der Hochzeit auch. Das Thema Hochzeit verbannte er jetzt mal ganz schnell ganz weit hinten in seinen Gedanken, bevor er Petes Gesicht noch vor sich sah. „Ich dachte wir sehen uns draußen?“ fragte John nach, allerdings mit einem lächeln. Watson wusste, das Sherlock seine Vereinbarungen nicht immer einhielt. Also war es nicht ganz so überraschen, den Detective in seinem Zimmer aufzufinden. Watson wusste auch, dass Sherlock wohl in der kurzen Zeit nicht vergessen hatte, das John ihm die Handynummer seiner Schwester noch geben wollte, daher war auch jedes hinauszögern zwecklos. „Die Nummer steht am Notizblock auf der Kommode“, sagte Watson dann daher einfach, bevor der Arzt es sich noch anders überlegen würde. Die kleine Tasche packte er in seinen Koffer, bevor er diesen dann schloss. Dann sah er wieder auf, als wäre ihm noch etwas eingefallen. „Im übrigen ich bin Ihnen wirklich Dankbar, wegen dem Angebot mit dem Anruf. Nur hätten Sie nicht gesagt, dass es in solchen Fällen die sachliche Erläuterung besser wäre, dann hätte ich den Anruf übernommen. Aber da ich in sachlichen Dingen wohl nicht so gut bin, wie Sie, ist es wohl wirklich besser, wenn sie die Nachricht von einem anderen erfährt, als von mir,“ sagte der Arzt dann. Er wollte den vielleicht bestehenden Verdacht zumindest irgendwie ausräumen, dass es vielleicht auch daran liegen könnte, dass John sich nicht traute anzurufen. Bei seiner Schwester würde dieser Verdacht bestimmt aufkommen, aber vor Sherlock wollte er nun doch nicht so rüberkommen, als würde er es nicht schaffen seine Schwester anzurufen.
Obwohl Sherlock mit Sicherheit schon deduziert hatte, das John eben sehr wohl sich nicht trauen könnte, Harry anzurufen. Aber irgendwann hätte er es gemacht, ja irgendwann. Das war wieder so ein Wort, dass wohl auch bei Harry rumspukte. Irgendwann würde sie ihren Bruder anrufen. Und doch war es bis heute immer John, der sie anrief. „Zumal ich nicht weis, ob sie nicht einfach auflegen würde, wenn sie meine Stimme erkennt oder erst gar nicht rangeht, wenn sie meine Nummer sieht. Ich denke, bei Ihnen wird sie rangehen, schon allein deswegen, weil sie ja mit Ihnen nicht streitet“, folgten Johns nächste Worte die eine Mischung aus vor anfänglicher , wie durchtrieben seine Schwester doch manchmal seine Anrufe abwimmeln konnte, in einen traurigen Ton dem Streit wegen überging. Eigentlich wollte er es wie eine normale Erzählung klingen lassen und nicht so, wie sie seine Wort eben anhörten. Nebenbei suchte er nach den Flugtickets, die er dann auf dem Nachttischchen fand.
Um nun doch irgendwie das Thema wechseln zu können, weil es Watson gerade selbst überraschte, wie er soeben offen den Streit mit seiner Schwester erwähnt hatte, stellte er eine Frage über den schottischen DI.
„Hat sich Hennessy bei Ihnen eigentlich noch mal blicken lassen?“  
John nahm die beiden Flugtickets vom Nachttisch und legte sie auf seinen Koffer. Als er wieder zu seinem Mitbewohner sehen wollte, meldete sich sein Postfach, welches soeben entgangene Mail zu laden begann. Watson wandte sich augenblicklich seinem Laptop auf dem Fensterbrett zu. Die meisten waren Werbungen, die John auch sofort löschte. Doch eine Mail mitten unter den Werbungen, lies ihn in jeglicher Bewegung innehalten. Die eine Hand, mit die er sich am Fensterbrett abgestützt hatte um mit der anderen einen Kurzbefehl zum löschen auszuführen, versteifte sich kurz, bevor sie dann zu der anderen Hand auf die Laptoptastatur wanderte. Die eine Mail, die weder von Mike noch von einer Firma stammte, die ihm Werbung zuschicken wollte, hatte er nicht erwartet. Zumindest nicht heute, zumal er ja noch beim Mittagessen kurz mit Jake geredet hatte. Denn jene Mail in Johns Postfach kam von Jake. Und diese war sogar noch bevor Jake bei ihm angerufen hatte, abgesendet worden. Als Betreff stand: An alle Hochzeitsgäste. Watson ahnte bereits, was in der Mail drinnen stehen würde. Eine Entschuldigung, dafür das die Hochzeit so geworden ist, wie es niemand erwartet hätte und die Erklärung, dass Pete wohl bald vor Gericht stehen würde. Dazu noch, dass Amy zum Glück wieder wohlauf war. Das alles wusste John schon und diese Tatsache bereitete ihm auch keine Sorgen mehr. Sondern das, was ihm wirklich Sorgen bereitete, war etwas ganz anderes.
Der Arzt hatte die Mail geöffnet und genau das erwartete stand auch darin. Die Mail wurde aber nicht nur an alle anwesenden Hochzeitsgäste versandt, sondern auch an alle nicht anwesenden Hochzeitsgäste. Anscheinend musste Jake wohl an Petes Laptop gekommen sein, um den Hochzeitsgästen eben seine Entschuldigung darbringen zu können und den nicht Anwesenden die schlechte Nachricht mitzuteilen. Somit wusste also nicht nur Mike, was passiert war, sondern auch Harry. John atmete ein, versucht ruhig, doch ein zittern durchfuhr seine Oberkörper beim Luftholen. Verdammt, warum hatte Jake denn nicht erwähnt, dass er eine Mail geschrieben hatte? Immerhin war diese kurz vor Jakes Anruf wohl bei jedem angekommen der auf der Hochzeit war, oder eine Einladung per Mail von Pete zugeschickt bekommen hatte. Hätte John das gewusst, dann hätte er sofort bei Harry angerufen um ihr das ganze noch mal selbst zu erklären. Aber jetzt? Harry hing die meiste Zeit nur vor ihrem Laptop, das wusste John. Schon allein weil sie jeden Fall von Sherlock und ihm kommentierte. Das war auch das einzige was sie Tat. Den einzigen Kontakt, den sie zu ihrem Bruder hielt, außer der halbjährliche Anruf von Watson. Seine Schwester, hatte also die Mail schon gelesen, in Anbetracht, dass es jetzt doch schon ein paar Stunden her war, als die Mail verschickt wurde. Und jetzt? Was sollte John jetzt tun? Er konnte gar nichts tun, gar nichts. Harry hatte die Mail wohl oder übel schon gelesen. Jetzt fehlte eigentlich nur die SMS von ihr an ihm, mit den Rechtschreibfehlern die daraufhin deuteten, dass seine Schwester bereits erheblich Alkohol Intus hatte.  
Der Arzt wandte seinen Blick von seinem Laptop auf das Fenster und die draußen herumwehenden Blätter der Bäume. Der Wind war also stärker geworden. Watsons Kopf war gerade wie leergefegt. Das einzige was John absolut nicht gewollt hatte war, dass Harry über Mail erfuhr wie die Hochzeit ausgegangen war. Der Arzt schluckt den bekannten aufkommenden Klos im Hals hinunter, schalte sich Innerlich dazu aufzuraffen, was er auch tat. Er stellte sich gerade vor seinem Laptop hin, klappt ihn zu, lies noch ein mal den Blick aus dem Fenster schweifen, bevor er sich zu seinem Mitbewohner umwandte. „Ich denke, der Anruf wird überflüssig sein“, entkam es ihm dann etwas rau, wobei er sich dann räusperte und wie er es sich doch als Soldat angeeignet hatte seine Gefühle auch mal für einen Moment zu unterdrücken,  mit normaler Stimme hinzufügte: „Harry weis es.“
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BeitragThema: Re: John und Sherlock Nebenplay   Do Aug 07, 2014 4:01 pm

Inhalieren. Sherlock grinste. John wusste genau, was Sherlock inhalierte, vor allem, wenn der Arzt ihm seine Zigaretten wegnahm. Allerdings musste man sagen, dass der Detektiv schon für die eine oder andere Nachforschung am Straßenrand gehockt hatte und die Abgase ins Gesicht gepustet bekommen hatte. Damals war er ein Obdachloser gewesen, für vierundzwanzig Stunden, und um in die Rolle zu kommen hatte er sich genau wie einer verhalten. Sein Vorbild hatte es ein wenig komisch gefunden, dass da jemand kam und sich genau wie er verhielt und in der nachfolgenden Zeit hatte Holmes ihn nicht mehr in diesem Stadtteil gesehen, aber der Detektiv war in seinen darstellerischen Fähigkeiten aufgestiegen und das war da gerade sehr wichtig gewesen. Immerhin würde Sherlock für seine Forschungen alles tun. Naja, fast alles, aber eine ganze Menge.
Nachdem er einmal zum Abschied noch einmal die Hand gehoben hatte verschwand er in der Tür. Dann packte er, und es ging, wie schon gesagt, recht schnell. Dann ging er hinaus, traf Hennessy und saß schon wenig später bei John.
Der war aus irgendeinem Grund weg, aber anhand ein paar Geräusche wusste der Detektiv, dass sein Freund sich ins Bad verdrückt hatte. Er musste zwar sicherlich kein Wasser von der Dusche abwischen, hatte aber sicher andere Menschlichkeiten dort aufbewahrt, wie Zahnbürste, Rasierer oder etwas in der Art. Nicht, dass Sherlock so etwas nicht hatte.
John kam wieder in den Raum, bemerkte etwas zum Treffpunkt, Sherlock schlug ein Bein hoch und erwiderte daraufhin, dass er grade vor Johns Tür gestanden und gewusst hatte, dass der Arzt noch nicht unten war und deshalb noch einmal vorbeischauen wollte.
Als John sagte, wo die Nummer war nahm der Detektiv sein Bein hinab, stellte sich auf und richtete das Jackett, er wollte noch etwas Zeit schinden, bevor die Plicht auf ihn zukam. Dann machte er sich zu Kommode auf und riss in einer einzigen Bewegung den Zettel vom Block. Nachdem er sie sich einmal angesehen hatte schaute er zu John auf, der zu dieser Zeit etwas sagte. Daraufhin nickte er und brummte, wahrscheinlich redete sein Freund sich nur raus. Auch der nachgeschobene Satz machte diese Annahme nicht besser. Aber wer konnte es John denn bitte verübeln? Unter diesen Umständen, und wenn Sherlock ein in der Beziehung normaler Mensch wäre, würde er sich auch davor drücken. Niemand wollte gerne, dass die engen Verwandten, vor allem die Geschwister oder Eltern, in sowas hineingerieten und erst recht nicht John.
Selbst der Detektiv hätte nicht gewollt, dass seinem Bruder etwas geschah, auch wenn er und Mycroft schon öfters stritten. Früher waren das nur Wortwechsel, Schimpfwörter die hin und her geschmissen wurden, ein böses Wort hier und da, aber je älter sie wurden, desto ernster würden ihre Konflikte. Mycroft war Politiker, für ihn stand viel auf dem Spiel, dass auch das Land betreffen könnte. Es ist klar, dass er dabei lieber die Ausweichmöglichkeit nahm und die traf so gut wie immer Sherlock. Aber letztendlich waren sie Brüder und hielten zusammen, meistens, und John wollte das letztendlich wohl auch mit Harry. Das letzte was er wollte war, dass sie wieder mit dem trinken anfing, und das konnte Sherlock gut verstehen. Er selbst spielte gerade mit dem Gedanken, es an Clara weiterzuleiten, aber da wurde ihm klar, dass er dadurch nur noch mehr Streit als es bei John der Fall wäre verursachen würde, also ließ er es und konzentrierte sich auf die Nummer. Er zog sein Handy heraus, da erkundigte sich John nach Hennessy. Sherlock meinte etwas abwesend, während er die Nummer einspeicherte (man wusste ja nie), dass er noch Hennessy getroffen habe und John grüßen sollte, allerdings hoffte der DI, dem Arzt noch einmal über den Weg zu laufen, um das persönlich zu machen und Brix‘ beste Wünsche auszurichten. Mit einem kleinen Piepsen bestätigte das Telefon, die Nummer eingespeichert zu haben und wollte gerade Richtung Ausgang gehen, den Finger schon über dem grünen Hörer, da meldete sich das Postfach des Doktors, also blieb der Detektiv noch etwas, für den Fall, dass es wichtig sein würde. Eventuell wurde ja noch was wegen der Hochzeit herumgeschickt, immerhin würde das zu diesem höflichen, menschlichen Verhalten passen, dass alle immer so gerne an den Tag legten und leider auch erwarteten.
Holmes sah plötzlich auf, weil da etwas in seinem Kopf herum spukte, aber er wusste nicht was, wie das Gefühl wenn man einen Raum betritt und nicht mehr weiß, was man darin wollte.
Vielleicht war auch gar keine Mail eingetroffen und Johns Postfach war leer bis auf die eine oder andere Werbenachricht, aber anhand der Anzahl der Klicke und Johns Atmung wusste Sherlock, dass hier etwas gar nicht in Ordnung war. Also drehte er sich um und sah zu seinem Freund hinüber.
Er zitterte kurz, langsam und vorsichtig ging der Detektiv auf ihn zu. Er ließ ihm eine kurze Denkzeit, immerhin konnte nicht jeder so schnell denken wie er, dann stellte Watson sich hin. Viel zu aufrecht und Militärisch, fand Holmes und bevor John seine erste Aussage ausdruckslos beenden konnte wusste er, was los war.
Ausdruckslos, aber auf seine Weise und nicht die militärische, die John gerade benutzte, schaute Sherlock ihn an. Er wusste nicht, was er in diesem Moment sagen sollte. Er wusste nicht, wie es war, eine Schwester zu haben, die trank und dessen enger Bekannter sich gerade als entsetzlicher Mensch herausgestellt hatte. Er wusste nicht, was jetzt trösten würde, was helfen würde und was John nur noch mehr fertig machte. Er war nicht wie andere Menschen. Also sagte er einfach, was er auf keinen Fall hören wollte, wenn er erfuhr, dass Mycroft mal wieder das allgemeine Wohl über das Wohl seines Bruders gestellt hatte. „Es tut mir leid.“
Es war auf einmal sehr still geworden im Raum, zumindest kam es Sherlock so vor. Nur draußen heulte der Wind sein ewiges Klagelied und zerrte an den Ästen der Bäume. Der Sommer war vorbei, der Herbst brach herein und er nahm die Blätter bei seinem Einzug mit.
Sie waren noch nicht braun, dazu war es noch zu früh, aber einzelne ließen sich schon mit zerren.
Das alles nahm Sherlock wahr, damit er nicht John wahrnehmen musste. Ein „Es ist doch nicht so schlimm.“ Würde rein gar nichts bewirken. Sherlock wusste, dass es schlimm war, und er hatte nicht vor zu lügen. Es würde am Ende eh nichts bringen. Und er wollte John nicht antun eine Illusion zu bilden, dass es nicht schlimm war. Weil wenn er dann verstand, dass es schlimm war würde es umso schmerzhafter sein. Und John würde sich auch nichts vormachen lassen. Also blieb Sherlock stumm und sah ihn einfach in seiner typisch ausdruckslosen aber Intensiven Art an. Wenn John etwas wollte, dann sollte er das sagen, dann würde Sherlock etwas erwidern, wenn es gut lief sogar etwas nettes, aber von allein wusste der Detektiv nicht, wie und vor allem womit er beginnen sollte.
Während Sherlock also ruhig vor seinem Freund stand, zerknüllte er in seiner rechten Hand vorsichtig und möglichst leise das Blatt Papier neben dem Körper. Es würde nicht mehr von Nöten sein, so oder so.
John hatte keinen Hang zum übertreiben. Wenn er jetzt sagte, Harry habe die Mail gelesen, dann hatte sie das. Und dann würde ein Anruf auch nichts mehr bringen. Sie wusste, was sie wissen musste und das würde ihr vermutlich gar nicht gefallen.
Plötzlich wurde es auf dem Flur laut und mehrere Schritte näherten sich der Tür.
Wie es jetzt für John weiterging? Er würde sein Leben weiterleben, wie er es tat, aber Sherlock wusste wie weh es ihm tat, wenn er von Harriet sprach. Wie sehr es ihn schmerzte wenn nur ein Gedanke an sie gerichtet wurde.
Die Tür öffnete sich, nachdem ein paar Stimmen vor der Tür geredet hatten. Hennessy war in der Tür, er hielt den Universalschlüssel des Hotels und schaute sichtlich verwirrt in die Szene.
„Darf ich wissen, worum es hier geht?“ fragte er dann, schob Sherlocks Tasche mit dem Fuß von der Tür weg und ging auf die beiden zu.
Sherlock hatte sich umgedreht, sein Gesichtsausdruck war aber immer noch derselbe.
Verwirrt sah der Schotte von einem zum anderen. Er hatte ja keine Ahnung.
„Wir müssen die Geschichte langsam öffentlich machen.“ Holmes hätte gern gesagt, dass die Geschichte schon viel zu öffentlich war, aber es waren unterschiedliche Geschichten und weil dem Detektiven nicht nach langer Erklärarbeit war nickte er nur und warf einen fast mitleidigen Blick zu John.

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BeitragThema: Re: John und Sherlock Nebenplay   Do Aug 07, 2014 7:30 pm

John hatte im Augenwinkel bemerkt, wie Sherlock auf ihn zugekommen war. Langsam und vorsichtig, nicht schnell und mit breiten Schritten wie es bei einem Weg zu einem Fall manchmal typisch für ihn war. Es tut mir Leid, waren Sherlocks Worte. Sie klangen irgendwie nicht so kühl und kalt, wie wenn Sherlock irgendeinem Opfer sein ´Beileid´ verkündete. Sondern betroffen und vor allem irgendwie ehrlich.
Als Sherlock das treiben draußen wahrnahm, richtete John seinen Blick ein paar Momente auf den Boden. Holzboden. Er betrachtete das Holzmuster im Boden, während er am Rande den Wind draußen wahrnahm, der gegen die Fensterscheibe zu klopfen schien. Herbst. Wie ironisch. Herbst war schon in manchen Gedichten der Botschafter des verblühenden Lebens, wie der Sommer doch noch alles im saftigen grün erstrahlen ließ, würden Bald alle Blätter in einen Braunton übergehen, manche vielleicht sogar ganz interessante Farben annehmen. Und dennoch war der Herbst ein seltsame Jahreszeit, zum einem wunderschön und zu einem anderen Tag konnte er so unheimlich, mit den fast schon kahlen Ästen der Bäume wirken. Herbst. Es wurde Herbst und Harry begab sich mit Sicherheit wieder dem Alkohol hin. Das allein der Herbst manchmal auch etwas bedrückend für manche Leute sein konnte, war schon genug, aber das Harry jetzt wieder mit ihrer Alkoholsucht beginnen würde, war kurzum unfassbar. John hatte noch vor einem Monat geglaubt, dass Harry es wirklich durchhielt. Dass sie diesmal von allein dem Alkohol entsagen konnte und nun waren diese Hoffnungen zerstört. Konnte es den noch schlimmer kommen? Watson schob die Frage beiseite. Natürlich konnte es das. Gerade wenn man sich diese Frage stellte, würde es schlimmer kommen. Also vergaß er ganz schnell mal die eine Sekunde in der er sich diese Frage gestellt hatte.
Würde er jetzt noch im laufe des Abends diese eine SMS von Harry erhalten, in der sie ihn sinnlos fragte, wie es ihm den ginge, mit diesen vielen Rechtschreibfehlern, dann musste er  es tun. Dann war sein Plan, den er sich für den Fall das Harry wieder mit dem Trinken anfangen sollte, zurechtgelegt hatte, unausweichlich. Er tat es nicht gern, er würde es auch nicht gerne tun, aber dann wäre es wirklich das beste für Harry, wenn er diesen Schritt machte, diesen Plan ergriff. Vielleicht würde es so dann wieder Bergauf mit dem Kontakt zwischen ihm und seiner Schwester gehen. Oder eben nicht.
Seine Schwester würde vermutlich diesen Schritt, den John gehen wollte, als Angriff sehen, auf ihre Streitigkeiten die sie hatten. Ihn beschimpfen, ihn vielleicht auslachen, weil sie selbst nicht glauben konnte, dass sie es ohne Hilfe nie mehr vom Alkohol wegschaffen würde. Wann wäre es den das nächste mal, wen sie sagen würde, dass sie den Alkohol hinter sich gelassen hat? Wann käme die nächste Nachricht, dass sie es wieder nicht geschafft hätte? Wie oft würde das vielleicht noch so weiter gehen?
Watson schüttelte leicht den Kopf. Nein, er wollte nicht, dass es immer so weiter gehen würde. John würde seinen Plan ohne eine Vorwarnung an Harry verfolgen. Sie braucht Hilfe, professionelle Hilfe die ihr nicht mal John geben konnte. Aber andere Leute würden es können und an diese würde er sich wenden, wenn die SMS von Harry eingetroffen ist.
John hatte auch manche Probleme, früher, besonders bei seiner Zeit im Barts. Hatte er sich den gleich in Alkohol geflüchtet, als er am Anfang meinte, dass Studium würde er nicht packen? Hatte er sich in den Alkohol geflüchtet, als er mit Harry gestritten hatte oder als er von Petes Veränderung mitbekommen hatte? Nein, nicht mal als er aus seinem Militärdienst entlassen wurde und er in eine langweilige kleine Wohnung gezogen war, hatte er sich dem Alkohol zugewandt. Und John war jünger als seine Schwester. Harry hätte eigentlich lernen sollen, mit ihren Problemen selbst klar kommen zu müssen, so wie es John gelernt hatte. Harry war hier die ältere. Sie müsste sich eigentlich um John kümmern, nicht anders herum. John konnte doch nicht Harrys ständiger Babysitter spielen. Das würden nun andere Leute übernehmen. Professionelle Leute die sich mit dem Problem auskannten, sollt die SMS eintreffen, die John spätestens am nächsten Morgen erwarten würde.
Ob es Mycroft manchmal auch so ging, wenn Sherlock sich in halsbrecherische Fälle begab? Oder anders herum, ob sich Sherlock manchmal um Mycrofts befinden sorgte? Beide Holmesbrüder hatten ja ein Image als kalt und emotionslos zu gelten. Das dies aber nicht immer so war, zeigte sich der Alltag mit Sherlock. Der Detective konnte durchaus auch lachen, herzlich lachen, ein richtiges lächeln zeigen und ein Beileid ernst gemeint aussprechen. Auch wenn hier Anderson und Donovan wohl überhaupt nicht davon überzeugt wären, aber John wusste es eben besser als die beiden.
Ein leises Rascheln lies John den Blick vom Boden heben, doch woher das Rascheln genau kam, konnte er nicht ausmachen, also sah er an Sherlock vorbei zu dem Kaffeetisch im Raum.
Wieso mussten sich überhaupt Menschen in Alkohol flüchten? Harry hatte doch noch jemanden, mit dem sie über ihre sorgen sprechen könnte, wenn es wirklich nötig wäre, aber anscheinend wollte sie es nicht. Für sie war John sowieso schon so etwas wie gestorben, was bei dem spärlichen Kontakt auch nicht verwunderlich war. „Alkohol ist doch auch keine Lösung,“ murmelte John, schloss seine brennenden Augen. Natürlich war das keine Lösung, aber Harry schien ihren Schmerz darin zu ertränken. Wobei John fürchtete, dass das mit Pete schmerzvoller war, als all die anderen Dinge zuvor, weswegen sich seine Schwester in den Alkohol flüchtete. Genau genommen könnte sich John doch auch mal dem Alkohol hingeben, wie seine Schwester darauf wohl reagieren würde? Für ihn war es doch genauso schmerzhaft, mitzubekommen, wie sie es tat, warum sollte sie dann nicht den gleichen Schmerz erfahren, den er immer wieder Bekanntschaft machen muss?
Ganz einfach, John war nicht jemand der viel von Alkohol hielt und schon gar nicht würde er anfangen zu trinken. Schließlich hatte John da noch Mrs Hudson, der es überhaupt nicht gefallen würde, Mike würde ihm auch davon abraten und Sherlock wohl auch. Und genau aus diesen Gründen fing er eben nicht wie seine Schwester an, seine Schmerzen im Alkohol zu verdrängen. Weil das anderen Schaden würde. John würde nie wollen, dass Sherlock ihn in den gleiche Zustand sehen würde, wie John das erste mal mitbekam, wie Harry betrunken war. Es war einfach kein schönes Gefühl, jemanden dem man nahe stand, betrunken zu sehen und zu wissen, dass das nicht mehr aufhören würde. Nicht bevor diese Erinnerung und Schmerzen ganz tief in die Vergessenheit geraten waren. Und dieses Gefühl von Hilflosigkeit, dass er jedes mal bei Harry empfand, wenn er auch nur an sie dachte, wollte er nicht seinem besten Freund irgendwann selbst zu teil werden lassen, noch den guten Mike oder der liebevollen, wenn auch viel zu gesprächigen, Mrs Hudson.
Als Watson sich sicher war, dass das  brennen in seine Augen verschwunden war, öffnete er seine Lieder wieder und atmete tief durch, als hätte er die Luft angehalten. John musste jetzt einfach ruhig bleiben, ruhig und vielleicht auch stark um Harry SMS aushalten zu können, die folgen würde. Das es auf der Flur laut wurde, bekam der Arzt kaum mit, zu sehr versuchte er seinen Schmerz zu verbannen, der da in ihm war und sich wie ein Feuer ausbreiten wollte. Watson würde nie seinen Schmerz im Alkohol ertränken, da würde er die Schmerzen eher noch in die Albträume stecken.
Erst als sich die Tür öffnete, realisierte John, dass jemand hereintrat und er sah schon fast erschrocken auf, als dieser jemand fragte, worum es hier ginge. Erst war Watson überhaupt nicht bewusst wer da genau im Raum stand, weil der Arzt erst mal aus seine Gedanken auftauchen musste, als er dann aber sah, dass es Hennessy war, der im Zimmer stand, macht er eine abwerfende Handbewegung, die locker wirken sollte, aber zittrig rüberkam. Watson suchte seine aufrechte Haltung hervor, bevor er zu seiner Handbewegung hinzufügte. „Nichts wichtiges, nur ein Gespräch“ erklärte Watson, ohne nach mehreren Wörtern für eine Erklärung zu suchen. Hennessy sah zwar zweifelnd aus, ob die Aussage den der Wahrheit entsprach, denn er schien auch zu spüren, dass etwas nicht in Ordnung war, ging aber nicht auf Watsons Antwort ein. Der schottische DI erklärte nur, dass sie das ganze langsam öffentlich machen müssten, woraufhin John nickte, sich seinem zugeklappten Laptop zuwandte und ihn vom Fensterbrett nahm um ihn in seiner Laptoptasche zu verstauen, die John unter seinem Koffer hervorspähen sah. Als er dies dann auch eilig getan hatte griff er nach seiner Jacke auf dem Bett und zog sie sich über, bedacht darauf nicht wieder in Gedanken abzudriften. „Bin gleich fertig“ verkündete der Arzt, als er sich seine Laptoptasche umhing, dem Detective sein Flugticket, das neben Johns auf dem Koffer lag, überreichte und dabei ihm einen Dankbaren blick zuwarf, weil er außer den guten Worten Es tut mir Leid, der Ruhe im Zimmer platz gemacht hatte und nichts sagte, zumindest nicht irgendetwas, was die Ruhe zu sehr gestört hätte. John fügte noch ein lächeln hinzu, dass eigentlich darauf deuten sollte das er in Ordnung war, zumindest gerade eben, aber nicht mal jetzt wo Hennessy ihn  an ihre Abreise erinnerte, wollten sich die Gedanken in Johns Kopf nicht etwas fröhlicherem zuwenden.
Der Arzt zog dann seinen Koffer vom Bett, nahm sein Flugticket in die andere Hand und ging auf Hennessy zu. Um dem schottischen DI zum Abschied die Hand zu geben, wechselte er sein Flugticket zu der Hand, die seine Koffer hielt und schüttelte dem DI die angebotene Hand. „Ich danke Ihnen, dass Sie mich doch davon überzeugen konnten mit ihrem Mitbewohner und Ihnen sozusagen zusammen zu arbeiten,“ erklärte der DI dann. Watson versuchte sich an einem lächeln und nickte. „Es war mir auch eine Freude Ihnen helfen zu können“ antwortete John und bezog sich darauf, dass er Hennessy umstimmen konnte mit Sherlock und Ihm eine parallele Ermittlung durchzuführen. „Brix lässt auch noch Grüße ausrichten,“ fügte Hennessy hinzu. Die Aussage lies John für einen kurzen Moment an jenen Spurensicherer denken, den er zu Müllcontainer geschickt hatte und ein wahres, kurzes lächeln zeichnete sich dann auf sein Gesicht ab. „Schöne Grüße zurück.“ Wäre es eine normale Verabschiedung gewesen, ohne das vor ein paar Minuten die Erkenntnis eintraf, dass Harry bereits wissen musste, was geschehen war am Hochzeitstag geschehen war, dann hätte Watson vielleicht auch noch einen Kommentar mit dem Müll abgegeben. Doch so musste es einfacher Gruß zurück reichen. Dann verließ John das Zimmer, nach Hennessy und wartete bis sein Mitbewohner ebenfalls seine Reisetasche genommen hatte. Als Sherlock dann ebenfalls im Flur angekommen war, machte sich John an seiner Seite auf den Weg nach unten. Hennessy folgte den beiden, bis sie in der Lobby angekommen waren. Dann nickte er den beiden noch ein mal zu, bevor er nach draußen verschwand. John wandte sich zum Angestellten-Raum. „Wartet ein Taxi schon?“ fragte John nach. Er wollte verhindern, dass seine Stimme müde klang, aber er schaffte es nach Hennessys Abgang auch nicht, seine Soldatenhaltung aufrecht zu erhalten.
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BeitragThema: Re: John und Sherlock Nebenplay   So Aug 10, 2014 3:49 pm

Sherlock blieb eine ganze Zeit lang still. Das passierte fast nie, nachdem irgendetwas passiert war, vor allem wenn es sich um so etwas drehte, normalerweise bekam sich der Detektiv dann gar nicht mehr ein vor lauter Entzückung. Aber normalerweise ging es auch nicht um Johns Schwester.
Holmes bemerkte, wie John die Augen schloss. „Nein, Alkohol ist keine Lösung.“ Flüsterte Holmes John zu. Helden weinen nicht. Das war ein Zitat, aber woher es kam wusste er nicht mehr. Hatte es vergessen, verdrängt, so wie er alles nach und nach der Vergessenheit hingab. Er machte das, indem er sich hinlegte und leise und ruhig die Zeit vergaß. Er lag dann da und nichts und niemand schien ihn zu interessieren, aber wenn ihn jemand störte…!
Harriet Watson schien das nicht so zu können. Sie hatte ihre eigene Methode und Sherlock konnte verstehen, dass ihren Bruder das gar nicht gefiel; das es niemandem gefiel.
Sherlock hatte eigentlich nie wirklich über Alkohol nachgedacht. Dann und wann trieb er seine Experimente mit dem Zeug, im Labor, wo ihn ab und an Molly besuchte und er bei ihr einen Kaffee bestellen konnte, manchmal auch zu Hause. Wobei er sich zu Hause mit Alkohol zurückhielt. Es war zwar reines Ethanol, was er da untersuchte, aber man sollte ja nicht auf falsche Gedanken kommen.
Wie dem auch sei; Sherlock hatte nie wirklich in Betracht gezogen, seinen Lebensstandart derart umzuwühlen um das gequälte Leben eines Alkoholikers zu führen. Er hatte ja gestern bemerkt, wie furchtbar es war, auf jemand anders angewiesen zu sein, während man selbst kaum ansprechbar war. Wobei man zu seiner Verteidigung sagen muss, dass das nicht nur Alkohol gewesen war.
Oder nein, das schlimmste war gar nicht gewesen, dass er auf jemanden angewiesen war, wobei das den knappen zweiten Platz belegte, nach Platz drei mit Eingeschränktes Deduktionsvermögen. Nein, am aller Schlimmsten war gewesen, dass John ihn belächelt hatte! Wie sinnlos wäre ein Leben für den Detektiv, wenn man ihn belächeln würde?! Ganz und gar nutzlos; Keine Klienten, keine Fälle, nutzlos. Die Maschine wäre verbraucht, Sherlock Holmes wäre nutzlos.
Er hatte zwar genug Leute, die ihn abhalten würden; John, Mycroft, Mrs Hudson, jetzt wo er drüber nachdachte vermutlich auch Molly, aber Sherlock hatte seinen ganz eigenen Anschwung, sich nicht mit seinen Sorgen in den Alkohol zu stürzen.
Mal ganz davon abgesehen, dass er eigenen Antrieb hatte, nichts dergleichen zu tun. Und John hätte ihn doch eigentlich auch. Im Falle Johns wären da sogar beträchtlich mehr und wenn die erste Reihe verbraucht war gab es noch viele Bekannte und –verwandte die lange Zeit nichts mehr gehört hatten, aber sicher sehr erbost über einen zweiten Alkoholfall wären.
John öffnete die Augen mit einem tiefen Luftzug und Sherlock versuchte ihm nett zuzulächeln, aber es war schwach und blass.
In dem Moment wurden die Schritte laut, Gespräche, dann stand schon Hennessy im Türrahmen. Sherlock drehte sich kurz zu John um, als der antwortete. Keine Frage, der Detektiv bewunderte den ehemaligen Militärarzt. Dass er einfach weiter machte, und stark blieb, sich zwar darum scherte, was seine Schwester tat aber dem Unausweichlichen ins Gesicht sah, durchatmete und nicht versuchte, durch irgendwelche Lügen irgendetwas wieder gut zu schminken. John wusste was er hatte und er lebte sein Leben, so wie es jeder andere tat, auch wenn es vielleicht schwerer sein mochte als viele andere. Anderen viel ein gutes Leben doch einfach in den Schoß. Wie Sherlock. Bis jetzt hatte er nämlich nichts Großes, Unangenehmes erlebt, was sein Leben geprägt hätte. Das mochte vielleicht auch daran liegen, dass er körperliche Gefahr fast zu seinem Tagesplan hinzuzählte, aber es war kaum etwas vorgefallen, dass ihm groß die Stirn bot. Jim, in Ordnung, und ihrer Spiel, aber Sherlock war zuversichtlich, dass das ein gutes Ende nehmen würde.
Etwas träge sah er seinem Freund zu, wie er zu Ende packte. Es musste furchtbar sein, dass dieses Gespräch durch Zeitmangel beendet wurde und Holmes wünschte sich, sie könnten es anders beenden, aber wenn sie das Thema jetzt noch einmal ansprachen würde John noch einmal traurig werden und das wollte der Detektiv nicht. Nicht bei John.
Er folgte der Verabschiedung mit den Händen hinter dem Rücken, packte seine Tasche, ging dann stumm neben beiden in die Lobby, holte nur einmal sein Handy hervor und tippte etwas, lächelte dann in der Lobby einmal, nicht sehr ehrlich, aber auch nicht sehr falsch, Hennessy zu, dann wandte er sich an John.
In einer fließenden Bewegung zog er auf dessen Frage sein Handy hervor, drückte ein paar Knöpfe und sagte dann „Jetzt schon.“, geheimnisvoll lächelnd.
Musste ja nicht jeder wissen, dass Jakes Gegenleistung für die Familienzusammenführung darin bestand, zum Taxistand zu laufen und ein Taxi auf die Straße zu bitten, wenn er eine Nachricht von Holmes bekam.
John sah müde und abgekämpft aus und obwohl er es wohl zu verhindern gewusst hatte waren seine Augen leicht gerötet. Normalerweise war Sherlock niemand, der sentimental wurde, aber John tat ihm irgendwo schon leid. Also sagte er erstmal nichts mehr, vielleicht tat John das gut.
Nur ein „Wir müssen uns beeilen, wer weiß schon, ob die nicht noch mehr Komplizen haben, die am Flughafen warten. Der Flieger geht in…“ Er sah auf seine Armbanduhr. „einer halben Stunde, solang wird Hennessy warten, wir müssen vorher schon im Flieger sein.“ Ließ er noch von sich verlauten, dann gingen sie Richtung Angestellten Raum.
„Machen Sie’s gut!“ Rief die Portier noch, Holmes drehte sich nicht um. Das war nun mal seine Art, zu zeigen, dass er etwas zur Kenntnis genommen hatte.
Wenig später schon waren die beiden auf der Wiese, ein Taxi kam gerade von der Stadt hergefahren und hielt mit quietschenden Reifen an einem der Bäume.
Plötzlich jedoch kitzelte es Sherlock an der Nase und er blieb kurz stehen, um laut zu niesen. Etwas verwirrt blieb er stehen und kratzte sich am Nasenbein. Jedoch ließ er nicht zu, dass John verstand, worum es ging und beschleunigte seine Schritte, bis sie beim Taxi angekommen waren. Dort wuchtete er seine Tasche auf den Rücksitz und sich daneben, dann wies er den Fahrer an zum Flughafen zu fahren.
Dann und wann warf der Detektiv einen Blick auf seine Uhr, aber er schaute nicht in Richtung Hotel zurück und erst recht nicht in die Richtung, in der die Burg stand.
Sherlock Holmes sah nicht zurück, vor allem nicht bei Fällen. Was passiert war, war passiert, es ließ sich nicht ändern, nur schön reden und das wollte er nun wirklich nicht probieren. Außerdem gehört der Fall der Vergangenheit an und dabei beließ Holmes es.
Der Flughafen war noch gut eine viertel Stunde Fahrt entfernt, wenn man den Verkehr mitrechnete, also lehnte sich Holmes einfach gegen die Tür und sah am Vordersitz vorbei auf die Straße. Es war nicht viel los, vor ihnen war lediglich das silberne Auto eines Immobilienmaklers den Weg zu einer neuen Immobilie zu finden. Nach dem Navigationsgerät an der Frontscheibe kannte er das Haus schon, hatte aber endlich einen möglichen Mieter gefunden, zumindest schien das die Mappe mit allem ausgestattet zu sein, was der an Papierkram brauchen könnte.

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BeitragThema: Re: John und Sherlock Nebenplay   So Aug 10, 2014 9:58 pm

Watson runzelte leicht die Stirn, als Sherlock bei seiner Antwort lächelte, geheimnisvoll lächelte. War da etwas im Busch? John hatte sich eigentlich schon immer gefragt, wie Sherlock immer so schnell an Taxis kam, doch nie eine Antwort darauf gefunden. Ob er den Taxiunternehmen mal irgendwann bei etwas geholfen hatte und als Gegenleistung nun immer schnellstens ein Taxi zur Verfügung stellten, wann immer der Detective eins brauchte? Naja, im Grunde war es auch egal, woher das Taxi kam. Hauptsache es war da und der Arzt konnte sich in die Polster zurücklehnen ohne lange in der kühlen Nachtluft zu stehen. Ja mittlerweile hatte sich die Sonne schon verabschiedet, was kurz vor dem Herbst öfter der Fall war. Denn nach diesem Schmerz der sich wie ein Feuer in seinem Körper ausbreiten konnte, ihn aber soweit zurückdrängen konnte, dass er vor erst kaum mehr zu spüren war, tat sich kälte auf. Eine kälte die ihn darauf hinwies, dass die letzte halbe Stunde oder wie lang auch immer sie schweigend im Zimmer gestanden waren, wirklich die Realität war. Harry würde oder hatte bereits wieder mit dem Trinken angefangen. Vielleicht saß sie ja gerade in dem Augenblick in einer Bar oder zu Hause und ertränkte den Schmerz darüber, dass Pete sich wirklich so verändert hätte, in dem Alkohol. Und da war sie, die Hilflosigkeit, die Wahrheit, dass John ihr nicht helfen konnte. Nicht mal die professionelle Hilfe, die John anfordern würde, könnte ihr helfen. Letztendlich war es doch Harry selbst, die aus ihrem Willen aus mit dem Alkohol aufhören musste. Wenn dieser Wille nicht da ist, würde die professionelle Hilfe wohl auch nicht viel bringen und trotzdem wollte John an diese letzte Hilfe für seine Schwester festhalten. Alkohol war nun mal keine Lösung, dass hat ihm Sherlock auch vorhin noch mal leise bestätigt, doch für Harry schien es die einfachste Lösung zu sein, um ihre Probleme ertragen zu können.
Watson versuchte seine Müdigkeit so gut wie nur irgend möglich nach hinten zu verdrängen, zumindest bis sie beide sicher im Flugzeug auf dem Weg nach London sitzen würden. Daher nickte der Arzt auch ernst, als Sherlock die Zeit ansprach. John hoffte nur, dass da nichts mehr schief gehen würde. Dass sie Heil im Flieger saßen und Edinburgh erst mal hinter sich lassen konnten. Daher folgte Watson auch rasch dem Detectiven, als dieser auf den Angestellten Raum zusteuerte. So schnell wie möglich am Flughafen sein, dass stand nun im Vordergrund. Für andere Gedanken war daher kaum Platz.
John hatte sich bei der Verabschiedung des Portier, anders als der Detective, kurz umgewandt und diesem zugenickt, ebenfalls als Verabschiedung. Dann durchquerten beide den Angestellten Raum, wobei Sherlock wieder alle Türen sorgfältig schloss, als sie draußen angelangt waren. Die kühle Luft schlug förmlich um sich und der Arzt musste blinzeln, als sich dadurch Tränen in seinen Augen sammelten. Dadurch, dass sie vorher brannten, wegen den salzigen Tränen die sich einen Weg nach draußen bahnen wollten, es aber nicht getan hatten, reizte der kühle Wind seine Augen nun, sodass er das Wasser von seinen Augen mit seinem Handrücken wegwischte.
Den Sommer würde der Arzt vermissen, insbesondere weil er wusste, dass der Herbst noch eine härtere Zeit werden würde. John setzte sich neben Sherlock in Bewegung, als dieser auch die Tür nach draußen geschlossen hatte und nun über die Wiese ging. Watson warf einen Blick in den schon mit leichten Sternen überzogenen Himmel. Das würde noch eine sternenklare Nacht werden und somit auch noch etwas kälter, als es jetzt der Fall war.
Ein entsetzliches Quietschen an der Straße lies den ehemaligen Militärarzt aufsehen. Ein Taxi hielt an der Baumallee, genau zum richtigen Zeitpunkt. Allerdings schien der Fahrer nicht äußerst präzise und sanft im abbremsen zu sein. Kurz nach dem das Quietschen durch die Gegend hallte, hörte John ein Niesen hinter sich. Einen Moment blieb er stehen, ging aber dann weiter. Natürlich mit einem kurzen, schadenfrohem lächeln auf den Lippen. Watson hatte doch gewusst das nasse Füße und die Kombination kalte Luft nicht gut für den Körper waren und dies schien sie langsam aber sicher auch beim dem Consulting Detective bemerkbar zu machen, auch wenn er es zu verbergen versuchte.
Vielleicht war es auch ganz gut, dass John sich dann mehr oder weniger gezwungener Maßen um seinen Mitbewohner kümmern musste. Denn mit einer Erkältung, sei sie noch so einfach, war nicht zu spaßen. Was wohl Mrs Hudson für ein Theater machen würde, würde sie feststellen, dass Sherlock eine Erkältung mit sich zog? Sie würde mit Sicherheit jede Stunde die Treppe hinaufgetrippelt kommen und Sherlock eine Tasse Tee vorbeibringen. So schwer dem Arzt die Situation mit Harry auch im Magen lag, musste er doch einen Moment an den Gedanken von einem erkälteten Detective und einer fürsorglichen, vielleicht zu fürsorglichen, Vermieterin lächeln. Wenn es auch nur ein kurzes lächeln war, so waren ein paar der Gedanken an seine Schwester auch an den Hintergrund gerutscht. Und das war doch mal ein Anfang. Während der Detective seine Tasche auf den Rücksitz verstaute, verfrachtete John seinen Koffer im Kofferraum, bevor er sich zu Sherlock ins Taxi und dann in die Polster auf seinen Platz gleiten lies.
Das Taxi fuhr nach dem angegebenen Zielort los, an der Baumallee vorbei. Der Arzt hatte sich dem Fenster zugewandt und damit auch dem geschehen draußen. Bei Anbruch der Dunkelheit tummelten sich meist die jungen Leute draußen um etwas zu unternehmen. Kinos, Partys und damit verbundenen Feiern in irgendwelchen Clubs. Alkohol war da natürlich auch dabei. Wenn Harry doch bloß ab und zu zu Feiern trank, dagegen hätte John gar nichts. Aber Harrys trinken hatte sich ja schon lange zur Sucht entwickelt. Irgendwann musste es ja wieder dazu kommen. Und dieses Irgendwann war dann eben wohl heute.
Innerlich bereitete sich John schon auf die SMS seiner Schwester vor. Sollte sie jetzt, später oder um Mitternacht kommen. Oder vielleicht sogar am frühen Morgen. Watson hatte nie auch nur eine Ahnung ob seine Schwester sich eher in Bars aufhielt um sich dort zu betrinken oder doch lieber das inoffiziell in ihrer Wohnung bevorzugte. Der Arzt nahm den Blick von der Leuchtschrift einer Bar, an der sie vorbeifuhren, ab und versuchten einen Blick zum Himmel zu erhaschen, an denen gerade ein paar Vögel vorbeizogen. Das schlimmste, zum Glück war es bisher nie geschehen, wäre doch, wenn Harry es wirklich so weit mit ihrem Alkohol treiben würde, dass sie sich ins Komma trinke. Watson konnte nicht verhindern, dass ein Bild von seiner Schwester durch den Kopf schoss, wie sie liegend in ihrer Wohnung aufgefunden wurde, eine Flasche mit Alkohol noch in der Hand, andere leere um ihr herum oder auf dem Kaffeetisch. Johns Arm, der am Fenster lag, stütze nun seinen Kopf, während er versuchte, ruhig einzuatmen. Nein, diese Vorstellung davon wie Harry daliegen könnte, in ihrer Wohnung…Der Arzt schloss seine Augen, rieb sich mit seiner Hand über die Augen. Das aufkommende Gefühl der Übelkeit versuchte er zu unterdrücken. Woher wusste John, dass es diesmal den nicht so weit war? Das mit Pete war eine Sache, die Harry mehr als mitnehmen würde, war er doch der, der immer noch am ehesten an sie rangekommen war. Was, wenn Harry diesmal keine SMS mehr schreiben würde, weil sie es vielleicht gar nicht mehr konnte? Weil sie nach ein paar Flaschen zu viel gegriffen hatte?
Der Arzt schluckte, sein Hals war mit einem mal unglaublich trocken. Watson öffnete wieder seine Augen, richtete seinen Blick wieder nach draußen um irgendetwas zu sehen, dass seine Gedanken auf etwas anderes lenkten. Bedeutete die erwartete SMS, aber noch nicht eingetroffene, etwas schlechtes? Schrieb sie ihm keine SMS, weil sie doch nicht zum Alkohol gegriffen hatte, oder doch, weil es schon zu viele Flaschen waren. Wie weit würde Harry gehen um den Schmerz zu ertränken, den Petes Veränderung mit sich brachte? Watson bemerkte erst jetzt, dass ein Schaudern durch seinen Körper ging. Das Taxi mit der Kälte die von draußen kam, machte es da nicht gerade besser. „Die Heizung…“ John verfluchte es, dass seine Stimme gerade so zittern musste. „Könnten Sie die bitte anstellen?“ wagte Watson nach einem kurzen einatmen erneut die Frage zu dem Fahrer. Diesmal aber nicht nur wegen Sherlock und dessen Füßen, sondern auch für sich. Vielleicht würde die Wärme ihm ein Stück helfen, ruhiger zu werden. John hatte sich für seine Frage kurz nach vorn gelehnt und lies sich nun wieder zurück in die Polster seines Sitzes sinken.
Watson merkte, wie sein Herz schneller schlug, als sein Gedanke bei der Vorstellung an Harrys Wohnung hängenblieb. Erneut schloss der Arzt seine Augen, rief sich innerlich zur Ruhe. Das noch keine SMS eingetroffen war, mit einer durchaus dämlichen Frage seiner Schwester, musste doch noch gar nichts bedeuten. Harry wäre nicht blöd, so viel zu trinken, dass sie in den Zustand eines Kommatrinkers kommen würde. Aber diese Nachricht, die sie lesen musste, war auch weitaus schwerwiegender, als irgendein Streit oder die Trennung ihrer Freundinnen. John richtete seine Blicke wieder auf den Sitz vor sich, seine Hand, welche am Fenster lehnte, ballte er leicht zur Faust. Hatte sein möchte gern Freund eigentlich mal daran gedacht, was er nicht nur Amy und dessen Familie mit seiner Aktion angetan hatte, sondern auch Harry antat. Wusste er den nicht mehr, wie sensibel Harry auf solche Sachen reagierte? Sollte John irgendwann die Gelegenheit haben dürfen, Pete noch mal ins Gesicht zu sehen, würd er seine Faust nicht mehr wie im Hochzeitssaal ruhen lassen, dass würde er sich versprechen.
Watson spürte, wie die wärme der Heizung sich im Taxi zu verteilen begann. Er wandte seinen Blick wieder nach draußen, versuchte sich vorzustellen, wie Mrs Hudson sich benehmen könnte, würde sie mitbekommen das Sherlock erkältete war. Doch jeglicher Versuch daran scheiterte und ging zu dem einen Gedanken zurück. Würde es Harry wirklich wagen, sich ins Komma zu trinken? Würde sie es überhaupt noch mitbekommen, wenn sie dabei war oder wenn sie kurz davor war. Der Arzt schloss wieder gequält seine Augen, während er tiefere Atemzüge nahm. Gerade wirkte das Taxi so klein, dass er am liebsten nach draußen gewollt hätte um frische Luft zu atmen. Aber sie mussten zum Flughafen, sie konnten es sich nicht erlauben anzuhalten. Schließlich musste Hennessy die Sache möglichst schnell öffentlich machen, sobald sie sicher im Flieger saßen.
Der Arzt suchte nach seiner Soldatenhaltung, aber auch daran scheiterte er. Er brauchte jetzt dringend eine anders Thema, eine anderen Gedanken an der Stelle des alten. Was Mrs Hudson wohl über Mrs Turner zu berichten hatte? Nein kein gutes Thema, dass nachdenken darüber, lies ihn nur wieder auf Harriet zurückspringen. Vielleicht ein Gesprächsthema? Welches? Er musste Harriet erst mal vergessen, zumindest die Tatsache, dass Harry doch gerade alles machen könnte, auch das schlimmste. „Fliegt Lestrade heute auch noch los?“ fragte John dann. Er öffnete seine geschlossenen Augenlider, die die unruhigen Blicke verdeckt hielten, registrierte erneut die wohlige wärme und atmete ein weiteres mal durch. Diesmal etwas ruhiger als zuvor, bevor er seinen Blick zu Sherlock wandte.
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Sherlock Holmes
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BeitragThema: Re: John und Sherlock Nebenplay   Mo Aug 11, 2014 9:03 pm

John schien es nicht nach einem Gespräch zu sein und das verstand Sherlock natürlich. Das würde er in der Situation auch nicht wollen, auch wenn er generell nicht gesprächig war. Also verlegte sich der Detektiv ganz auf seine Beobachtungen. Es war schon genug, John zuhören zu müssen. Schweres Atmen, das Rascheln des schweren Jackenstoffes wen John seinen Arm benutzte. Das war typisch für John und im Kopf sah Sherlock jede Bewegung die er machte.
Innerlich wies sich der Detektiv zurecht, er war ein Soziopath und als ein solcher sollte man sich nicht darum kümmern, was der andere machte, aber als Soziopath auf Besserungswesen musste er dauernd an seinen Freund denken und das Leid, das er wohl durchmachte. Gab es überhaupt noch andere Watsons außer ihnen beiden? Lag da vielleicht Johns Wunsch nach einer Beziehung? Neben dem anscheinend jedem angeborenen Wunsch irgendwen zu mögen. Könnte es sein, dass John einfach jemanden brauchte, der auch ein Watson werden könnte?
Sherlock sah kurz zu John hinüber. Vielleicht fühlte er sich wirklich manchmal etwas einsam neben dem Detektiv. Naja, vielleicht fühlte er sich sogar einsam zwischen dem Detektiven, den Augen, dem Kopf und dem Arm, den er noch nicht entdeckt hatte. Zwar war der Arm nur aus Plastik, aber da John sowieso nicht viel von Sherlocks Experimenten hielt, und vermutlich erst recht nicht von welchen, bei denen er das Haupt-Objekt war. Sherlock nahm sich vor, den Arm von dem Seil in Johns Tür zu trennen, bevor sie herunterschnappte, John erschrecken sollte und somit beweiste, wie Menschen auf einen herunterschnappenden Arm reagierten. Vielleicht war das wirklich etwas gemein… Vor allem wenn es um das Bad ging… John war schon Tage nicht mehr drin gewesen, wegen des Urlaubes und Sherlock wartete deshalb schon Tage auf die Ergebnisse, aber er würde es entbehren können. Zumal es sich um einen vergangenen Fall handelte, dessen Herangehensweise er gern noch einmal durchgegangen wäre. Aber um ehrlich zu sein, John verdiente das nicht… Sherlock schüttelte ganz leicht den Kopf, um die Gedanken los zu werden. Nicht so sentimental.
Er hörte, wie John um die Heizung bat und wollte gerade einwenden, dass seine Füße gar nicht mehr nass waren und alles getrocknet war, da schlug er mit dem Kopf nach vorne und nieste. Dann wurde sein Körper von einem weiteren Nieser geschüttelt und als er wieder hochkam kratzte ihm der Hals. Er räusperte sich einmal und hielt sich dann die geballte Hand an den Mund um noch einmal ordentlich zu husten, weil das Kratzen stärker wurde. Holmes vermied es daraufhin krampfhaft zu John hinüber zu sehen und erst recht zu reden, weil er den starken Verdacht hatte, er würde wieder husten müssen, wenn es zum Wortwechsel kam. Also blieb er still und sah nach draußen.
Die Landschaft flog vorbei, unter anderem hatten es jetzt sogar Leute herausgeschafft die sich nun gegen den Wind zu stemmen versuchten. Es war wirklich ungemütlich draußen, und die Dunkelheit war herabgesunken. Die Lichter der Stadt leuchteten weit vor ihnen und bald weit neben ihnen, als das Taxi eine Kurve fuhr. Sherlock sah sich die Lichter an. Nun war es also zu Ende. Der Urlaub war beendet, Edinburgh war Vergangenheit. Er hatte nicht vor, noch einmal wieder zu kommen.
Johns Frage riss ihn aus den Gedanken. Er zuckte einfach vieldeutend mit den Schultern und genehmigte sich ein „Kann sein“ Das musste reichen.
Eine lange Zeit schwieg er dann, räusperte sich nur einmal und wartete, bis das Taxi zum Halten kam. Daraufhin griff er nach seiner Tasche und schob sich aus dem Fahrzeug auf den Bürgersteig und dann ins Flughafengebäude. John hatte ihm vor einiger Zeit sein Ticket gegeben, aber er wollte noch nicht vor, lediglich nach etwas fragen.
„Tee?“ fragte die Angestellte am Info-Schalter. „Da müssen Sie auf den Wartebereich warten.“
„Ich brauche ihn aber jetzt.“ Sherlock hustete und legte all sein schauspielerisches Geschick hinein, krümmte sich und röchelte am Ende noch ein bisschen.
Daraufhin entschuldigte sich die Dame gehetzt und eilte zu einer Tür, die dezent in die hintere Wand eingelassen war. Wenig später kam sie mit einem Plastikbecher wieder. „Aber bitte leeren, bevor Sie zum Sicherheitscheck gehen!“ Sherlock nickte mit einem bemitleidenswerten Gesichtsausdruck und drehte sich um. Sofort wurde sein Gesicht wieder ernst und er nahm einen großen Schluck von dem Tee, bevor er sich Richtung Eingang begab. Dort stellte er seine Tasche ab.
„Diesmal sind Sie aber Sherlock Holmes, ja?“ fragte da jemand hinter ihm und als der Detektiv sich umdrehte erkannte er Lestrade, der, mit einer bescheidenen Tasche die Rückreise antrat. Immerhin hatte er ja vermutet, dem Detektiven erklären zu müssen, dass man Dienstausweise nicht nahm, warum man sie nicht nahm und fragen, wie er überhaupt an ihn rangekommen sei. Und so hatte er auch nichts anderes gemacht und erst recht nichts Produktiveres. Sherlock lächelte breit, aber falsch, dann nickte er.
„Ich gehe als Sherlock Holmes.“ Es war rau und heiser, also trank Holmes schnell einen Schluck Tee.
„Sie klingen heiser!“ sagte Lestrade und legte die Stirn in Falten. „Sind Sie erkältet?“
Sherlock schüttelte hastig mit dem Kopf, aber er konnte den DI nicht davon abhalten, John sofort, als er kam, unter die Nase zu reiben, dass Sherlock heiser gewesen war. Und natürlich musste er auch noch fragen, ob der Detektiv denn krank sei.

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BeitragThema: Re: John und Sherlock Nebenplay   Di Aug 12, 2014 11:08 am

Ein Kann sein war also die Antwort die John auf seine Frage erhielt. Leider war da nicht der vielversprechende Wortwechsel, aber gerade schien der Detective auch mit etwas anderem viel eher beschäftigt zu sein. Und dann war da nur noch ein dickes grinsen auf Johns Gesicht. Weg waren die Gedanken über Harriet und was sie doch alles mit dem Alkohol anstellen könnte. Plötzlich bahnte sich da ein freudiges Gefühl in Watson hervor. Das Gefühl mal richtig gelegen zu haben. Schließlich war es bei solch einer Kälte draußen auch nur selbstverständlich, dass man sich eine Erkältung zuzog. Besonders mit nassen Füßen, merkte der Doktor in Gedanken an. Watson beruhigte sich etwas, sein Atmen wurde ruhiger und sein Herzschlag wieder normal, da Harriet nicht mehr das Hauptthema in seinen Gedanken war. Jetzt war es der Detective, der mit allen Mitteln versuchte, ein Husten zu unterdrücken und zu verbergen, dass er eine Erkältung ausbrütete.
Als das Taxi dann vor dem Flughafen am Bürgersteig hielt, war Sherlock auch ganz schnell aus jenem Taxi verschwunden. John sah dem Detective nach, zahlte dem Fahrer das Geld und schmunzelte. „Wo er wohl so schnell hin will?“ Watson stieg aus dem Taxi und begab sich zum Kofferraum, wo er seine Laptoptasche und seinen Koffer verstaut hatte. Der Arzt öffnete den Kofferraum und warf noch mal einen Blick zum Flughafengebäude. Der Detective ist sicher geflüchtet, damit John nicht bemerken konnte, dass er erkältete war. Doch Watson hatte es schon längst bemerkt. Schließlich war er Arzt und kannte die Anzeichen einer Erkältung selbst genug, um zu wissen, dass Sherlock eine hatte. Auch er konnte krank werden. Nur weil er der weltweit einzige Consulting Detective war, brauchte er nicht denken, nicht krank werden zu können. John schüttelte belustigt den Kopf. Endlich hatte er die ersehnten Bilder von einer fürsorglichen Mrs Hudson und einem erkälteten DI vor sich, die er sich zuvor im Taxi so sehr gewünscht hatte um seine Gedanken an Harry zu vertreiben.
„Sherlock, John? Oh Sie sind zurück, ich muss Ihnen unbedingt von Mrs Turner erzählen“
„Sherlock Sie sind erkältet?“
„Ach haben sie mal wieder nicht auf John gehört?“
„Ich hab ja so eine Rezept für eine Suppe die Prima gegen Erkältung hilft“

All diese Sätze könnte Mrs Hudson sagen. Es würde zu ihr passen, so fürsorglich zu sein. Die vertraute Stimme der Vermieterin sich bloß vorzustellen, das vertraute Umfeld, 221b die Wohnung und vielleicht auch etwas Sherlocks Experimente, waren ein Stück aus dem Alltag den John wohl gerade brauchte. Er musste diese Tage, vielleicht nicht jeden schönen Moment, doch alles schlechten Erinnerungen einfach vergessen. Auch wenn das mit Pete und Harry schwerer werden würde, als die Verbrecher und ihren Kuriosen Plan von einem Hotel in Narkose zu setzen. Ja, Watson war froh, erst mal wieder zurück in die Baker Street zu können.
John wollte gerade nach seiner Laptoptasche greifen, da vibrierte sein Handy in der Hosentasche. Mit einem gemurmelten, wer das den schon wieder sei, zog er es hervor. Ohne auch nur einen Gedanken, dass es Mike oder sogar Harry sein könnten. Er öffnete die SMS die er erhalten hatte und atmete sogleich einmal durch. Eigentlich brachten solche SMS ihn immer dazu, vor leichtem entsetzen die Luft anzuhalten, doch diesmal schien es, als würde dem Arzt ein großer Stein vom Herzen fallen. Die SMS war von Harry ja, aber der Inhalt war wie gewohnt der gleiche, wenn sie wieder zu trinken anfing. Also hatte sich wohl noch nichts geändert. Sie hatte nicht schon nach ein paar Flaschen zu viel gegriffen, sie trank nur lediglich so viel, dass sie mal wieder ziemlich betrunken war und langsam aber sicher ihre Organe damit Schaden konnte. Watson atmete erneut tief durch. Die kalte Luft tat ihm gut, auch wenn es stürmisch war. Nun war es zumindest sicher, dass Johns Sorgen im Taxi unbegründet waren. Zumindest teilweise.
Der Arzt steckte sein Handy in seine Jackentasche, nahm nun seine Laptoptasche und seinen Koffer an sich und drückte dann die Tür des Kofferraumes zu.
John sah gerade, wie der Detective zum Eingang huschte. Auf seine Erkältung würde John noch zu sprechen kommen, doch jetzt hatte er noch ein Angelegenheit, die er unbedingt noch hier in Edinburgh erledigen wollte. Dann konnte er nämlich die schlimmen Erinnerung hier in Edinburgh zurücklassen. Ganz einfach. Leider war es nicht immer so einfach, wie der Arzt es sich vorstellte. Watson zückte sein Handy auf dem Weg zum Flughafengebäude. Harrys SMS sah ihn an. Die gleiche wie immer, wenn sie betrunken war: Wieh jetzs dir Jom? Nur mit den anderen Rechtschreibfehlern. Noch war also die Hoffnung da, dass man Harry helfen konnte. Der Arzt blieb auf der hälfte seines Weges stehen um zu seiner Telefonliste zu wechseln und dort eine Nummer aufzurufen, die er schon sehr lange eingespeichert hatte, es bisher aber nicht wagte, sie zu wählen. Als er dann die Nummer gewählt hatte und den Piepston im Ohr hatte, setzte er seinen Weg fort. „Ja, Watson hier“ der Mann auf dem anderen Ende der Leitung musste kurz überlegen. „Ah, John Watson richtig? Sie rufen hier bei uns nicht ohne Grund an?“ Der Arzt nickte kurz, bevor er zu einer Antwort überging. „Da liegen Sie richtig Mr Davis. Ihr Angebot gilt noch?“ John wollte gerade Richtung Flughafeneingang spazieren, da entdeckte er Lestrade plötzlich bei Sherlock. Watson wandte sich vom Eingang ab und marschierte kurz vor dem Gebäude ein wenig auf und ab. Schließlich musste ja nicht jeder gleich wissen, mit wem er gerade ein Gespräch führte und was er vor hatte. „Selbstverständlich gilt mein Angebot noch. Sie wissen ja, das wir hier in unserer Spezialklinik für einen Fall wie ihre Schwester bestens ausgestattet sind,“ antwortete derweil die andere Stimme am anderen Ende der Leitung. John wollte nicht, dass seine Gedanken über Harry und dem Komatrinken eines Tages wirklich wahr werden würde, dass man sie eines Tages wirklich in ihrer Wohnung liegend in diesem Zustand auffinden würde. Daher hatte er den letzten Anker ergriffen, der ihm und hoffentlich auch seiner Schwester helfen würde. Den Leiter einer Spezialklinik für Alkoholentzug hatte er vor einem Jahr bei einer Weihnachtsfeier im Barts und durch Mike kennengelernt und dieser hatte ihn dann über kurz oder lang ein Angebot gemacht. Natürlich war Stamford mal wieder etwas zu gesprächig gewesen und hatte Mr Davis über Johns Schwester und deren Problem erzählt. Eigentlich war er deswegen immer noch wütend auf Mike, aber im Endeffekt musste er ihm doch danken. Schließlich war das der letzte Weg, Harry zu helfen. Und John hoffte, dass seine Schwester sich helfen lassen würde. „Stimmt die Adresse ihrer Schwester noch?“ Watson bejahte dies, zusätzlich mit einem Nicken, obwohl es Mr Davis nicht hätte sehen können. „Können Sie sie heute noch abholen?“ Kurz herrschte Stille am anderen Ende der Leitung und Mr Davis schien nach irgendetwas zu suchen, jedenfalls konnte man Raschlen von Papier hören. „Hm? Ähm…ja klar. Natürlich. Ich werde welche aus unserem Personal gleich losschicken. Ihre Schwester wird bei uns in guten Händen sein und wir werden unser möglichstes geben, ihr zu Helfen.“ Watson machte sich nun wieder zurück zum Eingang, da er auf seiner Armbanduhr die Zeit nur so schwinden sah. „Soll unser Personal ihr noch was ausrichten?“ fragte Davis. John war gerade bis auf ein paar Metern zum Eingang des Flughafengebäudes spaziert, als er Davis frage erhielt. „Richten Sie ihr aus…“ Watson stoppte und überlegte. Nein, es war besser sie würde nichts von ihm hören, oder? „Richten Sie ihr am besten nichts aus. Danke für ihre Hilfe“, beendete der Arzt dann das Gespräch, als er Lestrades Blick erkannte und dann sein Handy auf Flugmodus stellte, es in die Hosentasche schob und stattdessen sein leicht zusammengerolltes Ticket aus der Jackentasche hervorholte. Kaum war Watson bei Lestrade und Sherlock angekommen und mit einem lächeln den Becher in der Hand des Detectives sah, fing Lestrade auch gleich etwas an von heiser zu reden. John stellte seinen Koffer neben sich auf den Boden und rückte die Tasche seines Laptops auf seiner Schulter zurecht. Wusste John doch, dass der Detective erkältete war. Schon allein der Becher in Sherlocks Hand, Watson vermutete nach dem Duft einfach zu urteilen, dass es sich um Tee handelte, verriet doch, dass Sherlock damit versuchte seinen rauen Hals in den Griff zu bekommen. Watson lächelte den DI breit an, als er auch noch fragte ob der CD krank sei. „Wissen Sie Lestrade? Es ist ganz einfach, sich eine Erkältung einzuhandeln, ganz besonders wenn man mit nassen Schuhen durch die Gegend läuft“, erklärte John sachlich und warf einen triumphierenden Blick zu Sherlock. Somit hatte Watson recht, wer nicht hören wollte, musste fühlen. „Wie Sie meinen er ist mit nassen Schuhen durch die Gegend gelaufen?“ fragte Lestrade nun schon belustigt nach. „Und ich dachte, gerade Sie müssten doch wissen, dass sie sich dabei allerhand einfangen können.“ Der britische Detective Inspector schüttelte lächelnd den Kopf. Mrs Hudson würde mit Sicherheit eine Freude haben, sich um den Detective zu kümmern. Das würden noch ein paar interessante Tage werden, insofern die Erkältung sich nicht ernsthaft zu einer Krankheit entwickeln würde. „Gerade er schafft es auch, sich entgegen den Rat seines Arztes zu stellen, Lestrade“, kommentierte John und warf erneut einen Blick auf seine Uhr. „Na los Sherlock, trinken Sie ihren Tee aus. Wir müssen gleich zum Check in“ Dann wandte sich der Arzt wieder an den DI. „Und Sie nehmen auch die Rückreise in Angriff?“ Lestrade nickte. „Eigentlich bin ich ja nur hier her geflogen, weil ihr Mitbewohner meinen Ausweis genommen hat. Und ich wollte mich dann auch noch selbst überzeugen, was ihr hier treibt. Wenn ich schon mal hier bin, dacht ich mir, genieß ich auch mal ein paar schöne Tag hier in Edinburgh, aber nein ihr müsst ja gleich wieder ein Chaos veranstalten. Da bin ich doch lieber wieder im ruhigen London“, murrte der Detective Inspector, obwohl er wohl nie zugeben würde, dass auch ihm das zu ruhige London nicht gut tat.  John hob eine Augenbraue. „Also nur zum Verständnis, die Verbrecher haben ein Chaos veranstaltet, Sherlock hat es lediglich beseitigt“, hielt John entgegen. „Aber Sherlock zieht Verbrecher ja praktisch an, nicht wahr?“ damit sah er kurz zu dem erkälteten Detective.
Nachdem dieser dann seinen Tee getrunken hatte, machten sich die drei auf den Weg ins innere des Flughafengebäudes auf. Dort liefen sich auch wieder die ganze Prozedur durch. Checkin-Schalter, Gepäckabgabe, Handgepäck, wobei John seinen Laptop dann doch noch im Koffer verstaut hatte und lediglich Handy und Geldbörse als Handgepäck hatte. Dann ging es auch zum Sicherheitscheck, wobei Lestrade die Erklärung mit der Waffe in Sherlocks Koffer übernahm, sollte da noch jemand nachfragen. John hätte eigentlich gedacht, dass der DI aus purer Schadenfreude dem Detective das erklären der Pistole selbst überließ, aber anscheinend war er dann doch nicht so auf Rache aus. Wobei Watson sich schon fast sicher war, dass Lestrade etwas ganz anderes geplant hatte, dafür das sein Dienstausweis mal eben so abhanden gekommen ist und nach Edinburgh gereist war. Auf dem Weg zum Gate lies Lestrade dann doch nicht locker, mit seiner Neugierde. „Was wollten Sie jetzt eigentlich in Edinburgh?“ John hatte sich schon ein paar Sätze zurechtgelegt, sollte diese Frage kommen. „Wir wollten sehen, ob sich Sherlock auch eine Erkältung zuziehen kann“, antwortete Watson mit einem lächeln. „John jetzt mal im Ernst“ „Ich mein es ernst“ Lestrade schüttelte in einer Mischung aus Ungläubigkeit und Neugier den Kopf. „Wissen Sie was? Ich werde schon noch herausfinden, was sie beide in Edinburgh getrieben haben und wenn ich herausfinden, dass Sie…“ damit wandte er sich an Sherlock „…sich auch noch bei anderen als mich ausgegeben haben, dann Gnade Ihnen Gott.“ John musste bei Lestrades genervtem und leicht zornigen Tonfall lachen. Musste der DI eigentlich immer alles Wissen? „Glauben Sie uns, wir haben rein gar nichts angestellt“ antwortete der Arzt. Gut genau genommen hatten sie ja auch nichts getan, sie waren Opfer von Verbrechern, wenn man es genau nahm und ansonsten hatte John, bis auf den Sonntag, die Zeit davor in der Stadt sehr genossen. Was Sherlock da die meiste Zeit gemacht hatte, wusste der Arzt nicht so genau. John allerdings hatte eine reine Weste.
Nach dem Gate machten sie sich in die Richtung ihres Flugzeuges auf. Watson würde sich später mal genau informieren, was es im Flieger alles zu Essen gab. Die Erkältung des Detectives konnte er da durchaus als Vorteil für seinen Plan nutzen, dass Sherlock etwas Nahrung zu sich nahm. Ein Salatblatt im Restaurant war ja wirklich ziemlich viel. Sherlock konnte sich auch entscheiden. Das Essen im Flieger oder Mrs Hudsons Suppen. Wobei er eigentlich um beides nicht herum kam. John würde zusehen, dass Sherlock im Flieger etwas aß und bei ihrer netten Vermieterin konnte sich Watson vorstellen, dass sie dem Detective die Suppe auch eintrichtern würde, wenn er sie nicht wollte. Ok, vielleicht nicht allzu schlimm, aber die Dame hatte sicher ihre Methoden.
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BeitragThema: Re: John und Sherlock Nebenplay   Mi Aug 13, 2014 12:07 pm

John freute sich bestimmt wie lang nicht mehr, dafür sprach doch allein schon sein Lächeln. Natürlich, Sherlock war froh, dass er Harriet vergaß und nicht mehr zu sehr in den leidenden Gedanken an sie schwelgte, aber dass er dafür das Objekt der Belustigung sein sollte… Nein, das ging gar nicht!
Also ignorierte er John, so gut es ging und sah sich die Landschaft an.
Nachdem er sich einen Tee besorgt hatte und das nervige Gespräch mit Lestrade soweit beendet war, dass der andere einen Gesprächspartner hinzuzog, musterte Holmes seinen Kameraden durchdringend.
Das Telefon, John hatte telefoniert, seine Haare waren vom Ohr gestrichen, er hatte also etwas daran gehalten. Außerdem drückte die abgerundete Seite an der Hose nach außen, vorher war es die leicht schärfer geschnittenere gewesen, die Vorderseite. Mit wem würde John jetzt telefonieren? Harriet rief nicht an und nach Johns anderem Körperlichen Zustand, recht erleichtert, aber dennoch entschlossen und leicht grimmig, musste es aber sicherlich was mit ihr zu tun haben. Da er so entschlossen wirkte hatte er vielleicht Hilfe an sie beordert? Aber da musste sich Sherlock auf vage Vermutungen stützen und das mochte er ganz und gar nicht. Also ließ er es auch.
Johns Belächeln des Bechers nahm Sherlock ausdruckslos, aber innerlich ein wenig erbost wahr, und dieser Groll wuchs, als John auf Gregs Aussage die nassen Füße ansprach. „Das hat doch wirklich nichts zu bedeuten.“ Sagte er und seine Stimme war tiefer und rauer als sonst, wie als stecke etwas in seinem Hals fest, er trank schnell einen Schluck, auch wenn er wusste, dass er es dadurch nur noch schlimmer machte. Also, nicht den Hals, sein Image. Der Hals war ihm egal.
Für den weiteren Verlauf des Gesprächsabschnittes verlegte er sich dann auf demonstratives Augenrollen und böse gucken, das schien niemanden zu beeindrucken.
Sherlock beeilte sich tatsächlich ein wenig mit trinken, aber auch nur, weil er rechtzeitig im Flugzeug sitzen wollte, gewiss nicht wegen John. Er kommentierte nur mit seinen Blicken die Unterhaltung.
Dass John ihn in Schutz nahm verstand er nicht ganz, hatte der andere doch eben noch schön sarkastisch über den Detektiven hergezogen.
Als Lestrade meinte, der ziehe Verbrecher an, schüttelte er leicht mit gequältem Ausdruck den Kopf, leider war dem nicht so, dazu hatte er viel zu oft Langeweile.
Schließlich bequemte Sherlock sich auch, auszutrinken und während die drei gemeinsam ins Innere des Flughafens vordrangen fand er einen Mülleimer, in dem er den Becher verschwinden lassen konnte. Dann zog er seinen Schal ganz fest zu und schlang den Mantel enger. Plötzlich war ihm so unheimlich kalt… Also, von innen eher, aber es schien sich zu bessern, wenn er es sich warm machte.
Das ganze Prozedere, das man durchmachen musste, wenn man im Flughafen ist, ließ Sherlock still über sich ergehen, zum Teil, weil es eh nichts brachte zu protestieren, zum anderen, weil er sich einfach zu träge dazu fühlte. Außerdem fühlte seine Nase sich zunehmend so an, als würde man sie ihm zuhalten und dieses Gefühl war mehr als unangenehm.
Dass Lestrade die Unannehmlichkeiten für Holmes übernahm registrierte er, wusste aber nicht, was er daraufhin zu erwarten habe. Man wusste ja nie…
Den Rest des Weges, den alle zurücklegen mussten, dackelte Sherlock einfachhinter den anderen her. Eigentlich hasste er hinterherdackeln, aber im Moment fühlte er sich nicht stark genug, um etwas anderes zu tun.
Einmal blieb er zurück, um sich an einem Kaffeeautomaten einen Tee machen zu lassen, er schloss aber schon schnell wieder auf, ohne dass seine Abwesenheit groß bemerkt werden sollte.
Er allerdings hörte, was John sagte. Musste er auch über alles herziehen? Wütend nippte Sherlock an dem Tee. Er war wässrig und das Wasser zu heiß, aber er überstand es, wenn auch grummelnd.
Als Lestrade sich zu Sherlock umdrehte und eine Bemerkung machte zog der nur ruhig die Augenbrauen hoch. Einmal, ganz kurz hatte er den Namen benutzt, um sich den Tatort im Juwelier anzusehen, aber das war weder richtig lang noch richtig überzeugend gewesen. Vermutlich erinnerten sich die Angestellten dort gar nicht mehr an den Namen des plötzlichen Besuchers. Hoffte Sherlock.
Johns Lachen nahm er daher auch mit gemischten Gefühlen, aber ausdruckslosem Gesicht wahr. Hoffentlich rief niemand beim Juwelier an. Aber, warum denn auch, immerhin hatte ja niemand einen direkten Verdacht.
Weiße Weste hin oder her, Sherlock hatte keine Angst vor Greg, er würde theoretisch sogar gerne wissen, was der ausheckte für den allzu bösen Detektiven. Aber so schnell herausfinden… Wenn John es dann auch herausfand…
Nein, besser nicht, erstmal nicht…
Andererseits… Vielleicht konnte er John ja erweichen, wenn er krank war. Vielleicht half es ja, stark krank zu spielen, damit er unzurechnungsfähig wirkte.
Und Schauspielern war ja kein Problem für den Ermittler.
Alles außerhalb seines Kopfes nahm Sherlock nur bedingt wahr, auch etwas, was er an Krankheiten hasste, und während er an seinem Tee nippte überlegte er sich einen Plan, gleichzeitig krank, unzurechnungsfähig und doch satt zu wirken, damit niemand ihm eine Suppe oder gar Medizin machen musste.
Doof nur, dass er eine Wohngemeinschaft mit einem Arzt betrieb.

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BeitragThema: Re: John und Sherlock Nebenplay   Mi Aug 13, 2014 7:52 pm

John hatte sehr wohl mal bemerkt, dass der Detective kurz an einem Getränkeautomaten stehen geblieben war und sich dort einen Tee geholt hatte. Aber da der Detective eh schon recht gereizt wirkte und in einer nicht ganz so guten körperlichen Verfassung war, lies der Arzt deswegen seine Bemerkungen.  Deshalb wurde auch nach dem Wortwechsel still zum Flugzeug marschiert und eingestiegen. Der Arzt könnte sich denken, dass Sherlock alles versuchen würde um sich gegen Medizin zur Wehr zu setzten. Da war sich John relativ sicher, wenn er mit Medizin ankommen würde, oder wenn Mrs Hudson ihre Hausmittelrezepte gegen Erkältung an ihn testen wollte. Watsons Schadenfreude wuchs ein Stück bei dem Gedanken, dass Sherlock künftig nicht mehr der einzige mit Experimenten wäre, die er an lebenden Menschen ausprobieren wollte, sondern nun auch Mrs Hudson mit im Boot der Experimente war. Aber mit ihren ganz eigenen. Ob sie ihre unzähligen Rezepte gegen Erkältung wohl von Mrs Turner bekommen hatte? Zuzutrauen wäre ihr, wenn John richtig überlegte, alles. Schließlich war Mrs Hudson auch so taff, mal zur Pfanne oder zum Topf zu greifen, wenn sie meinte ein Einbrecher würde in 221b versuchen sich zutritt zu schaffen.
John war einen Blick auf sein Bordticket und suchte nach seinem Platz. Super. Sherlock saß wieder am Fenster, während sich der Arzt sich schon wieder auf seinen nächsten linken Sitznachbar freuen dürfte. Greg hatte den Platz vor Sherlock, ebenfalls am Fenster. Hoffentlich waren diesmal keine Kinder vor oder hinter ihnen, die ihren Mutter oder ihren Vater die unmöglichsten Fragen stellten. Zwar mochte der Arzt Kinder, aber die auf dem Hinflug waren nicht gerade leise, bei ihrem Frage-Antwort-Spielchen.
Der Arzt lehnte sich in seinen Sitz zurück und bedacht Sherlock kurz mit einem aufmerksamen Blick. In den nächsten Tagen würde Sherlock wohl nicht um die typischen Erkältungssymptom Husten, Schnupfen, Hals-sowie Kopfschmerzen herumkommen. Wenn er sich warm hielt, konnte er vielleicht eine erhöhte Temperatur vermeiden. Aber dafür würden er und Mrs Hudson schon sorgen, dass er sich warm hielt und vor allem würde John sorgen, dass der Detective Mrs Hudsons Suppen über sich ergehen lassen würde. Wer schließlich zu träge war, seine nassen Schuhe zu wechseln, brauchte sich hinterher nicht über eine Erkältung wundern.
Watsons blick wanderte nach rechts, als sich ein älteres Ehepaar, der Mann neben Johns linkem Sitz, die Frau neben ihrem Mann, sich setzten. Gut, ältere Leute waren ja meist zu ertragen, als junge, quirlige Kinder. Außer die Frau wäre so gesprächig wie Mrs Hudson. Wovon John jetzt aber mal nicht ausgehen wollte. Der DI drehte sich kurz vor dem Start noch mal zu Sherlock und John um. „Mit wem haben Sie vorhin eigentlich telefoniert?“ die Frage war eher auf John bezogen und dennoch wandte Lestrade seinen Blick mit einem überlegenen lächeln kurz zu Detective. Er wurde krank, weil er mit nassen Schuhe herumgelaufen ist. Dass würde ihm ein paar Tage schonen kosten. Als dem britischen DI allerdings klar wurde, dass es für ihn dann auch hieß, solange ohne den Detective auskommen zu müssen, wenn es wieder einen skurrilen Mord gab, wandte sich sein Blick in Besorgnis um. „Werden Sie bloß schnell wieder gesund“, meinte Lestrade kurz mit einem ernsten Blick. Schließlich konnte keiner Wissen, wann ein Serienmörder es sich genehmigte aus dem Urlaub zurückzukehren. Dann sah er schnell wieder zu dem Arzt, weil er seine Antwort verpasst hatte, die zudem ziemlich leise ausgefallen war. „Mit wem sagten Sie gleich noch mal haben…“ „Mrs Hudson“ ertönte die schnelle Antwort von John.„Ich habe mit Mrs Hudson telefoniert, dass hab ich Ihnen doch gerade gesagt.“ „Und? Freut sie sich, Sie beide wiederzusehen?“ Der Arzt grinste. „Oh ja, sie hat uns da noch eine Geschichte über Mrs Turners Besuch zu erzählen“, antwortete John. „Na dann viel Vergnügen“, lies der DI noch verlauten, als es hieß sich an zu schnallen. Ja, Vergnügen würden sie noch genügend haben. Besonders wenn Mrs Hudson ihre Hausmittelrezepte gegen Erkältung präsentierte.
Der Arzt hatte sich in der nächsten halben Stunde etwas zurückgelehnt und über die Spezialklinik und Mr Davis nachgedacht. Im Grunde hatte John auch das Recht als Bruder einzuschreiten, wenn er sah, dass seine Schwester einfach nicht mehr vom Alkohol loskam. Er hatte nicht nur das Recht, als Bruder musste er es auch einfach tun. Schließlich konnte er nicht ewig Harrys Sucht tolerieren. Aber Harry würde das genauso wenig gefallen, wie die das mit Pete, zwar nicht so sehr, aber dennoch würde sie meinen schon selbst entscheiden zu können, was gut für sie wäre. Hoffentlich würde die Therapie in Davis Klinik ihr helfen, vom Alkohol loszukommen und sich ein anderes Mittel zu suchen, womit sie ihren Schmerz mildern konnte. Reden wäre da eine Lösung, doch mit reden hatte es seine Schwester nicht. Ob sie überhaupt noch wusste, dass sie immer zu John kommen könnte, wenn sie wirklich nicht mehr weiter wusste? Wohl kaum, sonst würde sie doch nicht den Alkohol als Schmerzmittel oder Schmerzlinderung zu sich nehmen.
„So zwei Tees und ein Sandwich“, die Servicekraft reichte dem Arzt beides, wobei sich John bedankte. Der Tee befand sich aufgewärmt in Plastikbechern und das Sandwich wie so meist in Flugzeugen üblich in einer Verpackungsfolie. Der Arzt hatte seinen Esstisch vom Sitz vor sich heruntergeklappt und stellte nun die Becher sowie das Sandwich ab. Wenn die Kosten für ein normales Essen schon im Preis der Flugticktes mit ein gerechnet wurden, so durfte sich der Arzt auch mal was gönnen. John löste die Verpackung vom Sandwich und brach dieses locker in zwei Hälften. Zusammen mit dem Tee reichte er beides Sherlock. „Bei einer Erkältung ist Tee trinken nicht verkehrt, dass haben sie ja vorm Flughafen schon richtig gemacht. Essen muss aber auch sein. Also keine Widerrede“, zusätzlich bedachte John ihn mit dem selben Blick, wie im Restaurant, der keine Widerrede duldete. Allerdings hatte John sich zurückgehalten. Eigentlich hatte er vorgehabt, Sherlock ein ganzes Sandwich zu geben, aber dadurch, dass dieser nun wirklich nicht gerade Fit wirkte, beließ er es bei einem halben Sandwich, was auf dem Flug auch leicht verdaulich war und keine Probleme schaffen dürfte. Lestrade drehte sich wieder auf seinem Sitz um. „Also wenn Sherlock es nicht möchte, nehme ich es gerne“ Watson sah den DI mit einem ernsten Ausdruck an. „Vergessen Sie´s Lestrade. Sie sind nicht krank. Bestellen Sie sich doch auch was, ich bin mir sicher die haben noch eine Menge Sandwiches im Lager“, erklärte der Arzt. „Wissen Sie was? Das werde ich jetzt auch tun“, meinte der DI selbst, mit einem gezielten beleidigten und schmollenden Ton. John lächelte nur. War der DI von Nacht zu einem zweiten Kind gewechselt? Einer der sich manchmal kindisch benahm, reichte ihm ja schon vollkommen.
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BeitragThema: Re: John und Sherlock Nebenplay   Fr Aug 15, 2014 7:23 am

Sherlock ging, tief eingemummt in seine wärmende Kleidung durch den Gang, sein Ticket griffbereit. Der Platz war ein Fensterplatz, natürlich, warum auch immer er? Mit demselben ausdruckslosen Gesicht wie immer, aber einem missmutig verzogenen Mund rückte der Detektiv durch, setzte sich und machte es sich bequem, dann schloss er den Anschnallgurt. Er schlug den Mantelkragen hoch und richtete noch einmal seinen Schal, dann verschränkte er die Arme und sah aus dem Fenster. Flugplatz, sehr interessant. Beziehungsweise nicht. Aufsehen tat er erst wieder, als Greg fragte, mit wem John denn telefoniert habe. Sherlock bemerkte auch seine Blicke und blickte finster zurück, die Bitte, oder eher den Befehl, wieder gesund zu werden ließ ihn allerdings fast spöttisch eine Augenbraue hochziehen. Von ihm aus musste er ja gar nicht krank sein, sein Körper wollte das nur. Und John, John wollte das auch. Allerdings hatte John nicht mit Mrs Hudson telefoniert.
Dafür war die erste Antwort zu leise und die zweite zu schnell, wenn man schon so viele Jahre mit ihm zusammen lebte, dann erkannte man, wenn der Arzt etwas schnell aus der Welt haben wollte, weil es eine Lüge war. John log nicht gerne und wenn man ihn kannte konnte man seine Lügen sofort als solche identifizieren. Lestrade kannte ihn allerdings nicht gut genug, die Antwort schien ihm gut genug, er schluckte sie einfach so. Sherlock bedachte John mit einem Blick, der anzeigte, dass er wusste, wie der Hase lief, oder eher, dass der Hase nicht in diese Richtung lief und sah zu dem leuchtenden Anschnallsymbol hoch, als es anging und darum gebeten wurde, sich anzugurten.
Er hatte das schon gemacht, also verfestigte er nur seine verschränkten Arme, zog den Kopf in den Mantelkragen ein, ließ den Kopf an der Lehne ruhen und schloss die Augen halb.
Den Start und das Ansteigen des Flugzeuges nahm er nicht wahr, er war in einem Halbschlaf versunken, der seine Gedanken benebelte und döste vor sich hin. Es war ein sehr wirrer Traum, eine Hochzeit auf der die Gäste auf den Tischen eingeschlafen waren, weil der Bräutigam Schlafmittel mit Champagner vermischt und in das Belüftungssystem eingeschleust hatte, nur um die Braut, die gewisse Ähnlichkeiten mit einer anderen Frau hatte für die Sherlock eine gewisse Vorliebe entwickelt hatte, um ihren Brautschmuck zu bringen, der übrigens aus Armbändern aus Leder bestand. Das Geschehen spielte in einem Kaffee und John aß gerade etwas, da kam eine Kellnerin und riet Holmes, bei einer Erkältung viel zu trinken, merkte an, dass er das schon getan hatte und zwang ihm etwas an, dass wie eingeschweißtes Sandwich roch. Als Sherlock hochsah stand Watson vor ihm am Tisch, daraufhin zuckte der Detektiv leicht und wachte auf. Er blickte sich um, um sich zu orientieren, verstand wo er war und rieb sich kurz die Augen.
Da ein halbes Sandwich und ein Tee auf seinem Tisch lagen musste der letzte Dialog sich in Wirklichkeit abgespielt haben, Sherlock war zu träge um zu protestieren.
Er griff mit einem dankenden Brummen zum Tee und nahm einen vorsichtigen Schluck. Er hätte sich jetzt schwarzen gewünscht, starken, der ihn ein wenig aufrüttelte, aber es war Grüner. Wenigstens belebte er ein wenig und brachte Wärme in die müden Glieder.
Den Dialog zwischen dem Detective Inspector und dem Arzt nahm er nur am Rand wahr, während er vorsichtig nach seinem Teil des Sandwiches griff und begann, daran zu essen. Es war nicht besonders gut, eher altbacken und tatsächlich gleichzeitig durchgeweicht, aber es tat gut, auf etwas kauen zu können. Der Belag war alt, die Gurke hatte ihre Feuchtigkeit gänzlich an das zähe Brot abgegeben, Sherlock hatte tatsächlich mal etwas Besseres gegessen, aber es musste fürs erste reichen. Welch ein Vorteil, dass er überhaupt nicht schmecken konnte.
Er spülte diese Grausamkeit an Nahrungsmittel mit ein wenig Billig-Tee hinunter, zog die Beine an und lehnte sie gegen den ausgeklappten Tisch. Dann schlug er seinen Mantel enger um sich, gähnte behaglich und gab sich wieder dem Schlaf hin, der ihm im Moment verlockender als alles andere erschien.
Eine gute viertel Stunde und einen weniger wirren Traum später wachte er wieder auf, trank einen Schluck und schlief weitere zehn Minuten. Er wachte ein paar Mal auf um kurz zu niesen, war aber zu schnell wieder weg, als dass er sich Gedanken um Johns Ego machen konnte.
Als er wieder aufwachte trank er noch einen Schluck Tee, dann konnte er nicht mehr einschlafen.
Stattdessen sah er sich um, rückte auf dem Sitz nach oben, weil er eingesunken war und griff in seine Reisetasche. Dort hatte er sein Handy, er sah sich an, ob etwas eingetroffen war, tatsächlich, eine SMS von einem seiner Obdachlosenjungs. Mit leicht zitternden Händen, aber wirklich leicht, immerhin hatte Sherlock seinen Stolz, öffnete der Detective die Nachricht. Ein Mann war in die Baker Street gekommen, hatte bei Mrs Hudson nach Sherlock Holmes gefragt und war, nachdem die gesagt hatte, er sei nicht da und würde sich keine Geschichten dort anhören, war der Mann verschwunden und hatte seine Visitenkarte hinterlassen. Wer er war konnte der Junge nicht erkennen.
Fantastisch, dann gab es ja sogar Grund, heimwärts zu kommen.
Sherlock schluckte ein paar Mal, um den seltsamen Geschmack im Mund los zu werden dann drehte er sich kurz zu John. „Gibt es etwas zu trinken?“ fragte er, wartete aber gar nicht auf eine Antwort. „Ich werde selbst nachsehen.“ Mit diesen Worten entgurtete er sich, stand auf und machte sich daran, die Reihe zu verlassen, was ihm die ewige Missgunst des älteren Ehepaars einbrachten, weil er, nachdem er auf dem Gang stand, vergessen hatte, dass er noch seinen Becher stehen hatte und sich erneut Platz machen ließ, um ihn zu holen. Immerhin war er aus Plastik und Plastikmüll sollte man vermeiden- Allein der Umwelt zuliebe.
Holmes kämpfte sich in eine Richtung vor, öffnete die Tür und fand eine Stewardess dort vor. Sie saß auf ihrem Platz und telefonierte, als sie den Mann entdeckte verabschiedete sie sich knapp von ihrem Lance und blickte, fast ein wenig gereizt zu ihm auf. „Sie wissen, dass Sie hier nicht sein dürfen?“ fragte sie dann und stand auf um den ungebetenen Gast zu verscheuchen. Er überragte sie um ganze zwei Köpfe, der Effekt war nicht der, der er sein sollte.
„Nur etwas Wasser.“ Sagte Holmes und schwenkte seinen Becher. Seine Stimme war wieder rau und tiefer denn je, kratzig und ungemütlich, seine Lunge hatte wohl auch bemerkt, dass er nicht nur Nikotinpflaster benutzte und dass er es jetzt schön zeigen sollte. Mit einem verwegen gequälten Lächeln rieb der Detektiv sich den Hals. Das schien meistens zu helfen, auch diese Frau erlag dem Charme, den er ausstrahlte, wenn man ihn nicht kannte. Nicht kannte, wenn ihm langweilig war, nicht kannte, wenn er Arbeit gefunden hatte.
Sie verabschiedete sich kurz in einen Raum, den Sherlock nicht folgen sollte, er roch aber aufgewärmtes Essen und verschweißte Sandwiches und wusste, was er war, dann kam die Frau wieder, mit einer halben Liter Flasche Mineralwasser.
Holmes dankte ihr schwächelnd und ging zurück auf den Gang. Dort kämpfte er sich bis zu seiner Reihe, musste sich aber auf einem Sitz abhalten um nicht vornüber zu fallen. Sein Kopf dröhnte wie als wenn jemand darauf Schlagzeug spielte, er schaffte es nur mit Mühe in die Sitzreihe und zu John zurück. Da trank er aus der Flasche. Es tat unheimlich gut, weil es kühl und frisch war und die Kopfschmerzen verbesserten sich gerade, da meldete sich wieder der Hals und Sherlock versank in einer Arie rauen Hustens, bis er matt in seinen Sitz zurücksank und dort nur einmal nieste, bevor er in derselben kratzigen Stimme wie vorhin bei der Stewardess verkündete, dass es ihm gut ging.

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BeitragThema: Re: John und Sherlock Nebenplay   Sa Aug 30, 2014 9:31 am

John hatte Sherlocks Blick vorhin mit Missfallen bemerkt. Eigentlich hatte er erhofft, dass Sherlock durch seine Erkältung mal weniger wahrnahm und schon gar nicht die Tatsache wahrnahm, dass der Arzt log. Lügen, das war für den Arzt so eine Sache. Er mochte es nicht sonderlich. Würfe eigentlich auch nie lügen, aber manchmal kam auch er nicht um eine Notlüge herum. Und dieser Fall hier war doch eindeutig eine Notlüge wert. Schließlich musste Lestrade nun wirklich nicht wissen, mit wem er telefoniert hatte, worüber es ging. Eigentlich sollte es auch niemand wissen. Zumindest nicht von seinem Sprechpartner beim Telefonat, denn Watson wollte das Thema nicht zur Sprache bringen. Im nachhinein fühlte sich John sogar schlecht. War es den richtig, Harrys Leben nun einfach so in die Hand zu nehmen? Andererseits, wer würde den sonst ihr Leben wieder in geregelte Bahnen bringen, wenn nicht er? Harry schien es ja von selbst nicht mehr zu schaffen. Aber würde John den wollen, dass Harry sein Leben in die Hand nehmen würde? Ganz sicher nicht. Aber der Arzt wusste sich so langsam nicht mehr zu helfen. Sollte er den wirklich zusehen, wie sie sich immer wieder im Alkohol betrinken würde? Nein, das wollte er nicht. Und somit war seine Entscheidung doch richtig, oder? Er möchte nur das bester für seine Schwester, auch wenn dies hieß, dass sie in einem Entzugsklinik musste. Demnach war John auch auf den Blick des Detectives nicht weiter eingegangen. Natürlich wusste er, dass er nicht mit Mrs Hudson telefoniert hatte. Aber solange wenigstens Lestrade seine kleine Notlüge wahrnahm, war alles gut. So müsste er Lestrade keine Fragen beantworten.
Watson hatte sich, bis der kleine Snack angekommen war, in seinen Stuhl zurückgelehnt und den Gesprächen des älteren Paar neben ihm gelauscht. Es schien wohl über ihren Hund zu gehen, den sie bei ihrer Tochter und dem Schwiegersohn während des Urlaubs hatten lassen müssen. Und ob es dem Hund den gut ginge oder eher, ob der Hund keinen Schaden bei der Tochter und ihrem Ehemann angerichtet hatte. Würde sich John irgendwann später mal die gleichen Fragen stellen? Hätte er Haustiere und eine Familie? Vielleicht, aber andererseits müsste er dann das abenteuerliche Leben an Sherlocks Seite aufgeben. Fälle lösen, Verbrecher jagen, hinter dümmlichen Taxis herrennen. Der Arzt lächelte. Nein, das würde er nicht so schnell aufgeben wollen. Noch nicht.
Johns Aufmerksamkeit widmete sich immer wieder dem schlafenden Sherlock, der hin und wieder aufwachte, nieste oder hustete, kurz an seinen Tee nippte und wieder einschlief. Watson war beim ersten mal noch recht Schadenfroh, doch mittlerweile überwiegte seine Sorge, dass der Detective vielleicht noch was schlimmeres ausbrütete. Der Arzt war froh, dass Sherlock wenigstens sein halbes Sandwich gegessen hatte. So hatte er wenigstens etwas im Magen, außer dem einem Salatblatt, John hatte seinen Plan durchgesetzt (auch wenn das jetzt gerade wirklich nebensächlich war) und das halbe Sandwich sollte für den Magen auch leicht verdaulich sein. Der Tee würde Sherlock sowieso gut tun. Auch Lestrade hatte einige male besorgt nach hinten gesehen. Wobei John immer noch dachte, der DI sei wirklich besorgt. Dabei wusste er nicht, dass es ihm um mögliche Fälle ging, die sein Team dann alleine lösen müsste.
Als der Detective nach einem weiteren Nickerchen nicht mehr schlafen konnte und sein Handy rauszog, war Watson schon interessiert, was den nun so wichtig war, dass er sein Handy dem Tee vorzog. Wobei der Tee Sherlock wohl im Moment mehr zusprechen würde, oder eher seinem Hals. Aber wahrscheinlich war es nur irgendeine Information von seinem tollen Netzwerk, dass mehr oder weniger mitteilte, die Verbrecher wären immer noch im Urlaub.  Tja Lestrade hätte gut ein paar Tage in Edinburgh bleiben können, wenn Londons Verbrecher selbst Urlaub machten. Dass er damit falsch lag, konnte der gute Arzt ja nicht wissen.  John konzentrierte sich wieder auf ein Gespräch des älteren Paar neben ihn, welches immer noch über den Hund ging.
Watson wandte sich von dem Gespräch der älteren Leute ab, als er Sherlocks Frage vernahm. Was war das eigentlich für eine Frage? Natürlich gab es was zu trinken. Man müsste nur ein mal nett auf die Stewardess warten und dann ebenso nett nach eine Getränk fragen. Aber in Sherlocks Wortschatz war „nett“ ja meistens ein Fremdwort. „Ja, sicher. Ich werde mal kurz die Stewardess…“ noch bevor der Arzt seinen Satz jedoch beenden konnte, war Sherlock bereits mit seinen Worten, dass er selbst nachsehe, aufgestanden und bahnte sich einen Weg aus der Reihe. „…fragen, ob sie noch einen Tee bringen kann, wenn sie wieder in unserem Abteil ist“, murmelte John seinen angefangenen Satz zu ende. Dann schüttelte er den Kopf. „Sherlock, Sie müssen doch nicht extra aufstehen!“ rief er dem Detective hinterher. Wobei John bezweifelte, dass er das noch gehört hatte, war er doch schon hinter dem nächsten Vorhang am Ende ihres Abteils verschwunden. Der Arzt seufzte. Das Sherlock selbst mit einer Erkältung nicht stillsitzen konnte.
Als der Detective weg war, nachdem er noch mal seinen Plastikbecher geholt hatte und John sich wieder zurücklehnen wollte um weiter den amüsanten Geschichten des anscheinend sehr aktiven Hundes des älteren Paares zu lauschen, drehte sich Lestrade um. „Wo ist er den hin?“ fragte der DI.
„Wer?“ fragte John müde und etwas ausgelaugt überflüssigerweise.
„Ach kommen Sie schon John, Sherlock natürlich. Wo steckt er denn wieder?“
„Holt sich etwas zu trinken“, kam die Antwort vom Arzt.
„Warum denn das? Die nette Stewardess von vorhin wäre sicher gleich noch mal vorbeigekommen und hätte ihm etwas zu Trinken gebracht, zumal sie mir auch noch mein Sandwich abliefert“.  
„Sie kennen doch Sherlock. Er scheint nicht warten zu können, selbst mit einer Erkältung.“
Daraufhin drehte sich Lestrade wieder in seinem Sitz um. John hingegen hing weiter seinen Gedanken nach. Wie Sherlock wohl mit einer Erkältung noch drauf sein würde? Mit Sicherheit durfte sich John auf noch schlechtere Laune einstellen, als der Detective sonst ohne Fall schon hatte. Vielleicht sollte er Sherlock bei der Ankunft in 221b gleich in dessen Zimmer mit Tee und Suppe verfrachten. Dann hätte er für ein paar Stunden ruhe, Sherlock würde sich auskurieren und Mrs Hudson müsste nicht jede fünf Minuten mit einem neuem Hausmittelchen die Treppe nach oben kommen. Watson blickte die Sitzreihe zu dem älteren Paar entlang und erkannte Sherlock der, wohl mit Erfolg gekrönt, mit einer Wasserflasche zurückkam. Als dieser sich allerdings am Sitz der vordersten Reihe festhielt und leicht zu schwanken begann, legte Watson seine Stirn erneut besorgt in Falten. Es ging definitiv nach dem Flug sofort in die Baker Street und für den Detective ins Bett. Da war er im Moment am besten aufgehoben. Und wehe er wagte es, Fälle anzunehmen, ehe er nicht richtig Gesund war. Der Arzt wollte gerade aufstehen, um seinem Mitbewohner wenigstens die Plastikfalsche abzunehmen, da kam er schon, sich einen Weg durch die Reihe bahnend, zurück. Watson wartete mit seiner Bemerkung, bis sich Sherlock sicher auf seinem Sitz befand. „Sie hätten auch warten können, bis eine von den Stewardess gekommen wäre. Die hätte ihnen mit Sicherheit noch etwas zu trinken gebracht.“ John beobachtete wie der Detective gleich aus seiner Flasche das kühle Wasser trank, anstatt aus dem Becher. „Nun machen Sie mal langsam, kühle Getränke mögen vielleicht für Kopfschmerzen gut sein, aber nicht für ihren Hals“, mahnte der Arzt noch. Schließlich wusste er ja am besten, dass bei einer typischen Erkältung auch Kopfschmerzen keine Seltenheit waren. Insbesondere wenn man in einem Flugzeug mit den unterschiedlichsten lauten und leisen Gesprächen von Fluggästen und in einer ungemütlichen Position in seinem Sitz versuchte, zu schlafen. Natürlich beachtete der Detective die Mahnung des Arztes nicht. Die folge daraus war ganz klar ein Hustenreiz, in dem nicht nur er und letztendlich auch Lestrade einen besorgten Blick zu Sherlock warfen, sondern auch die Stewardess, die gerade den Gang entlang kam und bei Lestrade ein Sandwich ablieferte, ihre Aufmerksamkeit zum Detective warf.
Als diese dann auch noch fragte, ob es dem Detective gut ginge und er dies nur bestätigte warf John leise zischend ein: „Oh nein, ihnen geht es nicht gut. Damit können sie vielleicht gerade noch der Stewardess etwas vormachen, aber mir nicht.  Ich hab ihnen ja gesagt, dass Wasser für ihren Hals die falsche Wahl ist.“ Mit diesen Worten nahm John die Wasserflasche an sich, griff dann nach Sherlocks Plastikbecher, erhob sich leicht um diesen der Stewardess zu reichen und erklärte: „Etwas Tee wäre noch nett, danke.“ Die Stewardess nickte und machte sich direkt auf dem Weg um das gewünschte Getränk in den Becher zu füllen. John derweile stellte die Wasserflasche auf seinen heruntergeklappten Tisch ab und wandte sich wieder an seinen Mitbewohner, der soeben matt in seinem Sitz lehnte. „Kaltes Wasser ist im Moment nicht gut für Ihren Hals und keine sonderlich gute Lösung für Ihre Kopfschmerzen. Sollten Sie später immer noch Kopfschmerzen haben, dann bekommen in der Baker Street von mir eine Kopfschmerztablette“, antwortete John seufzend und lehnte sich auch seinerseits wieder zurück in seinen Sitz. Dabei bekam er die neugierigen Blicke des älteren Paares neben ihm mit, die kurz herübergesehen hatten, sich aber jetzt wieder schnell ihrem Hundethema widmeten. Wenn es sich John recht überlegte, hoffte er, dass Sherlock schleunigst seine Erkältung überwinden würde. Ein kranker Sherlock war mit Sicherheit noch viel anstrengender, als ein gelangweilter. Zumal sein Mitbewohner, auf ärztlichen Rat hin, nicht mal im Bett bleiben würde.
Nur wenige Minuten später kam auch die Stewardess wieder und brachte den gewünschten Tee mit. John nahm diesen entgegen und stellte ihn auf Sherlocks heruntergeklappten Tisch. Lestrade, der munter sein Sandwich aus der Verpackung befreite, drehte sich erneut zu John und Sherlock um. „Da Sherlock ja die Wasserflasche nicht benötigt, könnte ich sie ja nehmen. Schließlich kann man das gute Wasser doch nicht verkommen lassen“, erklärte Lestrade. Der von seinem anfänglich tollen Sandwich abgebissen hatte und nun selbst bemerkte, dass die Gurke labbrig war und der Teig mit Gurkenwasser leicht durchweicht war. Etwas zum runterspülen wäre da nun doch nicht schlecht. John lächelte leicht. Eigentlich könnte er ruhig Lestrade das Wasser überlassen, da er aber Arzt war und nicht wollte, dass in nächster Zeit noch einer eine Erkältung mit sich herumschleppte, riet er den DI davon ab. „Wenn ich Sie wäre, würde ich mir selbst noch mal ein Wasser bestellen. Sherlock hat nämlich direkt aus der Flasche getrunken, wobei Sie dann bei der weiteren Benutzung der Flasche in Kontakt mit dessen Bakterien kommen würden und wohl auch eine Erkältung riskieren könnten.“ Als Lestrade das hörte, wandte er sich schleunigst wieder ab. Krank werden wollte er dann nun auch nicht, schließlich musste er für einen möglichen Fall bereit sein. Genauso wie Sherlock schleunigst gesund werden musste, falls ein Fall auf den DI wartete, der nicht so leicht war.
Der Flug ging nach einer weiteren guten Stunde dem Ende entgegen, in dem sich der DI noch ein Wasser bestellt hatte, das ältere Paar sich mit dem Hundethema beschäftigt hatte und John in seinen Gedanken zum einem über der Entzugsklinik und Harriet ging und zum anderen über den erkälteten Sherlock. Als das Flugzeug auf dem Landeplatz in London zum stehen kam und die Gäste mit einer Durchsage der Landung und der Verabschiedung auch zum Aussteigen gebeten wurden, nahm John die angebrochene Wasserflasche vom Tisch und wartete bis die Fluggäste aus ihrer Reihe vor ihm ausgestiegen waren. Die Wasserflasche würde der Arzt mitnehmen. Das Wasser könnte der Detective dann auch noch in der Baker Street trinken, wenn es dort die Zimmertemperatur erreicht hatte und nicht kalt war. Aber so wie er ihre gute Vermieterin einschätzte, würde sie Sherlock sowieso alle halbe Stunde einen Tee bringen. Zwar erwähnte Mrs Hudson des öfteren, sie wäre nicht ihre Haushälterin, aber letztendlich machte sie doch hin und wieder Frühstück für John und Sherlock. Wobei der Detective sich auch wieder darin verstand, das Frühstück sausen zu lassen und es bis zum Mittagessen rumstehen ließ, bis die Vermieterin kam und das Frühstück durch das Mittagessen tauschte. Manchmal glaubt der Arzt, dass Mrs Hudson nicht ohne Arbeit konnte. Erst letztens meinte sie ja, den Flur mal wieder gründlich zu putzen und der Arzt wäre doch beinahe über einen Wassereimer gestolpert, als er mit Einkaufstüten bepackt in die 221b spazierte.
Watson wartete bis Sherlock ebenfalls im Gang angekommen war und ließ ihn dann vorgehen. So konnte er ihn wenigstens von hinten stützen, sollte dem Detective wie vorhin noch mal so schwindlig werden und er nicht gerade halt an einem Sitz finden konnte. Auch Lestrade kam hinter John in den Gang, mit seiner halb vollen Wasserflasche in der Hand, an der er noch ein paar große Schlücke nahm. Das Sandwich hatte ihm wohl doch nicht so geschmeckt. Nachdem sie dann vom Flugzeug aus wieder im Londoner Flughafengebäude angekommen waren um dort ihr Gepäck zu holen, entsorgte der DI seine nun leere Plastikflasche in einem Mülleimer, bevor er sich nach John und Sherlock zur Gepäckannahme aufmachte. Dort holte sich nicht nur er, sondern auch Watson sein Gepäck ab. Danach ging es Richtung Ausgang.
John trat als erstes nach draußen in die kühle londoner Nachtluft. Endlich waren sie wieder in London. Der Arzt wollte nicht sagen, dass er London vermisst hätte, doch Edinburgh war einfach nicht das gewesen, was man zu Hause hätte nennen können. London war dagegen schon für John ein zu Hause. Hier hatte er Mrs Hudson, Stamford, den DI, seine Action, seinen besten Freund und vor allem war London die Stadt, in der er sich nach seiner früheren Zeit und nach seiner Verwundung wieder heimlich gefühlt hatte. Wodurch allerdings auch Sherlock beitrug, der diese langweilige Seite der Stadt auch mal von einer ganz anderen, spannenderen Perspektive zeigte.
Watson hielt die Tür auf, damit auch Lestrade und Sherlock ins freie konnten. Die Wasserflasche hatte der Arzt noch im Koffer, direkt nach der Gepäckannahme, verstaut. „Tja, dann wars das erst mal“, meinte Lestrade und warf einen Blick zu seinem Auto, dass er an dem Flughafenparkplatz geparkt hatte, als er sich nach Edinburgh aufgemacht hatte. „Ich muss wieder in Scotland Yard, nach dem rechten sehen. Man sieht sich.“ John nickte. „Spätestens wenn die Verbrecher aus dem Urlaub zurück sind, nicht wahr?“ gab er als Bestätigung amüsiert zurück. Der DI grinste und hob die Hand zum Gruß. Ehe dieser sich jedoch zum gehen umwandte, richtete er auch noch ein paar Wort an den Detective. „Und wehe ich höre noch mal etwas von, dass ich in Edinburgh unterwegs wäre, oder in Schottland oder dergleichen, Sherlock. Denn ich kann auch mal ruhig mit einer kleinen „Razzia“ bei Ihnen vorbeikommen,“ meinte Lestrade und ging dann in Richtung des Parkplatzes. „Und tun Sie ja das, was John Ihnen sagt. Was wäre den ein London mit einem erkälteten Consulting Detective?“ rief er noch, bevor er nach seinem Autoschlüssel in seinen Hosentaschen suchte.
Watson wusste ja nicht, dass Lestrades Sorge viel eher einem nicht schnell gelösten Fall galt, den der DI vielleicht ohne der Hilfe des Detectives aufklären müsste, als der wirklichen Gesundheit von Johns Mitbewohner. „Und wir sollten nun auch schleunigst in die 221b kommen, Mrs Hudson wartet sicher schon auf uns,“ sagte der Arzt dann mit einem grinsen, als er sich kurz zu Sherlock wandte und sich dazu entschloss, selbst ein Taxi zu rufen. Zumal die Stimme von dem Detective eher ein krächzen gleichen würde und auch weil er seine Stimme schonen sollte, übernahm der Arzt diese Angelegenheit. Als sich John allerdings an den Straßenrand stellte um einem Taxi heranzuwinken, fuhr das erste an ihm vorbei. Erst als er beim zweiten noch laut und deutlich „Taxi!“ rief, genehmigte sich der Fahrer vorm Flughafen anzuhalten.
Watson öffnete den Kofferraum und verstaute dort sein Gepäck, dann wartete er auf Sherlock, lies ihn zuerst ins Taxi einsteigen und nannte dann die Adresse. „Zur Baker Street, bitte. 221b.“
Als der Arzt dann die Tür zuschlug, stellte er zufrieden fest, dass die Heizung in dem Taxi wohl schon eine Weile lief. Ob der vorherige Kunde die Heizung sozusagen „bestellt“ hatte?
Auf jedenfalls war es im Taxi wieder schön warm, sodass man die kühle Nachtluft zuvor, schon nach einer Minute nicht mehr spürte. Der Arzt sah einen Augenblick aus dem Fenster und beobachtete, wie sie sich vom Flughafen entfernten. „Und, wie geht’s es nun ihrem Kopf? Immer noch Migräne?“ fragte John und wandte beim sprechen den Blick von der Fensterscheibe zu seinem Mitbewohner.

(out: Ich bin nun doch früher zurück als gedacht. Die Rückfahrt haben wir mit ein mal Übernachtung recht gut und schnell hinbekommen ^^ )
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BeitragThema: Re: John und Sherlock Nebenplay   Di Sep 02, 2014 9:18 pm

Als Sherlock sich wieder auf den Sitz gehievt hatte atmete er mehrmals tief durch, um wieder Luft zu bekommen, dann trank er, während John seine Standpauke hielt. Mehrmals verdrehte er die Augen oder verzog die Brauen um sein Missfallen über die Worte des Doktors zum Ausdruck zu bringen.
Nachdem er die Flasche abgesetzt hatte musste er husten.
Um die Blamage zu verhindern beteuerte er seinen guten Zustand.
Er atmete einmal krächzend, während John seines Wissens kund tat und wiegte dann verachtend, mit leicht zusammengekniffenen Augen, die den Effekt verstärkten, mit dem Kopf.
„Wer braucht sowas? Es geht mir bestens.“ Leider schaffte er es nicht, das Räuspern zu unterdrücken, das seine Kehle hochkrabbelte.
Dann verschränkte er die Arme vor der Brust wie ein trotziges Kind, und hörte auch nicht damit auf, als John ihm einen Tee auf den Tisch stellte. Er bedachte den Arzt nur mit einem abschätzenden Blick, dann zog er die Nase hoch, oder schnaufte abfällig, so genau konnte man das nicht sagen, und fixierte wieder die Lehne des Stuhls vor ihm.
Den Wortwechsel zwischen Lestrade und Watson verfolgte er, wie ein Tennisspiel, mit zusammengekniffenen Augen. Das war mal wieder typisch für den Detective Inspector, als ob Wasser schlecht werden könnte. Genau deshalb schaffte er es vermutlich nicht einmal diese entsetzlich einfachen Aufgaben zu erledigen, die ja wohl jeder hinbekommen würde.
Der Flug ging dann noch weiter, der Detektiv trank nur dann und wann von seinem Tee, und ignorierte alles, wie es nur ging.
Das Landen und die Durchsage nahm er nicht richtig wahr, er griff nur nach allem, was er dabei gehabt hatte, klappte den Tisch runter und kämpfte sich hinter John durch die Stuhlreihe. Das ältere Pärchen hatte sie schon früher verlassen und so war es recht problemlos. Mit einem leichten Kopfnicken ging der Detektiv an dem Arzt vorbei und kämpfte sich an räumenden Leuten vorbei.
Den Rest des Weges schwieg Holmes, hustete oder nieste dann und wann, war aber zu stolz, ein Taschentuch hervorzuholen, zumal es gar nicht so dringend nötig war.
Am Gepäckband stellte er sich, weil er ziemlichen Zeitdruck hatte, er wollte nichts lieber als ein warmes Bett und vielleicht noch eine Tasse guten Tee, ganz nach vorne, an die Öffnung, wo die Koffer heraus kamen, nahm jeden in die Hand, sah sich das Namensschild an, und wenn nicht Sherlock Holmes darauf stand, dann wuchtete er den Koffer ein paar Meter weiter auf das Band.
Als er auf diese Methode fündig geworden war lief er hinter John und Greg zum Ausgang.
Die Verabschiedung vor dem Gebäude verfolgte er still und ausdruckslos, nur auf Gregs Worte grunzte er einmal unwillig. Die Aufforderung, auf John zu hören, als der DI schon etwas entfernt war erwiderte er mit einem ganz eindeutig falschen Lächeln, dann schaute er zu John hinab, der etwas sagte.
Mrs Hudson! Oh nein, Sherlock schlug die Hände über dem Kopf zusammen. Sie würde eine Erklärung wollen, für alles! So viele Worte, so viele Störungen, so langweilig, so nervig! Sherlock seufzte, dann folgte er John zum Taxi.
Er setzte sich und schaute starr nach vorne, ein Gespräch war jetzt das letzte was er wollte, deshalb war auch das einzige, was aus seinem Mund fand, nachdem John gefragt hatte, ein ärgerliches Brummen.
Es war nun wirklich nicht nötig, dass einer der beiden über den anderen herzog, das brauchte niemand, das musste niemand machen.
Also blieb Sherlock ruhig und starrte nur geradeaus.
Dann und wann sah er auf sein Handy, aber seine Jungs hatten ihm nichts mehr geschrieben, auch nicht über den mysteriösen Besucher.
Schade eigentlich Sherlock hätte jetzt gerne etwas Ablenkung gehabt.
Er nieste einmal laut, als ihn etwas an der Nase juckte und versuchte Johns Blick zu meiden, indem er jetzt seinen Arm auf die Fensterbank legte und nach draußen schaute.
Sie würden schon bald da sein, wenn die Straßen frei gewesen wären.
Aber es war London.
Neben sich sah Holmes die Rücklichter eines Autos, das sich ebenfalls einen Weg bahnen wollte.
Beidseitig Stau. Es wäre schneller, wenn man aussteigen und gehen würde.

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John Watson
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BeitragThema: Re: John und Sherlock Nebenplay   Mi Sep 03, 2014 6:56 pm

John bemerkte sowohl das Niesen, als auch das Husten des Detectives. Als der Arzt deshalb prüfend zum Detective sah, sah dieser allerdings aus dem Fenster. Er wollte wohl kein unnützes Gespräch über seine Gesundheit anfangen und deshalb lies es der Arzt auch. Standpauken und Ratschläge würden im Nachhinein doch eh nichts mehr bringen. Jetzt hatte Sherlock seine Erkältung und die galt es auszukurieren. Watson würde nicht zimperlich sein. Der Detective sollte sich schonen, Tee trinken und Suppe schlürfen. Wehe er verließ die Baker Street oder gar nahm er einen Fall an, dann würde der Arzt nicht scheuen, den Klienten sofort abzuweisen, egal wer es war und welches Anliegen es galt, aufzuklären.
Watson beobachtete deshalb nun wieder das Treiben auf den Straßen. Das Hupen der Autos, die Scheinwerfer durch die kühle Nacht, die Ampeln, Passanten, Stau. Ja, dass war London. Nicht nur der Arzt war froh wieder hier zu sein, sicherlich auch der Detective hatte London mehr oder weniger vermisst. Besonders wohl die Abgase. Obwohl sich der Arzt nicht so sicher war, schließlich war in Edinburgh ja einiges mehr los gewesen, als in London. Aber das würde sich ja vielleicht wieder ändern. Alles änderte sich und mit der kühlen Luft und den kälteren Nächten, kündigte auch schon hier in London der Sommer sein Ende an.
Der Abendverkehr und der damit verbundene Stau zog sich ziemlich in die Länge. Manche Autofahrer stiegen aus, versuchten weiter vorne etwas zu erkennen, weshalb nichts voran gingen, stiegen wütend wieder ein und hupten. Ja, jeder wollte schließlich in seinen wohl verdienten Feierabend. Das würde der Arzt schließlich auch wollen, wenn er von der Praxis auf dem Heimweg war. Nur nahm er dann meist die U-Bahn, die um diese Zeit auch eher voll war, als Menschenleer. Aber jetzt gerade kam der Stau, zumindest für John, doch ganz passend. So hatten sie beide noch ein wenig Ruhe, bevor ihnen Mrs Hudson praktisch um den Hals fallen würde und ihnen sprichwörtlich Löcher in den Bauch fragte. Der Arzt schüttelte leicht den Kopf. Mrs Hudson würde alle Einzelheiten über die Hochzeit wissen wollen. Vielleicht war Jakes Mail wenigstens für etwas zum Vorteil. Der Arzt müsste Mrs Hudson bloß die Mail zeigen und John war sich sicher, die Vermieterin würde bei diesem Thema vorerst leise sein. Dann war da aber noch der Besuch von Mrs Turner, oder hatte Mrs Hudson Mrs Turner besucht? So oder so. Die Vermieterin würde sicher mit Freuden darüber berichten. Und damit Sherlock auf die Nerven gehen. John aber kam die Erzählung sogar recht gelegen. Im Moment war er einfach über jede Ablenkung dankbar, die sich ihm bot. Und was war den besser, um auf andere Gedanken zu kommen, als Mrs Hudsons eifrigen Erzählungen zuzuhören? Gut manchmal waren sie wirklich langweilig, für Sherlock wohl immer, aber trotzdem würde John der Vermieterin zuhören. Schon aus reiner Höflichkeit. Aber nicht mehr Heute. Sherlock sollte zusehen, dass er schnellstmöglich ins Warme kam und einen Tee trank. Tee, den könnte Watson auch gebrauchen, bevor er sich schlafen legen würde. Zumindest würde er es versuchen zu schlafen. Vielleicht waren da ja ein mal nicht die aufwühlenden Gedanken an den letzten Tagen, sondern einfach die Traumlose leere in der man friedlich schlafen konnte.
Ihr Taxifahrer hupte nun auch und trat gleich darauf hart auf die Bremse, wodurch ein kurzer Ruck durch das Auto ging. Watson sah auf. Er hatte gar nicht bemerkt, dass sie ein wenig mehr im Stau vorangekommen waren und das Auto vor ihnen dann plötzlich gebremst hatte, um nicht in ein anderes reinzufahren. Somit musste auch der Taxifahrer bremsen. Der Arzt warf einen erneuten Blick zu Sherlock und dann an ihm vorbei hinaus zu dem Seitenfenster. Stehende Autos. Toll, der Stau war also noch nicht vorbei. Kaum war man in London, stand man wieder im Stau. Watson konnte sie denken, dass Sherlock wahrscheinlich lieber ausgestiegen wäre, um schnellstmöglich in die 221b zu gelangen und wenn der Arzt ehrlich war, spielte er selbst mit dem verlockenden Gedanken aus dem Taxi zu steigen und noch ein wenig auf dem Gehweg entlang zu gehen um dem Treiben Londons bei Nacht zu zu sehen. Aber schon allein weil Sherlock erkältet war, schob er den Gedanken beiseite. Auch weil das vielleicht doch ein wenig zu, ja wie war es? Zu verrückt? Vielleicht. Aber wenn mans genau nahm, gab es noch eine verrücktere Sache. Hinter einem Taxi hinterher zu rennen. John schmunzelte kurz bei dem Gedanken daran, wie sie bei dem ersten Fall durch Gassen und Straßen entlang gerannt sind, um das Taxi abzufangen, weil sie dachten in dem Auto würde ihr Verdächtiger sitzen. Ein lächeln trat auf Johns Gesichtszüge. Das war doch eine immer wieder willkommene Erinnerung. Wieso träumte er Nachts nicht von solchen Dingen?
Nach einer weiteren halben Stunde waren sie nun doch endlich an ihrem Ziel angekommen. Der Stau hatte sich 20 Minuten später aufgelöst und das Taxi kam, trotz den Ampeln, gut durch die Straßen Londons bis zur Baker Street. Als das Taxi hielt, reichte Watson ihm die benötigte Summe und stieg aus, um sich zu dem Kofferraum zu begeben. Dort nahm er seinen Koffer und seine Laptoptasche heraus und reichte Sherlock ebenfalls sein Gepäck, bevor er den Deckel des Kofferraums hinunterdrückte und das Taxi sich wieder auf die Straße begab.
Der Arzt sah zu den Wohnhäusern hoch. Irgendwie tat es doch gut, wieder die vertraute Umgebung um sich zu haben. Ein Stückchen Heimat, mehr brauchte es nicht, dass man sich wohlfühlen konnte. John sah zu der Türe mit der Aufschrift 221b. Watson lächelte erneut. Als er sich umblickte, bemerkte er, dass es wohl schon ziemlich spät sein musste. In den gegenüberliegenden Wohnhäusern waren schon einige Lichter erloschen. „Na dann wollen wir doch mal sehen, ob Mrs Hudson auf uns gewartet hat,“ meinte John, drehte sich kurz zum Detective und fischte dann den Haustürschlüssel aus seiner Hosentasche, trat eine Stufe zur Tür hoch, lies den Schlüssel im Schloss verschwinden und sperrte auf. Dann drückte er die Tür nach innen und augenblicklich ging das Licht an. Nicht nur im Flur sondern auch bei Mrs Hudsons Wohnung. Bemerkte die Frau denn immer, wenn jemand kam? Watson hatte doch insgeheim eher gehofft die Dame würde schon längst schlafen und für Heute beide in Ruhe lassen. Während bei Mrs Hudsons Wohnung schnelle Schritte zu hören waren, lies Watson die Haustür nach Sherlock ins Schloss fallen und verstaute den Schlüssel wieder in seiner Hosentasche, bevor er seine Laptoptasche zurecht rückte. „Da sind Sie ja! Ich habe schon auf Sie beide gewartet!“ hörte der Arzt Mrs Hudsons ausrufe. John seufzte ganz leicht und sah zum Detective. Das dürfte jetzt ein ganzes Stück Arbeit werden, Mrs Hudson abzuschütteln. Watson wandte sich an Mrs Hudson, wollte etwas sagen, doch die Vermieterin lies ihn nicht zu Wort kommen. „Gott, Sherlock. Wie sehen Sie denn aus?“ John atmete tief durch. „Sind Sie krank?“ Die Vermieterin wandte sich an John. „Hat er nicht auf Sie gehört?“ Wieder wollte der Arzt zu einer Antwort ansetzen, während er seinen Koffer abstellte, doch die Vermieterin lies keine Antwort zu. „Das sieht ihm mal wieder ähnlich“, meinte sie und schüttelte tadelnd ihren Kopf. „Ich habs im Fernsehen mitverfolgt. Der Diamant wurde gefunden. Waren sie wirklich in dem Hotel?“ Auf das Gesicht der Dame stahl sich ein lächeln. „Sie bösen Jungs haben wieder einen Fall aufgeklärt, hab ich recht?“ Watson räusperte sich. Er musste jetzt den Redefluss von der guten alten Vermieterin stoppen, bevor er selbst später die Kopfschmerztabletten brauchen würde, wenn Sherlock sie schon nicht wollte. „Mrs Hudson. Ich bin froh sie zu sehen“, meinte er dann mit einem nicken um von vorn zu beginnen mit einer Begrüßung. Die alte Dame legte den Kopf herzlich zur Seite, mit einem lächeln zu Seite. „Oh, ich bin auch froh sie und Sherlock wieder hier zu haben.“ Die Dame sah ebenfalls zu dem Detective. „Ja, wir waren in dem Hotel und ja, es bedurft ein wenig die Hilfe von Sherlock bei der Suche nach dem Diamanten“, erklärte John, wie als wäre er kurz angebunden, was eigentlich auch stimmte. Schließlich wollte er, genauso wie Sherlock, wohl einfach nur ein wenig Ruhe. Mit einem weiteren kurzem Blick zu dem Detective, bestätigte der Arzt auch, dass Sherlock sich erkältet hatte. „Ach wissen Sie, ich kenne da ein paar tolle Hausmittelchen, die gegen Erkältung helfen. Die hab ich erst letzten von Mrs Turner…oh, hab ich Ihnen schon von Mrs Turners bes…“ Diesmal lag es bei Mrs Hudson, ihren Satz nicht zu ende zu bekommen, denn John fiel in ihren Satz. „Ich bin mir sicher, Sherlock wird alles begrüßen, was gegen seine Erkältung hilft. Aber nicht mehr Heute Mrs Hudson. Wir sind ziemlich müde, wegen dem Flug. Es waren ein paar anstrengende Tage“, erklärte John und nahm seinen Koffer wieder auf. „Das versteh ich natürlich, meine Lieben. Morgen setzt ich mich gleich an eine Suppe, für Sie Sherlock. Schließlich müssen Sie ja auch wieder zu Kräften kommen“, erklärte die Dame mütterlich dem Detective. Watson lächelte, es war kein Schadenfrohes lächeln. Nein, er machte sich soeben nicht lustig. Es war einfach ein ruhiges, fast schon frohes lächeln, dass Mrs Hudson eben so war, wie sie war. Sie wirkte manchmal wie eine Mutter, mit ihrer Fürsorge. Und diese Tatsache stützte das Gefühl, zu Hause zu sein, hier in der 221b Baker Street.
Der Arzt machte sich schon daran, die Treppen mit Sherlock nach oben zu gehen, als ihn Mrs Hudsons letzte Frage noch ein mal inne halten ließ. „Und wie war es in Edinburgh? War die Hochzeit schön?“ fragte die alte gutherzige Dame noch nach. Watson zwang sich zu einem lächeln, auch wenn die Frage ihm wie eine Nadel im Herzen vorkam, die durch Erinnerungen mit der Frage ein Stücken weiter gedrückt wurde. Der Arzt wollte nicht lügen, nicht nachdem er schon eine kleine Notlüge bei Lestrade einbauen musste. „Sie war…“ John überlegte kurz, welche Worte angebrachter waren und entschied sie für eines, dass doch recht passen war. „…überraschend. Der Ablauf war anders als erwartete“, antwortete der Arzt ihr. Dann verabschiedete er sich mit einem „Gute Nacht“ nach oben in die Wohnung des Detectives und ihm.
Der Arzt stellte seinen Koffer in der Nähe der Treppe zu seinem Zimmer ab, lies die Laptoptasche daneben sinken und machte sich in die Küche auf, um Tee zu Kochen. Dabei warf er einen flüchtigen Blick auf die Uhr. „Kurz nach 11 Uhr…“ murmelte John, wandte sich dem Wasserkocher zu und wollte gerade Wasser einfüllen, da sah er noch mal auf. „Mrs Hudson wartet wirklich bis 11 Uhr Nachts auf uns, nur um uns von ihrem Besuch mit Mrs Turner zu erzählen?“ fragte sich John laut und schüttelte fassungslos den Kopf. Die Dame war schon ein Rätsel. Der Arzt hatte, bevor er die Küche betrat, das grelle Licht dort eingeschalten und füllte nun das Wasser in den Kocher. „Wollen Sie auch noch einen Tee, Sherlock?“ rief er dann nach seine Mitbewohner. Wobei John nicht genau wusste, wo dieser war, vermutete aber, dass er im Wohnzimmer war, oder auf dem Weg in Richtung seines Schlafzimmers.
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BeitragThema: Re: John und Sherlock Nebenplay   Mi Sep 03, 2014 9:23 pm

Sherlock bemerkte sehr wohl, dass John zu ihm sah, aber nichts tat.
Das war im Moment das Beste, was er nur tun konnte. Es gab wirklich nichts, keine Suppe bringen, keinen Tee servieren, nicht Mrs Hudson auf den Hals hetzen.
Manchmal wusste John einfach, was der Detektiv brauchte. Wobei… Vermutlich wartete er nur auf den richtigen Moment, um dem Holmes so richtig in den Rücken zu fallen. Vermutlich hatte er Mrs Hudson schon informiert, damit sie ihn mit Geschichten, Wärme und ähnlichem Kram überschütten konnte…
Allerdings… Wann denn? Und außerdem würde John das nicht machen. Ganz sicher nicht.
Sherlock hüstelte leise, weil sein Hals kratzte, dann schlang er die Arme um den Körper und rutschte etwas in seinen Sitz hinein. Er drehte sich etwas zur Tür und wälzte sich ein wenig, bis die Position gemütlich war und schloss dann die Augen. Seit sie im warmen Auto waren begann seine Trägheit ihn wieder zu übermannen.
Es war dunkel geworden und Sherlock legte sein Kinn auf das Fensterbrett. Abgeschlafft musterte er die Verkehrslichter, die Straßenlaternen, die Gesichter der Passanten, die Orangerot angestrahlt und dann wieder in Schatten gelegt wurden. In vielen Häusern brannte Licht, Silhouetten nächtlicher Wacher huschten an ihnen vorbei. Eine Frau kochte im Erdgeschoss, ein kleiner Streit zwischen zwei Kindern in einem zweiten Stock. Das Londoner Schlaflied von Hupen, Gesprächen, Motoren und Fahrradklingeln kam gedämpft von draußen und vermischte sich mit dem Swing- Lied, das leise vom Autoradio her klang. Langsam wurden Sherlocks Lider schwer und er blinzelte einmal, schaffte es jedoch nicht, dem Schlaf auszuweichen.
Er schreckte noch einmal kurz hoch, als sie an den Lichtern des Piccadilly Circus vorbei kamen, dann schlief er ein.
Nach einiger Zeit wurde er unsanft von einer Hupe und einem plötzlichen Ruck geweckt und bemerkte, dass er sich im Schlaf immer mehr wie eine Katze eingerollt hatte.
Also richtete Holmes sich auf und zog an seinen Manteltaschen, damit sein Mantel sich richtete und die Falten verschwanden. Dann sah er kurz zu John hinüber, bevor er seinen Blick nach vorne richtete.
Der andere hatte kurz Sherlock und dann zum Fenster hinaus geschaut, aber der brauchte eh keine Unterhaltung, also konzentrierte sich der Detektiv einfach auf die Straße vor dem Fahrer.
Normalerweise wäre er jetzt ausgestiegen und wäre, als hochgewachsene, mysteriöse Figur im schwarzen Mantel durch die Autos gelaufen, um am Straßenrand über das Geländer zu klettern und zu gehen, aber er war zu krank und zu müde, also blieb er sitzen und sah einfach zum Fenster hinaus, sah dem Treiben dabei zu, sein Leben zu leben.
Der Consulting Detective blieb soweit ruhig, räusperte sich nur manchmal und nieste dann und wann, jedoch vermied er Gespräche.
Als sie in der York Street waren kratzte sich der Detektiv kurz an der Nase, richtete sich auf und holte dann sein Portemonnaie hervor. Aber John schien bezahlen zu wollen, also tat er sein Geld wieder weg.
Etwas überrumpelt von zu vielen, zu schnellen Aktionen folgte Sherlock John nach draußen und war noch verdatterter, seine Tasche in die Hand gedrückt zu bekommen. Er war immerhin ein erwachsener Mann, er konnte das selbst. Und wäre er nicht müde und krank gewesen hätte er das John auch unter die Nase gebunden.
Hm, eigentlich musste John den kranken Sherlock doch sehr mögen…
Der sah gerade an der Baker Street hoch. Wurde er jetzt nostalgisch, von wegen endlich wieder zu Haus oder so?
Etwas verbissen humpelte der Detektiv zur Tür, die Tasche zog ihn auf einer Seite zu sehr herunter um aufrecht zu laufen. Neben John kam er zum Stehen, um ebenfalls einen kurzen Blick nach oben zu werfen, dann folgte er, etwas Zeitverschieden dessen Blick zu anderen Fenstern.
Als John ein paar Worte an den Detektiv richtete sah Sherlock zu ihm hinab, dann nickte er und folgte ihm.
Mit einem leisen „Danke“ huschte er an John vorbei, der die Tür aufhielt und blieb im Gang stehen, um seine Tasche abzusetzen. Dann straffte er die Gestalt, weil nun auch sein Rücken Beachtung forderte.
Das Licht in Mrs Hudsons Wohnung hatte er wahr genommen, aber er war wild entschlossen, ihr ihre Grenzen zu zeigen und in mindestens zehn Minuten im Zimmer verschwunden zu sein, um aus dem ekligen Halbschlaf, der einen matschig fühlen ließ, einen angenehmen Tiefschlaf zu machen. Genau das brauchte der Detektiv jetzt nämlich. Vielleicht noch eine schöne Tasse Tee, aber dann einfach Dunkelheit und Einsamkeit.
Als John seufzte, nachdem die Vermieterin gerufen hatte sah Holmes zu ihm hinab und genau da sah auch er aus. Der Detektiv verzog seine Miene nicht, ausdruckslos sah er zum Arzt hinab, aber es sollte etwas Aufmunterndes haben. Immerhin würde er sich darum kümmern.
Kurz darauf war Mrs Hudson da, musterte beide mit ihrem typischen Blick und redete wie ein Wasserfall. Sie fragte Sherlock etwas, und er wollte antworten, auf die Frage die sie kurz darauf in den Raum warf auch, aber jedes Mal wurde ihm das Wort abgeschnitten, und es war ihm schon etwas peinlich, dass er jedes Mal nach Luft geschnappt und man gesehen hatte, dass er etwas sagen wollte, dann aber den Mund hielt, weil die Dame, die gut ein paar Köpfe kleiner und zierlicher als er war, ausreden wollte.
Mit einem Blick zu John, als der angesprochen wurde, bemerkte der Detektiv dass es ihm ebenfalls so erging. Das linderte es. Tatsächliche amüsierte es Sherlock sogar ein bisschen.
Da konnte selbst Mrs Hudson nichts ändern, indem sie sagte, er höre auf niemanden. Sie hatte ja sogar Recht!
Als sie ihre Freude über ihre Anwesenheit zum Ausdruck brachte musste Sherlock sogar fast ehrlich lächeln. Letztendlich war sie ja manchmal sehr nett. Wenn sie nicht nervte oder aufräumte.
Erst als John meinte, Sherlock habe sich wirklich erkältet erlosch das Lächeln. Das musste jetzt wirklich nicht an die große Glocke gebunden werden! Vor allem, weil Mrs Hudson jetzt nur mit ihrer Fürsorglichkeit beginnen würde, die ihr so eigen war und die niemand brauchte.
Und natürlich tat sie das, warum auch nicht? Was hatte sich John a nur gedacht? Sherlock warf ihm einen kleinen, wütenden Blick zu, den aber hoffentlich nur er sah und mit einem falschen Lächeln sah er wieder zu Mrs Hudson.
Nachdem noch ein paar Floskeln ausgetauscht waren, bei Sherlock nur in Form von Blicken, machten sich die Mieter nach oben auf, bis die Mieterin noch etwas fragte. Obwohl es ein sensibles Thema war gönnte sich Sherlock ein selbstzufriedenes lächeln. Nur ein kleines, aber er war nicht gewillt zu verzeihen, dass John ihm Mrs Hudson auf den Hals gewetzt hatte.
Sherlock warf ihr noch ein nettes Lächeln zu, zur Hälfte gestellt, und ging dann hinter John nach oben.
Sherlock ließ die Tasche hinter der Tür auf den Boden fallen und ging geradewegs zum Sofa, wo er sich, mit Mantel, Schuhen, Schal und Handschuhen, einfach hinfallen ließ, dann rollte er sich wie eine Katze ein.
„Sie hat nicht nur auf uns gewartet, ihre Fernsehserie lief noch.“ Murrte er laut über Johns falsche Feststellung und bejahte die Frage, ob er einen Tee wolle.
Jedoch wollte er zuerst noch das Bad besuchen und raffte sich auf. Mit müden, schlaffen Schritten, wie die eines Untoten, schlurfte er den Flur entlang und sah nur mit einem Seitenblick in die Tür zur Küche, wo John mit dem Wasserkocher hantierte.
Dann kam er zur Badezimmertür und drehte den Knauf. Das schnappende Geräusch nahm er gar nicht wahr, nur, dass auf einmal eine Hand in seinem Gesicht landete, die sich seltsam unnatürlich anfühlte.
Plötzlich war der Detektiv hellwach und begann mit einem Schrei, der, sehr zu seinem Bedauern, zu seinem Ende recht hoch und weiblich wurde. Sherlock drehte sich, während er auf der Stelle sprang und rettete sich zur anderen Ecke des Flurs- An der rettenden Wand krallte er sich an der Tapete fest, die freie Hand aufs Herz gelegt.
Erst da hörte er auf zu kreischen und begann schwer zu atmen. Der Plastikarm löste sich von dem Gummiband und irgendwo fiel ein Zahnrad von der Wand. Die Konstruktion gab ihren Geist auf, das Experiment war beendet. Wenigstens wusste er, dass der Arm im Fall des unglückseligen Gentlemans nichts mit seinem Tod zu tun hatte.

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BeitragThema: Re: John und Sherlock Nebenplay   Do Sep 04, 2014 2:18 pm

John hörte Sherlocks Antwort, die ihm nur mal wieder zeigte, dass er mit seiner Vermutung zu Mrs Hudson falsch lag und das Offensichtlich doch wohl mal wieder übersehen hatte. Naja, Watson war das im Moment ziemlich egal. Irgendwie sehnte auch er sich nach einem Bett, obwohl er noch nicht wusste, ob er seine Müdigkeit nicht noch etwas hinauszögern wollte und erst mal seine Sachen auspacken sollte um möglichen Albträumen noch für eine oder zwei Stunden entrinnen zu können. Jetzt aber würde er erst ein mal Tee machen, für sich und für den Detective, der Watsons zweite Frage ja bejaht hatte.
Der Arzt wusste auch, dass es dem Detective vorhin missfiel, dass er Mrs Hudson recht gegeben hatte, dass Sherlock erkältet ist. Aber letztendlich war es doch besser, dass ein wenig zu viel Fürsorge und das meist von Mrs Hudson kam, als wenn man einer Erkältung zu wenig Beachtung schenkte. Er hatte schon oft in der Praxis ein paar Patienten direkt ins Krankenhaus überweisen müssen, weil sie mit einer schweren Erkältung zu lange gewartet haben, sie nicht beachtet hatten, sich nicht geschont hatten und dann durchaus auch eine Lungenentzündung zugezogen hatten. Gut, Sherlock war noch sehr weit davon entfernt, aber John wollte nicht wissen, was dem Detective einfallen würde, wenn weder Mrs Hudson noch der Arzt hier wären. Da war Mrs Hudsons Fürsorge doch nur besser, oder etwa nicht? Watson wusste auch sehr wohl, dass die Gute auch mal ein wenig übertreiben konnte, mit ihrer Fürsorge und sollte sie das wirklich tun, würde John schon dafür sorgen, dass sie wieder ein wenig herunter kam. Manchmal war sie wirklich wie eine Art Mutter, oder eben wie eine gute Oma zu ihren Enkeln war. Genug Gedanken über Mrs Hudson und ihre Fürsorge. Damit würde es erst Morgen beginnen. John war gerade dabei nach dem Teepäckchen im Schrank zu greifen, da schreckte ihn ein Schrei so auf, dass er die Packung leicht geschockt auf der Küchentheke hat fallen lassen und sich zwei Teebeutel einen Weg aus jener Packung auf die Theke gebahnt hatte. Augenblicklich zog der Arzt die Stirn kraus. Kam der Schrei aus dem Gang in Richtung des Bades vor Sherlocks Schlafzimmer? Hörte sich der Schrei nach Sherlock an? Definitiv ein ja, wenn er auch etwas anders klang, wohl auch durch die Erkältung und damit raue Stimme. Aber was konnte denn den sonst so unerschrockenen Detective erschrecken? Der Arzt war schon immer recht neugierig und deshalb begab er sich auf den Flur, auch um nach seinem Mitbewohner zu sehen. Dieser stand entfernt von der Tür zum Badezimmer an der Wand und wirkte ziemlich aufgeschreckt. Mit einem fragenden Blick auf seinem Mitbewohner, sah er genauer zur Badezimmertür. Watson legte den Kopf schief. Was war das? Ein Arm? Etwas lag auf dem Boden vor der Tür zum Badezimmer und es sah verdächtig nach einem Arm aus? Echt? Wohl eher nicht, zumindest sah der Arm kein bisschen echt aus. Dennoch konnte John sich denken, woher dieser kam und welches Werk es war, dass dieser Arm beim betreten des Bades entgegensprang, oder was auch immer der Arm getan hatte. Sherlocks Experimente. Zumindest eines von seinen Experimenten. Was auch immer die Wirkung des Experimentes gewesen sein sollte, diesmal wurde kein anderer zur Mitleidenschaft gezogen, als der Erschaffer des Werkes hier selbst. Ob John wohl das Versuchskaninchen für dieses Experiment gewesen wäre? Zuzutrauen wäre es Sherlock. Und wie. Watson grinste, bei dem Betrachten des am Boden liegenden Arms und der Reaktion Sherlocks mit einem erschrockenen Schrei. Allerdings hielt auch er sich mit dem grinsen etwas zurück, weil der Detective ja krank war und vielleicht auch weil Sherlock sich vorhin ein wenig mir diesem selbstzufriedenen lächeln zurückgehalten hatte, obwohl er dazu auch alles Recht hatte, weil John Mrs Hudson von dem Detectives Erkältung erzählt beziehungsweise die Bestätigung ausgesprochen hatte. Dennoch hatte Sherlock selbstzufrieden gelächelt, deshalb lies auch er einen kleinen Kommentar verlauten: „Ich hoffe, sie haben ihre Ergebnisse, was auch immer dieser Arm bezwecken sollte,“ dann verschwand John wieder zurück in die Küche, mit dem grinsen und der Notiz im Hinterkopf, erst mal das obere Badezimmer zu benutzen. Dann nahm er sich zwei Tassen, lies die beiden Teebeutel in einen von diesen reinfallen und goss das warme Wasser darauf. Die Packung verstaute John wieder und griff dann nach der Tasse, die für Sherlock vorgesehen war. Diese stellte er auf den freien Platz am Küchentisch, der noch nicht mit allen Experimenten und komischen Substanzen in Gläsern vollgestellt war. „Den Tee sollten Sie noch 6 Minuten ziehen lassen, dann dürfte er fertig sein. Wird Sie ein wenig beruhigen.“  Irgendwie war es schon ganz recht, dass Sherlock selbst auf eines seiner Experimente reingefallen ist. Wäre John als Versuchskaninchen erfolgreich gewesen, oder eher, hätte er als erstes mit der bösen Überraschung das Bad betreten, dann wäre für Sherlock ein richtiges Donnerwetter losgegangen, da hätte er sich sicher sein können. Aber da nun der Detective selbst das Versuchskaninchen war, konnte John sich, sein grinsen nun so langsam verkneifend, an der Küchentheke zurücklehnen und in Ruhe und gelassen auf seinen Tee warten, der ebenfalls noch ziehen musste.
Während John darauf wartete, dass der Tee seine Zeit zum ziehen erreichte hatte, lauschte er, ob Sherlock sich, nach dem Schrecken wohl wirklich ins Bad aufmachen würde. Allerdings driftete der Arzt ziemlich schnell in die Gedanken seines Auspackens ab. Nach dem guten Tee würde er erst mal seine Sachen hochschleppen und am besten Handy und Laptop in einer Schublade in seinem Nachttisch verstauen. Das Handy würde er davor aber ausschalten. Watson musste nicht immer erreichbar sein. Niemand musste ihn im Moment erreichen. Es reichte, wenn er wusste, dass Harry jetzt in den hoffentlich hilfreichen Händen Mr Davis war. In der Entzugsklinik würde sie nicht mehr an Alkohol kommen und je mehr John darüber nachdachte, desto mehr Erleichterung durchströmte ihn. Das erste mal seit langem fühlte er ein Fünkchen Hoffnung, dass Harry aus ihrer Sucht herauskommen würde, dass sie dort wo sie war sicher war. Warum kam er nicht schon früher auf die Idee? Vielleicht sollte er sich doch mal bei Mike bedanken, dass er ihn mit Davis bekannt gemacht hatte. Allerdings wollte er auch nicht für Mike erreichbar sein. Er würde sowieso mit brennendem Interesse wissen wollen, was im Hotel geschehen war, jedes Detail, wie es zu dieser negativen Wendung bei der Hochzeit kam und vor allem wie es den jetzt mit Harry weiterging. Sein ehemaliger Studienfreund wusste schließlich auch, dass Harry und der ehemalige Bräutigam von Amy so was wie ein zweites Schwester Bruder Verhältnis pflegten. Watson hörte praktisch Stamfords überrumpelte, interessierte und ungeduldige Stimme die nur so nach Antworten dürstete. Und bei aller Liebe, Stamfords Taktlosigkeit konnte er nun wirklich nicht gebrauchen. Auch Sahra, nach ein paar geplatzten Dates waren sie nur noch gute Kollegen, wusste, dass John Morgen für die Abendschicht noch ein paar Stunden erscheinen würde. Davor musste er also nicht wissen, ob ein Patient ihn bräuchte. Schließlich waren Sahra und die anderen Kollegen da, um sich um diese zu kümmern. Genau genommen würde es also niemanden Schaden wenn er sein Handy für heute Nacht und morgen Mittag einfach mal aus behielt. Dann war da nur noch das Auspacken, was bei John kein Problem sein dürfte. Das hätte er in 10 bis 15 Minuten erledigt. Nur um den Anzug müsste er sich noch kümmern. Vielleicht kannte ja Mike jemanden, der einen gebrauchen könnte. Andererseits waren manche Menschen recht abergläubisch, wenn sie herausfinden würden, dass der Anzug eine nicht ganz so tolle Hochzeit überstanden hat, würde das Geschäft wohl wirklich nicht so rosig aussehen. Wenn es sich der Arzt recht überlegte, hatte der die einzige Ehre, bei der Altkleidersammlung zu landen.
Als John wieder auf die Uhr blickte, war die Zeit des Tee ziehens um. Der Arzt zog den Teebeutel aus seiner Tasse und lies diesen in die Mülltonne wandern, dann Rührte er mit einem Löffel das heiße Getränk um, nahm die Tasse in eine Hand, wobei sich die wärme über das Porzellan in Johns rechter Handfläche ausbreitete. Dann machte sich der Arzt daran, seinen Koffer und die Laptoptasche in sein Zimmer zu bringen. „Tee sollte fertig sein! Wir  sehen uns Morgen, schlafen Sie gut Sherlock!“ rief John noch, bevor er die Treppe betrat, wo auch immer der Detective gerade wieder sein mochte. Auf halber Treppe, das Gepäck in der anderen Hand, drehte er sich allerdings noch mal um. „Und Sie sollten wirklich schlafen gehen, nicht wieder am Sofa liegen und die halbe Nacht in ihrem Gedächtnispalast verbringen!“ rief er seine kleine Mahnung durch die Wohnung. Ob der Detective noch im Bad war, oder schon längst in der Küche? Jedenfalls hoffte John wirklich, Sherlock würde schlafen gehen. Nicht das am nächsten Tag der Küchentisch vor Experimenten überquoll. Man wusste ja nie, was einem erkälteten Detective einfiel und erst recht nicht dem weltweit einzigen erkälteten Consulting Detective. Der Arzt verschwand also nach oben in sein Zimmer. Dort stellte er seine Tasse Tee auf das Nachtschränkchen und verstaute in einer Schublade darunter seinen Laptop, den er aus der Laptoptasche geholt hatte und sein ausgeschaltetes Handy. Dann ließ er die leere Tasche auf den Boden des Kleiderschrankes sinken und machte sich daran seinen Koffer auszupacken, wobei er den Anzug vorerst ganz weit nach hinten in den Kleiderschrank verstaute. Der Rest ging ziemlich schnell und so schob John nach rund 12 Minuten seinen Koffer unters Bett und lies sich etwas müde auf eben diesem Bett fallen. Jetzt war es gerade mal 20 nach 11. Also hatte er nicht wirklich viel Zeit hinausgezögert, bevor er sich seinen nun doch hoffentlich traumlosen Schlaf hingeben würde. Der Arzt saß auf dem Bett, seine Füße auf dem Boden und seine Ellenbogen auf den Knien abgestützt beobachtete er den Zeiger seines Weckers und das damit verbundene Tick-Tack dröhnte beinahe in seinen Ohren. Nach Fünf verstrichenen Minuten fuhr er sich ein mal über die Stirn und griff dann nach seiner Tasse Tee. Die Flüssigkeit war nicht mehr heiß, sondern nur noch angenehm lauwarm. So würde er sich wenigstens nicht die Zunge oder den Gaumen verbrühen.
Eine Zeitlang saß er so da, am Bett, die Hände beide an den Tassen gelegt und dachte über Mrs Hudson und ihrem Gespräch, dass mindestens zu 90 Prozent die gute alte Vermieterin übernommen hatte. Das wird Morgen noch etwas werden. Besonders Mrs Hudsons Gespräch über Mrs Turner. Es wird sich wohl ewig in die länge ziehen. Dabei würde sich John wünschen, Mrs Hudson heute Abend noch zugehört haben. Dann wüsste er wenigstens von der Überraschung, die noch kommen würde. Und der Detective wäre auch vorgewarnt. Aber so waren sie beide noch Ahnungslos, dass sie Morgen nicht nur mit Mrs Hudson zu tun haben würden. Der Arzt leerte seine Tasse, stellte sie neben dem tickenden Wecker und nahm seinen Schlafanzug, womit er in sein Bad gegenüber seinem Zimmer verschwand.
Ganze 20 Minuten hatte er dort Inklusive erholsamer Dusche gebraucht, betrat nun wieder sein Zimmer und stellte mit einem Blick auf die Uhr zufrieden fest, dass es kurz vor Mitternacht war. Watson legte seine Kleidung für Morgen auf einen Stuhl neben dem Kleiderschrank und schlüpfte dann träge unter die Bettdecke. Das Licht seiner Nachttischlampe lies er noch an, während er das Muster an der Holzdecke beobachtete, welches das Licht der Lampe darauf warf. Der Arzt grinste. Sherlock Holmes war auf sein eigenes Experiment hereingefallen. Seine Blogleser hatten schon seit langem nichts mehr von ihm gehört, vielleicht wäre das ein kleiner netter Eintrag, womit er wieder beginnen könnte. Allerdings würde er dabei Edinburgh und die Geschehnisse einfach auslassen. Watson jedoch würde noch viel erfreuter sein, was sich Morgen alles ereignen würde, würde erst recht einen Eintrag im Blog verdienen. Aber für heute war es erst mal genug. Der Arzt knipste das Licht aus und starrte weiterhin an die Decke, während er die Hände hinter seinem Kopf verschränkte und in die Nacht hineinlauschte.
Der Arzt schreckte aus seinem Schlaf hoch. Eben hatte ihn noch ein ganz komisches Gesicht, dass sowohl Amys ehemaligen Bräutigam ähnelte, als auch Mike, der so viele Frage stellte, dass es John vorkam, er würde von den ganzen Fragen in einem Fluss aus Wasser untergehen. Und dann ganz plötzlich vermischte sich in diesen eh schon ziemlich wirren Traum plötzlich ein Bellen in die Gesichter mit ein. Genau das war auch das Geräusch, welches ihn aus seinem Schlaf auffahren ließ. Eine Hand hatte er auf die Matratze leicht hinter sich gestemmt, die andere fuhr durch sein Haar. Seinen Atem versuchte er zu kontrollieren, während er vollends verwirrt die Augenbrauen zusammen zog. Ein Bellen? Wirklich? Was hatte den ein Hund plötzlich in seinen Träumen zu suchen? Der Arzt atmete erneut tief durch und lies seinen Blick auf den Wecker schweifen. Halb sieben. Wenigstens hatte er heute mal länger geschlafen, als sonst, wenn Albträume ihn durchschüttelten. Von seinem Fenster drang leichtes Morgenlicht herein, welches wohl von ein paar Wolken nicht ganz so freundlich wirken konnte, wie sonst. Der Arzt wollte sich gerade wieder in sein Kissen sinken lassen, als ein erneutes Bellen ihn aufmerksam zu Tür blicken ließ. War er jetzt verrückt geworden? Hatten es seine Albträume wirklich geschafft, ihn verrückt werden zu lassen, oder wieso hörte er plötzlich ein Bellen? Der Arzt seufzte. Nein, unmöglich konnte er verrückt geworden sein. Da müssten schon weitaus andere Umstände herrschen, dass er verrückt wurde. Also wieso hörte er die laute eines Hundes so, als wäre dieser Hund in der Wohnung, oder zumindest irgendwo unter Johns Zimmer?
Watson schlug die Bettdecke beiseite, entledigte sich sein Shirt und griff nach seinem blau schwarz gestreiften Langarmshirt, welches er Gestern noch herausgelegt hatte. Dann sah er aus seinem Fenster auf einen Hinterhof. Dort hätte er vielleicht den bellenden, lebendigen Wecker aller Langschläfer vermutet. Doch der Hof war leer. Wo also kam das Bellen her, wenn nicht von draußen? Da der Arzt sowieso nicht mehr schlafen konnte, und seine Neugierde gerade geweckt wurde, beschloss er nachzusehen. So machte er sich also schnurstracks auf dem Weg aus seinem Zimmer, mit Langarmshirt und Pyjamahose bekleidet. Schon als er die erste Treppenstufe nach unten vernahm, hörte der Arzt jemanden in der Küche werkeln. Ob es der Detective war? Wehe er hatte seine Mahnung gestern Abend missachtet und sich um ein neues Experiment gekümmert. Der ehemalig Militärarzt wollte sich die nächsten Treppenstufen nach unten aufmachen, da hörte er bereits schwere, tapsende Schritte auf dem Boden, die lauter und näher kamen. Der Arzt schüttelte verwirrt den Kopf. Er musste noch träumen. Genau das war es, er träumte noch. Anders konnte es doch nicht möglich sein, dass er solche tapsenden Schritte hörte, die nur zu einem Vierbeiner passen konnte. Nun beeilte er sich, in die Küche zu kommen, doch aus dieser Stürmte bereits ein Hund. Wahrhaftig ein Hund der größeren Rassen, braunes, an manchen Stellen recht langes Fell. Der Arzt erstarrte in seiner Bewegung und blieb auf halber Treppe stehen. Da raste ein Hund die Treppen mit einer hechelnden Zunge nach oben und verschwand in Johns Zimmer. Wie dumm, er hatte die Tür offen gelassen. Aber woher sollte er auch wissen, dass ein Vierbeiner hier war? Wieso war er überhaupt hier? Der Arzt drehte sich leicht in Richtung seines Zimmers. Nein, das war kein Traum, sonst sähe der Hund doch nicht so real aus. Also zurück zu der Frage, was ein Hund in der 221b Baker Street verloren hatte. Und dazu noch in der Wohnung von dem Detective und John. Nicht, dass ein Hund den Arzt gestört hätte, aber doch war es sehr überraschend. Aus der Küche hörte er nun auch wieder Geräusche, die danach klangen als würde jemand irgendetwas aufräumen. Womit sich John nun sicher war, dass es nicht Sherlock sein konnte, der sein Unwesen in der Küche trieb. Aufräumen war für den Detective doch meist ein Fremdwort. Es musste Mrs Hudson sein. Ob sie schon den Hund…langsam kam etwas Leben in Johns noch recht träges Gehirn. Der Hund kam aus der Küche, wo, nach Vermutung Mrs Huson war. Also musste sie den Hund gesehen haben. „Mrs Hudson! Wieso ist ein Hund in unserer Wohnung?“ rief er seine Frage Richtung Küche. Doch kurz darauf fiel bei ihm ein Groschen. Konnte das mitunter eine Überraschung sein, die der Besuch von Mrs Turner mitgebracht hatte. Wollte Mrs Hudson gestern schon davon erzählen? Davon das ein Hund plötzlich ein weiterer Mieter der alten Dame war? Warum den bloß? Mrs Turner hatte doch keinen Hund oder hatte sie Mrs Hudson plötzlich selbst einen zugelegt. Jedenfalls kam der braune Vierbeiner, nach dem er in Johns Zimmer wohl niemanden mehr zum Wecken gefunden hatte, die Treppe zurück und sprang den Arzt von hinten spielerisch an. Watson hätte vielleicht das Gleichgewicht verloren, hätte er sich nicht am Treppengeländer festgehalten. „Hey, du“ rief er dem Hund nach, doch dieser war mit einem wedelnden Schwanz schon wieder von der Treppe verschwunden und in die Küche gesaust. Lebendig war dieser Hund auf jeden fall. „Oh John, guten Morgen. Sind Sie schon wach?“ Der Arzt sah, wie Mrs Hudson kurz den Kopf aus der Küche streckte. Watson musste sich anstrengen, um sich auf die Worte zu konzentrieren, weil ihn die Anwesenheit des Hundes noch immer verwunderte. Der Arzt legte eine Hand in den Nacken und seufzte. „Ich wurde sanft geweckt“, gab er murmelnd, mit der Erinnerung an das Bellen, zurück. Kaum war die Geräuschkulisse in er Küche leise, hörte man die tapsenden Schritte erneut, glücklicherweise nicht mehr in Johns Richtung. Allerdings hörte man wie etwas auf dem Boden landete, erneut sprang und wieder auf dem Boden landete. Was machte dieser Vierbeiner den? Kurz nach den seltsamen Geräuschen hörte man eine Türklinke herunterschnappen und der Vierbeiner setzte tapsend seinen Weg fort. Watsons Augen weiteten sich. Hatte der Hund sich gerade wirklich zutritt zum Schlafzimmer des Detectives verschafft?
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BeitragThema: Re: John und Sherlock Nebenplay   Do Sep 04, 2014 4:37 pm

Als Sherlock die Schritte auf dem Flur hörte verkrampfte sich die Hand auf der Brust ein wenig und er kratzte etwas über die Tapete, die sich hart hinter seinem Rücken anfühlte.
Jetzt bekam John es auch noch mit. War ja kein Wunder, nach dem Schrei. Eine Mischung aus rau und krank, dann hatte die Stimme es tatsächlich geschafft, normal zu werden, wie Sherlock, wenn er wie ein kleines Mädchen kreischen würde, und dann kletterte sie tatsächlich ein paar Oktaven höher, um den hellsten, verklärtesten, weiblichsten Ton hinzubekommen, zu dem Sherlock fähig war.
Es war ein Wunder, dass die Nachbarn noch nicht gekommen waren, oder Mrs Hudson.
Mit einem Ruck sah Holmes zu dem Arzt hinüber, wie ein angeschossener Adler. Natürlich, der hatte seinen Spaß bei der Sache. Dabei hatte es ihn doch treffen sollen! Aber das verschwieg Sherlock, das würde es nur noch peinlicher machen.
Er brachte deshalb auch nur ein würdevolles „Ja, ich habe meine Ergebnisse.“ Über die Lippen, bevor er mit wehendem Mantel ins Bad rauschte.
Johns Erklärung, wie man Tee machte hörte er, als er sich gerade die Hände wusch. „Das weiß ich.“ Brüllte er, immer noch in seinem Stolz getroffen. „Ich weiß doch wohl, wie man Tee trinkt.“ Dann trocknete er sich die Hände, ging zur Tür, schloss sie auf, kickte den Arm weg, der ihm im Weg lag und machte sich auf den Weg in die Küche.
Dort angekommen trank er von dem Tee, ohne ihn ziehen zu lassen. Nach einem kurzen Besuch des Kühlschrankes, wo er neben einem Kopf und einer Konserve Augen eine fast leere Flasche Sahne fand und diese in seinem Tee entleerte, stellte er das Fläschchen in die Spüle und ging zur Theke.
Sherlock schob dort seine Experimente ein wenig zur Seite, sodass ein Plastikbecher vom Tisch fiel und lehnte sich dann an die so frei gewordene Stelle.
Dort umfasste er den Tee mit einer Hand und stopfte die andere in die Hosentasche, dann und wann nahm er einen kleinen Schluck von dem Getränk.
John schien in Gedanken, also unterließ er ein Gespräch, musterte ihn aber misstrauisch über den Rand seiner Tasse hinweg.
Vermutlich dachte er über… Ja, was eigentlich? Sherlock nieste nebensächlich und sah dann wieder zu Watson hinüber. Entweder er dachte nur über eins oder sein Kopf musste vor Gedanken schwirren.
Wie gut, dass Sherlock seine Vergessensmethode hatte. Alles war sauber geordnet, wichtiges archiviert und unwichtiges verbannt. Fast etwas amüsiert schnaufte der Detektiv und sah zu ein paar Experimenten auf dem Küchentisch hinab.
Er entschied, seinen Tee besser im Wohnzimmer zu trinken und stellte die Tasse auf den Tisch. Als er wieder kam waren John und zweite Tasse weg. Hatte er gerufen? Hatte er Sherlock überhaupt bemerkt? In der Tat schienen beide es geschafft zu haben, den anderen zu ignorieren…
Naja, egal. Sherlock trank noch seinen Tee aus, dann verschwand er selbst in seinem Zimmer, wo er sich seine Schlafkleidung, also T-Shirt und Pyjama-Hose, anzog und dann noch den blauen Nachtmantel überzog. Dann kroch er in sein Bett und war, nach dem furchtbaren Halbschlaf im Taxi, schon bald eingeschlafen.
Er träumte wild. Da war das Taxi, eine Stadt, die sich in seltsam überdrehten Farben um ihn wand und natürlich John, der Pete anrief, damit der sich um Sherlocks Alkoholproblem kümmerte.
Der Detektiv wand sich in seinem Bett als er im Flughafen stand und auf seinen Flieger zu Harriets Haus wartete, als er plötzlich ein Bellen vernahm. Verwirrt schaute er sich um und entdeckte ein braunrotes Fellmonster, dass sich auf ihn zuwarf.
„Redbeard!“ rief Sherlock aus und ließ sich auf den Boden fallen. Der Hund landete in seinen Armen und drehte sich auf seinem Schoß, während er versuchte sämtliche Gegenden des Gesichtes seines Herrchens gleichzeitig abzuschlecken. Sherlock lachte überwältigt und spürte, wie seine Augen feucht wurden. „Aber du warst Tod!“ rief er und schlang seine Arme um den Hund. „Bist du wiedergekommen? Zu deinem Herrchen? Bist du zu mir zurückgekommen?“ Er lachte und vergrub seine Nase im Fell des Hundes, der daraufhin begann die Ohren und Haare des Mannes abzuschlecken.
„Redbeard, ich habe dich vermisst.“ Schluchzte Holmes in einer Mischung aus Trauer und Euphorie. „Warum bist du nur je weggegangen?“ Er entschied sich für die Euphorie und begann, seinen Hund wie einen Klumpen wuscheliges Handtuch durchzuwuscheln.
Eine kurze Zeit lang fühlte sich Sherlock wie der kleine Junge, der er mal gewesen war.
Dann aber leckte der Hund ihn an der Nase, er musste niesen und der Traum war vorbei. Er schlug die Augen auf und sah dem Hund in die Augen.
„Redbeard?“ fragte er unsicher, dann nieste er noch einmal und der Hund sprang von dem Bett, dann verschwand er auf dem Flur.
„Ein Hund…“ murmelte Sherlock leise. „Was macht ein Hund hier?“
Er schälte sich aus seinen Decken und wollte gerade zum Flur hinaus und zu John, da sah er nur noch Sternchen, sein Fuß verhakte er sich in der Decke, und er kippte vornüber.
„JOHN!“ brüllte er, als er auf den Boden aufkam. „DA IST EIN HUND IN MEINEM ZIMMER!“ Es klang gleichermaßen warnend und verwirrt.
Dann rappelte er sich auf und machte sich auf den Weg zur Küche.
Er fühlte sich entsetzlich, müde, verkrampft, krank und benommen, wie ein Zombie, und ähnlich sah er auch aus.
Sherlock war bleich, aber käsiger als sonst und hatte eine rote Nase und glasige Augen. Die schafften übrigens auch das Unglaubliche, gleichzeitig rot und schwarz unterlaufen zu sein, wegen Müdigkeit und Krankheit.

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BeitragThema: Re: John und Sherlock Nebenplay   Do Sep 04, 2014 10:24 pm

Der Arzt hätte sich bei seiner Erkenntnis nun auf vieles eingestellt. Einen Wutanfall, was den ein Hund in seinem Zimmer suchte, ob das ein schlechter Scherz sein sollte und dass das Tier sofort aus der Wohnung verschwinden sollte, bevor er die ganzen Experimente durcheinanderbrachte. Doch außer einem freudigen Bellen war erst mal nichts zu hören. Und genau das war es auch, was den Arzt auf eine seltsame weise beunruhigte. Watson marschierte die letzten Treppenstufen nach unten und ging in die Küche. Mrs Hudson hatte es sich wohl zur Aufgabe gemacht, den Küchentisch etwas aufzuräumen. Deshalb also diese Geräusch in der Küche, als würde jemand aufräumen. Außerdem brodelte ein Topf auf dem Herd gemütlich vor sich hin. Ob es Suppe war? Die Vermieterin hatte es sich also wirklich zur Aufgabe gemacht, sich um Sherlock etwas zu kümmern. Warum erwähnte sie den nur immer, sie wäre nicht die Haushälterin? Sie hatte doch alle guten Eigenschaften dazu. Der Arzt lächelte kurz, als sie so beschäftigt war und hätte beinahe seine Frage nach dem Hund vergessen, doch dazu kam er nicht, denn Sherlocks ruf drang an Johns Ohr. Bitte was? Hatte er sich da gerade verhört? Am besten, das sagte er sich gerade im Stillen, wäre es, wenn er wieder zurück in sein Zimmer gehen würde und sich wieder dem Bett zuwandte, den schließlich war dieses eine Wort zu verrückt, als es freudig aus dem Wort des Detectives zu hören. War sich der Arzt den ganz sicher, dass er nicht träumte? Nun, entgegen all seinen Prinzipien, dass es unmöglich war noch zu träumen, kniff er sich wirklich kurz in den Arm. Doch nichts geschah. Die Küche blieb samt Mrs Hudson, wie sie war. Nichts verschwamm. Kein Traum. „Wer um alles in der Welt ist Redbeard?“ murmelte der Arzt verwirrt. Gerade war etwas zu viel los, selbst für den Arzt. Er brauchte erst mal einen Kaffee, damit er wieder klar denken konnte. Den wollte er sich auch gerade machen, als Mrs Hudson mit Reagenzgläsern beladen, vom Tisch auf die Küchentheke zusteuern wollte. Sofort wandte er sich von der Kaffeemaschine ab und nahm der Vermieterin ein paar Reagenzgläser ab. „Aber Mrs Hudson, Sie müssen hier doch nicht extra noch Ordnung auf dem Tisch schaffen“, erklärte John und stellte ein paar Reagenzgläser auf der Theke ab. „Doch, doch. Sherlock ist erkältet und da sie wieder hier sind, haben sie ein ausgiebiges Frühstück verdient. Hier auf den Tisch kann ja keiner mehr Essen!“ erklärte sie sowohl fürsorglich und liebevoll, als auch am Ende hin entrüstet. Der Arzt schüttelte den Kopf, mit einem kurzen zucken seine Mundwinkel und widmete sich wieder Wasserkocher und Kaffeepulver. Das erst genannte wurde mit Wasser befüllt und zum Kochen gebracht, das zweite landete im Kaffeefilter. Dann warf der Arzt einen kurzen Blick in die Spüle, in der sich immer noch das Plastikfläschen der Sahne von Gestern befand, die Sherlock dahinbefördert hatte. Den Tee hatte der Detective getrunken, ohne ihn ziehen zu lassen. Und da sagt er noch, er weiß, wie man Tee trinkt, dachte sich John. Aber vielleicht war das auch ein wenig auf die Erkältung zurückzuführen.
Der Arzt füllte das kochende Wasser ebenfalls in die Kaffeemaschine ein und wartete dann darauf, dass der Kaffee sich in der Kaffeekanne sammelte. Er wandte sich daher wieder zu der Vermieterin um, die keine Anstalten machte zu erklären, woher der Hund kam. „Also Mrs Hu…“ wollte John gerade die Vermieterin nach dem Hund fragen, wurde er von Sherlocks lauten rufen unterbrochen. Also hatte er auch endlich mitbekommen, was sich in seinem Zimmer befand. Obwohl Watson sich keinen Reim auf Redbeard bilden konnte. Was war das? Eine Marke die er nicht kannte? „Schreien Sie nicht so, dass tut ihrem Hals gar nicht gut!“ rief er ihm nur auf dessen Worte nach. Was das mit dem Hund sollte, wusste er doch selbst nicht. Er wandte sich wieder der Vermieterin zu, die auf Sherlocks lauten Rufe ebenfalls ganz erschrocken aufgesehen hatte. „Er mag Hunde wohl nicht so gern,“ lies die Vermieterin überlegend verlauten, während sie mit einem nassen Lappen über den Tisch wischte. Alle Experimente befanden sich mittlerweile auf der Küchentheke, wo sie eigentlich auch nicht besser aufgehoben waren. „Nicht solche, die möglicherweise seine Experimente schaden könnten“, erklärte der Arzt kurz, als er sich wieder dem Gang zu Sherlocks Zimmer zuwandte. Aus diesem kam auch eben der Detective hervor. Und sofort musste der Arzt sich anstrengen, keinen erschrockenen Ausdruck auf seinem Gesicht zu zeigen. Sherlock wirkte ja fast wie ein Gespenst. Seine Haut war noch blasser als sonst, Augenringe zeichneten sich ab, genauso wie die Augen leicht rötlich wirkten und außerdem glasig. John war Arzt, deshalb erkannte er auch die Anzeichen einer Erkältung, doch bei dem Detective erschreckte es ihn schon fast. Wobei da wohl eher die blasse Haut und die glasigen Augen eine Rolle spielten. Ob er Fieber hatte? Mrs Hudson, lies einen erschreckten laut aus, als sie den Detective sah und diesmal würde John wetten, dass sie gleich Kommentieren würde. Was sie auch sofort tat. Jetzt konnte nicht mal mehr der Consulting Detective verheimlichen oder darüber hinwegtäuschen, dass er krank war. „Du liebe Güte Sherlock, wie sehen Sie den aus? Sie müssen sofort wieder ins Bett!“ rief sie aus, tadelnd und besorgt. Mrs Hudsons Fürsorge nahm also ihren lauf. Allerdings konnte Watson ihr da nicht widersprechen. Sherlock gehörte ins Bett, aber zuvor brauchte er einen Tee. Viel Flüssigkeit, wenn man krank war. John sollte wohl lieber gleich eine ganze Teekanne für den Tag machen. Hatten sie nicht irgendwo mal eine Thermoskanne gehabt? „Mrs Hudson, immer mit…“ wollte John anfangen die Dame ein wenig zu beruhigen, als er sich bereits zu den Schränken nach unten beugte und nach der bestimmten Thermoskanne suchte. „Sie brauchen unbedingt einen Tee, viel Schlaf und vor allem müssen Sie etwas zu sich nehmen,“ viel die Dame dem Arzt ins Wort. „Oh John, wie konnte er nur nicht auf Ihnen hören?“ Der Arzt, dessen Arm gerade in einem Schränkchen nach der etwas verstaubten Thermoskanne suchte, nickte nur mit einem leisen seufzen. So hoffte er zumindest, dass Mrs Hudson es nicht gehört hatte. „Ja, warum hatte er den nicht auf mich gehört?“ fragte sich John leise murmelnd. Mrs Hudson konnte Fragen stellen. Aber so war sie eben. Der Arzt beförderte wenig später die Thermoskanne zu Tage und räumte sich auf der vollgestellten Küchentheke etwas Platz Frei. „Meinen Sie nicht auch er hat Fieber? Er wirkt so kränklich“, verkündete sie weiter ihre Besorgnis. „Das ist bei einer Erkältung ganz normal Mrs Hudson,“ erklärte der Arzt wieder und begann die Thermoskanne unter laufendem Wasser und mit Spülmittel erst mal zu säubern. Der weile kam auch der Hund wieder, nach getaner Arbeit jeden in diesem Haus zu wecken, zurück und blieb wedelnd neben dem Detective stehen. John konnte aus den Augenwinkeln wahrnehmen, dass der Hund an Sherlocks Hand stupste. Anscheinend mochte der Hund den Consulting Detective auf anhieb. Wobei ihm auch wieder seine Frage einfiel, zu der er kommen wollte. „Mrs Hudson, warum befindet sich gleich noch mal ein Hund in unserer Wohnung?“ fragte John also, um das Thema und das mysteriöse auftauchen dieses Vierbeiners endlich geklärt zu haben. Die alte gute Dame zog sich einen Stuhl heran und setzte sich darauf, so als hätte sie etwas ganz schweres zu erzählen. Der Hund tapste von Sherlock zu Mrs Hudson und legte wedelnd seinen Kopf auf ihren Schoss. „Ja wissen Sie, Mrs Turner hat mich doch letztens Besucht. Mit ihrem Hund. Und während wir über diesen wunderbaren Sänger gesprochen haben…Ach sie können sich ja gar nicht vorstellen, welche wunderbare klang der Sänger in seiner Stimme hat und wenn er singt. Einfach himmlisch…“ John seufzte nun diesmal laut hörbar, während er eine Tasse aus den oberen Schränken holte und samt einem Teebeutel Wasser in die Tasse füllte. „Mrs Hudson, bitte, was sucht der Hund hier?“ versuchte er dann nicht gereizt aber klipp und klar seine Frage zu äußern, während er den noch nicht ganz durchgezogenen Tee auf den Tisch stellte und kurz zu Sherlock sah, damit er wusste, dass er sich ruhig erst mal setzten sollte. Schließlich gab John zu, dass der Detective wirklich nicht gut aussah. Mrs Hudson hatte trotz all ihrer zu vielen Fürsorge und Worte recht. Der Detective sollte sich schnellstmöglich wieder ins Bett begeben. Dann widmete er sich wieder der Thermoskanne, die er noch mals mit Wasser ausgespült hatte und sie ein wenig austrocknete, bevor er das gekochte Wasser dort hineinfüllte, ein Paar Teebeutel an den Rand hing und diese dann zum ziehen ein Stück weiter weg von seiner freigeräumten Fläche schob. Dann konnte er sich auch endlich um seinen Kaffee kümmern. Mrs Hudson wirkte erstaunt, weil sie ausgerechnet von dem Arzt wohl nicht erwartet hätte, dass er sie nicht ausreden ließ. Denn eigentlich wollte John nun wirklich nur eine Antwort auf seine Frage. Sherlock war erkältet, darum musste sich John etwas kümmern, einkaufen sollte er auch mal wieder. Besonders noch ein paar Taschentücher und dann tauchte der Hund hier noch auf. Da brauchte er Mrs Hudsons Erzählung vorerst nicht auch noch. Nur eine kurze Erklärung, weshalb der Hund hier da war. „Dazu wäre ich schon noch gekommen mein Lieber,“ hörte er dann Mrs Hudson sprechen, ein wenig empört darüber, dass wohl niemand von ihrem Sänger hören wollte. Dann besann sie sich aber auf eine kurze Antwort. „Mrs Turner ist auf einer Reise und mir hat sie den Hund ihrer Enkeln so lange überlassen. Schließlich konnte man das arme Tier doch nicht einfach in ein Tierheim geben, bis sie wieder zurück ist. Das wäre doch nicht gut für den Hund!“ meinte sie und tätschelte dem braunen Vierbeiner den Kopf. Watson nickte zustimmend, während er nun endlich von seiner gefüllten Kaffeetasse einen vorsichtigen Schluck probieren konnte und die restlichen Teebeutel in der Thermoskanne zum Müll entsorgte. Dann schraubte er den Deckel darauf und stellte die Kanne neben Sherlocks Tasse auf den Tisch. Das sollte erst mal reichen. „Und der Hund folgt Ihnen überall hin, wie?“ fragte John dann und lehnte sich an die Theke. In einer Hand die Tasse, die andere stütze sich auf der Theke ab. Das würde zumindest erklären, warum der Hund hier hoch kam und Weckdienst spielte. Stellte sich nur die Frage, ob Sherlock so begeistert von dem Hund war, aber wohl eher nicht. Ob die Holmesbrüder früher mal Haustiere hatten? Watson beobachtete kurz den Detective. Wer den bloß Redbeard war? „Im übrigen hab ich Ihnen noch eine gute Suppe gekocht, Sherlock. Ist ganz wunderbar gegen Erkältung“, erklärte Mrs Hudson, stand auf, wobei sich der Hund wieder zu dem Detective gesellte und die Vermieterin sich den Topf am Herd zuwandte. Also war es wirklich eine Suppe, die Mrs Hudson gekocht hatte. Wie Fürsorglich. Aber das wusste der Arzt ja, wenn mal einer krank war, konnte die Vermieterin ihre Fürsorge wohl nicht so einfach abstellen.
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BeitragThema: Re: John und Sherlock Nebenplay   So Sep 07, 2014 7:33 pm

Die Reaktion auf seine Warnung gefiel Sherlock gar nicht. Er war nicht erkältet, es ging ihm
nur nicht besonders. Lediglich ein bisschen anders, aber das konnte ja öfters passieren. Er rappelte sich auf und taumelte zur Tür, weil wieder ein paar Sternchen vor seinen Augen herumschwirrten.
Vorsichtig beugte der Detektiv seinen Arm. Nach dem Aufprall tat er weh, aber dass er ihn noch bewegen konnte war ein gutes Zeichen.
Immer noch etwas überwältigt von dem Traum fuhr sich Sherlock mit dem Handrücken über die Augen. Sein guter Redbeard. Sein guter, guter Redbeard. Warum nur war es so passiert, wie es passiert war?
Während er die Tür öffnete und mühevoll Richtung Küche schlurfte, wo er Bewegung hörte, atmete er mehrmals tief durch um den Kloß in seinem Hals zu überwinden. Dann sah er John in der Küchentür und stemmte sich an der Wand ab, an der Stelle, an der er gestern auch gekauert hatte. Seine Nase lief und er zog sie einmal hoch, dann fuhr er sich wieder über die Augen, als er irgendwo den Hund hörte und arbeitete sich bis zur Küche vor.
Mrs Hudson schien noch weniger erfreut über seinen Zustand als John. Und das sollte auch etwas heißen. Aber so war sie.
Sherlock wollte grade sagen, man solle erstmal den Arzt sprechen lassen, obwohl der ihm vermutlich auch in den Rücken fallen würde, da redete sie schon weiter.
Schon schön, dass sie das John fragte, und nicht ihn selbst. Er hätte nämlich eine ganz besonders schöne Erklärung gehabt. Weil er 31 war und sehr wohl wusste, was gut für ihn war und auch mit den Folgen leben konnte. Das war der Grund.
Jetzt führten sie schon ein Gespräch über aber ohne ihn! Sherlock hasste so etwas, aber er fürchtete, wenn er etwas sagen würde, würde sie die Stimme bemerken und noch besorgter werden. Mrs Hudson würde er sogar zutrauen, ihm einen Trichter in den Mund zu stecken und Suppe hindurch zu schütten.
Ein feuchtes Stupsen an seiner Hand ließ den Detektiven schließlich von seinen Theorien abweichen und er schaute hinab. Augenblicklich sah er wieder Redbeard vor sich. Die großen, dunklen Augen. Das Fell um seine ruhige Gestalt. Er atmete tief. Er bemerkte, worum es ging. Er wusste, dass er gleich sterben würde.
Oder hatte er sich bewegt? War er aufgesprungen und hatte nach seinem Jungen geheult?
Der Junge zumindest hatte nach seinem Hund geheult. Nächte, Wochen. Oh, Redbeard. Guter, alter Redbeard.
Sherlock bekam wieder feuchte Augen, als er zu dem Tier hinab sah und fuhr sich einmal kurz darüber, damit niemand etwas bemerkte.
Er lehnte im Türrahmen, weil er sonst umkippen würde, aber der Hund drückte sich an seine Beine, wie als wolle er ihn stützen. Holmes spürte seine Wärme und die gleichmäßige Bewegung Atmen an seinem Bein und er fühlte wieder seinen Hund bei ihm, da tapste das Tier zu der Haushälterin, die sich gesetzt hatte und die Erinnerungen verschwanden. Sherlock zog die Nase hoch und rieb sich die Augen. Zum Glück konnte er es als Erkältung tarnen.
Als die Haushälterin mit einer Geschichte anfing und, wie zu erwarten, das Thema komplett verfehlte, hustete Sherlock kurz, und das nicht nur wegen dem Kratzen in seinem Hals.
Er bemerkte dann Johns Blick und weil sie sich so lange kannten wusste er auch, was er bedeutete. Also ließ der Detektiv sich nieder, in den Rahmen der Tür und lehnte sich gegen das kühle Holz.
Während der Erzählung der Vermieterin starrte er den Hund lange und ausdruckslos an. Dann würde er also nicht für immer bleiben. Sherlock wusste nicht, ob er das gut oder schlecht finden sollte, aber er hatte schon so viele Enttäuschungen in seinem Leben erfahren, da war das hier gar nichts mehr.
Er sah, wie John eine Termoskanne neben eine Tasse stellte. Ohne Zweifel für ihn.
Nachdem Mrs Hudson aufgestanden war kam der Hund wieder zu ihm und schleckte ihm über die Wange. Bei jedem Hund hätte Holmes das angewidert und er hätte ihn zurückgewiesen. Aber nicht bei Redbeard. Und dieser Hund sah ihm so furchtbar ähnlich.
Wussten die beiden anderen eigentlich wer Redbeard war? Vermutlich nicht, aber wenn Sherlock ehrlich zu sich war, dann musste er sich eingestehen, im Schlaf geredet zu haben. Und dann hatten sie ihn auch gehört. Hoffentlich fragten sie nicht. Allein die Anwesenheit dieses Hundes trieb dem Detektiven Tränen in die Augen.
Der war jetzt übrigens über Sherlock drüber gestiegen, sodass er im Flur stand und schleckte das Gesicht des Detektives.  Der seinerseits versuchte, die Nase im zotteligen Fell des Hundes zu vergraben.
Holmes konnte durch den Schnupfen nicht richtig riechen, aber der Hund roch nicht nach Redbeard. Natürlich, wie sollte er denn?
Dennoch behielt der Detektiv sein Gesicht tief im Fell des Tieres. „Redbeard.“ Murmelte er leise. „Ich hab dich nicht vergessen, mein Guter. Hast du mich vergessen?“ Er schaute kurz nach oben, zum oberen Rahmen des Türbogens, aber er schaute viel weiter, als zur Decke des Raumes, oder des Hauses.
Seine Augen waren wieder gerötet und schwammen, er hatte seinen Mund traurig verzogen. Sherlock bemerkte nach einiger Zeit, dass er nicht allein war und versuchte es zu kaschieren, indem er das Gesicht wieder vergrub.
Nach einiger Zeit, er war sich nicht sicher wie lang, bemerkte Sherlock, wie ihm warm war. Er hob den Blick vom Hund, die Tränen waren weg, die anfängliche Trauer überwunden.
„I-Ich werde mich etwas hinlegen…“ murmelte er und erhob sich unter einigen Mühen. Beim dritten Anlauf glückte es.
Dann torkelte er in Richtung Wohnzimmer. Er war sogar zu benommen, um Mrs Hudson wütend zu sein, die ihm seine Experimente durcheinander gebracht hatte. Vorsichtig hob der Detektiv die Hand zur Stirn und fuhr sich darüber. Sie war furchtbar warm. Oder war das die Hand?
Gegen eine plötzliche Übelkeit ankämpfend stürzte sich Holmes auf den Sessel und von dem zum Sofa, wo er sich abgekämpft hinfallen ließ. Der Hund bellte aufgebracht, aber im Moment hörte Sherlock nur das Blut in seinen Ohren rauschen.
Er legte ermattet eine Hand auf die Stirn und ließ sie dann über die Augen wandern, damit er sie reiben konnte, sie wanderte dann über Nase und Mund und blieb am Hals lieben. Wenn er nicht von allem so abgeschwächt wäre! John wird noch denken, er sei ernsthaft krank!
Die Schritte auf der Treppe nahm er gar nicht richtig wahr, er bemerkte nur den teuren Duft und das Rascheln vom Stoff, zusammen mit dem Klacken handgefertigter Schuhe, dazu ein drittes Klackern wie das eines Holzbeines, wenn auch eines dritten, aber erst als sich die hochgewachsene Gestalt bereits im Raum aufgebaut hatte wie eine Gewitterwolke.
„Was machst du da, Bruder?“ Mycroft spuckte die Bezeichnung fast aus. Er war der letzte, den der jüngere Holmes jetzt sehen wollte, dementsprechend negativ war seine Reaktion.
„Ich hoffe für dich, dass du das erkennen kannst. Sonst bist du der Schwächere von uns.“ Erwiderte er und hob seine Hand wieder zu den Augen, diesmal mit dem Handrücken unten und schloss die Augen. Er freute sich allerdings, dass seine Stimme sich für den Moment von der Rauheit befreit hatte und einigermaßen klar rüberkam.
„Natürlich kann ich das erkennen.“ Giftete Mycroft „Allerdings bin ich gekommen um mich nach der Hochzeit zu erkundigen. Wie erfreulich sie gelaufen ist, oder eher…“ er lehnte sich leicht vor um in die Küche sehen zu können. „Wie unerfreulich. Einen schönen guten Tag Doktor Watson. Mrs Hudson.“
Dann sah er zu seinem kränkelnden Bruder hinab. „Aber ich hoffe, sie war nicht so unerfreulich, dass du dich ertränken wolltest.“ Er schien diesen Scherz als einziger lustig zu finden, er genehmigte sich ein selbstzufriedenes amüsiertes Schnaufen, Sherlock rang sich ein schwaches Lächeln ab, nicht herzlich und auch nicht ehrlich. Das war ein kleiner Insider, aber zum Glück bekam Mycroft wirklich seltenst die Möglichkeit, ihn zu benutzen.
„Wie du vielleicht siehst war es Gewässer, in dem man nicht pflegt sich umzubringen, dass mir das hier bescherte.“ Sagte Sherlock dann und riskierte einen kleinen Blick zu Mycroft hoch. Der nickte mit einem selbstgefälligen Blick. „Natürlich.“ Aber noch bevor er erklären konnte, warum wurde Getrappel laut und wenig später auch das Hecheln des Hundes. Der Detektiv hörte noch ein „Was ist das denn?“ von Mycroft, dann begann das Tier zu bellen.
Neugierig öffnete der Jüngere das zugewandte Auge und hielt Ausschau nach dem, was sich da abspielte. Der Hund kläffte die Britische Regierung an, die verteidigte sich mit seinem Regenschirm, den er hielt wie eine Waffe. Es war ganz eindeutig, dass Mycroft den Hund nicht berühren wollte und wenn der ihm auch nur auf einen Metern zu nah kam drängte der Mann ihn etwas weg, auch wenn sein Missfallen darüber, seinen  Regenschirm dafür benutzen zu müssen, klar ersichtlich war.
Fast hätte Sherlock gelacht, so begrenzte er sich auf ein süffisantes Schmunzeln. Das war wesentlich schmerzlicher für seinen Bruder, bestimmt.
Mrs Hudson war diesmal die Spielverderberin, indem sie auf die beiden zu kam und in des Hundes Fell herumwühlte, bis sie ein Halsband fand, an dem sie ihn zurückziehen konnte.
Dann begann sie ihn etwas auszuschimpfen und bat John dann, kurz auf ihn aufzupassen, während sie den zubereiteten Tee und hingestellte Tasse zu Sherlock brachte. Dann zeigte sie in bester Mrs Hudson-Manier auf den älteren Holmes und sagte ihm, er solle nicht so rüde sein, weil sein Bruder schwer krank war. Und das war auch in bester Mrs Hudson-Manier. Sie übertrieb Maßlos.
Vielleicht war Sherlock ein bisschen Krank, aber doch noch gesund genug, um seinen Bruder auszuhalten! Er ließ seinen Arm neben sich sinken. Was sollte sein großer Bruder denn denken? Und tatsächlich lächelte er herablassend, als sein kleiner Bruder einen Blick auf ihn riskierte.
Sherlock quittierte das mit seinem typisch falschen Lächeln und konzentrierte sich dann darauf, sich ordentlich aufzurichten.
Mrs Hudson ging ihm sofort zur Hand, was zwar seinen Stolz etwas traf, aber er mochte sie doch zu gern und schätzte ihre Fürsorglichkeit, um sie jetzt abzuwimmeln. Und allein würde er es eh nicht schaffen. Sollte Mycroft nur gucken, immerhin hatte sein kleiner Bruder immer noch ein paar Asse im Ärmel.
Schließlich war Sherlock aufrecht, lehnte sich vor und griff nach der Tasse. Nachdem er sie in beide Hände geschlossen und daran genippt hatte wollte Mycroft gerade mit einem abwertenden Satz beginnen, da schnitt der Jüngere ihm mit einem „Wie läuft es mit der Diät?“ das Wort ab. Das hatte gesessen. Während Sherlock über den Rand seiner Teetasse zu seinem Bruder hochschielte presste der die Lippen zusammen und rang sich ein „Gut, danke der Nachfrage.“ Ab.
Auf Sherlocks Gesicht erschien ein wissendes Lächeln während er einen weiteren Schluck von dem heißen Getränk nahm. Dann stellte er die Tasse ab und lehnte sich zurück, schlug das Bein über und sah herausfordernd zu seinem Bruder hoch.
„Was willst du? Was ist so viel wichtiger als die Regierung des großen, britischen Empire?“
„Ich wollte mich lediglich nach meinem Bruder erkundigen.“
Das falsche Lächeln wurde nicht erwidert, auch wenn Sherlock es sonst immer wieder gerne tat.
„Ich hoffe du weißt, dass ich dir das nicht abkaufe?“
„Oh, das solltest du aber.“

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Zuletzt von Sherlock Holmes am Di Sep 09, 2014 2:52 pm bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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BeitragThema: Re: John und Sherlock Nebenplay   Mo Sep 08, 2014 9:41 am

John hatte Sherlock aufmerksam beobachtet. Falls der Detective auch nur versuchte, Schwindelgefühl oder Hustenreiz zu unterdrücken, würde es der Arzt bemerken. Das war sein Fachgebiet, da konnte der Detective ihm definitv nichts vormachen. Sherlock konnte deduzieren und John wusste, wie mit Krankheiten umzugehen war. Als sich der Detective aber auf Johns stummen Blick sich doch wenigstens zu setzen, sich am Türrahmen hinuntergleiten ließ, war die restliche Schadenfreude und das Gefühl ein mal recht gehabt zu haben, dass sich auch der große Sherlock Holmes erkälten konnte gewichen. Gerade als der Detective so schwach am Türrahmen lehnte, und John wusste dass der Detective es gar nicht mochte, wenn man ihm mal irgendwelche Schwächen ansah, rührte trotzdem Mitgefühl irgendwo in John drinnen. Mitgefühl, dass es dem Consulting Detective wirklich nicht besonders ging, ebenso wie Mitgefühl, dass Mrs Hudson ihn mit ihrer Fürsorge überhäufte. Für Sherlock war im Moment das beste, was er bekommen konnte, die Ruhe. Keinen Hund, der ihn nervte, keine Mrs Hudson, die vor vieler Fürsorge fast zu platzen schien und kein Arzt der ihm irgendwelche Vorschriften machte. Aber jemand wie sein Mitbewohner brauchte wenigstens jemanden, der sich um seinen Körper kümmerte, wenn er schon nicht selbst an seinen dachte, sondern nur an sein Gehirn. Watson überlegte kurz. Tee war gut für Sherlocks Hals, der Dampf würde auch ein wenig den Schleim in der Nase lockern, Taschentücher waren noch zwei Pack da, also nicht gerade viel aber vorerst ausreichend. Suppe von Mrs Hudson sollte den Detective wieder etwas stärken. Kopfschmerztabletten waren noch da. Eigentlich war fast alles da, um den Detective den halben Tag wieder etwas stärken zu können. Die Vermieterin müsste noch ein paar leichtere Decken zur Hand haben. Am Abend, vor oder nach seiner Schicht könnte er noch etwas besorgen. Obst. Der Consulting Detective musste auch Vitamine zu sich nehmen. Allerdings hatten sie Momentan nur etwas Marmelade da. Ob das wirklich Vitaminreich war, wagte Watson sehr zu bezweifeln. In Fertigkonfitüren war ja größtenteils Zucker drin. Watson musste jetzt erst ein mal alles tun, damit der Detective wieder auf die Beine kam. Schließlich war sich John sicher, dass Sherlock sich in seiner Haut als Kranker auch nicht wohl fühlte und das Bild eben zeigte es ihm doch deutlich. Watsons ernster, besorgter Blick wich ein fast schon sanften lächeln, als der Hund wieder bei Sherlock war, als dieser so kraftlos am Türrahmen lehnte. Beinahe hätte der Arzt gedacht, der Detective würde den Hund von sich stoßen, weil er ja gar nicht empfänglich für irgendwelche Tiere war. Aber da hatte sich John wohl getäuscht. Gewaltig. Der Consulting Detective vergrub sein Gesicht in das Fell des Hundes, der Treu ganz dicht bei ihm stand. Irgendwie wirkte der Detective gerade nicht wie er selbst. Sondern wie ein normaler Mensch der verletzlich wirken konnte, der Gefühle zeigen durfte. John hatte in letzter Zeit wirklich gemerkt, dass der Detecive sehr wohl Gefühle hatte und entgegen allen anderen Meinungen behauptete John beinahe, dass Sherlock ein normaler Mensch ist. Nur sein schlaues Hirn, seine brillanten Deduktionen und sein manchmal viel zu großes Ego und die Arroganz machten ihn zu einem gefühlskalten Consulting Detective. Aber gerade eben war er das absolut nicht. Sherlock wusste es wohl zu verbergen, in dem er sein Gesicht in das Fell des Hundes vergrub, vielleicht sogar versteckte, aber John meinte wirklich Tränen zu bemerken, als sein Mitbewohner ein mal das Gesicht von dem Fell des Hundes löst und an die Decke blickte, bevor er es erneut in das Fell des Hundes vergrub. Etwas schien den Detective traurig zu machen. Nur was den bloß. Was war es den bloß, dass er gerade wirklich beinahe zerbrechlich wirkte. Wobei die Erkältung an dem Bild auch einiges verstärkte. John hatte das leise murmeln vernommen, auch wenn es so leise gewesen war. Hatte dieser Redbeard etwas damit zu tun? Mit diesen Tränen des Detectives, dass er so aufgelöst wirkte. Wieso sollte er ihn vergessen haben? Was um alles in der Welt war dieser Redbeard, der die Gefühle des Detectives ,scheinbar bloß die Gedanken an diesen, die Gefühle herausholen konnte? John wünschte sich schon fast, diesen Redbeard kennen zu lernen, denn schließlich schien dem Consulting Detective wirklich fiel an diesem jemand mit diesem außergewöhnlichen Namen zu hängen. Als jedoch Watson diese komischen treuen Augen wahrnahm, die Aufsahen, zu dem Arzt, die von ein wenig Fell etwas verdeckt wurden, kam dem Arzt ein Gedanke. Redbeard hatte der Detective ausgerufen, als der Hund in seinem Zimmer war, Redbeard hatte er gemurmelt, als er sein Gesicht in den Fell dieses Hundes vergrub. War Redbeard etwa dieser Hund? Das war doch beinahe unmöglich. Woher sollte Sherlock den Mrs Turners Hund kennen? Noch während Watson über diese Option nachdachte, kam eine weitere Option durch seine noch etwas trägen Gedankengängen. Was wenn dieser Hund einem Hund ähnlich sah, der vielleicht Redbeard hieß? Nur woher hatte Sherlock den in letzter Zeit kontakt zu einem Hund? Überhaupt hatte er, und da war sich John ziemlich sicher, seit Watson mit dem Detecive in einer Wohnung lebte, weder einen Hund erwähnt noch gab es Anzeichen für einen Vierbeiner. Vielleicht war da ein Hund namens Redbeard der ihn in seiner früheren Zeit nahe stand. John erinnerte sich dunkel an einen Satz den er mal gelesen hatte. Hunde sind die besten Freunde des Menschen. Traf das hierauf zu. War dieser genannte Redbeard ein Hund, der zu dem Detective eine Beziehung aufgebaut hatte. War Redbeard ein Freund in früheren Zeiten des Detectives gewesen? Watson wusste, dass selbst Sherlock wahre Freundschaft nicht egal war und das er wahre Freunde zu schätzen wusste. Denn sie beide waren auch Freunde, zumindest hatte vor längere Zeit der Detective auch mal bei einem Fall in dem er Sebastien vorgestellt wurde, John glaubte es war der Blinde Banker, als Freund dargestellt. Watson korrigierte sich darauf hin nur mit dem Wort Kollege, aber mittlerweile erwähnte auch er, beim Vorstellen entweder die Worte Freund oder einfach seinen Namen. Es gab schließlich schon genug Situationen, an denen die Freundschaft, so sonderbar sie auch war, ans Tageslicht trat. Beispielsweise kurz nach der aufgeklärten Hochzeit an der Bank zwischen einer Baumallee vor ein paar Tagen. Sogar einen Satz lang geduzt hatten sich beide. Sherlock war also durchaus empfänglich für Freunde, für Freundschaft und sollte dieser Hund, mit dem wohl einige Verbindungen an einen treuen Freundeshund, ihn an eben diesen Erinnern, so war es doch nur nachvollziehbar, dass Sherlock in dieser Situation aufgewühlt war. Aber warum den die Tränen? Gab es nicht nur gute Erinnerungen mit Redbeard? Vergessen, Sherlock hatte etwas von ob er ihn vergessen hatte gemurmelt. Ob Redbeard etwa nicht mehr unter den lebenden Vierbeinern verweilte und deshalb die Erinnerung an den Hund so schmerzte, weil genau Mrs Turners Hund diese Erinnerungen wieder hervorholten? Watson hätte frustriert aufgeseufzt. Doch schon allein weil Sherlock hier war, unterließ er es. Er sollte auf keinen Fall mitbekommen, dass sich John darüber Gedanken machte. Schließlich konnte er doch alles nur Vermuten oder sich etwas zusammenreimen. Deduzieren konnte der Arzt ja nicht. Aber Watson dachte sich schon, dass Sherlock auf keinen Fall wolle würde, dass John hinter dem Grund dieses Gefühlsausbruch kam. Konnte man es überhaupt Gefühlsausbruch nennen? Watson hätte am liebsten irgendetwas gesagt. Irgendetwas, was den Detective verstehen ließ, dass dieser Kummer in Ordnung war. Denn nichts war so schlimm, als einen Freund zu verlieren, auch wenn der Verlust schon länger her war. Watson kannte diesen Schmerz, zumindest annähern. Aber da John nicht mal wusste, ob er mit seinen Gedanken richtig lag, ließ er auch das und schwieg. Trotzdem rührte ihn der Anblick von dem Hund und dem Detective einfach zu Herzen. Auch Mrs Hudson schien auf seltsame weise gerührt und schniefte sogar kurz, während sie zu John blickte als wollte sie fragen, ob er wüsste, was den hier los sei. Doch John hatte keine Ahnung, er konnte nur vermuten und vielleicht irgendwas in Betracht ziehen. Weder deduzieren noch Gedanken lesen. Vor allem nicht Gedanken lesen, aber auch um dieses Thema hatte er sich schon viel zu oft Gedanken gemacht, als das man es ausbreiten müsste. Watson hingegen hätte dem Detective viel lieber geholfen, sich aufzurichten, als er, so schien es, sich wieder gesammelt hatte, aber sein Ego das allein zu können, würde vielleicht nur wieder durchkommen oder der Detective würde sich in sein Image gefährdet fühlen, deshalb lies er auch dieses Unterfangen bleiben. Stattdessen richtete John kurz den Blick zu Mrs Hudsons Topf, als sie mit der Suppe anfing, doch Sherlock verkündete nur, sich hinlegen zu wollen, was er dann auch tat. Der Hund folgte ihm, was John wieder ein kleinen lächeln auf die Lippen zauberte. Tiere hatten doch etwas gutes an sich. Watson merkte allein schon an den glasigen Augen und den leichten Schweißperlen an der Stirn des Detectives, dass dieser Fieber haben musste. Da sollte John wohl doch vorsichtshalber den Medikamentenschrank durchsuchen, der eigentlich ein Schränkchen im oberen Teil der anderen Küchenschränken war, er ihn aber schon beim Einzug für sich und die Notfallmedikamente beanspruchte. Eine schmerzlindernde und zugleich fiebersinkende Tablettenpackung sollte sich dort doch sicherlich finden lassen.
Mrs Hudson erklärte gerade irgendwas zu der Suppe, Hühnerbrühe, wohl laut Rezept, schnappte John ein paar Wortfetzen auf, doch wirklich zugehört hatte er nicht, wie man diese Suppe zubereitete. Die Vermieterin rührte nur ein mal darin rum, während man das Bellen des Hundes vernahm und dann Schritte auf der Holztreppe nach oben in die Wohnung. Wenig später ein kleiner Wortwechsel und dann streckte auch schon Mycroft Holmes seinen Kopf zur Küche rein, erwähnte kurz die Hochzeit und grüßte John sowohl als auch die Vermieterin. Moment, woher wusste Sherlocks Bruder von der Hochzeit vielmehr von dem unglücklichen Ausgang? Aber John hatte gelernt, sich bei einem Holmes über gar nichts zu wundern. Auch wenn es ihn wirklich interessierte, wie er das mit dem unerfreulichen Ausgang herausgefunden hatte. Über Sherlock? Jedenfalls sah die Vermieterin den Arzt verwirrt an. „Unerfreulich? Wieso denn das?“ fragte die Vermieterin interessiert und gleichermaßen verwirrt. „Nicht jetzt, Mrs Hudson“, flüsterte John. Warum genau er flüsterte wusste der Arzt selbst nicht, aber das Thema wollte er jetzt auf keinen Fall anschneiden. Gerade machte er sich genug Gedanken um Sherlocks Gesundheit und um diesen Redbeard, der möglicherweise wirklich ein treuer Hund gewesen sein mochte. Außerdem über den Hund von Mrs Turner und darüber wie er die Abendschicht überstehen sollte. Ein weiteres Bellen und mehrere leisere Kläffer und Mycrofts Stimme ließ die Vermieterin alarmiert hochsehen. Sie verschwand kurz im Wohnzimmer und John hatte die Aufgabe, auf die Suppe aufzupassen, die vor sich hin köchelte. Watson nahm ein mal den Kochlöffel auf einem freien Platz an der Theke und rührte ein mal rum, während sich ein grinsen auf sein Gesicht stahl. Allein durch Mrs Hudson leiser schimpfender Stimme und den Stimmen und Geräuschen zuvor konnte sich John denken, dass der Hund entweder mit Mycroft spielen wollte, der es aber überhaupt nicht begrüßte oder der Hund den Bruder Sherlocks nicht willkommen hieß und auch Mycroft die Gegenwart des Hundes nicht sonderlich mochte. Mrs Hudson musste daher die Bogen glätten, weil der Detective aufgrund seiner Erkältung ja nicht konnte und vielleicht hätte er auch in gesundem Zustand nicht vorgehabt einzugreifen. Watson legte den Kochlöffel beiseite, setzte den Deckel wieder auf den Topf und wollte sich zum Medikamentenschrank begeben um nach einem Fiebersenkungsmittel zu suchen, da beorderte Mrs Hudson ihn an seine Seite um auf den Hund aufzupassen. Warum? Das er Mycroft nicht anfiel wie als wollte er spielen oder über ihn herfiel als wollte er ihn vertreiben? Watson grinste und leistete Mrs Hudsons Bitte folge. „Komme!“ rief John daher von der Küche aus und wandte sich auf dem Weg zu dem Medikamentenschrank ab, um ins Wohnzimmer zu kommen. Dort warf er erste ein mal einen Blick zu seinem „Patienten“ der nicht gerade gesund auf der Couch lag, aber dennoch so weit seinen Bruder ebenso mit Kommentaren nerven konnte, wie der andere ihn. John sah dann zu dem Hund, der von der Vermieterin am Halsband festgehalten wurde. Watson hatte wenig Erfahrung mit Hunden oder sonstigen Haustieren. Als Kind hatte er nicht wirklich eines. Gut, eines gab es da. Aber als Haustier konnte man es bei weitem nicht bezeichnen. Watson packte an Mrs Hudsons stelle das Tier am Halsband und begann nach Instinkt dem Vierbeiner etwas unbeholfen am Fell zu streicheln. Ein Glück, dass sich das Tier so einigermaßen besänftigen ließ, obwohl John es auch wieder losgelassen hätte, um zu sehen ob der Hund Mycroft aus Spielerei auf ihn herfielen würde oder aus Missfallen an seinem erscheinen hier ihn verjagen würde. So oder so, der ältere der Holmesbrüder sah keineswegs  erfreut über die Anwesenheit des Hundes aus. „Was, die Britische Regierung hat doch nicht etwa Angst vor einem Hund?“ wagte John die Frage auszusprechen, amüsiert und vielleicht auch nicht ganz ernst gemeint. Mrs Hudson dagegen hatte den Tee und die Thermoskanne geholt und beides zu Sherlock auf den Kaffeetisch gestellt. Dann half sie ihm beim aufrichten, während der Detective seine Kommentare fast schon feixend losließ. Allerdings wollte John bei der letzten Aussage von Mycroft diesem recht geben. Schließlich durfte sich auch die Britische Regierung um einen Consulting Detective ein mal sorgen machen. Dennoch wollte Watson dem Detective dann doch nicht in den Rückenfallen, aber abstreiten wollte er Mycrofts Satz auch nicht, deshalb sagte er nichts. Erst als Mrs Hudson sich wieder dem Vierbeiner annahm, wandte Watson sich an den älteren Bruder der Detectives. „Ihr Bruder braucht jetzt vor allem erst mal Ruhe. Und die bekommt er erst, wenn er niemanden mehr hat, mit dem er sich ein Wortgefecht auf gleichem Niveau leiste kann. Daher wäre es besser, wenn Sie zu einem späteren Zeitpunkt, übermorgen vielleicht wieder vorbeisehen würden.“ John wollte damit nicht nur sicher gehen, dass Sherlocks Ruhe nicht durch seinen Bruder gestört wurde, sondern auch, dass keine weiteren Nachfragen bezüglich der Hochzeit kommen würden. Watson wandte sich an Mrs Hudson. „Das gilt allerdings auch für Sie. Ihre Suppe haben wir ja, aber ein, zwei leichte Decken wären noch hilfreich“, erklärte John. Woraufhin die Vermieterin erst ein wenig enttäuscht aussah, dann aber Verständnis zeigte, dass Ruhe jetzt wirklich das beste wäre und sie den Hund schon am Halsband nach unten zerrte, da fiel dem Arzt wieder das mit dem Menschens bester Freund ist der Hund ein. „Wissen Sie was, ich denke der Hund kann ruhig hier bleiben. Seine Anwesenheit scheint dem Detective gut zu tun“, sagte der Arzt dann noch überlegend. Mrs Hudson sah zwar verwundert drein, schien sich aber auch an die Szene von vorhin zu erinnern, nickte und lies den Hund dann los, als sie sich sicher war, der Hund würde Mycroft keine Probleme mehr machen. Dann verschwand sie nach unten, während der Hund mit einem fast schon missbilligenden Blick an Mycroft zu Sherlock trabte.
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BeitragThema: Re: John und Sherlock Nebenplay   Mi Sep 10, 2014 8:01 pm

Sherlock war zu erschöpft um gegen John zu protestieren, der ihn in den Schutz nahm. Was wusste er denn schon? Immerhin konnte der Consulting Detective aufrecht sitzen und das war doch wirklich ein Zeichen seines sich bessernden Zustandes. Er legte die Fingerspitzen und betrachtete die Szene mit einem minimal schräggelegten Kopf- seine typische Herr-der-Lage Pose, wenngleich er es nicht war, immerhin machte er sich gerade sehr albern vor seinem Bruder. Dessen Mund nahm übrigens gerade eine äußerst scheinheilig schadenfrohe Biegung an.
Oh, wie Sherlock diesen Ausdruck hasste. Er sah nur kurz zu ihm hoch, lächelte falsch und konzentrierte sich dann wieder auf John, wobei er den Kopf wieder etwas anheben musste. Allerdings nur etwas, den Rest erledigte er mit sehr hochgestellten Augen, immerhin hatte er seinen Stolz.
John war ganz in seinem Element, aus diesem Lauf konnte ihn niemand holen, also ließ Sherlock es über sich ergehen, in dem sicheren Wissen danach erstmal Ruhe zu haben. Auch vor seinem Bruder.
Der die Ansprache übrigens als immer beängstigender nahm und immer mehr das kalte Gesicht aufsetzte, dass er brauchte wenn es zu kippeln drohte. Sherlock genehmigte sich noch ein falsches, wissendes und gnädiges Lächeln, dann verscheuchte John die Dame und den Hund, bat allerdings darum, dass der Hund bleiben dürfe.
Das ließ das Grinsen Sherlocks verschwinden und er schaute mit diesem ausdruckslosen aber auch verwirrten und negativ überraschten Ausdruck zu Watson hoch. Der Detektiv wusste ehrlich nicht, ob er es gut finden sollte, dass der Hund blieb. Der Hund war lieb und gutmütig, aber die Erinnerungen an Redbeard schmerzten. Apropos. Mit diesem leicht angesäuerten Blick schaute der Jüngere der Holmes zu seinem Freund hoch. Wusste er jetzt, wer Redbeard war? Dumm genug um einige Beweise zu verstreuen war Sherlock ja gewesen. Aber er konnte nicht gut erkennen, ob John wirklich etwas mitbekommen hatte, also versuchte er das Thema erst gar nicht anzuschneiden.
Der Hund war inzwischen bei ihm angekommen und hatte sich auf seine Füße fallen lassen. Seine Blicke hatte der Detektiv allerdings auf seinen Bruder gerichtet, der immer noch mit seinem typisch überlegenen Ausdruck im Gesicht im Raum stand, etwas vom Sofa zurückgewichen, weil John seine Show hatte abliefern müssen.
„Gut.“ Sagte er dann und sah auf seine Uhr. „Ich denke ich muss wieder los. Der Zahnarzt ruft.“ Er ging zur Tür und stellte den Regenschirm noch einmal auf um sich ganz leicht, in einer gönnerhaften Pose, darauf zu stützen. „Ach ja, und Sherlock. Pass auf was du tust. Du machst dich viel zu verletzlich.“ Mit diesen süffisanten Worten ging er zur Tür hinaus und wenig später hörte man seine Schritte auf der Treppe verschwinden.
Der Consulting Detective schnaufte einmal, dann griff er an den untersten Zipfel seines Morgenmantels, dann drehte er sich ein, den Kopf zur Lehne und schmiegte den Stoff um sich.
Er zog die Beine an und schon wenig später spürte er ein warmes Fell an seinen Füßen.
Wie hieß der Hund jetzt eigentlich? Holmes streckte die Hand nach unten und vergrub seine Hand kurz in seinem Halsfell.
Der Hund gähnte kurz, dann schwiegen beide.
Nach einiger Zeit schlief Sherlock ein. Es war nur ein Halbschlaf und er nahm das eine oder andere Wort auf, murmelte ganz leise einen Kommentar, der aber halb in der Lehne unterging und schlief weiter. Er drehte sich mehrmals im Schlaf, hustete, nieste oder kratzte sich an Nase oder Hals, aber er wachte nicht auf, bis ihn ein Gefühl beschlich. Das Gefühl des Beobachtet seins.
Sherlock schlug ruckartig die Augen auf. Er drehte sich um und sah einen Mann im Raum stehen, Aktentasche, grauer Anzug mit roter Krawatte und schwarzen Lederschuhen, Raucher, Vater und ganz offensichtlich Angestellter. Papierkram und so. Vermutlich bei Transport for London.
Halbglatze, glattrasiert, aber eilig, vermutlich fing seine Schicht erst gleich an, deshalb hatte er seine Tasche mitgenommen. Also hatte er nichts großes, oder etwas, das zu erklären nicht lange brauchte. Der versprochene Klient. Seltsamerweise, wenn man das sagen konnte, machte es Sherlock wütend, dass er mit etwas derart Leichtem zu ihm kam. Nichts, was in gut zehn Minuten erklärt war, war wirklich Überlegenswert.
Das Gesicht des Detektivs wurde grimmig und er stand auf, woraufhin der Hund murrend des Feld räumte. Zuerst schien der Mann glücklich, dass ihm Beachtung geschenkt wurde aber schon bald wandelte sich sein Ausdruck in ängstliches Entsetzen, als der Consulting Detective über den Tisch stieg (und dabei nur knapp den Fuß nicht auf die Teetasse setzte) und entschlossenen Schrittes auf ihn zu ging.
„Was denken Sie, was Sie hier tun?“ brüllte er dann gedämpft und seine Stimme war wieder rau und beängstigend. „Ich habe keine Zeit für kleine Mätzchen, erst recht nicht ihre.“ Er lehnte sich halb über den Besucher, den er um gut zwei Köpfe überragte, der bog sich nach hinten wie ein schmaler Baum im starken Wind. „Ich bin nicht interessiert an ihren kleinen Problemen. Sie sind langweilig. Also verschwinden Sie und langweilen jemand anders mit ihren Problemen.“
Der Mann hatte zu Zittern bekommen, jetzt nickte er hastig und wand sich aus Sherlocks eisernem Blick, nur um einschüchtert zur Tür zu eilen, den Blick immer wieder zitternd zu dem komischen Mann gerichtet, der ihn mit Adleraugen folgte.
Als der Mann verscheucht und seine innere Ruhe wieder hergestellt war ließ sich Sherlock mit einem tiefen Seufzen auf das Sofa fallen.
Er verharrte eine Zeit lang dort, mit diesem grimmig entschlossenen Blick, während er geistesabwesend den Hund streichelte.

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John Watson
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Mein Name ist John Watson und ich bin auf den Tag genau 40 Jahre alt. Ich wurde in London geboren und wohne heute in London. Beruflich bin ich Arzt. Außerdem bin ich bekannt als hoffentlich doch loyaler Freund und guter Arzt. Aktiv im Inplay? Ja, seit dem 18.11.14



BeitragThema: Re: John und Sherlock Nebenplay   Mo Sep 15, 2014 4:20 pm

Als Mrs Hudson dann verschwunden war und der Hund sich zu Sherlock gesellte, nickte der Arzt auf Mycrofts art von Verabschiedung. „Alles Gute“, meinte er daher auf Mycrofts Erwähnung zu Zahnarzt zu müssen, gab ihm kurz die Hand und verschwand dann wieder eilig in der Küche, denn er hörte ein nicht gerade tolles Geräusch. Mrs Hudsons Suppe schien soeben am Überlaufen zu sein, was auch so war. Schnell schob er den Topf halb von der Herdplatte, an dem schon ein wenig der Suppe übergelaufen war, schaltete die Stufe auf 2 runter und suchte nach einem Lappen in diesem Chaos an der Theke. Daher nahm er auch nur am Rande die vorerst letzten Worte von Mycroft an seinen Bruder wahr. Verletzlich? Was meinte er mit verletzlich? War es, weil sein Bruder als Erkälteter verletzlich wirkte, oder vielleicht wegen dem Hund? John hatte den verwirrt negativ überraschten Ausdruck von Sherlock nur am Rande wahr genommen, aber nun machte er sich doch Gedanken. War da vielleicht wirklich etwas in Verbindung mit einem Hund? Ob er das Thema mal ansprechen sollte, oder erst mal ruhe lassen sollte, bis der Detective wieder fit war? Watson fand einen Lappen in der Spüle und wischte damit um Topf und Herd, bevor er den Deckel des Topfes abnahm, ein mal mit dem Kochlöffel umrührte und dann den Deckel wieder draufsetzte, bevor er die Suppe auf Stufe 2 warm hielt. Also hatte Sherlocks Bruder wieder einen Termin beim Zahnarzt, dann durfte er sich in nächster Zeit auf SMS Töne von dem Handy des Detectives einstellen, sollten die Brüder es nötig haben, sich gegenseitig SMS zu schreiben.
Gut, dass mit der Suppe war dann also erledigt. Jetzt sollte sie zumindest nicht mehr überlaufen. Dann konnte sich der Arzt auch endlich seinem Medikamentenschrank widmen. Als er diesen geöffnet hatte, schob er Schlafmittel von A nach B und Schmerz- und Vitamintabletten von B nach A. Im hintersten Teil des Schrankes fand er dann die fiebersenkenden Tabletten, noch haltbar, nicht angepackt. Aber John hatte vorgesorgt und er pflegte seinen Medizinschrank immer wieder, weil wer wusste den, was für Klienten mit welchen Problemen ankamen? Oder falls Mrs Hudson mal krank werden würde, aber jetzt war es der Detective. John stellte die Schachtel auf den Küchentisch, suchte nach einem Glas und füllte es mit Mineralwasser, welches auf Zimmertemperatur auf der Küchentheke stand. Das Glas stellte er ebenfalls kurz auf dem Küchentisch ab, als Mrs Hudson auch schon mit den angeforderten Decken reinkam. „Legen Sie sie einfach auf einen Stuhl“, erklärte Watson und konnte sich nun endlich wieder seiner Kaffeetasse widmen. „Und schläft er den?“ fragte die Vermieterin."Wer?"fragte John, nippte an seiner Tasse Kaffee und kam selbst darauf, bevor die Vermieterin etwas erwähnte. „Achso, Sherlock. Keine Ahnung, kann sein, dass er nur auf dem Sofa liegt und gelangweilt Luftlöcher in die Luft starrt“, antwortete der Arzt. „Mycroft haben Sie ja schön abgewimmelt“, sagte sie belustigt, während sie die Decken auf einem Stuhl in der Küche ablegte. „Hat sowieso einen Zahnarzttermin“, antwortete John, nahm einen größeren Schluck aus seiner Tasse. „Und Sie, müssen Sie heute wieder in die Praxis?“ fragte Mrs Hudson weiter, während sie einen kurzen Blick ins Wohnzimmer warf und über den Anblick von dem Hund und Sherlock lächelte. Dann wandte sie sich wieder der Suppe auf dem Herd zu. „Hab zurück geschalten“, informierte John kurz, bevor er auf ihre Frage einging. „Nur am Abend noch zwei, drei Stunden, mehr nicht“, antwortete er ihr. „Kaum kommen Sie aus dem Urlaub zurück, beginnen Sie schon wieder zu arbeiten, mein guter. Gönnen Sie sich den keine Pause?“ fragte die gute alte Dame, während sie den Deckel wieder auf den Topf setzte. „In Edinburgh war genug Zeit zum ausruhen, Mrs Hudson…“ der Arzt wurde von einer plötzlichen Idee Mrs Hudsons unterbrochen. „Und, wie war jetzt eigentlich die Hochzeit? Wieso sollte sie unerfreulich verlaufen sein?“ Watson überlegte. Konnte er sie mit wenigen Worten abspeisen oder gleich ganz auf ein anderes Thema bringen? Er hatte jetzt ziemlich wenig Lust, dass ganze noch mal durchzukauen und das an einem frühen Morgen. „Später, Mrs Hudson“, erklärte er daher und leitete schleunigst auf ein anderes Thema um. „Brauchen Sie eigentlich noch was? Ich wollte vor oder nach der Arbeit, je nach dem, noch ein paar Besorgungen machen, da kann ich für sie gleich noch was…“ auch jetzt kam der Arzt gar nicht zum Endes seines Satzes. Die Vermieterin schien jetzt nicht mehr interessiert an die Hochzeit zu sein, sondern eher in heller Aufruhr. „Ohja, wo sie es sagen, ich brauch noch einiges für Mozart. Moment, ich muss kurz nachsehen“, meinte die Vermieterin. John hätte sich beinahe an seinem Kaffee verschluckt. Eilig stellte er die Tasse ab. „Mozart?“ murmelte er verwirrt. „Mozart, der Hund heißt Mozart?“ John hätte wetten können, die Vermieterin wäre schon unten, aber da hatte er sich wohl ziemlich getäuscht. Mrs Hudson streckte den Kopf noch mal zur Küche rein. „Aber natürlich, Mrs Turner findet Mozart einfach herrlich“, sagt sie und deutet John dann mit nach unten zu kommen. Watson musste kurz überlegen, welcher der Mozarts jetzt gemeint wurde. Der Musiker oder der Hund, aber beim zweiten Satz von Mrs Hudson, war er sich sicher, dass der Musiker gemeint war.  Der Arzt schüttelt den Kopf, sucht in einer Küchenschublade nach Block. Er Schreibt schon mal ein paar Dinge auf den Zettel, die er besorgen sollte. Teebeutel und Tempopackungen ganz oben auf der Liste, Hustenbonbons und ein wenig Obst sollten auch nicht schaden. Watson blickte noch mal kurz ins Wohnzimmer und sah, wie Sherlock den Hund streichelte, während er sich selbst auf dem Sofa zur lehne gewandt hatte. Hoffentlich kommt er ein wenig zu Ruhe, dachte sich John und macht sich dann hinunter in die Wohnung der Vermieterin auf.
Watson sitzt jetzt seit gut 10 Minuten in der Küche bei Mrs Hudson, während er fleißig die Einkaufsliste vervollständigt und die Vermieterin immer wieder in den Kühlschrank und allgemein in den Schränken nachsieht, was noch so gebraucht wird. Unter anderem war da eine menge Hundefutter, Nass- sowie Trockenfutter dabei. „Ähm, Mrs Hudson“ John sah auf. „Wie lange bleibt den…“ der Arzt musste sich immer noch an den Namen des Hundes gewöhnen. „….Mozart?“ Die Vermieterin sah lächelnd auf. „Oh warten Sie, da muss ich jetzt erst mal überlegen“, während die Dame überlegte, klingelte es an der Haustür. Der Arzt wollte sich gerade erheben, da meinte die Dame, sie würde das schon machen, er sollte lieber noch zwei Erdbeermarmeladengläser auf die Liste setzen.
Der Arzt horchte auf, als Stimmen vor der Haustür zu hören waren. Eine gehörte Mrs Hudson. Genau konnte er allerdings nicht hören, was sie sagten. Nur Schritte vernahm er nach geschätzten drei Minuten auf der Treppe, ehe die Vermieterin wieder in der Küche auftauchte. „Milch John,“ meinte die Vermieterin. „Milch, hab ich ganz vergessen zu sagen“. John nickte, kritzelte die fünf Buchstaben auf den Zettel und sah auf. „Wer war das?“ Die Vermieterin sah kurz zu Küchentür. „Oh, das? Ein Mann, er meinte er müsse zu Sherlock, weil es dringlich sei. Ganz ungehobelt einfach so reinzuplatzen. Er ist einfach nach oben, obwohl ich ihm gesagt habe, dass Sherlock in keine guten Zustand sei um sich höflich um seine Probleme zu kümmern“, erklärte die Dame im Plauderton. John sah perplex drein. Hoffentlich würde das nicht gleich ein schlechtes Ende nehmen. Der Detective war ja mit seiner langweile manchmal kaum auszuhalten, aber wie würde er in einem kranken Zustand auf einen langweiligen Fall reagieren? Watson erhob sich schnell. „Gut, brauchen Sie sonst noch was, Mrs Hudson?“ fragte er. Die Dame schüttelte den Kopf. „Nein, nein. Das sollte vorerst genügen. Ich danke Ihnen.“ „Da gibt’s es nichts zu danken, Mrs Hudson. Das ist doch selbstverständlich. Ich muss dann aber doch mal nachsehen, was dort oben so vor sich geht,“ erklärte John. Die Dame nickte. Sie verstand. Nicht das am Ende wieder ein Küchentisch eine Schramme mehr hatte oder die Tapete ein Loch mehr. Die beiden verabschiedeten sich kurz voneinander, bevor Watson sich wieder nach oben aufmachte. Auf halbe Treppe traf er allerdings auf den Mann, scheinbar ein Klient, der wütend auf den Ausgang zu stapfte. Oder schien er eher erschreckt? John drehte sich nach dem Mann um, der die Haustür ins Schloss fallen ließ. Gott, was hat er jetzt schon wieder angestellt? dachte sich der Arzt. Er schritt die letzten Stufen nach oben, bog in die Küche ab, nahm Wasserglas, Tablettenpackung und eine von Mrs Hudsons vorbeigebrachten leichten Decken. Damit durchquerte er dann das Wohnzimmer. Der Detective saß auf dem Sofa und fuhr dem Hund, halt, Mozart durchs Fell. Watson lächelte leicht und legte die Decke auf die Sofalehne. Tablettenpackung und Wasserglas stellte er vor dem Detective auf dem Couchtisch ab. „Eine, gegen ihr Fieber. Sie sollten sich wirklich ein paar Stunden hinlegen“, meinte John, ging dann zum rechten Fenster im Wohnzimmer und blickte auf die Straße, die gerade der Mann von eben überquerte. „Ein Klient, eben? Haben Sie ihn weggeschickt, weil sie sich ausnahmsweise mal an meinen Rat halten wollten keine Fälle anzunehmen, oder war das Problem zu langweilig für Sie?“
Der Mann auf der Straße blickte noch mal zurück zur 221b, schien irgendetwas zu murmeln und verschwand dann unter den Passanten auf dem gegenüberliegenden Gehweg. Wahrscheinlich war Sherlock dieser Fall wirklich zu langweilig und das ärgerte den Mann jetzt. War ja auch nicht selten. Sie hatten genügend Klienten, bei denen die Fälle nicht Sherlocks Messlatte einer sechs oder höher entsprachen und daher unwichtig waren. Für ihn. Für die Klienten war das sehr frustrierend. Andere reagierten wütend, manche verwundert und wieder andere machten sich ausdruckslos wieder auf dem Weg nach Hause.
Watson hörte, wie der Hund gähnte, mit einem kurzen  komisch klingenden laut und drauf folgte ein schlabbern seiner Zunge. Der Arzt erinnerte sich wieder an die Situation vorhin in der Küche. Irgendwas schien der Hund in dem Detective ausgelöst zu haben, eine Erinnerung an einen anderen Hund zu dem er eine Freundschaft pflegte, zumindest vermutete der Arzt das so. Aber das Thema sollte er doch Ruhe lassen, für eine Weile. Vielleicht war Sherlock ja nur zugänglich für Hunde, wenn er krank war. Bei vollstem Verstand würde es auch wieder ganz anders aussehen, oder? John sah kurz zu dem Vierbeiner und dem Detective, die immer noch an dem Sofa waren. Die Streicheleinheiten genoss der Hund sichtlich. Eine Aussage konnte der Arzt sich dann doch nicht verkneifen. „Sie scheinen gut mit dem Hu…“ John stoppte kurz, wandte sein Gesicht wieder aus dem Fenster und grinste, bevor er den Satz erneut ansetzte. „Sie und Mozart scheinen gut miteinander klar zu kommen“, meinte er dann. Mozart. Ein Hund. Wie konnte man einen Hund bloß Mozart nennen? Darauf kam ja bloß Mrs Turner.
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