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 Mini-Nebenplay | John, Sherlock und der Kindergarten

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Sherlock Holmes
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~Der Charakter~ : Mein Name ist Sherlock Holmes und ich bin 32 Jahre alt. Ich wurde in London geboren und wohne heute in genau dieser Stadt. Beruflich bin ich Beratender Detektiv. Außerdem bin ich bekannt als das unangenehmste, rüdeste, ignoranteste und alles in allem widerlichste A*schloch dem zu begegnen jemand das Pech haben kann. Aktiv im Inplay? Ja


BeitragThema: Mini-Nebenplay | John, Sherlock und der Kindergarten   Mo Jul 28, 2014 1:09 pm


Da John einer kranken Erzieherin versprochen hat, ihre Schichten zu übernehmen und Sherlock zuhause Stress macht, werden Arzt und Detektiv in den Kindergarten befördert.
Was da wartet kann niemand wissen...
Weiß überhaupt einer der beiden, wie man mit Kindern umgeht?
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John Watson
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Mein Name ist John Watson und ich bin auf den Tag genau 40 Jahre alt. Ich wurde in London geboren und wohne heute in London. Beruflich bin ich Arzt. Außerdem bin ich bekannt als hoffentlich doch loyaler Freund und guter Arzt. Aktiv im Inplay? Ja, seit dem 18.11.14



BeitragThema: Re: Mini-Nebenplay | John, Sherlock und der Kindergarten   Mo Jul 28, 2014 4:38 pm

John musste sich ein grinsen ernsthaft unterdrücken. Noch Freitag Früh hatte er eine Patientin bei sich auf der Liege gehabt, die sich über Kopfweh, Übelkeit und Bauchschmerzen beklagte. Ganz klar hatte sich die Liebe Dame einen Virus eingefangen, das war schon nach einer einfachen Untersuchung klar. Schließlich ging zurzeit auch eine Grippe umher. Mehrere Leute musste der Arzt schon von der Arbeit krankschreiben. Das dumme bei seiner Patientin war nur, dass sie Erzieherin in einem nette kleinen Kindergarten in der nähe von London ist und schon mehrere Erzieher erkrankt sind. Und wie John eben nun mal so war, ging ihm das mit seiner Patientin nicht aus dem Kopf. Schließlich waren nur noch zwei Erzieher da, um die Kinder zu betreuen und das fand seine Patientin zu wenig. Bevor diese also riskierte, mit ihrem eingefangenen Virus doch noch in den Kindergarten zurückzugehen, bot Watson seine Hilfe an. Schließlich hatte er die nächste Woche sowieso frei, da könnte er ruhig mal im Kindergarten vorbeischauen. Zwar hatte er selbst noch keine Kinder und wusste demnach nicht ganz so, wie man mit solchen umging, aber es war sicherlich auch nichts anderes, als er sich damals hin und wieder um seine Schwester Harry gekümmert hatte.
Im Grunde wollte John auch alleine beim Kindergarten vorbeischauen und etwas aushelfen, ohne Begleitung. Doch da es der gelangweilte Consulting Detective am Sonntag mit einem Experiment zu weit trieb, beschloss Watson ihn kurzer Hand mitzunehmen. Wer Köpfe im Kühlschrank verstauen konnte und dieses mal Wohnzimmer wie Küche mit Experimenten zumüllte, dass man kaum noch einen Schritt hineinwagen konnte, würd auch mit ein paar Kindern klar kommen. Was John allerdings nicht wusste, war, dass diese Kinder ganz schon anspruchsvoll werden konnten, nicht nur weil sie ganz und gar keine kleine Gruppe waren.
Natürlich hatte sich der Consulting Detective gesträubt, den Arzt mit in einen Kindergarten zu begleiten, doch Erpressung war ein ganz gutes Mittel, den Detective doch noch überzeugen zu können John zu begleiten. Wäre der Detective nicht mitgegangen, so hätten wohl ein paar Experimente in der Wohnung der beiden ihren neuen Platz in einer schicken Mülltonne gefunden.
Nun also stand John hier, versuchte immer noch sein grinsen zu verbergen, während er der Stimme einer älteren Erzieherin lauschte. An seiner Seite war Sherlock. Beide lauschten dem Bericht der Erzieherin, wie es in den nächsten Tage ablaufen würde. „Also diese Woche sind zwei Ausflüge mit unseren Kindern geplant. Ein mal geht es mit den größeren zum ins Schwimmbad, die kleineren dürfen am Donnerstag in den Zoo. Ansonsten ist jeder Tag gleich. Am Morgen gibt es eine kleine Begrüßung aller Kinder. Dazu versammeln wir uns im Kreise und Berichten was am gestrigen Tage alles geschehen ist, danach gibt es eine Lernstunde, an denen die Kinder Zahlen und das ABC lernen und danach dürfen sich die Kinder bis kurz nach 12 selbst beschäftigen, während das Essen für die Kinder zubereitet wird, die bis Nachmittags um 3 bleiben. Um 12 wird rund die Hälfte unserer Kinder abgeholt, daher werden Sie beide die Abholkinder auch später beim anziehen helfen und mit ihnen warten, bis sie abgeholt werden.“ Erklärte die Erzieherin, die sich dann mit dem Namen Marina vorstellte und noch mal erwähnte wie heilfroh sie sei, dass sich Freiwillige als Aushilfe für diese Woche fanden. Denn außer Marina war nur noch eine Erzieherin da, die auf die Kinder aufpasste. Alle anderen Erzieher lagen krank im Bett.
„Aber das ist doch selbstverständlich, dass wir Ihnen helfen. Eine Woche auf die kleinen aufzupassen ist eine gute Abwechslung gegen den Stress in der Praxis,“ meinte John höflich. Wie sehr er sich da aber noch täuschte, würde er schon bald bemerken. Eine Arbeit halbtags in einer kleinen Praxis konnte manchmal sogar angenehmer sein, als sich mit so manchen Plagegeistern auseinanderzusetzten, die Watson später noch kennen lernen würde. „Das ist Schön. Die Kinder sind schon ganz aufgeregt, weil Sie kommen. Sie wollen sie endlich sehen“, meinte Marina. Watson nickte und lächelte nun. Insgeheim freute er sich schon, die Kleinen zu sehen. Kinder waren doch genau genommen etwas wunderbares. Würde Watson die Ansicht allerdings auch nach der Woche noch teilen?
John sah kurz zu Sherlock, weil er wusste, dass der Consulting Detective darauf absolut keine Lust hatte. Doch sein Mitbewohner hatte keine andere Wahl. Würde er seine Experimente demnächst nicht in der Mülltonne sehen wollen, musste er da jetzt durch. „Na dann sollten wir die Kinder auch nicht länger warten lassen“, erklärte der Arzt, woraufhin Marinna die Tür zu dem Raum öffnete, in dem die Kinder bereits leise auf dem Boden im Kreis sitzen und gespannt wie auf den Weihnachtsmann, auf die beiden Besucher warteten.
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Sherlock Holmes
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BeitragThema: Re: Mini-Nebenplay | John, Sherlock und der Kindergarten   Mo Jul 28, 2014 8:53 pm

Es war kein Ausflug nach Sherlock Holmes Geschmack. Es ging nicht in die unseriösen Gässchen Londons, zweifelhafte Labore, abgeschieden von der Zivilisation, es ging auch nicht in eine verlassene Wohnung, in der ein Ermordeter lag. Oh nein, und der Fadenzieher war auch ein anderer, und unter diesen Umständen ein weitaus grausamerer und teuflischerer.
John Watson brachte Sherlock Holmes in den Kindergarten.
Was bedeutete, er musste früh aufstehen, seinen Mantel an einen Haken in Elefanten-Form hängen und seine Experimente zuhause lassen. Dabei war gerade der Kopf so interessant gewesen!
Erpresst hatte der Arzt den Detektiven! Wenn er nicht mitkam würde sein Experiment weggeworfen! Das traute Holmes ihm zu, er war zu noch viel Grausameren bereit.
Und so stand der Consulting Detective hier, vor dieser älteren Dame, die da so von den Beschäftigungen der Kinder redete, als ob es Sherlock interessieren würde. Mehrmals unterdrückte er ein herablassendes Schnaufen, aber sein Blick sprach in diesen Momenten Bände. Ansonsten schaffte er es, den typisch kühlen, leicht überheblichen Blick aufrecht zu erhalten und kostete es aus, größer als alle im Raum zu sein, indem er jedem einen Blick von oben zu warf.
Marina, wie die Dame, offensichtlich in zweiter Ehe verheiratet, Mutter von zwei inzwischen erwachsenen Söhnen und nebenberufliche Künstlerin, sich vorstellte, brachte nun ihre Freude zum Ausdruck, dass sie jemanden für die Kinder sorgen konnte, weil sie wohl allein mit einer anderen war, und Sherlock warf ihr ein falsches Lächeln zu. Johns Antwort dagegen ließ ihn fast wieder seufzen, da war eindeutig jemand viel zu optimistisch. Es gab ein paar ziemliche Quälgeister, merkte John das nicht? Das konnte man doch eindeutig daran sehen, dass der Verschluss der langen Kette, die Marina da trug schon mehrmals repariert worden war. Jemand hatte sie abgerissen, außerdem konnte man den Verschluss sehen, sie musste also ziemlich in Aktion sein, um die Kleinen im Zaum zu behalten.
Als die Erzieherin schließlich im Begriff war, die Tür zu öffnen warf Sherlock John einen Blick zu. Ihn schien das auch noch zu freuen.
Die Tür öffnete sich und eine Gruppe Kinder kam zum Vorschein. Voller Verachtung bemerkte Holmes, dass sie wirklich gespannt schienen. Allerdings schaffte er es, weder angewidert, noch sarkastisch zu wirken und blieb ausdruckslos.
„So, Kinder, das ist John Watson und das ist Sherlock Holmes.“ Stellte Marina die Neuankömmlinge vor. Als ob sie das nicht selbst wüssten.
„Ich denke, bevor wir mit unserem Bericht über das Wochenende beginnen setzen wir sie mal hin. Wer möchte denn, dass John sich zu ihm setzt?“ Eifrig schossen mehrere Kinderhände in die Höhe. „Ich denke, dieser Junge da vorne würde Sie gerne bei sich haben, John. Machen Sie sich selbst vertraut, ja?“
Es war unvermeidlich was jetzt kam. Sherlock begann bereits alle mit einem vernichtenden Blicken zu löchern, aber es half trotzdem nichts. Auf die befürchtete Frage meldeten sich wieder ein paar Kinder. Voller Schrecken musste der Detektiv feststellen, dass er neben einen Jungen gesetzt wurde, der neben der einzigen Lücke saß, da wo die Erzieherin sich hinsetzen würde, da, wo die Kette der Erzählungen begann.
Es kam, wie es kommen musste, der kleine Tim durfte zuerst erzählen, und dann wäre Sherlock dran. Während Marina das erklärte sah Tim mit großen Augen zu dem Consulting Detective auf.
„Wie heißt du?“
„Hat sie das nicht eben gesagt?“
„Habs vergessen.“
Sherlock seufzte. Das würde eine lange Woche werden. „Sherlock.“
„Was ist verschlossen?“
„So heiße ich.“
„Wa-…“
„Tim, würdest du bitte nur reden, wenn du die Kuh hast und ansonsten still sein?“ schaltete sich Marina ein. Dann reichte sie Sherlocks Sitznachbaren eine Plüschkuh. Wie herzallerliebst.
„Also, ich war am Wochenende beim Camdenmarket…“
Und so ging es dann eine ziemlich lange Zeit, in der Tim redete, stotterte, die Kuh knetete und in ungesunden Winkeln knickte. Alles wurde untermalt von Marinas Fragen.
Schließlich wanderte die Kuh zu Sherlock, der sie annahm, wie man zum Beispiel eine Taschenlampe annimmt, es ist da, du hast es in der Hand, aber du beachtest es nicht weiter.
Der Detektiv sah einmal zu John. Er wäre sehr wütend, würde Sherlock nicht mitspielen.
„Also.“ Begann er also fast seufzend. „An meinem Wochenende habe ich einen Mörder gefasst, der sein Opfer in einer U-Bahn versteckt hat. Dann wurde mir langweilig und ich habe einen Kopf konserviert.“
Froh, ja fast ein wenig stolz, diese Aufgabe so passend gelöst zu haben ließ Holmes das Plüschtier in die Hände seiner Nachbarin fallen.

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John Watson
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BeitragThema: Re: Mini-Nebenplay | John, Sherlock und der Kindergarten   Mo Jul 28, 2014 10:39 pm

Im Gegensatz zu Sherlock, warf John den Kindern ein herzliches und offenes lächeln zu.
Schließlich wollte er ihnen keine Angst einjagen, nein. Er wollte einfach, dass sie eine schöne Woche hatten, auch wenn jetzt nur zwei ausgebildete Erzieherinnen und zwei Aushelfer da waren, die auf sie aufpassten.
Als die Patschehändchen einiger Kinder in die Luft gingen, als Marina fragte, wer den wolle das John neben ihm saß, wurde das lächeln von diesem noch etwas breiter. Waren die kleinen nicht jetzt schon Herzallerliebst? Der Arzt nickte, als Marina auf einen Jungen mit blonder Strubbelfrisur zeigte und meinte, dass sie sich doch einander vertraut machen könnten. „Aber klar, gerne“, antwortete der Arzt munter und setzte sich neben dem freigemachten Platz, da die Kinder zur Seite rutschten, zu den Jungen. Dieser grinste ebenso breit und strahlte bis zu beiden Ohren. Sofort kuschelte sich der Kleine an den Arm des Arztes und drückte seine Backe dagegen. Da hatte John ja einen ganz anhänglichen Sitznachbar. Schmunzelnd tätschelte er mit seiner anderen Hand etwas umständlich die rechte Schulter des Jungen und sah dann auf, als Sherlock ebenso seinen Platz zugewiesen bekam. Auch er hatte die Ehre, neben einen Jungen zu sitzen, der ihn sogleich auszufragen schien. Währenddessen wurde von einer anderen Erzieherin mit kastanienbraunem gelockten Haar eine Plüschkuh geholt, diese reichte sie an die Marinna weiter, die wieder rum die Plüschkuh dem Sitznachbar von Sherlock reichte, der mit dem reden ermahnt wurde und dann letztendlich doch die Kuh in den Händen halten durfte. Watson verfolgte Aufmerksam der Erzählung des Jungen neben Sherlock. Dieser hatte anscheinend ein aufregendes Wochenende in der Verbindung natürlich mit dem Camdenmarket. Der Arzt hielt sein lächeln aufrecht, besonders weil die anderen Kinderaugen ihn sowohl als auch Sherlock neugierig musterten.
„Du heißt als John? Wie Johnny Mauser?“ fragte der Junge neben ihm in einem Flüsterton, um die Erzählung des anderen Jungen nicht zu sehr zu zerstören. „Wer ist den Johnny Mauser?“ fragte der Arzt in einem neugierigen Ton nach. „Na einer der drei Freunde von dem Bauernhoff aus Mullewapp“, erklärte der Junge, als wäre es so selbstverständlich das zu Wissen. Der Arzt lächelte sanft. „Ja ungefähr so, nur nennt man mich einfach John“, erkläre der Arzt. „Darf ich dich trotzdem Johnny nennen?“ fragte der Kleine. Watson überlegte kurz. Wieso sollte er Johnny genannt werden, wen er doch John hieß? Allerdings schien der Junge so angetan von diesem Einfall, dass der Arzt ihm seine Freude nicht so einfach vermiesen wollte. „Wenn dich das glücklich macht, warum nicht?“ war also die Antwort des Arztes. Der Junge quietschte kurz erfreut auf, wobei John seine Finger an die Lippen legte und ihm mit einem „Shh“ bedeutete leise zu sein. „Liest du mir später aus dem Buch vor?“ fragte der Junge dann, woraufhin der Arzt beschwichtigend nickte, denn eigentlich sollte sein Sitznachbar ja leise sein.
Watson blickte auf, als die Plüschkuh weitergegeben wurde und für einen kurzen Moment setzte sein Herz einen Schlag aus. Das war nicht gut, schließlich hatte er mit Sherlock nicht wirklich darüber geredet, dass man bei Kindern doch eher verständliche Wörter nach und dann nicht gerade über etwas sprach, dass die Kleinen Eh nicht ganz verstehen würden. Sollte Sherlock als wirklich über diesen einen bestimmten Fall am Wochenende reden, dann käme da gleich ein Problem auf ihnen zu. Und genau das tat er auch. Er erzählte kurz über den Fall und vermied dabei die Worte Mörder, den John dann doch eher mit einem ganz bösen Mann beschrieben hätte, und konserviert nicht. Als der Detective dann das Plüschtier seiner Nachbarin weiterreichte, war diese erst ganz verwirrt von den Wörtern. „Was ist den ein Mörder?“ fragte das Mädchen. Die Antwort übernahm die Erzieherin mit den kastanienbraunen Haaren. „Ein ganz böser Mann, liebes und nun erzähl doch mal von deinem Wochenende“, lenkte die Erzieherin ein. Die anderen Kinder waren wieder ganz fasziniert von der Erzählung des Mädchens, die ihr Wochenende bei Pferden verbringen durfte, so das sie nicht mehr nachfragten, was genau den die anderen Worte bedeuteten. "Was bedeutet den Konserviert?" fragte der Kleine blondhaarige Junge wieder neben ihn. Er konnte auch nicht leise sein, wenn jemand redete? Wenigstens war er so freundlich, im Flüsterton seine Fragen zu stellen. Watson überlegte, wie er das dem Jungen verständlich machen sollte. „Etwas wird so aufbewahrt, das es für eine lange Zeit hält“, erklärte Watson daher etwas ungeschickt. Er wusste wirklich nicht, wie er es sonst verständlicher beschreiben könnte. Der Junge lies nur ein „Aha“ verlauten und lauschte weitern seinen Freunden bei der Erzählung.
Irgendwann nach einer weiteren Reihe von ca. fünf Mädchen und drei weiteren Jungs, war er dran. Er stellte das Plüschtierchen vor sich hin und begann ebenfalls zu erzählen, was in seinem Wochenende so passierte. Dabei benutze er aber Kinderfreundliche Wörter. Naja, das hoffte er jedenfalls. „Ich hab am Wochenende dem Sherlock geholfen den bösen Mann zu fassen, am Samstag hab ich bis Mittag ein paar kranken Leuten in einer Arztpraxis Pflaster aufgeklebt“, erzählte der Arzt. Hätte er behandelt gesagt, hätte er nicht gewusst ob manche das Wort schon kannten. „Du bist also Arzt?“ fragte der Junge neben ihn interessiert. Watson nickte, doch Marinna ermahnte den Jungen. „Humphrey, für dich gilt das gleiche. Erst reden, wenn du die Kuh bekommst,“ meinte die Erzieherin. Humphrey hieß also der Junge mit dem blonden Haaren. Für den Arzt waren die Worte von Marinna sozusagen das Stichwort. Er gab die Kuh gleich an den Humphrey weiter, der über ein Campingwochenende mit seinen Großeltern berichtete. Danach kam die Kuh noch ungefähr bei 15 weiteren Jungs und Mädchen an, bevor sie bei der Erzieherin mit den kastanienbraunen Haaren angelangt war und von da wieder auf einem Regal landete. Dann wurde noch ein allgemeines guten Morgen aufgesagt, hauptsächlich von den Kindern, bevor Marinna verkündete, dass sie jeder ein Spiel suchen durfte das etwas mit Zahlen oder dem Alphabet zu tun hatte. Und wenn die kleinen nicht weiterkamen, dann sollten sie einfach um Hilfe fragen.
John lächelte als sich alle Kinder stürmisch in Bewegung setzten und zu den niedrigen Regalen im hinteren Teil des Raumes rannten um sich dort ihre Spiele herauszusuchen. Die Erzieherin waren aufgestanden und hatten sich an das hohe Regal hinter ihnen an der Wand gelehnt. „Sonst sind die kleinen nicht so stürmisch. Heute wollen sie nur alle als erstes ihr Spiel haben, damit sie ihnen als erstes helfen können,“ erklärte die etwas jüngere Erzieherin, die sich gleich danach ebenfalls mit dem Namen Nina vorstellte. Watson nickte und stand auf, um sich ebenfalls zu den Erzieherinnen zu begeben, als die Horde an Kinder zurück gerannt kamen und sich an die kleinen Stühle mit Tisch setzten. Ein Mädchen blieb kurz bei Sherlock stehen, zupfte an dessen Hose, als er sich in voller Größe aufgerichtet hatte und fragte: „Warum bist du den so groß?“ in ihrer Hand hielt sie eine Spieleschachtel. Watson hatte die Frage des Mädchen mitbekomme und grinste erneut. Eine ganz tolle und vor allem logische Frage, dachte sich der Arzt amüsiert, als auch schon Humphrey auf ihn zurück gerannt kam, nicht mehr abbremsen konnte und ihn reinrannte. Ein lautes „Uff“ lies der Arzt verlauten. „Weshalb hast du es denn so eilig?“ Der Junge hielt ein Spiel hoch. „Hilfst du mir dabei, wenn ich nicht weiter weiß?“ fragte er. Watson nickte. „Aber nur wenn du es erst mal alleine probierst,“ antwortete er. Sofort erhielt er ein „Ok“ von Humphrey, bevor er dann zu einem der Tische rannte, sich neben seinen Freunden setzte und begann das Lernspiel anzufangen. In den meisten spielen musste man wohl eine Alphabetreihenfolge richtig weiterführen oder ein par Zahlen von 1 bis 10 oder je nach dem etwas höher in der richtigen Reihenfolge ordnen.
Watson lehnte sich an ein niedrigeres Regal und beobachtete mit einem grinsen die eifrig arbeitenden Kinder. Noch waren die Kleinen friedlich. Noch.
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BeitragThema: Re: Mini-Nebenplay | John, Sherlock und der Kindergarten   Mi Jul 30, 2014 11:37 am

Sherlock wollte eigentlich die Erzieherin berichtigen und ergänzen in ihrer Beschreibung eines Mörders, aber sie gab einem anderen das Wort und wenn Sherlock etwas gelernt hatte, dann war es, niemanden zu unterbrechen während dein Freund im selben Kreis sitzt und dir androht deinen Kopf wegzuwerfen.
Also schwieg der Detektiv und schnitt eine Grimasse, bis John von sich erzählte. Da musste er aus irgendeinem Grund lächeln. Wie John erzählte, dass kannte er gar nicht von ihm. Aber seine Rede schien bei den Kindern besser anzukommen, sie schauten ihn mit einem Interesse an wie man es sich von gewissen Leuten nur wünschen konnte.
Den Rest der Erzählungen verbrachte Sherlock wieder in diesem desinteressierten Halbschlaf, bei dem er seine Lider immer so schwer wurden und er genauso abwesend wirkte, wie er es war. Nicht nur eine der beiden Erzieherinnen schaute ihn verwirrt an.
Allerdings war er einer der ersten, die aufstanden, als es erlaubt wurde. Ein wenig hilfesuchend sah er sich nach John um, dann wurde er von den Kindern mitgerissen, als sie zu den Regalen stürmten. Was war los hier? Gab es da Süßigkeiten oder sowas? Verwirrt sah der Detektiv sich um, dann kam die Horde zurück.
Nachdem er wieder ein paar Schritte mitgestolpert war um nicht umzukippen versuchte er seine Ehre zu retten, indem er die Gestalt straffte und keinen Blick an John verschwendete. Der lachte sich bestimmt ins Fäustchen.
Plötzlich spürte Holmes etwas an seiner Hose zupfen und er sah hinab, ein Mädchen stand da und sah zu ihm auf. Die kleine Hand fest an den Karton eines Spiels gekrallt, die Augen groß und offen.
„Ich habe immer mein Mittagessen aufgegessen.“ Antwortete der Detektiv auf ihre Frage und presste die Lippen zusammen um nicht etwas sehr gemeines hinterher zu sagen. „Wenn du das auch machst wirst du irgendwann genauso groß.“ Presste er noch hervor, dann trat er einen Schritt zurück.
Das Mädchen legte den Kopf schief, grinste dann und rannte auf einen der Tische zu, wo sie neben einem anderen Mädchen Platz nahm. Sherlock sah ihr mit unsicher zusammengezogenen Augenbrauen nach, dann schaute er auf den Boden und als er wieder aufsah zu John.
Der hatte gerade ein Gespräch mit seinem alten Sitznachbarn beendet und lehnte sich an ein Regal. Weil es nichts zu tun gab stellte sich der Detektiv zu ihm, lehnte sich aber nicht an, er legte nur die Hände hinter dem Rücken ineinander und blieb mit den Augen bei den Kindern.
Einige Kinder waren genauso leicht zu deduzieren wie Erwachsene, aber es war immer etwas anderes, weil sie ihre Persönlichkeit erst ausbauen mussten und deshalb nicht viel zum Deduzieren hatten, oder irgendetwas pädagogisches, sowas war nie Sherlocks Schiene gewesen.
Man konnte an Kindern wenig erkennen, weil sie Kleidung trugen, die die Eltern gekauft hatten, keinen Schmuck anlegten und auch in ihrer Freizeit nicht unbedingt einem Hobby nachgingen, zumindest nur bedingt, so konnte man zwar noch an Gesicht, Körper, Sprache und Bewegung etwas erkennen, was zwar nicht wenig war, aber trotzdem bestanden die Deduktionen dann noch zu einem großen Teil aus welchen über die Eltern.
Kinder hatten aber doch ihre Vorteile; einige scherten sich nicht über kleinere Verletzungen, andere ließen sich bei jeder ein Pflaster (nach Belieben mit Motiv) aufkleben, wieder andere bevorzugten Tuschen (was man bei Kindern auch sehr gut sah) und noch andere saßen lieber herum und sahen sich Bilder an. Das kleine Mädchen von vorhin zum Beispiel benutzte beim Tuschen gerne die ganze Hand, spielte (während die Farbe auf ihren Händen trocknete) auch gerne auf diesen kleinen Xylophonen und schien ansonsten eher für jedes Abenteuer bereit. Schien Sherlock ziemlich sympathisch, aber das würde er John gegenüber bestimmt nicht sagen. Der sollte schön denken, dass der Detektiv weiterhin alle verachtete und sich nach Hause wünschte, am Ende würde er noch bewirken, dass es eine weitere Woche im Kindergarten gab. Und das brauchte Holmes sicher nicht.
Ein Kind meldete sich, zufälligerweise das Nachbarkind des Kindes, das Sherlock eben deduziert hatte, er warf John einen Seitenblick zu und ging dann auf das Mädchen zu. Er ging vor dem Tischchen in die Hocke.
„Kannst du mir zeigen, wie man das macht?“ fragte sie vorsichtig und schob Holmes einen Haufen Buchstaben zu.
Der seufzte laut. War das ihr erster Tag hier?
„Da, du legst einfach die Plättchen hin. A B C D E F…“ bei jedem Buchstaben wurde der Detektiv unbewusst lauter, während er es in eine Reihenfolge legte. Als er das Z platziert hatte war es an den umliegenden Tischen leise geworden.
Der Consulting Detective stand auf und sah sich um, erdolchte dabei jeden mit seinen Blicken.
„Habt ihr nichts zu tun? In sieben Minuten sollt ihr fertig sein, oder könnt ihr auch keine Uhr lesen?“
Die Kinder machten sich wieder an die Arbeit, zogen dabei aber ein Gesicht, als habe der Mann versprochen, sie alle von der Rutsche zu schubsen, wenn sie es nicht taten. Und genau den Tonfall hatte Sherlock auch benutzt.
„Entschuldigung, Mister?“
Sherlocks Kopf wandte sich dem kleinen Mädchen mit der Frage über seine Größe zu.
„Kommst du zum Schwimmen mit?“
„Nicht direkt.“
„Weil du nämlich verletzt aussiehst.“
Sherlock krempelte den Ärmel über den Unterarm anstatt dem Mädchen zu erklären, was er da kleben hatte. Nicht, dass sie es nicht verstehen würde. Er wollte nur nicht, dass sie das verstehen musste.
Er kehrte dann zu John an das Regal zurück, die erbosten Blicke, vermutlich wegen dem lauten Ärger, der Erzieherinnen im Rücken.

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BeitragThema: Re: Mini-Nebenplay | John, Sherlock und der Kindergarten   Mi Jul 30, 2014 2:58 pm

John beobachtete wie der kleine Humphrey eifrig sich an sein Lernspiel wagte und er schien auch recht gut vorankommen. Ein Hüpfender Haarschopf trat kurz in Johns Blickfeld. Das Mädchen welches Sherlock doch eben noch nach seiner Größe gefragt hatte, eilte an einem anderen Tisch vorbei und suchte sich ihren Platz neben einem anderen Mädchen mit dunklen Haaren. Der Arzt blickte verwundert von dem Mädchen zu Sherlock, dessen Blick ebenfalls auf ihm gerichtet war. John grinste. Was hatte der Detective dem Mädchen bloß erzählt, dass es so erfreut wirkte? Wenige Sekunden später, in der sich John kurz nach den Erzieherinnen umgewandt hatte, deren Hilfe bereits von zwei Kinder benötigt würde, merkte der Arzt, dass Sherlock sich zu ihm stellte. „Was haben Sie der Kleinen vorhin erzählt?“ fragte John nach. Es klang weder vorwurfsvoll noch misstrauisch, dass Sherlock irgendeinen Blödsinn erzählt hätte. Sonst wäre das Mädchen ja nicht mit einem breiten grinsen zu ihrem Platz gerannt.  Nein, Watsons Frage klang eher neugierig. Bis jetzt lief doch alles gut. Die Kinder waren neugierig, interessier an den zwei Neuen. Sie waren so, wie John sich Kinder schon desöfteren vorgestellt hatte. Eben auch nicht anders, als sie selbst in ihrer Kindheit, wissbegierig, leichtgläubig und verspielt.
Der Arzt warf einen Blick zu seinem Mitbewohner, der die Kinder beobachtete. Ob er wieder deduzierte? Deduzieren war schließlich das, was der Detective meist immer tat. Doch ob man viel an den Kids deduzieren konnte? Schließlich entwickelte sich ja erst noch ihre Persönlichkeit. Obwohl man schon merkte, dass ein paar sehr stürmisch waren und die anderen eher ruhiger. Humphrey vorhin war wohl eher einer der anhänglichen Jungen, denn dieser sah mehrmals zum Arzt und lächelte vergnügt, bevor er sich wieder seinem Lernspiel zuwandte. Ebenso hatte der Arzt freundlich das lächeln des kleinen Jungen erwidert.
Die Woche wird mit Sicherheit schnell vorbeigehen, dachte sich John. Jedoch war das hier gerade mal der erste Tag und die Kinder wirkten noch etwas schüchtern auf die Besucher. In den nächsten Tagen aber, würden sie sich an die Besucher gewöhnt haben und noch stürmischer sein, als sie es sonst bei ihren Erzieherinnen waren. Davon ahnte der Arzt aber nicht im geringsten etwas, denn die Kinder schienen ihm so friedlich, dass er meinte sie wären immer so. Beim spielen nachher würde sich dann schon noch das Chaos zeigen.
Die Sitznachbarin des kleinen Mädchen vorhin meldete sich plötzlich. Wohl brauchte sie Hilfe. Der Arzt fing den Seitenblick von Sherlock auf und lächelte, während er wieder zum Mädchen blickte. „Ich denke mal, da wird ihr Typ verlangt“, erklärte er kurz, bevor sich der Detective von seinem Platz löste und sich zu dem Mädchen aufmachte. Zwei weitere Mädchen schienen bemerkt zu haben, dass wenn man die Hand hob, die neuen zu einem kamen, also hoben diese beiden ebenfalls eilig die Hand. Auch wenn sie nur eine kleine Frage hatten. Der Arzt ging ein paar Schritte auf den Tisch zu, an dem die beiden Mädchen über ihre Spiele saßen. „Janet sagt, dass nach dem G das I kommt, aber das J kommt doch zuerst oder?“ Der Arzt hatte sofort wieder ein breites lächeln auf dem Gesicht. Die Fragen der Kleinen waren einfach zu süß. „Nein, da hatte die Janet nicht ganz recht. Du liegst aber auch etwas daneben. Passt auf, zwischen G und I gibt es einen weiteren Buchstaben, das ist der den ihr sucht. Nach dem I kommt das J. Wir haben A B C D E F und G. Also was kommt direkt nach dem G wenn das I und das J nicht danach kommen?“ fragte er und hatte sich mit einer Hand an dem Tisch abgestützt, die andere ruhte auf der Lehne des Stuhles an dem eines der beiden Mädchen saß. Das andere Mädchen sah vor Begeisterung auf, als hätte sie eine Idee, die sie zum Ziel bringen würde. „Wir haben als Hilfe doch die Buchstaben in unserer Malecke aufgehängt. Jeder von uns durfte einen von den Buchstaben malen und dann richtig aufhängen. Da können wir doch nachsehen,“ erklärte sie voller stolz. Das anderer Mädchen nickte, meinte dass das ein guter Einfall war und schon düsten beide zur Malecke. Der Arzt schmunzelte, wandte dann aber seine Aufmerksamkeit zu dem Tisch, an dem Sherlock war. Dieser zählte die Buchstaben des Alphabets auf, immer lauter werdend, was die anderen Kinder dazu veranlasste neugierig aufzusehen. „Nicht so laut Sherlock“ murmelte der Arzt seufzend, auch wenn sein Mitbewohner ihn nicht hören konnte und warf einen Blick zu den Erzieherinnen, die ebenfalls aufgesehen hatten. Aber Sherlock würde schon noch den Umgang mit den Kindern lernen. Schließlich waren sie eine ganze Woche hier. „Das H kommt nach dem G“, verkündeten die zwei Mädchen, als sie wieder angerannt kamen und lauschten als jemand ziemlich laut das Alphabet aufsagte und dabei Plättchen aneinander legte. „Kannst du das Spiel auch für uns lösen?“ fragte sofort eines der zwei Mädchen mit bettelnden Augen. Der Arzt schüttelte den Kopf. „Nein, das solltet ihr schon selber lösen. Ihr wisst ja jetzt das nach dem G das H und danach I und J folgen. Den Rest könnt ihr mithilfe eurer Buchstabenreihe in eurer Malecke auch alleine. Da bin ich mir sicher.“ Die Mädchen nahmen einen beleidigten Gesichtsausdruck an, verschränkten kurz die Arme und sahen weiterhin bettelnd auf, als sie aber hören sie hätten nur noch 7 Minuten zu arbeiten, setzten sie sich eilig an ihr Lernspiel. Watson kehrte mit einem erleichterten seufzen zurück zu seinem Platz am Regal und lehnte sich erneut dagegen. Hätten sich die Mädchen nicht von ihm abgewandt, wäre er vielleicht sogar noch weich geworden und hätten ihnen intensiver bei diesem Lernspiel geholfen. Aber John war sich sicher, dass die Mädchen mehr lernten, wenn sie es weiterhin allein versuchten.
Watson wandte sich wieder den anderen Tischchen zu, an denen nun alle Kinder wieder fleißig ihr Spielchen versuchten, fertig zu bekommen, in der angegebenen Zeit. Ein Junge lehnte sich zufrieden zurück und blickte sein Spiel mit einem stolzen lächeln an. Dieser Junge war also schon fertig, im Gegensatz zu den anderen an seinem Tisch. Als der Blick von John weiterwanderte, blieb er wieder bei Sherlock hängen, der sich soeben dem Mädchen von vorhin zugewandt hatte, die die Frage der Größe gestellt hatte. Der Arzt war schon etwas interessiert, worum es in dem Gespräch ging, weshalb er angestrengt lauschte und dennoch nur ein paar Wortfetzen aufnahm. Es ging um Schwimmen, wahrscheinlich dieser eine Ausflug der mit den großen am Mittwoch geplant war. John war schon gespannt, wer als erster von den größeren Kindern prahlte gut schwimmen zu können. Denn das was Kinder auch immer gerne taten, war mit ihrem Können anzugeben. Das sah man auch an Sherlock und genau das lies ihn einen Moment weiter grinsen, als er jedoch die nächsten Worte des Mädchen deutlicher hörte, verfiel sein grinsen wieder. Verletzt? Sie meinte doch nicht etwa Sherlocks Pflasterproblem, dass ziemlich am Anfang ihres kennenlernen kurz Thema wurde. Watson hätte jetzt erwartet, dass Sherlock dem Mädchen in lauter für sie unbekannten Wörtern erklärte, wofür die Pflaster nötig waren, doch nichts der gleichen geschah. Der Detective, das konnte John erkennen, krempelte den Ärmel seines Hemdes nach unten und sagte nichts weiter darauf, sondern kehrte zum Arzt zurück. Das hätte John nicht gedacht.
Während die Erzieherinnen, als John sich nach den beiden umblickte, noch grimmig aussahen, wohl wegen des vorhin recht lauten Sherlocks, war der Arzt munterer Dinge. Es lief doch wirklich gut. Das Sherlock dem Mädchen die Pflaster nicht erklärte, empfand John als einen Schritt in die richtige Richtung.
Die 7 Minuten waren rum, als die Erzieherinnen aufstanden und kurz über die Tische blickten um zu überprüfen, dass sich jeder an seinem Lernspiel versucht hatte. Dann klatschte die zweite Erzieherin Nina in die Hände: „Gut gemacht Kinder. Ihr dürft eure Spiele schön aufräumen. Aber geordnet. Erst die Tische neben der Leseecke, dann die Tische in der nähe der Malecke und zum Schluss die Tische am Fenster,“ erklärte Nina, denn sie wollte wohl nicht noch mal so eine stürmische Horde wie vorhin. „Dann dürft ihr euch selbstständig beschäftigen und ich denke, wenn ihr John und Sherlock ganz lieb fragt, dann werden die beiden euch auch sicher aus einem Buch vorlesen oder mit euch ein Puzzle lösen“, setzte Marinna hinzu und sah die Kinder mit einem kurzen strengen Blick an, da schon ein paar aufstehen wollten, bevor sie überhaupt zu ende geredet hatte. „Überfordert unsere Besucher aber nicht, ja?“ Danach setzten sich dann wie gesagt die Kinder an den zwei Tischen der Leseecke in Bewegung um ihre Lernspiele in den Regalen zu verstauen. Auch die anderen Kinder folgten nach und nach. „Im übrigen. Das war gut von Ihnen, dem Mädchen nicht zu erklären, weshalb ihre Pflaster eigentlich da sind“, meinte John anerkennend, als er den kleinen Kindern mit blicken folgte, die ihre Spiele aufräumten und danach in alle Richtungen verschwanden. Ein kleine Mädchengruppe verschwand in eine Ecke nahe den Fenstern, an denen ein Spielhaus aufgebaut war. Wenige Sekunden später hörte man daraus schon gepolter wer denn die Rolle des Vaters übernahm, wer das Kind spielen wollte und wer die Mutter. Watson grinste. Ein Mutter, Vater, Kind spiel, wie lieb. Eine Horde von Jungs machte sich auf zu einem Bereich mit Bauklötzen und Eisenbahnschienen, drei weitere Mädchen verschwanden an die Malecke. „Wenn es genauso bleibt, wie es jetzt ist, werden Sie die Woche locker überstehen. Es sind bloß Kinder, die werden sie schon nicht umbringen,“ meinte der Arzt, als er zwei Jungs beobachtete, die mit ihren Spielautos über den Teppich bei den Bauklötzebereich sausten. „Danach können sie sich ja wieder mit ihrem Kopf beschäftigen,“ setzte der Arzt in einem leisen Ton fort, damit bloß kein Kind die Unterhaltung hörte und nachfragte, wie man sich mit einem Kopf beschäftigen solle.
„Johnny? Liest du mir jetzt was vor? Du hast ja vorhin gesagt, dass du mir was vorliest.“ Watson sah überrascht nach unten, wo die Stimme herkam. Natürlich, es war Humphrey, sein Sitznachbar von vorhin. Er hielt das Buch, von dem er im Sitzkreis gesprochen hatte hoch und sah den Arzt mit großen Augen an. „Aber natürlich, schließlich hab ichs dir ja versprochen“, antwortete der Arzt und ging für Humphrey in die Hocke um in Augenhöhe mit dem Jungen zu sein. Doch kaum hatte er das ausgesprochen, höre man mehrere Kinderstimmen gleichzeitig rufen: „Wir haben auch ein Buch. Wir wollen auch was vorgelesen bekommen!“ Hinter Humphrey erschienen aus der Leseecke, wahrscheinlich hatten sie sich schnell ein Buch ausgesucht, fünf weitere Kinder. Der Arzt konnte unmöglich allen gleichzeitig vorlesen. „Wisst ihr was? Das machen wir nach der Reihe. Jeder darf sein Buch vorgelesen bekommen“, versuchte der Arzt in einem kinderfreundlichen Ton zu erklären. Die Gruppe an Kindern senkten ihre Bücher kurz und drängelten sich dann alle durcheinander um in der ersten Reihe vor Sherlock und John zu stehen. „Ich will als erstes, ich will als erstes!“ kam es erneut durcheinander von den Kindern. „Nein!“ protestierte Humphrey laut. „Johnny hat versprochen, dass er mir als erstes vorliest.“ „Hat er gar nicht,“ hörte man einen weiteren Jungen aus der Gruppe rufen. „Ich will was vom Großen vorgelesen bekommen!“ sagte ein Mädchen und drängelte sich zu Sherlock vor. Sie hatte anscheinend schon wieder die Namen der Besucher vergessen. „Und von dem daneben auch!“ meinte jenes Mädchen und sah dann auch zu John. „Er heißt Johnny,“ erklärte Humphrey wissend. „Ich dachte er heißt John?“ folgte die Frage des anderen Jungen. „Ja aber ich darf ihn Johnny nennen!“ sagte Humphrey stolz. „Och, könnt ihr nicht mal leise sein? Ich will mein Buch als erstes vorgelesen haben!“ rief das vierte Kind aus der Gruppe. Mit Humphrey waren es also sechs Kinder, die alles ihr Buch als erste vorgelesen haben wollten. Watson räusperte sich. Ok, da bahnte sich ein kleines Problem an. Der Arzt richtete sich wieder auf. „Hört zu, ich mache euch einen Vorschlag. Sherlock und ich lesen euch abwechselnd aus euren Büchern vor. Was haltet ihr davon?“ Der Arzt schaute erst gar nicht zu Sherlock, weil Watson genau wusste, dass der Detective wohl weder zum spielen noch zum vorlesen Lust hatte. Aber irgendwie musste diese Gruppe doch mal ruhig gestimmt werden. Das wurde sie auch. Jedes der sechs Kinder besah sich kurz sein Buch, bevor es aufblickte und der Tumult von neuem begann. „Ich will aber mein Buch als erstes vorgelesen haben!“ riefen die Kinder Synchron. Da hatten sie ja alle ein und denselben Gedanken. Jetzt wäre es dann doch nett, wenn die Erzieherinnen ein Machtwort sprechen könnten.
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BeitragThema: Re: Mini-Nebenplay | John, Sherlock und der Kindergarten   Mi Jul 30, 2014 5:24 pm

Sherlock drehte sich zu John um, als er etwas fragte und zog in dieser Art die Augen hoch, in der er es immer tat, wenn es selbstverständlich schien, was er erzählte.
„Ich habe ihr erzählt, dass sie unter Umständen so groß werden kann wie ich. Ich denke, das hat sie aus irgendeinem Grund gefreut. Allerdings vermute ich, dass es an ihrem Vater liegt, der in Irland lebt und in etwa meiner Größe entsprechen dürfte.“
Dann zog er einen Mundwinkel hoch und sah wieder geradeaus. Das Haarband war es, ein Haarband mit einer künstlichen Perle dran, die aus einer Manufaktur in Irland stammte und zu teuer war, als dass jemand anders als ein Elternteil es schenken würde, wo die kleine doch keine Großeltern mehr hatte.
Und wenn John nachfragte wäre Sherlock sehr bereit das noch einmal zu erklären. Er erzählte gerne von allem möglichen, was er deduziert hatte, wobei John beim Rest selbst darauf kommen musste, immerhin hatte das Mädchen beim Wochenendbericht von den toten Großeltern geredet hatte.
Sie hatte ihren Zustand nicht direkt angesprochen, aber man sah, was sie dachte.
Fast hätte sie dem Detektiv leidgetan.
Aber Holmes war niemand, der so schnell Mitleid zeigte, und das zeigte sich besonders bei Leuten, die er nicht so gut kannte. Und da hätten wir schon das Mädchen, wildfremd, nur einmal kurz nett gewesen und ansonsten nicht wichtig für das weitere Geschehen.
Sherlock seufzte leise und schaute auf seine Uhr. Nicht sehr viel Zeit vergangen, wenn man bedachte, was er noch vor sich hatte.
Als der Detektiv sich von seinem Platz löste um zu helfen und dabei Johns Worte hörte gab er ein gequältes Seufzen von sich. Was sollte das denn schon wieder heißen?
Während er sich alle Mühe gab, ein sinnvoller und helfender Helfer zu sein bemerkte er John aus dem Augenwinkel, beachtete ihn aber nicht weiter, auch seinen Einwand ignorierte er, obwohl er ihn sehr wohl gehört hatte. Wie hätte das denn ausgesehen, wenn er eine Pause machte um John etwas zu sagen, dann wäre seine Kette unterbrochen worden.
Nachdem alles geklärt war und Holmes seinen alten Platz am Regal wieder eingenommen hatte ging er auf die Blicke der Erzieherinnen ein und lächelte kurz falsch, dann verschränkte er die Arme und sah sich weiter um wie ein Habicht über einem Feld voller Mäuse.
Die sieben Minuten verbrachte er mit dieser Pose und ohne eine Bewegung, außer dem regelmäßigen schweifenden Blicken über die Tischgruppen, in der Zeit schien keiner mehr etwas zu wollen, am wenigsten von Sherlock.
Als Nina mit Reden begann und den weiteren Verlauf schilderte ruhte sein Blick auf ihr, wich aber dann und wann ab um ein paar Kinder zu mustern. Es schienen wieder welche hinzugekommen sein, die auf der Liste der Unruhigen vermerkt werden mussten. In seinem Kopf, versteht sich.
Sherlock hörte sich Johns Worte bis zum Ende an, dann drehte er sich mit verschränkten Armen um und ging ein paar Schritte um mit ihm auf einer Höhe zu sein.
„Sie weiß nicht was es ist und sie muss es nicht wissen. Mehr ist da nicht. Sie könnte es wissen, es wäre mir egal.“ Mit diesen Worten schaute er wieder geradeaus, mit der Körperhaltung, die zeigte, dass er nicht mehr antworten würde, egal welche Frage zu dem Thema jetzt kam. Auch wenn die rechte Faust in der Armbeuge sich leicht verkrampfte.
Die Verteilung an den unterschiedlichen Spielmöglichen bemerkte Sherlock und fügte sie in die Listen ein, es zeigte sich immer mehr, wer hier die lautesten waren und es zeigte sich immer mehr mit welchen nervigen Bälgern sich Sherlock nicht mehr beschäftigen wollte, wenn er nicht gezwungen wurde.
Seltsam, dass John genau das Thema ansprach.
„Kommt darauf an.“ Meinte er dann vieldeutig und steckte die Hände in die Hosentaschen. Dann kam Johns nächste Aussage und in einem leicht arroganten Ausdruck zog der Detektiv einen Mundwinkel und eine Augenbraue hoch. Wenn er es denn überstand konnte er das sicher.
„Johnny?“ fragte er dann leise und ungläubig, während John mit dem Jungen sprach. „Johnny?“
Er konnte sich jetzt kaum ein Lachen verkneifen und verdeckte den Mund mit der Faust, damit sein Freund das Grinsen nicht sah. Aber wenn Holmes lachte, lachte sein Gesicht, Lachfalten, glänzende Augen, ja, wenn er lachte, dann merkte man das. Also wendete er sich ein wenig ab, während er den Arm mit einem Waagerecht liegenden Unterarm abstützte.
Auch die von ‚Johnnys‘ Ritterlichkeit begeisterten anderen Kinder ließen Holmes lachen, jetzt bebte sein Körper, das war ja zu köstlich.
Erst als da etwas von ‚dem Großen‘ gesagt wurde erlosch seine Euphorie blitzartig. Mit einem verwirrten Ausdruck sah er sich nach dem Sprecher um. Ein Mädchen, na super, Sherlock musste jetzt schnellst möglich weg.
Er hatte sich gerade abgewandt, da hörte er, wie John ihm hinterlistig in den Rücken fiel. Mit einem schockiert aufgerissenen Mund drehte er sich zu seinem Freund um, doch der schien ihn gar nicht zu beachten.
Also schaute der Detektiv hinab zu den Kindern um ihnen zu erklären, dass das alles nicht möglich wäre und sie jetzt gefälligst irgendetwas malen, spielen oder wenigstens träumen sollten, damit er Ruhe hatte, aber wie die Kinder John so ansahen konnte er es einfach nicht.
Hatte er sich in seiner Kindheit nicht manchmal auch einen gewünscht, der ihm vorlas?
Ach was. Um den Gedanken aus dem Kopf zu bekommen schloss er kurz die Augen und schüttelte leicht den Kopf. Dann schaute er wieder mit den Augen des Soziopathen auf die kleinen nieder und bahnte sich einen Weg durch die Gruppe. Dabei zog er jedem ein Buch aus der Hand und blieb stehen, um es sich anzusehen. Er sah sich die Inhaltsangaben an, erkannte, worum es ging und sagte die Lösung des angeblichen Problems, um das es in dem Buch ging, hervor, dann sagte er laut, was er dazu hielt.
„Langweilig.“ Er warf das erste Buch über die Schulter. Sollte John es doch fangen. „Will ich mir nicht antun.“ Ein weiteres Buch flog. „Wird Johnny nicht gefallen.“ Ähnliches Schicksal. „Unlogisch.“ Sherlock hörte die Seiten im Flug flattern. Er zog einem Jungen ein Buch aus der Hand, brauchte aber ein kleines wenig länger als sonst um die Angabe durchzulesen. „Ein sprechender Fuchs…?“ Er warf dem Kind einen fast vorwurfsvollen Blick zu. Dann griff er sich ein anderes Buch, nachdem er den sprechenden Fuchs weggeworfen hatte. „Detektivbüro?“ Mit gerunzelter Stirn sah er sich die Inhaltsangabe noch einmal durch. Dann schlug er auf den Buchrücken.
„Das lesen wir. Alles andere könnt ihr vergessen. Wer zuerst da ist darf bei John auf dem Schoß sitzen.“ Darauf fuhren die doch so ab, oder nicht?
Holmes strebte auf die nächste Möglichkeit zu, bei der man sich mit allen hinsetzen konnte. Allerdings wurde er abgefangen. Die Erzieherinnen wollten ein Machtwort sprechen. Hatte John sich das nicht sicher gewünscht?
„Kommen Sie bitte einmal mit?“ Nina fasste Sherlock am Unterarm und wollte ihn wegziehen, woraufhin der das Buch dem nächstbesten Kind in die Hand drückte, dann ließ er sich mitnehmen.
„Was denken Sie sich eigentlich?“ fragte Nina, kaum hatte sie die Tür geschlossen, damit die Kinder die Auseinandersetzung nicht mitbekamen. Jetzt standen sie in einem Raum für die Erzieherinnen.
„Was ich mir denke? Alles Mögliche. Ich sehe und weiß alles.“
„Davon rede ich nicht.“
„Ganz offensichtlich.“
„Warum gehen Sie so mit den Büchern um, die Eltern der Kinder haben eine Menge Geld dafür gespendet und Sie werfen damit in der Gegend herum.“
Sherlock zog einen Mundwinkel hoch aber es sah nicht glücklich aus, nicht nach einem Lächeln.
„Nein, ganz bestimmt nicht. Die Bücher waren für ihr Kind. Weil Sie aber eine Phase hatten, in der Sie zu viel Alkohol getrunken haben wurde ihnen ihr Kind mit wenigen Monaten weggenommen. Sie fanden das unheimlich traurig, haben mit dem Trinken aufgehört, aber es bringt nichts. Samantha hat jetzt andere Pflegeltern und sie weiß nicht einmal, dass sie eine andere Mutter hat.“
Der Detektiv hatte den Kopf leicht gesenkt, den Blick aber auf der Erzieherin behalten, wie ein Stier, der in den nächsten Sekunden auf den mit dem roten Tuch loslaufen möchte.
Holmes hatte jetzt angegriffen, also hob er seinen Blick wieder und musterte die Frau mit dieser intensiven Ausdruckslosigkeit, die ihm so eigen war.
Ninas Mundwinkel waren erstaunlich schnell gesunken.
Bevor etwas Schlimmeres passieren konnte trat Marinna ein und schickte ihre Kollegin mit einem netten Lächeln zu den Kindern zurück, dann blieb sie allein mit dem Consulting Detective zurück.
„Ich habe Sie nicht beschützt, ich habe nur das Unausweichliche herausgezögert.“
Sherlock nickte. „Ich weiß.“
„Ich möchte aber, dass sie damit aufhören.“
„Dem Deduzieren oder dem Bücher-werfen?“
„Mit beidem.“
Sherlock hielt ein paar Sekunden den Augenkontakt, dann zuckte er gleichgültig mit den Schultern.
„In Ordnung.“
Somit kehrten beide in den Hauptraum und Sherlock zu John zurück.

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BeitragThema: Re: Mini-Nebenplay | John, Sherlock und der Kindergarten   Mi Jul 30, 2014 7:09 pm

Der Arzt hatte sehr wohl mitbekommen, dass der Consulting Detective bei dem Namen ´Johnny´ gelacht hatte, wirklich gelacht. So wie bei ihrem ersten fall, in dem sie einem Taxi nachgelaufen waren und später in 221b herzlich losgelacht hatten. Gleichzeitig bereute er nun, dem Jungen erlaubt zu haben ihn Johnny zu nennen, wie irgendeine Figur aus dem anscheinenden Lieblingsbuch von Humphrey. Das ´Johnny´ würde ihm nun wohl noch eine Ewigkeit nachhängen. Diese Erkenntnis brachte den Arzt kurz dazu, einen grimmigen Gesichtsausdruck anzunehmen, aber nur für ein paar Sekunden, bevor er sein lächeln wieder hervorholte. Die Woche war noch lange genug. Sicher würde es nicht lange dauern, bis der Detective auch seine ersten Kosenamen erhielt. Und dann würde sich schon noch sehen, wer hier als erstes lachte.
Als Sherlock schließlich das Problem mit dem vorlesen in die Hand nahm, zogen sich Johns Augenlider zu schlitzen zusammen. Ein Buch nach dem anderen flog durch die Luft. Das erste und das zweite konnte der Arzt gerade noch so vor dem Sturz auf dem Boden auffangen, der Rest machte aber Bekanntschaft mit dem Boden. Na warte Sherlock Holmes, dass hat ein Nachspiel, dachte sich John nun wütend. Die anderen Kinder konnten gar nicht so schnell sehen, da wurden ihre Bücher aussortiert, auf Sherlocks Art. Zuerst meinte John sich auf ein lautstarkes weinen bereit machen zu müssen, doch nichts geschah. Einige der Kinder lachten sogar, so wie Sherlock desinteressiert die Bücher ansah. Was war denn nur mit den Kindern heutzutage los? In einem Moment wollten sie alle, dass ihr Buch gelesen wurde und als dann aussortiert wurde und die Bücher nicht gerade sanft auf dem Boden landeten, lachten sie. Fanden die kleinen das etwas lustig? Anscheinend schon, denn auch Humphrey grinste, selbst als sein Buch am Boden landete. „Ist dein Freund eigentlich immer so komisch?“ fragte er freudig. Watsons wütender Gesichtsausdruck wich. Was? Sherlock und komisch? Beinahe hätte John gesagt, dass Sherlock meistens eher Gefühlskalt und als Freak bezeichnet wird, aber das würde nur wieder Erklärungsarbeit kosten. „Was spinnst du? Der ist doch nicht komisch sondern gemein. Guck doch mal die armen Bücher an,“ meinte ein Mädchen neben Humphrey. „Hey, das Wort spinnst du, ist aber auch nicht gerade nett,“ mahnte John nun in einem etwas strengen Ton. „Genau und fühlen können die Bücher doch nichts,“ erkläre Humphrey. Manche Kinder lachten wirklich und rannten zu den am Boden liegenden Büchern um sie aufzusammeln. Andere sahen genauso grimmig aus, wie eben dieses Mädchen. Für einen Moment meinte John schon, dass jene Kinder die zu ihren Büchern gerannt kamen, Sherlock noch mal ihr Buch in die Hand drückten um es fliegen zu sehen. „Ich dachte, dass nur Flieger fliegen können. Aber Bücher fliegen auch ganz schön,“ meinte ein weiterer Junge strahlend. „Mach das aber bloß nicht nach“, versuchte John, den Kindern schlechte Manieren bloß auszureden, bevor sie es wirklich nachmachen würden. Als sich Sherlock dann für eine Geschichte entschieden hatte, strahlten auch die grimmig dreinblickenden Kinder wieder. Denn eigentlich wollten ja im Grunde alle dann doch nur eine Geschichte hören. Watsons Miene erhellte sich nun wieder völlig, als er sah, wie die Kinder nun doch zur Leseecke rannten, ihre aufgesammelten Bücher wieder wegstellten und sich in die Kissen und Decken auf den aneinander liegenden Matratzen kuschelten und sich gleichzeitig begangen auszutauschen, wer jetzt der erste war, der auf Johns Schoß sitzen durfte. Watson warf einen kurzen Blick zu Sherlock. „Auf den Schoß? Musstest du das erwähnen? Die wollen gleich alle auf meinen Schoß,“ meinte er nun fast schmunzelnd. Trotzdem würde John mit Sherlock noch ein Wort über sein Verhalten reden. Als allerdings Nina sich ihn vorzuknöpfen schien und er das Buch noch einem Kind in die Hand drückte, sah er ihm fast mitleidig nach. Klar, Sherlocks Verhalten war nicht angemessen, überhaupt nicht. Aber weniger wegen den Bücher, als mit der Tatsache, dass das die Kinder bald nachmachen könnten. Das austesten, wie gut ein Buch fliegen könnte. Aber musste Nina ihn jetzt wegzerren, wo die Kinder doch alle nur die Gesichte hören wollten? „Bekommt er jetzt ärger?“ fragte das Kind, dass das Buch in den Händen hielt und zusah, wie die Tür des Raumes ins Schloss fiel. Watson wandte sich mit einem sanften lächeln zu dem Mädchen neben ihm. „Sicherlich nicht allzu schlimmen. Aber wenn ihr in Zukunft auch eine Unterhaltung mit eurer Erzieherin vermeiden wollt, solltet ihr nicht mit Bücher werfen anfangen“, erklärte Watson, der sich nach seinen zwei aufgefangenen Büchern umsah, die er auf ein Regal gelegt hatte, diese wieder an sich nahm und dem Kind bedeutete zu folgen.
In der Leseecke angekommen, stellte er seine aufgefangenen Bücher zurück ins Regal und musterte die Sitzmöglichkeiten. Gegenüber der aneinandergereihten Matratzen mit Kissen und Decken stand ein Sofa. So gemütlich das auf den Matratzen auch aussah, Watson würde sich nicht zu den Kindern begeben. Am Ende würde er nur durchgekitzelt. Das wollte er auf gar keinen Fall riskieren. Also setzte er sich auf das Sofa gegenüber der Matratzen, nahm sich ein kleines Kissen und klemmte es sich hinter den Rücken. Das Mädchen mit dem Buch kam zu John, überreichte das von Sherlock ausgewählte Buch dem Arzt und suchte sich zwischen ihren Freunden einen Platz auf den Matratzen. John las nun ebenfalls für sich im stillen kurz den Buchrücken. Kein Wunder, dass es den Detective so interessierte, handelte es sich doch um das, was bei ihm und John doch auch so ähnlich statt fand. Watson lächelte, nicht nur bei dem Anblick der wartenden Kinder, sondern auch weil Sherlock manchmal wirklich unverbesserlich war. Nur ein Buch über Detektive fand er in Ordnung. Einen sprechenden Fuchs lehnte er ab. Watson legte das Buch neben sich auf dem Sofa ab und wandte sich zur Tür um, in der eben auch Marinna verschwand und eine grimmige Nina wieder hereinkam. War sie wirklich so wütend, über das was da gerade passiert war, oder war da noch was anderes? Watson hoffte, dass sein Mitbewohner die Erzieher nicht noch ganz auf die Palme brachte. Am Ende würden diese ihn noch aus dem Kindergarten werfen und Johns Plan, Sherlock für seine Experimente zu bestrafen, wäre nicht aufgegangen. Tja, dann würde aber auch der Kopf in der Mülltonne landen. Der Arzt sah wieder zu den Kindern. „Auf wen warten wir?“ fragte ein Junge, der ein Kissen an sich drückte. „Auf den Sherlock,“ antwortete ein anderer. „Warum?“ folgte die Frage von dem Jungen davor. „Weil es nicht fair ist, ohne ihn anzufangen. Ich möchte ihn schließlich vorlesen hören,“ meinte der andere Junge und hatte sofort ein paar zustimmend nickende Kinder auf seiner Seite. Watson lächelte erneut breiter. Sherlock war doch beliebter, als der Arzt dachte. Selbst nach dieser Aktion. Das würde der Detective nicht abstreiten können. „Also gut, ich bin auch dafür, dass wir auf ihn warten,“ erklärte John, lehnte sich kurz zurück. „Und?“ fragte er dann weiter. „Was und?“ fragte Humphrey. „Wer war jetzt der erste?“ „Wieso ist das jetzt wichtig?“ erhielt Watson sofort wieder die Gegenfrage von den Matratzen aus. Der Arzt schmunzelte. Waren die Kinder wirklich so vergesslich oder wollten sie jetzt einfach nur die Geschichte hören, dass sie ausblendeten, worüber sie sich vorhin gestritten haben. „Na, der darf auf meinem Schoß sitzen.“ Während sich sofort wieder alle um den ersten Platz auf Johns Schoß stritten, kam das Mädchen von vorhin an, dass Sherlock die Frage wegen der Größe gestellt hatte. „Darf ich auch zuhören?“ Watson nickte. „Natürlich, setz dich dazu“, antwortete er sofort mit einem großzügigen lächlen. Das Mädchen setzte sich jedoch nicht, wie von Watson erwartet, zu den anderen Kids, sondern auf das Sofa und studierte das darauf liegende Buch. Sofort strahlte das Mädchen. „Mein Lieblingsbuch!“ rief sie aus und war kurz aufgestanden. John unterdrückte ein lachen. Da hatte Sherlock ja eine Gleichgesinnte. Das Mädchen setzte sich wieder auf das Sofa, genau auf den Platz wo das Buch lag und zog dann die Stirn kraus, als sie ihre streitenden Freunde sah. „Worum geht’s denn?“ Watson warf erneut einen Blick zu Tür. „Sie machen unter sich aus, wer erster war.“ Das Mädchen nickte wissend. „Achso, na dann war es Sophie. Ich hab sie gesehen, wie sie schon vor allen anderen auf der Matratze saß“, erklärte das Mädchen. „Ha“ kam es von den Matratzen und ein braunhaariges Mädchen erhob sich aus der Menge, streckte einem Jungen die Zunge und marschierte zum Arzt. „Wusste ich doch, dass ich erster war und nicht du“ lies sie triumphierend verlauten und hopste auf den Schoß von John. Dieser ließ ein erneutes „Uff“ verlauten und lehnte sich mit dem Oberkörper wieder etwas vor. „Bist aber ganz schön schwer,“ meinte John. Sophie grinste. „Ich bin auch eine von den Großen, da muss ich schwer sein“, erklärte sie so selbstverständlich. Watson vernahm die Tür hinter sich wieder. Sherlock kehrte mit Marinna zurück und dann war Johns Mitbewohner auch schon bei der Leseecke angekommen. „Alles klar?“ fragte John kurz, da ihm Ninas noch grimmiger Ausdruck vorhin nicht entgangen war, als sie wieder in den Raum gekommen war. Das alles nicht klar war, wusste John auch so. Sherlock war es schließlich überhaupt nicht recht, hier im Kindergarten zu sein und sich von den Erzieherinnen etwas anhören zu müssen, war für ihn sowieso langweilig. Aber die Woche würde jetzt durchgezogen werden, schon allein, weil John die Meute hier schon recht schnell ins Herz geschlossen hatte. Vorerst zumindest. Das Mädchen, dass Sherlock nach der Größe gefragt hatte und neben John und Sophie saß, hielt dem Detective das Buch entgegen. „Liest du vor?“ fragte sie mit einem bettelnden Blick.
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BeitragThema: Re: Mini-Nebenplay | John, Sherlock und der Kindergarten   Mi Jul 30, 2014 9:04 pm

Sherlock bemerkte sehr wohl, dass hier einige Sachen ganz schief liefen. Die sollten nicht lachen, die sollten still sein, damit es schnell vorbei war!
Dass John am wenigsten amüsiert war bemerkte sein Freund natürlich, aber er ging nicht weiter darauf ein und sortierte weiter aus.
Spinnen war ein böses Verb? Da hatte Holmes aber schon bösere Wörter gehört, Freak war nur der harmlose Anfang. Meistens sagten sie Verpiss dich.
Als der Detektiv schließlich bei dem letzten Buch angekommen war hörte er John hinter seinem Rücken über Manieren reden. Nein, normalerweise gewöhnten sich Kinder so etwas nicht an. Sherlock war ja selbst nicht unordentlich oder dermaßen ungezogen, es suchte ihn halt nur heim, wenn ihm langweilig war oder er schnell etwas brauchte.
Normalerweise war es in der Baker Street ja auch immer aufgeräumt und sauber, nur wenn sich Unordnung breit machte, weil Sherlock wieder mal alles auf einmal brauchte war es dort so ungemütlich.
Das Buch war entschieden, der Detektiv hatte sich zu den anderen umgedreht, die Kinder waren weg.
Verwirrt wandte der Detektiv sich noch einmal um. „Warum sind die so schnell?“ murmelte er leise und legte die Stirn in Falten. Nur wegen einem Buch? Das war doch wirklich nicht ihr ernst, oder?
Als er John vernahm drehte er sich wieder um und so etwas wie ein Lächeln erschien auf seinen Lippen. „So läuft das hier John, wer nicht gefressen werden möchte, wirft andere zum Fraß vor.“
Dann wurde er gebeten mitzukommen und ein Kind, das gekommen war erhielt die ehrenvolle Aufgabe, das Buch zu tragen.
Das Gespräch blieb Sherlock zwar im Gedächtnis, aber er würde trotzdem nicht mit den Deduktionen aufhören. Wer wäre er denn? Vielleicht sollte er vorher John fragen, ob gewisse Zeilen jetzt unangebracht wären, aber aufhören- Nein, nie im Leben. Sonst wäre er doch kein Holmes.
Mit selbstsicheren Schritten ging er zu der Leseecke und nickte auf Johns Frage. „Es ist alles bestens.“ Dann schlug er die Hände zusammen und rieb sie. „Ich glaube, es gefällt mir hier.“
Den Inhalt des Gespräches verschwieg Sherlock, weil er es weder Nina noch John antun wollte, mit dem Thema Alkohol zu experimentieren.
Selbst wenn er es versucht hätte, hätte er es nicht geschafft, denn just in diesem Moment bemerkte er das Mädchen von vorhin. Dadurch, dass sie ihn ums Vorlesen bat. Sein Kopf zuckte in ihre Richtung und er kniff die Augen zusammen, wie wenn er erst verstehen müsse, was sie wollte.
Dann nickte er und ließ sich auf das Sofa fallen, er griff grob nach dem Buch. Holmes sah sich das Cover an, zwei sehr primitiv gezeichnete Personen in einem Raum, beide mit übertrieben nachdenklicher Mimik. Sherlock genehmigte sich einmal zu seufzen und sich im Stillen zu fragen, warum er nicht doch den sprechenden Fuchs genommen hatte, dann schlug er die erste Seite auf.
Gerade wollte er beginnen und das erste Wort lesen, da spürte er einen Widerstand an seinem Arm und nachdem er hinabgesehen hatte, bemerkte er, dass das Mädchen sich gegen ihn gelehnt hatte.
Vielleicht hätte er es weggeschubst, vielleicht eine Bemerkung gemacht, vielleicht auch gesagt, sie solle sich auf eine Matratze setzen, aber so fragte er sie einfach nur nach ihrem Namen.
„Gwyneth.“ Murmelte sie leise und schaute sich das Bild auf der ersten Seite an. Es zeigte die beiden Protagonisten des Geschehens, wie sie bei einem Frühstück saßen.
Holmes schaute sie einen Moment an, dann sah er zu John auf, als wüsste der, was hier los war.
Dann wandte er sich einfach wieder dem Buch zu und begann mit dem ersten Absatz. Allerdings konnte er sich nicht verbeißen zu jedem Satz einen leisen Kommentar abzugeben.
„Es ist ein schöner Morgen in London. Geht das? … Mark und Mike sitzen beim Frühstück. ...Langweilig… Doch was ist das? Ein Brief flieg herein! … Briefe können nicht fliegen… " So ging das noch eine ganze Weile weiter und er schaffte es tatsächlich, dass die Kinder, obwohl sie bis vor kurzem noch friedlich dagelegen hatten, ratlos aufsahen. Nach Sherlocks Augenmaß kam nur Gwyneth damit klar, auch wenn sie anscheinend nur die Bilder ansah und leise mit murmelte. Bei seinen Kommentaren blieb sie stumm und erst als er mit dem nächsten Satz begann redete sie leise mit. Das schaffte wiederum, dass Sherlock ratlos aufsah.
Als der Text auf der ersten Seite geendet hatte wollte der Detektiv gerade die Dicke Papp-Seite umklappen, da wies ihn seine Nachbarin darauf hin, dass er das Bild herumzeigen musste. Erst etwas stockend hielt Holmes das Buch hoch, bevor er bemerkte, dass sicher das Bild auf der Seite gemeint war, die er grade gelesen hatte. Aber wer wusste sowas schon von sich aus? Das wäre ja zu viel verlangt.
Also zeigte der Detektiv das Bild herum.

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BeitragThema: Re: Mini-Nebenplay | John, Sherlock und der Kindergarten   Mo Aug 04, 2014 5:51 pm

John merkte sich Sherlocks Satz mit dem:…wer nicht gefressen werden will, wirft andere zum Fraß vor. Vielleicht konnte er diesen Satz in der Zeit im Kindergarten auch noch anwenden, wenn er Sherlock mal etwas `gutes´ tun wollte.
Als Sherlock dann um die Ecke kam, meinte es sei alles Bestens und in die Hände klatschte um zu verkünden, dass es ihm hier gefiele, legte Watson seine Stirn in Falten. Sherlock musste sich von Nina und Marinna vor der Tür mit Sicherheit einiges anhören, von dem laut sein bis zu den Bücher werfen. Und da behauptete er noch es sei alles bestens? Nun, vor den Kindern würde John auch nicht zugeben, dass eben nicht alles bestens sei. Bestimmt hatte Sherlock schon sprichwörtlich die Schnauze voll vom Kindergarten und dennoch würde diese Woche durchgezogen werden. Dafür aber würde John nun doch seine Standpauke fallen lassen, die er sich für später aufgehoben hatte. Die beiden Erzieherinnen hatten ihm bestimmt schon ordentlich die Leviten gelesen. Und obwohl der Arzt schon gerne gewusst hätte, worum es bei dem Gespräch ging, dass Nina dann recht aufgewühlt wieder in den Raum gekommen war, konzentrierte er sich wieder auf die Kinder bei ihm und Sherlock in der Leseecke.
Zwei Jungs hatten sich leicht aufgerichtet um auf den Matratzen einen Kissenschlacht zu veranstalten, doch bevor sie ihren Plan in die Tat umsetzten konnten, wurden sie nicht nur von ihren anderen Freunden mit genervten Blicken bestraft, sondern auch John zog in stiller Mahnung eine Augenbraue hoch und warf den Jungs einen tadelnden Blick zu.
Dann beobachtete der ehemalige Militärarzt wie der Detective sich widerwillig aufs Sofa setzte, das ausgewählte Buch an sich nahm und das Cover mit seinen Blicken genau unterzog. Das Mädchen, Sophie, rückte sich auf Johns Schoß zurecht und lehnte sich an den Arzt, während sie gespannt darauf wartete, dass die Geschichte begann. Watson lächelte sanft und strich dem Mädchen ein mal durchs Haar, wobei sie aufsah und ihre Haare noch mal glatt strich, so als hätte man sie gerade fürchterlich verstrubbelt. Dann kehrte auch auf den Matratzen allmählich ruhe ein und alle warteten gebannt auf den Anfang der Geschichte.
Watson drehte den Kopf leicht zu seinem Mitbewohner, der eben zu ihm gesehen hatte. Mit einem leicht verwirrten Ausdruck. Was war denn jetzt? John blickte etwas tiefer und erkannte mit einem breiten lächeln, dass sich das kleine Mädchen mit dem Namen Gwyneth an Sherlock gelehnt hatte und interessiert das Buch musterte. Also das war, ohne es anders beschreiben zu können, wirklich lieb mit an zusehen. Das Mädchen an Sherlocks Seite verschaffte dem Detective ein etwas milderes Ansehen. Nicht so gefühlskalt, wie er es immer vorgibt zu sein. Aber wahrscheinlich würde auch ein Welpe auf Sherlocks Schoß den Detectiven allein durch das liebe Tierbaby ein netten Eindruck den anderen zu Teil werden lassen. Schließlich stahlen kleine Kinder oder auch Tierbabys den Erwachsenen immer die Show. Watson warf wieder einen wachsamen Blick zu den Kindern auf den Matratzen, als auch schon Sherlock die ersten Worte aus dem Buch vorlas.  Aber natürlich, wie konnte es auch anders sein, Sherlock wäre nicht Sherlock, würde er das vorlesen auch zu seinem eigenen machen. Fast schon jeden Satz kommentierte er, wenn auch leise, doch einige Kinder in den vorderen Reihen schienen es zu bemerken und sahen deswegen etwas  ratlos auf. Natürlich hörte auch John die Kommentar, unterdrückte ein Augenrollen aber nicht, worauf von Humphrey ein leises lachen zu vernehmen war. Sofort bedeutete er ihn mit einem harschen Blick leise zu sein, damit man die Geschichte wenigstens einigermaßen genießen konnte.
Trotz den Kommentaren des Consulting Detectives zu den einzelnen Sätzen, wie etwa das Briefe nicht fliegen könnten, waren doch ein paar parallelen in dem Buch zu erkennen, die so ähnlich mit Sherlocks und Johns gelegentlichen Fällen zu vergleichen waren. Oder zumindest die Arbeit, die sie vor sich hatten. Zwar kümmerten sich Mike und Mark um verschwundene Bälle oder von jemand aufgegessenen Kuchen, der nicht für diesen mysteriösen Jemand bestimmt war, doch das Prinzip blieb gleich. Auch die Beiden Buchfiguren nahmen, mehr oder weniger, Fälle an. Das Buch war eine Ansammlung von verschiedenen Fällen, die Mark und Mike zu lösen hatten. Also alles Kurzgeschichten mit einer menge Bilder. Und genau diese Bilder wollten auch von den Kinder gesehen werden. Gwyneth, die die ganze Zeit immer den Text wiederholte, was John doch leicht verzückte, besah sich schon seit einer weile ganz Dicht an den Consulting Detective gedrängt, die Bilder. Auch Sophie begann sich die Bilder genauer anzusehen, in dem sie sich von Johns schoss soweit wie es ging, um nicht den Halt zu verlieren,  zu Gwyneth und Sherlock hinüberbeugte. Erst als Sherlock darauf hingewiesen wurde, die Bilder auch mal herumzuzeigen, hielt er das Buch hoch.
Der Arzt grinste in sich hinein, als der Detective erst das falsche Bild herumzeigte, bevor er wohl von sich aus bemerkte, dass das Bild gemeint war, dass zu dem gerade gelesenen Text gehörte. Alle Kinderaugen auf den Matratzen blickten neugierig auf das farbenfrohe Bild, welches der Detective hoch hob.
Dann ging es mit der Geschichte weiter und wieder blieben die Kommentar von Johns Mitbewohner nicht aus. Als John sich etwas ins Sofa zurücklehnte, rutschte Sophie von dem Schoß des Arztes ließ sich neben Gwyneth in die Mitte des Sofas sinken und legte sich selbst den Arm von John um ihre Schulter, damit auch sie sich an ihn kuscheln konnte. Dann kramte Sophie nach eine ihrer Haarsträhnen in ihre Haaren und betrachtete sie interessiert, während sie der Geschichte zuhörte. John lächelte ein weiteres mal. Die Kinder hatten ihn heute schon mehr mals zum lächeln gebracht, als ihn sonst jemand zum lächeln bringen konnte. Sherlock war der Zweite, der den Arzt manchmal zum lächeln und sogar zum lachen brachte, insbesondere dann, wenn er Anderson vor die Tür schickte oder sie sinnlos mal ein Taxi verfolgt hatten. Auch manche Frauen brachten ihn zum lächeln, aber dann meist nur der Höflichkeit halber. Aber die Kinder, ja die brachten ihn schon am häufigsten dazu, zu grinsen. Und das bloß an einem Tag. Wie es wohl wäre, wenn er mal eigene Kinder haben würde?
John sah zu der Malecke, aus der fröhliches Gelächter kam. Marinna schien sich in einem lustigen Ton mit den Kindern zu unterhalten. Nina allerdings stand am Regal gelehnt, in der Hand hielt sie eine Tasse Kaffee und machte immer noch einen halb grimmigen, halb nachdenklichen Eindruck. Watson würde wahrlich interessieren, was vor der Tür genau besprochen wurde. Sicher nicht nur das Verhalten des Detectives. Oder etwa doch? Ein lautes Geräusch ließ ihn herum fahren. Es musste ein Donner von draußen her gewesen sein. Die Kinder, die eben wieder vertieft waren, in die Geschichte, wenn auch ein Paar grimmig wegen den leisen Kommentaren des Detectives guckten, waren von ihren Plätzen aufgesprungen und hatten sich mit „Uii was war den das?“ eilig an die Fenster im Raum verteilt. Selbst Sophie war aufgestanden und rannte Putzmunter an ein Fenster um sich dort auf die Fensterbank zu hieven. „Bist du taub? Das war ganz klar ein Donner!“ hörte man einen Jungen auf die Frage eines anderen Antworten. „Aber der Himmel ist doch blau. Das war sicher ein Düsenket“ erklärte ein Mädchen, welches sich sicher war, mit ihrer Antwort richtig zu liegen. „Das heißt Düsenjet!“ schnauzte sie ein anderer Junge an. „Mädchen haben davon keine Ahnung“ „Aber du?“ „Hey da hinten sind aber graue Wolken.“ „Also doch ein Donner?“ „Ja, was wars jetzt nun?“ Ein Stimmenwirrwarr an Kinder kamen auf, die den Himmel entweder neugierig nach Flugzeugen absuchten oder wissen wollten ob das Gewitter wirklich zu ihnen herzog. Watson grinste. „Wie leicht sich Kinder doch ablenken lassen.“ John beobachtete wie die Kinder praktisch an den Fensterscheiben klebten. Andere konnten sich bereits auf das Fensterbrett hieven, andere lugten mit ihrer Nase darüber. „Kinder! Setzt euch wieder zu John und Sherlock. Es war nur ein Donner,“ meldete sich Marinnas Stimme. „Die Geschichte wollt ihr doch sicher hören“, folgte Ninas Stimme vom Regal aus. Doch die Meute an Kindern bewegte sich keinen Millimeter.
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Sherlock Holmes
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BeitragThema: Re: Mini-Nebenplay | John, Sherlock und der Kindergarten   Mo Aug 04, 2014 9:12 pm

„Mike schaut sich den Brief an. …Das sehe ich, kann man das nicht raus kürzen? ... Er ist von einem gewissen Mister Smith. … Ich hätte fast gedacht, er wäre nicht in der Lage zu lesen… Was wohl darin ist? …Das interessiert niemanden…“ Sherlock war deutlich anzusehen, welches Missvergnügen ihm dieses Buch bereitete, aber die Kinder schien das nicht zu stören. Eine weitere Seite war gelesen und wieder hob der Detektiv sie an. Warum eigentlich? Auf der Seite waren nur eine rosige Hand und ein Umschlag, auf dem Buchstaben standen, die die Kinder wahrscheinlich eh nicht richtig lesen konnten. Wenn man schon Hilfe beim Aneinanderreihen des Alphabets brauchte! Trotzdem schauten sich die Sprösslinge voller Ehrfurcht die abgebildeten Objekte an und drängten darauf, dass es weiter ging.
Und dafür verschwendete Sherlock wertvolle Zeit! Voller Frust wollte er die Seite umblättern, aber seine Nachbarin kam ihm zuvor. Überrascht sah er zu ihr hinab, aber sie sah nicht auf. John wäre jetzt sehr wütend über seine Manieren, wenn Sherlock sich nicht bedankte, also überwand er sich für ein kurzes „Danke“ und begann möglichst schnell mit weiterlesen.
Die Kommentare waren zwar diesmal leiser und kürzer, aber nicht minder bissig. Er hatte es gerade geschafft, eine weitere Seite zu lesen ohne laut zu werden, da wurde ein Geräusch draußen hörbar. Sofort war die Aufmerksamkeit der Kinder ungeteilt dem Fenster zugesprochen, selbst Sophie und Gwyneth waren aufgesprungen und hatten sich zwei Sitzplätze ergattert.
John wusste natürlich, was das draußen war, Sherlock selbstverständlich auch, aber die Kinder unterhielten sich lautstark darüber, gaben ihre eigenen Vermutungen ab, wiesen andere zurück und es dauerte gar nicht mehr lange, da kamen auch andere Kinder zum Fenster gerannt.
Seufzend schlug der Detektiv das Buch zu und legte es auf das Sofa neben sich, dann warf er John einen Lächeln zu, ein sehr falsches, um zu zeigen, dass es ihm gut ging. Was natürlich falsch war.
John sagte etwas über die Kinder und das Lächeln wurde noch einen Tick gekünstelter- Das war Sherlocks Methode zu zeigen, dass er etwas nicht gut oder nicht richtig fand oder um etwas nicht bestätigen konnte, das oder lautes deklarieren.
Trotzdem blieb er weitestgehend ruhig, ließ den Kindern ihren Spaß, vielleicht wurde ja dann die Lesestunde gekürzt, beziehungsweise ganz abgesagt. Doch die Erzieherinnen machten ihm einen Strich durch die Rechnung. Besonders Ninas Satz war ein direkter Angriff. Sherlock warf ihr einen finsteren Blick zu, sie entgegnete ihm mit einem gestellten, netten Lächeln. Holmes benutzte es selbst viel zu oft, als das er es nicht erkennen würde.
Aber vermutlich würden die beiden verhindern, dass die Geschichte unterbrochen wurde, und würden die Kinder, falls es soweit kommen sollte, anstacheln, sie weiterhören zu wollen, also änderte der Consulting Detective seine Strategie. Er stand auf, straffte die Gestalt und strich sich das Jackett glatt, denn ging er mit federnden Schritten auf die Kinder zu. Er stützte sich mit seinen Armen am Fensterbrett ab, jeweils eine Hand zwischen zwei Kindern und schaute auch hinaus- Von seiner Körperhaltung könnte man meinen, er sei selbst ein Kind, nun ein Kind in einer Männergestalt, das versuchte, die Ursache zu erfassen. Geheimnisvolle Geräusche waren doch etwas faszinierendes, richtig? Richtig, deshalb würde Sherlock auch möglichst das geheimnisvolle davon nehmen.
„Das war ein Donner, das Geräusch, das ein Blitz macht. Die Luft dehnt sich plötzlich aus und weil sie durch den Blitz extrem heiß wird donnert es. Es gibt hier nichts zu sehen, Blitze sind meistens zu schnell weg, als das man sie ordentlich sehen könnte und um einen Donner zu hören muss man nicht am Fenster sitzen. Geht also dahin zurück, wo ihr hergekommen seid.“
Die Kinder drehten sich mit großen Augen zu ihm um. Er lächelte eines seiner weniger falsch aussehenden Lächeln, denen an Falschheit aber nichts nachstand. Als sie länger nichts getan hatten machte der Detektiv aufscheuchende Bewegungen. „Husch, husch!“
Zwar war das Ergebnis nicht so durchschlagend, wie als der Detektiv laut geworden war (vielleicht musste er sich das merken) aber wenigstens trotteten sie alle zu ihren Plätzen zurück.
Wenig später war die Tortur des Bilderbuches vorbei. Es war durchschaubar, kindisch und langweilig, der Hund von Mr. Smith hatte einfach eine Ecke weiter ein Nickerchen gehalten, niemand war entführt worden, niemand bräuchte sich Sorgen machen. Langweilig, unlogisch, unnötig.
Sherlock zog den Ärmel seines Hemdes zurück und sah auf seine Uhr. Er hatte nicht übermäßig aufgepasst, als der Tagesplan angesprochen wurde, aber er wusste, was unausweichlich auf ihn zukam. Und es versetzte ihn in Angst und Schrecken. Sozusagen.
Der Stundenzeiger bahnte sich unaufhaltsam seinen Weg zur zwölf. Die Zeit zum Mittagessen.
Holmes machte ein paar Versuche, aufzustehen, die alle von Gwyneth vereitelt wurden, die sich auf ihren Ellenbogen in seinem Schoß stützte, schaffte es aber schließlich sie abzuschütteln und aufzustehen. Dann drückte er dem nächstbesten Kind, Tim, wie er am Rand mitbekam, das Buch in die Hand und schickte ihn los, es wegzustellen, egal woher es kam, aber genau dort hin.
Dann streckte er die Müden Glieder und gähnte.
Erst nachdem er das getan hatte schien er zu merken, dass noch Kinder da waren und verscheuchte sie ein wenig rüde, aber weniger grob, als er es noch in der ersten Stunde getan hätte.

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John Watson
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BeitragThema: Re: Mini-Nebenplay | John, Sherlock und der Kindergarten   Di Aug 05, 2014 12:36 pm

John hatte deutlich gemerkt, dass Sherlock das ganze missfallen hatte. Das Buch und auch danach die Kinder die zu den Fenstern gerannt sind. Das falsche, gekünstelte lächeln von Sherlock kannte er mittlerweile, daher war es auch nicht schwer zu erraten, dass er es überhaupt nicht toll fand, den Kindern sein selbst ausgesuchtes Buch wohlgemerkt, vorzulesen. Als der Detective dann aber entschieden aufstand und zu den Kindern marschierte um sich am Fensterbrett abzustützen wirkte er wie fast eben eines von diesen. Nur viel zu groß und viel zu klug. Watson war in dem Moment, als Sherlock sich an eines der Fenster begeben hatte, ebenfalls aufgestanden um seine steifen Glieder zu strecken. Danach verließ er ebenfalls die Leseecke und gesellte sich zu Marinna, die die Malecke verlassen hatte um sich mit Nina wohl darüber zu unterhalten, ob das Wetter was größeres werden könnte oder nicht. Denn Watson schnappte etwas von einem Wetterbericht auf, über den sich beide unterhielten. „Na wie gefällt es ihnen bist jetzt hier?“ fragte Marinna, die John ankommen sah. „Ja, es ist wirklich nett hier. Besonders die Kinder. Wie kleine Engel“, antwortete Watson. „Och, sie werden sehen wie schnell sich das ändern  kann und aus den Engeln kleine Teufelchen werden“, erklärte Nina etwas gereizt, räuspere sich dann aber und fügte etwas milder hinzu, dass die Kleinen schon mal anstrengend sein konnten. Besonders wenn sie sich nicht anziehen wollten, wenn sie abgeholt wurden oder wenn es für einen Spaziergang nach draußen ging. „Ich möchte mich bei der Gelegenheit noch mal für das Benehmen meines Freundes entschuldigen. Er kann manchmal durchaus anstrengend sein“, erklärte John, worauf er sich ein schmunzeln von Marinna einfing. „Wie die Kinder hier eben auch. Aber die schönen Erlebnisse mit den Kleinen überwiegen dann doch die nicht ganz so tollen Erfahrungen.“
John nickte, sah sich kurz die vielen Kinder an, die sich an den Fenstern die Nasen platt drückten und unter ihnen der Detective. Er schien als würde er sich gerade zu etwas äußern. Vielleicht erklärte er den Kindern ja gerade, dass so ein Donner nichts außergewöhnliches war oder dergleichen. „Sie sehen müde aus. Vorlesen macht müde, dass weis ich auch Erfahrung“, hörte er wieder die Stimme der älteren Erzieherin. „Das zuhören allein, ist schon einschläfernd“, bestätigte Watson. „In der Küche, um die Ecke nach diesem Raum ist die Küche. Sie können sich ruhig eine Tasse Kaffee holen.“ John nickte dankend wegen des Angebotes, warf noch mal einen kurzen Blick zu dem Detective und den Kindern, bevor er sich dann der Tür mit einem lächeln zuwandte und aus dem Raum verschwand um die Küche aufzusuchen. So konnte er wenigstens mal kurz den vielen durcheinander gewürfelten Worten der Kinder, die ihre Begeisterung über den Donner so von sich gaben, entfliehen.
Wie Marinna beschrieben hatte, fand er um die Ecke des Flurs geradewegs die Küche auf. Darin waren rechts und links die Küchentheke, samt Herd, Backofen, Kühlschrank und Mikrowelle verstaut. In der Mitte stand  ein kleiner Tisch, mit Blick aus dem Fenster in den wolkenüberzogenen Himmel. Gewitter machten dem Arzt nichts aus. Eigentlich. Gewitter am Tag waren ihm egal, Gewitter bei Nacht auch. Allerdings nur wenn er bei Nacht noch unterwegs war und nicht schon schlief. Leider hatten manche stürmischen Gewitter Nachts bei ihm den Effekt, Albträume aus seiner Zeit in Afghanistan hervorzurufen. So erinnerte ich manches Donnergrollen Nachts doch an die Schüsse die früher gefallen waren, das toben eines Unwetters an das Chaos das vor seiner Rückkehr in das friedliche London geherrscht hatte. Nun, friedliche London war eben auch Ansichtssache. Wenn man mit dem Detective durch die Straßen zog, war es gar nicht mehr so friedlich. John schnappte sich die Kanne Kaffee, die auf dem Tisch stand und nahm aus den im Kreis stehenden Tassen um der Kanne eine davon weg, um sich den Kaffee dort einzuschenken. Dann klammerte er seine Hände um die vom heißen Kaffee erwärmte Tasse und stellte sich ans Fenster um dem Wind dabei zuzusehen, wie er die Baumkronen erfasste. In seinem Bett, bei Nacht, wollte er bestimmt nicht solch ein Unwetter, das hier wohl aufzog, miterleben. Denn dann würde er sich seinen Albträumen hilflos ausgesetzt fühlen, denn ein Gewitter bei Nacht machte alles viel realer, als es den Anschein hatte.
„Boah guck doch mal! Da hinten sind ja ganz schwarze Wolken!“ vernahm er eine junge Stimme. Irritiert sah Watson auf und stellte seine halb leere Tasse auf den Küchentisch ab. Wie lange stand er denn nun schon am Fenster? Vor lauter Gedanken, hatte er ganz die Zeit vergessen. „Die sind nicht schwarz, die sind doch eine Mischung aus Schwarz und Weiß“, erklärte eine andere Stimme. Was? Hatten sich etwa zwei Kinder auf den Flur geschlichen?
John verließ die Küche und sah dann auch schon an dem Fenster um der Ecke zwei Jungen am Fensterbrett sitzen. „Das vorhin war kein Donner, dass Geräusch kam sicher von einem Flugzeug. Das hier ist ein Donner“, sagte der eine Junge zum anderen, als ein erneutes Donnergrollen den Himmel erfüllte. „Ach und wie willst du dir da so sicher sein?“ fragte sein Freund. „Was macht ihr beide den hier?“ unterbrach Watson das Gespräch der Jungs und machte sich zum Fenster im Flur auf. „Herausfinden ob das Geräusch vorhin von einem Donner oder von einem Flugzeug kam. Das Geräusch vorhin hörte sich viel lauter an, als das Geräusch eben. Also war das vorhin von einem dieser Düsenjets“, erklärte der eine Junge stolz. John seufzte auf. „Beides mal war es der Donner. Glaubt mir, wie sich Düsenjets anhören, weis ich“, erfolgte Watsons Antwort. Ohja, zu oft hatte er schon die Geräusch dieser ganz speziellen Flugzeuge gehört und würde sie wiedererkennen, wenn er sie irgendwo wieder hören sollte. „Und woher weist du das?“ fragte der Junge von vorhin. Mit dieser Frage hätte John ja rechnen können, aber beantworten würde er sie nicht. Zumindest nicht richtig. Schließlich sollten die Jungen ja noch nichts über solche Seiten im Leben wissen.
„Weil ich das weis und jetzt sollten wir uns schön wieder zurück zu den anderen begeben“, erklärte John und hob die Jungen vom Fensterbrett, die sich das nur widerwillig gefallen ließen. „Bekommen wir den Bonbons?“ fragte nun der andere Junge nach. „Bonbons?“ wiederholte John irritiert. „Ja, die bekommen wir immer, wenn wir ganz lieb fragen“, erklärte sein Freund. Watson zuckte mit den Mundwinkeln. So ganz glaubte er nicht, dass die Kleinen hier Süßigkeiten bekommen würden, wann auch immer sie lieb fragten. „Glauben Sie den Kleinen hier nichts, John. Sie versuchen sich ihr Glück immer bei Neuen, ob Sie ihnen Bonbons geben würden“, ertönte Marinnas Stimme, die aus der Tür zum Aufenthaltsraum der Kinder gekrochen kam. „Och Mensch“, nörgelten beide Jungs. „Jetzt gibt es dann erst mal Mittagessen, später verteilt der John Bonbons“, erklärte Marinna, ging zu den Jungs in die Hocke, kitzelte beide kurz durch, wobei sie in den Aufenthaltsraum zu ihren Freunden zurück flüchteten. Mittagessen? Dann hatte John sich doch mehr oder weniger erfolgreich vor dem Rest des Buches drücken können. Watson lächelte. Er spürte überhaupt kein Mitleid mit dem Detective, war er es doch, der das Buch ausgesucht hatte. Allerdings fand John es noch gar nicht mal schlimm, hätte vielleicht sogar das Ende des Buches hören wollen, nur hatte er ganz einfach die Zeit vergessen, als er dem herannahenden Unwetter draußen zugesehen hatte. „Ich werde dann mal sehen, was unsere Kleinen heute so zu Essen bekommen“, erklärte Marinna, machte sich auf in Richtung Küche wurde aber noch mal von Johns Worte abgehalten. „Kann man Ihnen dabei irgendwie behilflich sein?“ fragte der Arzt aus Höflichkeit nach. Die ältere Erzieherin schüttelte den Kopf. „Aber Sie könnten gleich zusammen mit ihrem Bewohner und fünf unseren Abholkindern zu den Garderoben gehen und ihnen beim Anziehen helfen. Die fünf werden heute nicht bis zum Essen bleiben“, meinte Marinna und verschwand dann in der Küche. John nickte und machte sich seinerseits wieder auf den Weg zum Aufenthaltsraum.
Als John jenen Raum betrat, sah er gerade wie die letzten Kinder etwas aufgescheucht die Leseecke verließen und gleich anfingen, sich gegenseitig zu Fangen. Dabei drang ein frohes Kinderlachen an die Ohren des Arztes. Watson begab sich mit einem fast schon schelmischen Grinsen zu dem Detective. „Wie ich sehe, sind Sie mit dem Buch fertig. Wie war es?“
Watson wusste, dass Sherlock das Buch überhaupt nicht gefallen hatte, schon allein das Vorlesen war nicht nur für den Detective eine Tortur gewesen, sondern auch für die Kinder.
Nina begann mit eine Triangel fünf Kinder zusammenzurufen, wohl die Abholkinder, die gleich zu den Garderoben müssten. Watson wollte soeben die weitere frohe Nachricht, dass sie beide die Ehre hatten die Kinder beim Anziehen ihrer Jacken und Schuhe zu helfen, verkünden, da vermischte sich ein lauteres Poltern im Raum, mit dem Donnergrollen draußen.
Dies lies den Arzt dann doch, so überraschend wie das Geräusch gekommen war, zusammenzucken und alarmiert seine Umgebung mit seinen Blicken ab zu scannen. Bei den Bauklötze-Bereich blieb dann der Blick des Arzte hängen. Ach nein. Humphrey hielt eine Fahne in der Hand, als hätte er sie gerade irgendwo platzieren wollen. Neben ihm ein lachendes Mädchen das Bauklötze am Boden musterte. War da gerade ein Turm zu Fall gebracht worden? „Humphrey! Wirst du wohl herkommen? Du bist ein Abholkind, also los beeil dich“, trommelte Nina auch das letzte von fünf Kindern zusammen. „Amanda hat meinen Turm umgestoßen“, sagte er traurig, zog eine Schnute und machte sich dann trotzig zu Nina auf. Watson erinnerte sich wieder daran, dass er ja noch etwas sagen wollte. „Im übrigen werden wir beide die Ehre haben, die Abholkinder an den Garderoben gleich beim anziehen zu helfen“, sagte John, als er sich aus seiner angespannten Haltung wegen dem Poltern und dem Donnern gelöst hatte. Das würde noch ein Spaß werden, doch zu was für einem ´Spaß´ sich das Anziehen der Kleinen noch entwickeln würde, dass würden John und Sherlock schon noch sehen.
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BeitragThema: Re: Mini-Nebenplay | John, Sherlock und der Kindergarten   Mi Aug 06, 2014 6:28 pm

Sherlock vermisste John in der verbliebenen Zeit ein wenig, aber letztendlich würde es ja nichts anderes sein, wenn der Arzt weg war, also stand Sherlock die letzte Zeit auch noch durch. Wo war er hingegangen? Als das Buch durchgelesen und die Meute verscheucht war sah der Detektiv sich um. Nichts, außer Nina und Marinna war er die einzige erwachsene Person im Raum. Sherlock war nicht allwissend, aber er würde sagen, John ging sich einen Kaffee holen. Dieser Verdacht kam vorrangig davon, dass der Detektiv grade selber gerne etwas Koffeinhaltiges getrunken hätte.
Er gähnte und streckte sich, dann sah er sich um. Der Meistteil der Kleinen hatte sich einen Freund gesucht um mit ihm oder ihr etwas zu unternehmen. Holmes bemerkte, dass ein Junge sich mit einem Mädchen um ein Bild stritt, dass dabei unaufhörlich auf den Boden tropfte.
Der kleine Teil in ihm, der sich für so etwas interessierte ließ Sherlock hingehen und er pflückte das Papier einfach aus den Händen der beiden. Es war mit Tusche gemalt und extrem nass, fast als hätte man es komplett in Wasser getunkt, aber der Junge erklärte, er hatte vor gehabt, eine glänzende Schicht Wasser drauf zu tun, damit es immer so schön aussah, wie vorm Trocknen. Mit einem süffisanten, fast gönnerhaften Lächeln gab ihm Sherlock das Bild wieder und erklärte, dass das Wasser schon bald getrocknet war und nichts, aber auch gar nichts, von dem Glanz erhalten blieb. Also könnte das Mädchen jetzt auch verschwinden, immerhin gab es hier nichts zu holen außer einem langweiligen Bild, das doch eh niemanden interessierte.
„Soll das heißen, das mein Bild nicht schön ist?“ fragte der Junge und sah es sich mit großen Augen an.
Sherlocks Lächeln nahm an Intensität zu und dann nickte er einmal. „Ja.“
Der Junge kaute auf seiner Unterlippe, dann zog er die Nase hoch. Sherlock sah ihm dabei etwas abweisend zu, dann wurde sein Gesichtsausdruck verständnislos und verwirrt als der Junge zu weinen anfing. Verdattert sah der Consulting Detective sich um, aber niemand schien ihm Hilfe bieten können, also ging er neben dem Jungen in die Hocke und hielt ihm eine Hand auf den Rücken. „Aber das ist doch nichts schlimmes…“ versuchte er es ein bisschen lahm. Als der Junge darauf hin nur noch mehr weinte begann der Erwachsene ihm mit der Hand leicht den Rücken zu tätscheln. Schließlich stürzte sich der Junge in seine Arme und weinte weiter. Sherlock hätte ihn vielleicht weggestoßen, aber da er nun Nina sah, die ihn durchdringend musterte, rang er sich zu einer halben Umarmung durch. Vorsichtig nahm er noch den anderen Arm dazu und klopfte vorsichtig den Rücken des Kleinen, bis er sich beruhigt zu haben schien. „So schlimm ist es ja gar nicht.“ Presste er dann heraus und rang sich zu einem Lächeln durch, dass sogar recht nett aussah. „Wirklich?“ fragte der Junge und fuhr sich mit der Hand über die Augen. „Ja, wirklich.“ „Wenn ich Nina frage, meinst du, sie wird es aufhängen?“ „Da bin ich mir sicher.“ Er musste sich durchringen um nicht zu sagen, dass hinter einem Schrank sicher noch ein hübsches Plätzchen frei war, sowas konnte man bei Lestrade machen, aber doch nicht kleinen Kindern. Der Junge hatte wohl kein Problem dabei, dem Mann zuzuhören, obwohl der fest die Zähne aufeinander presste und sich mit jedem Wort abquälte, er zog noch einmal die Nase hoch, dann nickte er und verschwand Richtung Nina.
Sherlock stand seufzend auf. Nachdem er sich einmal vergewissert hatte, dass kein Kind etwas mitbekommen sah er zu eben dieser Erzieherin, die ihm in dem Moment bedeutete, zu ihr zu kommen.
„Na, das war ja eine Glanzleistung.“ Sagte sie, schon bevor Sherlock bis auf fünf Meter zu ihr herangekommen war. Der Detektiv schwenkte den Kopf. Er hatte nicht vor, die Feindschaft lange bestehen zu lassen, zumal sie am längeren Hebel saß, also hielt er sich ab sofort mit den scharfen Kommentaren zurück, auch wenn ihr Kommentar vor beißendem Sarkasmus nur so getropft hatte. „Ich konnte es mal besser.“ Sagte er und stellte sich zu ihr, die Arme verschränkt. Sie hielt das Bild in der Hand, dass ihr der Kleine in die Hand gedrückt hatte, an der oberen Ecke. Es tropfte noch ein bisschen, aber sie benutzte die freie Hand um die Feuchtigkeit am unteren Zipfel auszuwringen. Holmes bemerkte, dass ihr Blick an seinem Hemdärmel klebte und er sah selbst nach unten. Ein nicht gerade kleiner, blauer Flecken hatte sich am untersten Stückchen ausgebreitet. Seufzend legte er die Arme auf den Rücken und sie musste grinsen.
„Sie sind dieser Detektiv, oder? Und ihr Freund schreibt diesen Blog.“
„Sie lesen ihn?“
„Bin mal drüber gestolpert.“
„In Wahrheit lesen Sie ihn jeden Tag.“
Nina zuckte zusammen. „Woher wissen Sie das?“
„Eigentlich wusste ich es nicht. Ich habe eine scherzhafte Aussage gemacht und durch ihre Reaktion habe ich jetzt alle Infos, die ich wollte und brauche.“ Die Erzieherin überprüfte, ob das Bild wenigstens ansatzweise trocken war und heftete es dann mit Klebeband an der Wand an. Dann verschränkte sie die Arme und grinste.
„Sie sind furchtbar, Sherlock.“
„Das höre ich nicht selten. Sie lesen den Blog wegen John, nehme ich an?“
„Seine Vergangenheit ist echt nicht zu beneiden, ich finde es stark, was er tut und wie er sein Leben auf die Reihe kriegt, auch wenn es ein paar Umstände gibt, die ihn aus der Bahn werfen könnten.“ Verträumt fügte sie hinzu: „Und ich mag die Art wie er schreibt. Haben Sie das mit derselben Strategie erfasst wie das eben?“
„Nein, das sagten mir die Blicke, die Sie ihm dauernd zuwerfen.“
Die Erzieherin hätte ihm sicher gerne gegen den Arm geboxt, aber bevor die Kinder das mitbekamen schubste sie ihn nur ein bisschen, so, dass es niemand mitbekam. Er drehte sich noch einmal zu ihr um, dann ging er zu einem Fenster und setzte sich auf die Fensterbank. Er sah nach draußen und zu den Wolken. Ihm war sehr wohl klar, das Gewitter John störte, wenn er schlief. Er konnte zwar nur vermuten, dass es dabei um vergangene Erlebnisse ging, aber er merkte ja, dass sein Mitbewohner müde und dahin gerafft am Tag nach einer gewittrigen Nacht zum Frühstück kam. Und an Schlafmangel dürfte es eigentlich nicht liegen, immerhin hatte Sherlock schon den einen oder anderen Versuch gemacht. Eigentlich stimmte es schon, was Nina sagte. Was John da darbrachte war wirklich faszinierend. Manchmal vergaß Sherlock schon, dass er es mit einem Menschen zu tun hatte, der Menschen in Massen hatte sterben sehen.
Ein Ächzen kam von Rechts und der Detektiv wandte seinen Kopf zu dem Geräusch. Gwyneth versuchte unter einiger Anstrengung, das Fensterbrett zu erklimmen. Obwohl Sherlock jetzt gern allein gewesen wäre half er ihr ein bisschen, dann sah er weiter aus dem Fenster, während sie zu ihm aufsah. „Warum kommst du eigentlich immer zu mir?“ fragte er nach einiger Zeit, als die Blicke ihm zu viel wurden. Daraufhin zuckte sie mit den Schultern und wendete ihrerseits den Blick aus dem Fenster. „Langeweile.“ Murmelte sie dann gleichgültig. Sherlock zog kurz verwirrt die Augenbrauen zusammen, dann sah er wieder zu ihr hinunter. „Bist du gerne hier?“ fragte er dann. Sie ließ sich etwas Zeit mit antworten. Mehrsagender, als es ein Satz je sein könnte. „Ja.“ Log sie dann. „Also, die anderen sind schon nett zu mir, aber es ist immer so langweilig hier.“ „Hast du nicht viele Freunde?“ „Doch, ein, zwei. Aber ansonsten weiß ich oft nicht, was ich tun kann. Ich möchte dringend in die Schule kommen.“ „Wie alt bist du denn?“ „Ich werde bald fünf.“ „Oh.“ „Wieso?“ „Du siehst älter aus.“ „Habe ich Falten?“ „Nein.“ Sherlock schmunzelte und sie kicherte daraufhin. „Warum bist du eigentlich immer so gemein?“ fragte sie dann. „Gemein?“ „Naja, du sagst manchmal so fiese Sachen.“ Das verschlug ihm dann doch etwas die Sprache. Er blickte stumm zu ihr hinab, sie schaute stumm zu ihm hoch. John unterbrach das Gespräch, er kam und erkundigte sich nach dem Buch. Er roch nach Kaffee. Verräter.
„Ein schönes Buch. Keine Fachliteratur, aber doch aushaltbar.“ Erwiderte Sherlock auf die Frage und sah mit einem sparsamen Blick zu seinem Freund auf. Natürlich war das gelogen und das sollte John auch wissen.
Ein Klingeln und kurz darauf ein Poltern fesselte das Interesse der drei, allerdings entging Sherlock nicht, wie angespannt sein Freund bei dem Krach gewesen war.
Auf seine Nachricht nickte der Detektiv dann und stand auf. Gwyneth lächelte ihm noch einmal zu, blieb aber sitzen und so gingen nur Arzt und Detektiv zu den Umkleiden, in denen die ersten schon ungeduldig warteten. „Sie nehmen zwei, ich nehme zwei, wer das Pech hat zuerst fertig zu sein muss den dritten auch noch machen.“ Sagte Sherlock entschieden und ging, ohne Zeit an einer ordentlichen Unterhaltung wer nun wen nahm auf den ersten Jungen zu. Die Jacke ging reibungslos, Sherlock hielt sie ihm hin und er schlüpfte schnell hinein, nachdem der Reißverschluss ordentlich verschlossen war kniete der Detektiv sich hin um die Schuhe zuzumachen.
In dem Moment begann der Junge den Detektiven an den Haaren zu ziehen. In unterdrückten Schimpfwörtern sah der auf und bemerkte, dass der Reißverschluss wieder geöffnet war.
Brummend machte er sich daran, ihn nochmal zu schließen. Kaum war er bei den Schuhen ging das Ziepen wieder los. Knurrend wie ein Schlosshund beendete Holmes den Schuh, dann den anderen, riss dann seinen Kopf hoch und packte die kleinen Hände des Jungen. „Warum machst du das?“ fragte er und schaute ihn an, als wäre er kurz davor, ihn am Schopf einmal um den Block zu tragen. „Du hast so komische Haare.“ Kicherte der Junge, der die Gefahr nicht zu respektieren wusste. Der Detektiv knurrte etwas sehr unfreundliches, zog dann den Reißverschluss der Jacke bis obenhin zu, setzte dem Kind die Kapuze auf und zog so lange an den Bändeln, bis sie sich so fest zugezogen hatte, dass nur noch ein kleines Loch offen war, durch das zwei Augen hervor blitzten. Dann drehte der Detektiv das Paket mit einem grimmigen Ausdruck um und gab ihm einen Anstoß zur anderen Seite des Raumes, wo Nina halb lachend, halb empört, sie war sich wohl nicht sicher, was angebrachter war, auf ihn wartete. Wie gut, dass die Eltern noch nicht eingefallen waren.
Holmes wandte sich dem nächsten Kind zu, ein kleines Mädchen, das grade dabei war, die Sohle aus ihrem pinken Schuh zu lösen. Der Detektiv riss ihn ihr aus der Hand und pappte die Sohle notdürftig wieder hinein, dann hielt er ihn ihr hin, damit sie hineinsteigen konnte. Sie allerdings musste noch ein Theater veranstalten, weil sie dringendst dabei sitzen musste, also ließ sich Sherlock an der Hand zu einem Stuhl führen, wobei er gezwungen war in einer demütigend vorgebeugten Weise zu laufen, und musste sie dann noch hinauf setzen, weil sie es selbst nicht schaffte.
Mit einem genervten Seufzen hielt er ihr den Schuh hoch. Es folgte eine etwa ein minütige Debatte, ob sie nun diesen Schuh zuerst anzog oder den rechten, aber Sherlock gewann, weil er die durchschlagenderen Argumente, sprich die lautere Stimme hatte.
Als das Kind, ordentlich beschuht und frohen Mutes, dann noch einmal zu den anderen Kindern rennen wollte gab es eine kurze Verfolgungsjagd, dessen Sieg erneut der Mann für sich verbuchte, weil er nach einem großen Schritt schon bei ihr war. Die Jacke war schnell angezogen, auch wenn sie immer ihre Finger vor den Reißverschluss hielt und empört auf quiekte, wenn er sie berührte und zwickte. Sherlock löste das Problem, indem er ihre Hand heraus nahm und mit Nachdruck an ihre Seite drückte. Dann waren ihre Haare eingeklemmt, mit einem kräftigen Ruck war die Angelegenheit beseitigt und das Mädchen ein Haarbüschel ärmer.
Holmes sah auf, nachdem er sie zu Nina geschickt hatte, um sich nach John umzusehen. Hatte er sich schon um das fünfte Kind gekümmert oder musste er das jetzt machen?

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BeitragThema: Re: Mini-Nebenplay | John, Sherlock und der Kindergarten   Do Aug 07, 2014 4:12 pm

John hatte Sherlock kein einziges Wort geglaubt, was er über das Buch verlauten ließ. Seine Kommentar beim Vorlesen waren Grund genug, dass er das Buch eben nicht schön sondern schrecklich fand. Daher hatte Watson ein amüsiertes, wissendes lächeln gezeigt, als Sherlock den Satz über das Buch verlauten ließ.
Nach dem Gepolter verbunden mit dem Donner draußen, durch welchen John sich für einen Moment zurück in eine Szene als Soldat zurückversetzt fühlte, dann aber doch nur ein Bauklötzeturm war, der umgekippt war, machte sich der Arzt mit Sherlock auf den Weg zu den Garderoben. Dem Arzt war nicht entgangen, dass Gwyneth bei Sherlock gewesen war. Irgendwie schien das Mädchen etwas ganz besonderes zu sein, wenn es die Nähe zu Sherlock suchte. "Gwyneth scheint Sie zu mögen," sagte John daher, bevor sie bei den Garderoben angekommen waren.
Dort wartete also schon die fünf Abholkinder und Nina stand an der Tür um auf die fertig angezogenen Kinder zu warten. Bei Sherlocks Aufteilung grinste John. Na dann, der Arzt war auf jedenfalls der festen Überzeugung, dass er seinen Teil der Kinder eher abholbereit anziehen konnte, als Sherlock. Zur Not machte er auch da gerne den dritten. Welchen Strich ihn die Kinder aber durch seine Rechnung machen würden, war ihm eben noch nicht klar. Daher sagte er ganze einfach. „Na dann wollen wir doch mal anfangen“ und machten sich zu einem Mädchen auf, dass an die Garderobe hochsprang um ihre pinke Mütze davon herunter zu holen. „Warte, lass mich dir helfen“, erklärte John und hob mit Leichtigkeit die Mütze von der Garderobe, die für ihn ja sowieso zu klein war. „Danke“ japste das kleine Mädchen und riss Watson die Mütze aus der Hand um sie ganz fest an sich zu drücken. „So dann zieh dir doch schon mal deine Hausschuhe aus und bring mir deine Straßenschuhe“, meinte John und beobachtete, wie das Mädchen sich auf den Boden setzte und ihre Hausschuhe auszog. „Du musst mir dann aber zeigen, wie ich meine Straßenschuhe anziehen soll“, erklärte das Mädchen mit den blonden Haaren, ließ ihre Hausschuhe dort liegen, wo sie sie ausgezogen hatte und marschierte zu ihrem Harken, der einen hölzernen Pferdekopf zierte. Darunter nahm sie ihre Straßenschuhe und rannte dann wieder zu dem Arzt, dieser beugte sich leicht zu dem Mädchen hinab, nahm ihr die Schuhe aus den Händen und stellte ihr sie dann richtig auf den Boden hin. „Reinschlüpfen kann ich schon selber“, verkündete das Mädchen stolz. „Dann ist ja gut“. John lächelte, wandte sich dann hinter sich um, jemand hatte ihn angeschubst. Ein Junge stand beladen mit Regenjacke, Straßenschuhe und Mütze hinter ihm. „Kannst du mir helfen?“ nuschelte er hinter seiner Kleidung hervor. Watson lachte kurz bei dem Anblick, nickte, warf dem Mädchen noch einen sorgsamen Blick zu. Diese schien sich die Schuhe aber richtig rum anzuziehen, so wie John sie ihr hingestellt hatte. „Du kommst zu mir, wenn du mit den Schuhen fertig bist?“ fragte er das Mädchen noch, welche eifrig nickte. Dann folgte er dem anderen Jungen zu einer kleinen Sitzbank. Die Kleidung lies er auf den Boden fallen, während sich der braunhaarige Kindergartenjunge auf eben jene Bank setzte. „Also meine Schuhe kann ich noch nicht selbst binden, der Reisverschluss meiner Jacke klemmt andauernd und ich setzte meine Mütze immer falsch auf,“ fing der Junge an seine kleinen Probleme aufzuzählen. Bei dem letzten Problem hob John eine Augenbraue. Die Mütze musste man doch nur in die richtige Richtung umstülpen. Wenn der Junge die Mütze umstülpte, und da gab es ja nur zwei Möglichkeiten, musste er irgendwann doch auf die richtige Möglichkeit kamen. Das mit dem Reisverschluss schien bei den Kindern aber generell ein Problem zu sein, als er zu Sherlock blickte, der gerade einem Jungen den Reißverschluss bis oben hin zuzog. Der Arzt grinste, atmete ein mal tief durch und wandte sich dann dem Kleiderstapel am Boden zu. „Also einmal die Hausschuhe ausziehen“,  befahl er dem jungen in einem sanften Tonfall und griff nach dem ersten Schuh, der zu dem recht Fuß gehörte. Der Junge hatte seine Hausschuhe schnell zu Boden fallen lassen und hielt jetzt seinen Fuß dem Arzt entgegen. Allerdings den linken. John seufzte mit einem leichten lächeln. „Anderer Fuß. Ich hab den rechten Schuh und dazu brauchen wir…“ Watson kam mal wieder nicht dazu, seinen Satz zu beenden, da der Junge dazwischen plapperte. „Nein, nein. Das ist schon richtig so“, erklärte er, als hätte er schon einige male den rechten Schuh am linken Fuß gehabt. „Das glaube ich weniger. Der passt ja gar nicht so richtig zu deinem linken Fuß“, versuchte es der Arzt zu erklären. „Doch“ beharrte der Junge und verschränkte die Arme, als wisse er mehr über seine Schuhe und wie man sie anzog, als John. „Ok, wenn du meinst, dass es richtig ist, dann ziehen wir ihn dir doch mal an, du läufst damit eine Runde und dann sehen wir schon, ob er dir passt, oder nicht“, fand John einen Kompromiss, dem der Junge wohl sehr gefiel. Denn dieser nickte und hielt weiterhin seinen falschen Fuß hin.
Wie es bei an ziehen eines falschen Schuhes auf dem falschen Fuß eben war, funktioniere das anziehen des Schuhes eben nur mit Müh und Not einigermaßen. Dann verschwanden die Schnürsenkel des Schuhs notdürftig auf der Innenseite in der John diese hineinstopft. „So dann lauf mal“ Das lies sich der Junge nicht zweimal sagen. Er hüpfte von der Bank und marschierte ein paar mal auf und ab. Watson sah eindeutig, dass der Schuh eben nicht zu diesem Fuß passte, aber der Junge fand das gar nicht schlimm. Kurz sah der Arzt zum Detective, der eine anderen Jungen, der ihm vorhin noch an die Haare gezogen hatte, wie ein Paket ein packte. Die Mütze saß jedenfalls sicher. Watson schmunzelte als dieses Paket auf Nina zulief, die ebenfalls nicht wusste, was sie jetzt dazu sagen sollte. „Also ich finde, der passt !“ rief nun der Junge wieder neben ihm, der immer noch darauf beharrte, dass der rechte Schuh auf den linken gehört. „So? Na, dann wollen wir doch mal ausprobieren, ob der andere auch so toll sitzt, wie dieser“, meinte Watson. Diese Idee war doch gar nicht mal so schlecht. Vielleicht würde er sehen, dass der andere Schuh doch genauso gut passte. Der Junge schien angestrengt nachzudenken, nickte dann aber und lies sich wieder auf der Bank nieder. Schnell wechselte der Arzt den Schuh und tauschte ihn mit dem linken aus. Diesen band er gleich so fest, dass der Junge ihn nicht mehr wechseln konnte, selbst wenn er es wollte. „Na dann steh mal auf und lauf noch mal auf und ab“, erklärte John.  „Der sitzt zu fest“murrte der Junge. Mit einem Blick der keine Widerrede duldete, sah der Arzt den Jungen an. Dieser erhob sich und lief wieder auf und ab. „Der sitzt zu fest“, wiederholte der Junge und lies sich wieder auf die Bank sitzen. „Aber mit dem läuft es sich auch gut“, stellte der Kleine dann noch fest. John lächelte triumphierend. Dann hatte er ja da sein Ziel erreicht. Schnell zog er dem Jungen den anderen Schuh auch noch an, band diesen und wandte sich wieder dem linken Schuh zu, um ihn lockerer zu binden. Zufrieden deutete der Junge dann auf seine Jacke. „Der blöde Reisverschluss geht immer so hart“ sagte der Kleine. „Dann wollen wir doch mal sehen, ob wir zusammen nicht stärker sind, als so ein Reisverschluss.“ Watson hob die Jacke vom Boden auf und hielt sie den Junge richtig rum hin, damit er hineinschlupfen konnte. „John, meine Mütze hat ein Loch! Hast du Nähzeug dabei?“ hörte er die Stimme des Mädchens von vorhin. John wandte überrascht den Blick zu ihr. „Nähzeug? Nein, nähen kann ich nicht“ stellte Watson gleich klar. Wie kam das Mädchen den darauf, dass John nähe könnte. „Aber du hast doch auch einen Pulli an, also kannst du nähen, so wie meine Mama“ Watson warf einen Blick auf seine grauen Pullover, den er sich heute fürsorglich angezogen hatte. Denn trotz der Sonne am Morgen war es schon verräterisch kühl gewesen. Einen Pullover anzuziehen war daher günstig gewesen, besonders weil es jetzt draußen stürmte.
Der Arzt versuchte gar nicht zu erklären, dass sein Pullover nicht genäht sondern gestrickt war. Den nähen tat man nur mit der Nähmaschine und Watson glaubte nicht, dass das Mädchen schon den Namen einer Nähmaschine dem lauten Gerät zuordnen konnte, mit dem ihre Mum wohl arbeitete. Auch lies er es zu erklären, dass nicht jeder Stricken konnte, der einen Pulli trug.
Also fragte er lieber, wo ihre Mütze den ein Loch hätte. Daraufhin zog das Mädchen ihre Mütze vom Kopf und zeigte im das Loch, beziehungsweise all die ´Löcher´ die die Mütze aufwies. „Da, da ist es und da, da sind die anderen.“ sagte sie und zog ihre Mütze dabei auseinander. Watson seufzte. War das ihr ernst? „Schau mal, deine Mütze wurde ganz besonders angefertigt“, erklärte John, wandte sich vom Jungen ab, der bereits in die Jacke geschlüpft war und ging bei dem Mädchen in die Hocke. Dann nahm er die Mütze und drehte sie. „Die ´Löcher´ sind wie eine Art Muster die beim Häkeln entstehen, das ist eine ganz besondere Art von Stricken die man auch bei Mützen verwenden kann“, sagte der Arzt. „Also keine Löcher?“ sagte das Kind schon fast traurig. John schüttelte den Kopf. „Nun setz aber deine Mütze wieder auf und hol deine Jacke“ schuf der Arzt an und wandte sich dem Jungen wieder zu. „So dann wollen wir doch mal sehen, ob wir…“ „Ich komm nicht an meinen Haken“ fiel ihm das Mädchen ins Wort. Watson atmete kurz durch. Ok, das Anziehen der Abholkinder stellte sich dann doch als Herausforderung heraus. „Dann musst du dich eben etwas strecken, um deine Jacke vom Hacken zu bekommen“. Denn die Hacken hier waren eigentlich recht gut für die Kinder erreichbar. Das kleine Mädchen müsste nur eben den Elan haben, sich etwas nach der Jacke auszustrecken, dass schien sie aber nicht zu haben. Irgendwie schienen die kleinen den Besuch von Sherlock und ihm zu ihrem Vorteil ausnutzen. John meinte, dass der Junge mal die Luft anhalten sollte, so würde sich auch nicht sein T-Shirt in den Reisverschluss einzwicken, weil der Arzt die Vermutung hatte, dass das bisher der Fall gewesen sein könnte. Dann nahm er die andere hälfte der Jacke, fädelte den Reisverschluss ein zog mit einem Ruck nach oben die Jacke zu. Der Jung blies die Luft wieder aus. „Wow das ging aber schnell. Danke! Jetzt fehlt nur noch die Mütze“ sagte der kleine Junge eifrig. John nickte und schuf ihm auch noch gleich an, seinen Rucksack schon mal auf seinen Rücken tragen zu dürfen und nebenbei auch die Mütze vom Boden aufzuheben. Dann folgte er dem Mädchen zu ihrem Harken und erblickte dabei den fünften Jungen. Ganz klar Humphrey. Er schien wohl darauf zu warten, dass man sich um ihn kümmerte. „Humphrey! Na, was brauchst du?“ fragte John, während er die Jacke des Mädchens vom Hacken nahm und ihr hinhielt. Diese schnappte sich die Jacke und zog sie an. „Nichts. Ich warte nur, bis man mir sagt, was ich als erstes anziehen soll,“ erklärte der blonde mit dem strubbeligem Haar. Watson grinste. War es den nicht egal, was man anzog? „Na dann, würde ich mal sagen, dass du mit deinen Straßenschuhe anfängst, deine Mütze aufsetzt, deine Jacke anziehst und dann deinen Rucksack aufsetzt.“ Humphrey nickte. „Ich hatte aber heute keinen Rucksack dabei,“ lies er noch verlauten und machte sich dann daran, seine Hausschuhe mit den Straßenschuhe zu tauschen. „Brauchst du beim Anziehen der Straßenschuhe Hilfe?“ fragte John vorsichtshalber nach, nicht dass noch einer meinte der rechte Schuh würd besser auf den linken Fuß passen, als auf den rechten. „Nö. Ich bin schon groß, ich kann das“ versicherte Humphrey. „Na wenn das so ist“ John wandte sich erleichtert, dass ein Junge es scheinbar auch schaffe, sich allein anzuziehen, wieder dem Mädchen zu, die heute ebenfalls keinen Rucksack dabei hatte, aber auch Hilfe mit dem Reisverschluss brauchte. Vorsichtig, um nicht ihre Haare einzuklemmen, zog er dem Mädchen den Reisverschluss hoch und schickte, nachdem er überprüft hatte ob alles richtig saß, zu den anderen. Nur das sie dorthin nicht gehen würde, was John aber vorerst nicht mehr sah sondern sich wieder dem Jungen zuwandte, der wieder auf der Sitzbank saß. Seinen Rucksack neben sich und seine Mütze in der anderen Hand. Watson ging vor ihm wieder in die Hocke und nahm die Mütze an sich, die er einmal umstülpte und dadurch Teddybärenohren zum Vorschein kamen. Also das war wirklich lieb. John grinste, nahm die Mütze an einem der Teddybärenohren und wollte sie dem Jungen gerade reichen, als dieser etwas sagte: „Sollte Sahara nicht schon längst bei den Kindern sein, die fertig sind?“ fragte der Junge. „Ich heiße Sahra Toby, Sahra und nicht wie eine Wüste“ erklärte das Mädchen, dass vorhin noch meinte sie hätte Löcher in der Mütze. Sie krabbelte auf dem Boden herum und schien nach etwas zu suchen. „Sahara ist doch keine Wüste“, meinte Toby. „Doch ist sie“ erklärte Sahra. „Nein eine Wüste heißt Wüste und doch nicht Sahara“ beharrte Toby mal wieder darauf, richtig zu liegen. John wollte gerade erklären, dass das Mädchen recht hatte, als er Humphrey vernahm, der sie mit den Worten: „Ich bin fertig Johnny!“ zu Nina aufmachen wollte. Watson aber packte den gerade an ihm vorbeilaufenden Humphrey an dessen Kapuze an der Jacke, die Falsch herum aus der Jacke sah und zog ihn zu sich. „Deine Jacke ist falsch rum“, erklärte er dem Jungen, der erst ganz überrascht sah und es dann selbst merkte. „Oh, ist mir ja gar nicht aufgefallen. Danke Johnny!“ Humphrey wechselte eilig die Innenseite seiner Jacke, die erst außen war, nach innen, dann zog er seine Jacke wieder richtig an. John sah wieder zu Sahra und Toby. Sich mehr oder weniger um drei Kinder gleichzeitig zu kümmern, war wohl doch keine so gute Idee. Der Arzt rieb sich über seine Augen, während er erklärte, dass das Mädchen also ganz recht hatte. Dann gab er Toby seine Bärenmütze, die er sich richtig aufsetzten sollte und setzte noch hinzu, dass der Junge seine Hausschuhe aufräumen sollte. „Und was suchst du?“ fragte John dann das Mädchen. „Meine Hausschuhe, ich hab die vorhin noch da hinten gehabt,“ deutete sie auf eine Stelle im Raum, an der sie ihre Hausschuhe achtlos stehen gelassen hat. „Das kommt manchmal davon, wenn man seine Sachen nicht gleich an den Platz räumt, wo sie nun mal hingehören. Morgen räumst du deine Schuhe gleich auf ja?“ fragte John mit ruhiger Stimme nach und begann schon mal den Raum nach ihren lila Hausschuhen mit Blicken abzusuchen. Das Humphrey verräterisch grinste, bekamen weder John noch Sarah mit. Also machten sie sich auf die Suche, wobei sie einen Schuh hinter einer großen Topfpflanze fanden und den anderen unter einem von drei Sitzstühlen. Humphrey war bereits zu Nina geschlendert, während Sarah noch ihre Hausschuhe ordentlich aufräumte und Toby hüpfte zu einem Spiegel um seine Teddybärenmütze zu bewundern. „Ab mit dir, die anderen sind auch schon fertig,“ sagte John, als er bemerkte, wie Sherlock soeben seine Blicke durch den Raum schweifen lies, weil er fertig war. Toby sah zu John und nickte dann, bevor er brummend wie ein Bär auf die anderen Kinder zustürzte und die sich lachend und kreischend den zwei Fenstern zuwandten, die rechts und links von der Kindergartentür platziert worden waren.
Nina hob ein jeweils zwei auf die beiden Fensterbänke und nahm den fünften dann auf den Arm, damit sie dem Schauspiel der Natur draußen zusehen konnten, wie Regen einsetzte und es sich draußen zu einem recht ungemütlichen Wetter verzog. Watson gesellte sich zu Sherlock. „Na, noch alle Haare dran?“ fragte John mit einem müden lächeln. Er hatte sehr wohl auch mitbekommen das der Junge permanent an Sherlocks Haaren gezogen hatte. Vielleicht wurde er deshalb vom Detective wie ein Paket zugerichtet. Langsam gab John zu, dass die Kleinen doch etwas anstrengend waren. „Johnny!“ hörte er wieder die Stimme von Humphrey. Der Kleine, der für die Suchaktion von John und Sarah nach Sarahs Schuhen verantwortlich war, deutete aufgeregt aus dem Fenster. Watson seufzte auf, warf Sherlock noch einen Blick zu, John war sich sicher, dass Sherlock auch gleich von einem Kinde an die Seite verlangt wurde und machte sich dann zu Humphrey auf. „Johnny, siehst du das da draußen?“ fragte der Kleine nach woraufhin John aus dem Fenster sah, als ein Blitz die Wolken durchzuckte. Der Arzt nickte. „Ja, ich sehs“ antwortete er einfach. Das Mädchen, Sahra, saß neben Humphrey am Fensterbrett, während sie alle darauf warteten, abgeholt zu werden. „Durch das Wetter, werden die meisten Eltern sich wohl verspäten“, erklärte Nina, die das Mädchen auf dem Arm trug, die ein Haarbüschelchen, dank Sherlock, weniger hatte.
„Noch ist der Regen nicht so stark, da scheint sich später noch größeres zusammenbrauen,“ mutmaßte Watson, woraufhin Nina nickte und sich ans Fensterbrett zu Toby und dem anderen Jungen stellte, der immer noch aussah, wie ein Paket. „Die Aliens kommen, da bin ich mir sicher, Johnny“ redete Humphrey begeistert weiter. „Nein ich glaub das ist nur der Donner“ versuchte Watson wieder zu erklären, dass es weder Düsenjets noch Aliens waren, die diese Geräusche am Himmel verursachten. „Aber beim Donner kommen doch die Aliens, dass hat mir mein großer Bruder erzählt“, prahlte Humphrey. „Du Lügst! Alien gibt es doch gar nicht“ sagte Sahra nun schon fast verschreckt. „Doch die gibt es wohl! Die kommen bei Nacht in dein Zimmer und nehmen dich mit, wenn du nicht brav warst“ erklärte Humphrey weiter. Sahra sah nun ganz verängstigt aus und streckte ihre dünnen Ärmchen nach John. „Johnny ich will nicht mitgenommen werden“ „Nur ich darf ihn Johnny nennen“ erklärte Humphrey plötzlich munter weiter. Watson zog eine Augenbraue hoch. „Ich hab dir erlaubt mich Johnny zu nennen, also dürfen es die anderen auch“, meinte er nun doch etwas streng und zögerte erst, ob er der stummen Aufforderung von Sahra nachkommen und er sie auf den Arm nehmen sollte. Aber so bettelnd, wie Sahra ihn ansah, konnte er nicht anders als das Mädchen von der Fensterbank zu heben, sich dann an ihrer Stelle auf den frei gewordenen Platz am Fenster zu setzten und Sarah auf seinen Schoß zu setzten. Diese schlang ihr Ärmchen nun um Johns Hals und drückte ihr Gesicht an seine Schulter. „Ich hasse Aliens. Ich will die grünen, schleimigen Männchen nicht in meinem Zimmer haben“, schniefte Sahra und John war sich ziemlich sicher, dass sie gleich weinen würde, wenn Humphrey jetzt nicht leise wäre. Denn dieser erzählte wie Aliens aussahen, wie sie genau in Sahras Zimmer kommen würden und wie sie sie mitnehmen würden. „Humphrey, ist gut jetzt“, erklärte Watson erneut in einem strengen Tonfall, wobei er Sahra nun über den Rücken strich, die bei der Erzählung des jungen über die Aliens wirklich angefangen hatte zu weinen. „Und Donner hasse ich auch, wenn die wirklich Aliens hervorrufen können“ das Mädchen schluchzte weiter. Watson warf einen etwas verlorenen Blick zu Nina, die allerdings dabei war, den Kindern auf ihrer Seite des Fensters zu erklären, dass sie jetzt nicht raus könnten, weil es regnet und Regen den Kindern nur eine fiese Erkältung mitbringen würde. John wandte seinen Blick wieder aus dem Fenster. Humphrey blieb still. Es schien, als habe dieser Junge wirklich eine blühende Fantasy, die im Moment aber nicht gerade angebracht war. „Weist du, Donner sind zwar laut und können den ein oder anderen auch ganz schön erschrecken, aber dass durch Donner Alien kommen, ist mir neu“ murmelte John leise. Sahra hörte auf zu schluchzen. Beinahe hätte John erleichtert aufgeatmet, doch als er Humphreys Stimme wieder hörte, seufzte er nur verhalten. „Doch Alien gibt es und die kommen sobald es donnert. Hat mir alles mein großer Bruder gesagt. Und was er sagt stimmt immer“, beteuerte Humphrey und streckte dann seine Hände ebenfalls nach jemanden aus, als er sah, dass sein Opa mit dem Auto vor der Tür des Kindergarten hielt. „Großer, kannst du mich runterheben?“ fragte Humphrey. John folgte Humphreys Blick und erkannte, dass er genau auf den Detective gerichtet war. „Jetzt wird er wenigstens abgeholt“, hörte er Sahra murmeln. „Ich hoffe zu ihm kommen die Aliens“ hörte er weitere Worte von Sahra, nur diesmal lauter und sie hatte sich direkt Humphrey zugewandt, welche darauf wartete vom Fensterbrett gehoben zu werden. „Na werden wir schon sehen, wer Morgen noch im Kindergarten ist und wer nicht“, feixte Humphrey und grinste Sahra breit an, diese wandte verschreckt ihren Kopf wieder an Johns Schulter. „Humphrey!“ mahnte nun auch Nina. Wenn der Junge heute schon so war, wie würd es dann erst die nächsten Tag mit ihm werden? „Was? Der große stimmt mir sicher zu, dass es Alien gibt“, erklärte der blondhaarige mit einem beschwörenden Blick in Richtung des Detectives. Watson schmunzelte kurz und sah wieder aus dem Fenster. Wenn Humphrey so dachte, dann hatte er sich wohl gewaltig verrechnet. Sherlock gab selten jemanden recht und insbesondere keinem kleinen Kind, dass behauptete, Alien gäbe es wirklich in solch eine Form wie er sie beschrieben hatte wirklich.
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BeitragThema: Re: Mini-Nebenplay | John, Sherlock und der Kindergarten   Do Aug 07, 2014 9:34 pm

Auf Johns Aussage zog der Detektiv nur verwirrt, unsicher und ablehnend die Augenbrauen hoch. Was, wenn er recht hatte? Sherlock wollte sich hier wirklich keine Freunde machen, wenn er doch schon so Menschliche Kontakte ablehnte. Klar, Gwyneth war weniger nervig als Anderson, und man konnte sogar bessere Gespräche mit ihr führen, aber ein Kind zum Freund? Ganz sicher nicht! Das ging überhaupt nicht, wo kämen sie denn dann hin? Am Ende verlangte John noch, wenn er bemerkte, dass Sherlock empfänglich für in manchen Augen süße Lebewesen war, dass sie sich einen Hund anschafften! Einen Hund! Diese nervigen, aufgeweckten, Schwanz wedelnden Flohschleudern! Das letzte, was Holmes brauchte war ein Mitbewohner, der ihm möglicherweise noch das Experiment vom Tisch happte! Und erst recht Keinen, der ihn an Redbeard erinnerte. Es konnte niemanden außer Redbeard geben, also stemmte sich Holmes gegen die Chance es zu versuchen.
Sie kamen in den  Flur und machten sich daran, die Kinder bereit zu machen. Sherlock war zwar schwer beschäftigt, aber er schaffte es doch, dann und wann einen Blick zu seinem Mitbewohner zu werfen, der offensichtlich auch alle Hände voll zu tun hatte. Und seine zugeteilten schienen wesentlich schlechter zu bändigen sein. Das genoss Sherlock etwas schadenfroh, John hatte ja hergewollt.
Dank kompetenter Anleitung und tatkräftiger Hilfe war der Detektiv schließlich früher fertig, stellte sich allerdings, statt den dritten zu übernehmen etwas abseits hin und überblickte das Geschehen mit seinen Habichtaugen. Die Arme locker auf den Rücken gelegt, den Rücken und Kopf gerade beobachtete er, wie John auf die Abenteuerliche Suche nach einem Hausschuh ging. Sherlock wusste, wo sie waren, einer war dort drüben bei den Stühlen und einer steckte hinter der Topfpflanze, die Sherlock in diesem Moment äußerst stille Gesellschaft leistete. Aber genau das brauchte der manchmal, Stille. Er dachte nicht im Traum daran, John bei der Suche behilflich zu sein, dafür war die Situation einfach zu amüsant. Mit gleichgültigem Gesicht verfolgte der Detektiv seinen Mitbewohner mit den Augen, hatte aber auch stets eins auf diesem Humphrey, weil der mit einem spitzbübischen Grinsen daneben stand.
Das uninteressante an Fällen in einem Kindergarten war, war die Tatsache, dass Kinder schon allein durch ihre Gestik zeigten, dass sie es waren. Sie waren einfach zu stolz über ihre Sachen, als das es sich richtig lohnen würde zu deduzieren.
Sherlocks angenehme Zweisamkeit mit der Topfpflanze wurde jedoch schon bald zerstört, weil John hinzu kam. Nicht, dass dessen Anwesenheit nicht angenehm war, aber was gab man hier nicht für ein bisschen Stille? Sein Mitbewohner schien zerschlagen und erschöpft. Selbst schuld. Wer hatte den hergewollt? Auf die Frage des Verantwortlichen deutete Sherlock ein herablassendes Lächeln an. „Ja, aber wenn Sie denen was bieten wollen sollten Sie noch heute zu Nähen anfangen.“ Daraufhin schaute er wieder normal, also ausdruckslos und richtete seinen Blick zu den Kindern, die sich vor den Fenstern sammelten. Es gab anscheinend nichts Interessanteres als Gewitter. Auch John wurde hinbeordert, also war der Detektiv schon bald wieder mit seiner Topfpflanze allein. Nach seiner Anwesenheit verlange niemand und dagegen hatte er rein gar nichts. Er sah den Kindern ein bisschen zu, wie sie mit den Erwachsenen spekulierten, dann zog er sich ein bisschen zurück. Er fand auch ein Fenster, die Kinder schienen nur an den zwei am Eingang interessiert und deshalb war hier niemand. Gut für Sherlock, er brauchte jetzt seine Ruhe, auch wenn die Stimmen der Kinder vom vorderen Ende des Ganges noch zu ihm durchdrangen. Soweit waren sie ja auch nicht weg.
Das kleine Fenster war etwa Bauchhoch und auf der Luvseite des Gebäudes, also schlug der Regen in kleinen Tröpfchen gegen das Glas. Holmes stand einfach davor und sah zum Himmel. Er war grau und ungemütlich. Ein Blitz schlängelte sich an einem Zipfel entlang und war wieder verschwunden, bevor er erst zu richtiger Pracht kam. Der Regen prasselte in leisem Klopfen gegen die Scheibe und floss in kleinen Bächen daran hinab. Sherlock folgte keinem mit seinen Blicken, er war viel zu versunken in den Anblick der Umgebung. Die Einfamilienhäuser standen einsam und verlassen im Regen da. Jemand hatte optimistisch ein paar Gartenstühle in den kleinen Garten gestellt, einzelne Vögel suchten unter den dazugehörigen Tischen Schutz. Aus den Schornsteinen stiegen vereinzelt kleine Wölkchen Rauch hervor. In den Fenstern einiger Häuser brannten Lichter, weil die Wolken den Himmel verdunkelten.
Erst ein besonders lauter Ausruf ließ Sherlock sich umdrehen. Er war von diesem Jungen gekommen, Humphrey. Jetzt hatte der Detektiv also auch seinen Spitznamen bekommen, Großer. Immer noch besser als Johnny, oder in seinem Fall vielleicht Sherly. Er hätte es den Kindern sogar zugetraut, ihn Sherlocky zu nennen, deshalb war er positiv über Großer überrascht. Ein Spitzname musste zwar nicht sein, aber dann wenigstens keinen Respektlosen. Er würde Humphrey schon zeigen, was es bedeutete dem weltweit einzigen Consulting Detective einen Spottnamen zu geben.
Mit ein paar großen Schritten war der bei ihm und hob ihn von der Fensterbank, nicht sehr sanft setzte er ihn auf dem Boden ab. „Ich warne dich, wenn du auch noch einmal Großer zu mir sagst, dann ziehe ich dir die Ohren lang. Und mit den Aliens ist jetzt auch Schluss.“ Raunte er ihm dabei ins Ohr, so leise, dass nur er es hörte. Zwar hatte Sherlock nicht ganz mitbekommen, worum es ging, aber es war eindeutig das Wort Alien gefallen, Humphrey sah aus wie die Schadenfreude in Person und ein Mädchen klammerte sich ängstlich an John. Sherlock konnte sehr wohl eins und eins zusammenzählen.
Sehr zu seinem Missfallen allerdings feixte der Junge noch etwas herum, bekam eine Ermahnung und versuchte sich dann die Zustimmung des Detektives zu holen. Der sah John schmunzeln. Er wusste, was jetzt kam.
„Aliens sind reine Produkte deiner Fantasie,  Junge. Die Vorstellung, dass es Leute in diesem Universum gibt, die etwa genauso denken wie einige andere Leute auf dieser Erde und es sich zum Ziel nehmen, in Schlafzimmer unartiger Kinder einzudringen, dann werden sie ganz sicher nicht in ihr Schlafzimmer kommen. Allein die Chance, dass sie in Großbritannien landen ist so gering, dass sie fast schwindend klein ist. Nehmen wir an, sie tun es aber trotzdem kannst du dir vielleicht vorstellen, wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, dass sie es in London tun und wie groß, beziehungsweise winzig klein, dass sie es vor dem Haus dieses Mädchens da tun.“ Sherlock fuchtelte unbestimmt mit dem Zeigefinger über die Schulter, in die Richtung, in der er John und das Mädchen vermutete. Anders als vorhin war seine Stimme nicht lauter geworden sondern verwandelte sich langsam in das Zischen wie das einer aufgebrachten Schlange. „Ich hoffe allerdings, dass sie, wenn es sie geben würde, und das tut es nicht, vor deiner Tür landen und dich mitnehmen.“ Sherlock hatte sich heruntergebeugt und war nun so nah an Humphreys Gesicht, wie es nur Möglich war wenn er sich nicht den Rücken verrenken wollte. Theoretisch hätte er ihm jetzt in die Nase beißen können wie ein bösartiger Hund, aber er ließ es, dem Verhalten wegen. Immerhin hatte selbst Sherlock Holmes in Höflichkeit so etwas wie Grundprinzipien.
Humphrey war ein wenig still geworden und sah aus großen Augen zu dem Mann hoch. Dann öffnete sich die Tür und Sherlock war so schnell wieder oben, dass der Neuankömmling ihn nicht in einer solch entehrenden Pose sah. Ein älterer Herr mit einem Regenschirm stand in der Tür. Mit den Augen immer noch bei dem Consulting Detective schob sich der kleine Junge langsam zu seinem Großvater. Wenig später war der Kindergarten ein Plagegeist ärmer. Nicht, dass Sherlock das nicht zutiefst erleichtert hätte.
Nach Humphreys Großvater wurde der Hausflur fast vor Leuten eingerannt, nach und nach verschwanden die vier verbliebenen Kinder, einem wurde übrigens vorher die Kapuze gelockert, damit die Leute nicht unangenehm zu fragen begannen. Sherlock kannte das. Leute konnten so unangenehme Fragen stellen.
Es roch jetzt vermehrt nach etwas Warmen. Der Detektiv verspürte zwar, wie so oft keinen Hunger, hoffte aber, man würde ihm wenigstens einen Kaffee anbieten. Müde war er nicht mehr, wenn er sich aufregte wurde er immer so schön wach.
Also machte er sich auf, Richtung Essensduft und stand schon bald bei Marinna, die ihm prompt einen Topf in die Hand drückte. Zum Tragen verurteilt bugsierte der Detektiv den Topf zu den Tischen, an denen die Kinder sitzen sollten. Die meisten hatten sich schon eingefunden, und nachdem Marinna, die auch einen Pott brachte, einmal rief kam auch der Rest. Sherlock setzte sich einfach auf einen der kleinen Stühle, es war anstrengender für die Beine, als wenn er sich einfach auf den Boden gesetzt hätte und achtete darauf, jeden der seinem Nachbarsplatz zu nah kam mit seinen Blicken vergrault wurde. Wenigstens essen wollte Sherlock neben John. Er wurde von hinten angetippt und als der den Kopf drehte schwebte eine Tasse Kaffee neben ihm. Marinna grinste ihm entgegen und als er sie fragend ansah meinte sie, er sei nicht der einzige, der deduzieren könnte. Dass fand er nicht so witzig, aber der Kaffee war gut, also nippte er vorsichtig daran.

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Zuletzt von Sherlock Holmes am So Aug 10, 2014 3:46 pm bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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Mein Name ist John Watson und ich bin auf den Tag genau 40 Jahre alt. Ich wurde in London geboren und wohne heute in London. Beruflich bin ich Arzt. Außerdem bin ich bekannt als hoffentlich doch loyaler Freund und guter Arzt. Aktiv im Inplay? Ja, seit dem 18.11.14



BeitragThema: Re: Mini-Nebenplay | John, Sherlock und der Kindergarten   Fr Aug 08, 2014 6:34 pm

John wusste was kommen würde, als Humphrey weiterhin seine Alienerzählungen von seinem großen Bruder verbreitete. Und als es dann wirklich soweit war, dass der Detective ihm die Sache mit den Aliens austrieb, zumindest vorerst, musste John doch grinsen. Besonders weil es Sahra, die sich zu Humphrey und Sherlock gewandt hatte, sehr gefiel wie Sherlock Humphrey praktisch anschnauzte. „Richtig, die Aliens sollen zu dir kommen“ fügte Sahra nun ihrerseits grinsen an den blondhaarigen hinzu. Zumindest schaffte es der Detective den Plagegeist für eine weile ruhig zu stellen und das war gut. Zwar hätte John den Ton nicht ganz so scharf angelegt, aber Sherlocks Worte zeigten bei dem Jungen ja anscheinend Wirkung und so blieb dieser leise, bis er abgeholt wurde. Watson war sich aber trotzdem nicht sicher, ob der Junge lange ruhe geben würde. Wahrscheinlich hörte er noch heute Mittag wieder irgendwelche Geschichten von seinem Bruder und würde diese auch gleich wieder weiterverbreiten. Aber vorerst hatten sie Ruhe vor Humphrey und davor, dass insbesondere er den Arzt Johnny nannte. Noch immer sah Watson es als Fehler an, dem kleinen Humphrey erlaubt zu haben, ihn Johnny zu nennen. Die anderen Kinder würden das ihm dann allmählich nachmachen.
Nachdem Humphrey abgeholt wurde, sah Sahra plötzlich wieder ganz fasziniert auf Johns Schoß den Blitzen draußen zu. „Blitze mag ich. Die sind schön. Donner sind nur blöd, weil die so laut sind“, erklärte Sahra. „Ja Donner sind manchmal entsetzlich laut“, bestätigte John murmelnd, seine Aufmerksamkeit nach draußen gerichtet. Nach Humphrey wurde Toby abgeholt, der freudig in die arme seiner Mutter sprang und diese ihn an sich drückte. Mit Tobys Mutter kam auch der Onkel des armen Jungen rein, der noch zuvor wie ein Paket aussah, Nina aber diesen Umstand etwas beiseite geschafft und gelöst hatte, in dem sie die Mütze wieder lockerer zog. Zuletzt würde das Mädchen abgeholt, welche ein paar Haare ärmer war. Auch sie rannte froh zu ihrem Vater.
Watson beobachtete noch, wie das Auto sich einen Weg durch die regnerische Umgebung bahnte und dann vom Kindergarten verschwand. Erneut wandte er den Blick zu den Wolken, die sich immer dichter über den Himmel zusammenbrauten und manche kleineren Bäumchen sich dem Wind neigten. „Na, worüber denken Sie nach?“ vernahm Watson neben sich eine Stimme. John blickte sich wieder im Raum der Garderoben um. Sherlock war verschwunden. Wo er wohl hin war? Erst jetzt roch auch Watson den verdächtigen Geruch nach warmen Essen, bei diese nassen Wetter. Vielleicht hatte sich Sherlock von dem Geruch in die Küche leiten lassen, wobei  Watson nicht darauf hoffte, dass der Detective ausgerechnet hier etwas zu sich nehmen würde. Der Arzt sah aber Nina noch, die jetzt neben ihm stand und ebenfalls aus dem Fenster sah. „Über die Kleinen“, antwortete John, wobei seine Gedanken doch eher bei dem Gewitter lagen, das Anscheinend erst der Anfang war. „Ja, manchmal machen die einen ganz schön müde. Aber sie sind auch Zuckersüß, wenn sie sich beim vorlesen an einen kuscheln“, erklärt die Erzieherin. Watson nickte leicht. Für einen kurzen Moment war es wieder still. „Ich habe vorhin mit ihrem Mitbewohner ein Gespräch angefangen“, fing Nina wieder an. „Und wie ist es verlaufen?“ fragte John.„Es war eigentlich auszuhalten.“Die Aussage überraschte John etwas, womit er zu Nina sah und sie ihn nur anlächelte. „Da sind sie einige der wenigen, die es auszuhalten finden, wenn sie mit Sherlock ein Gespräch versuchen zu führen“, antwortete der Arzt ebenfalls mit einem kleinen lächeln. „Nun, Sie sind ja einer, der es mit dem Detective aushält.“ Watson sah erneut nach draußen. „Ach Sie wissen, dass er Detective ist?“ John drehte sich wieder zu ihr, als hätte er auch schon eine Ahnung woher. „Sie lesen meinen Blog?“ fragte der Arzt daher. Nina nickte. „Sie sind ja auch einige mal auf dem Titelblatt der Times aufzufinden. Ich finde ihren Blog interessant. Kann er das wirklich, deduzieren?“ Watson schmunzelte bei dieser Frage. „Es ist seine Hauptbeschäftigung, das Deduzieren. Wenn wir keinen Fall haben, versucht er andere Leute zu deduzieren, damit er sich nicht langweilt. Mit langweile ist Sherlock einfach unausstehlich.“ Nina lachte kurz. „Sie sind ja wie Kinder…“ Nina wurde von John unterbrochen. „Er ist ein Kind“ Diese Aussage brachte Nina dazu noch lauter zu lachen. Dann räusperte sie sich aber, um ihre Ansicht zu erzählen. „Also das war gerade aber auch kindisch“, sie kicherte noch ein mal, war aber dann wieder leise. „Naja, aber das Leben mit Sherlock ist schon…besonders“, wenn der Arzt da an die unzähligen Fälle dachte, die nicht nur den Detective sondern auch ihn auf trab hielten. „Weswegen sind Sie eigentlich hier? Also ich meine, ich hab gehört, dass Verstärkung kommt, weil ein paar unserer Kollegen ausgefallen sind, wegen der Magen-Darm-Grippe. Aber wie kommen ein Detective und dessen Blogger in unseren Kindergarten?“ Watson grinste über die Frage, vor allem weil es ja sein eigener Verdienst war, dass der Detective hier war. „Naja, ich habe eine Kollegin von ihnen behandelt und die hat mir von ihrer Not wegen den wenigen Erzieherinnen sozusagen berichtet. Ich hatte ihr daher versprochen hier mal vorbeizusehen, bis es ihre Kollegen wieder besser geht“, erklärte der Arzt in Kurzfassung. „Und ihr Mitbewohner?“   „Der kam gezwungener Maßen mit. Eine seiner gewöhnungsbedürftigen Eigenschaften ist es, seine Experimente auszubreiten. Aber dieses mal hat er es übertrieben. Seine Experimente waren nicht nur auf unserem Küchentisch, sondern auch fast überall in der Wohnung verteilt. Ein Kopf im Kühlschrank, die Augen daneben. So in der Art“, erklärte der Arzt und noch bevor er weitersprechen konnte, beantwortete Nina ihre Frage selbst. „Und deshalb haben Sie ihn als Strafe mit in den Kindergarten genommen.“ John nickte. Ein Donner grollte am Himmel, verbunden mit einem weiteren lauten Krachen. Watson zuckte erneut kurz zusammen, was auch Nina diesmal nicht entging. „Da scheint wohl einer im angrenzenden Bad das Fenster beim Lüften nicht mehr zugemacht zu haben,“ erklärte sie. „Sie sind anfällig gegen laute Geräusche, was?“ fragte sie den Arzt kurz darauf. „Nur wenn draußen so ein Gewitter herrscht wie dieses“, murmelte Watson und beobachtete den Wind, wie er die Blätter an den Bäumen hin und her riss. „Bei ihrer Vergangenheit sicher nicht verwunderlich“ wagte Nina ihn auf seinen früheren Beruf anzusprechen. Dann herrschte wieder Stille.
„Sie mögen sich aber, Sie und ihr Mitbewohner? Auch wenn er diese…wohl nicht sehr appetitlichen Experimente macht“ versuchte Nina ein anderes Thema anzuschlagen, um diese Stille zu vertreiben. Watson sah verwundert auf. „Manchmal ist er unausstehlich mit seiner langweile, seine Experimente treiben einem zum Wahnsinn…aber natürlich, er ist mein Freund, wir haben schon einiges in unseren Fällen durchgestanden. Also klar mag ich ihn, als guten Freund versteht sich“, erklärte John und fügte das Ende des Satzes schnell hinzu, bevor auch Nina auf falsche Gedanken kommen würde. Mrs Hudson machte früher ja schon genügend Anspielungen darauf, dass er und der Detective ein Paar wären. Missverständnisse. Ein Glück, dass John die immer ausräumen konnte und das Mrs Hudson auch langsam mit dem Thema ruhe gab. „Hätte ich auch nicht anders erwartet. Obwohl ich wohl nicht mit jemandem klar kommen würde, der Köpfe im Kühlschrank aufbewahrt.“ John schmunzelte. „Ich glaube man gewöhnt sich irgendwann daran. Aber was ich ihm immer übel nehme, ist es, wenn er meine Freundinnen vergrault. Durch ihn gingen schon einige Beziehungen kaputt“, seufzte John. Nina folgte Watsons Blick zu ein paar Vögeln, die sich am Himmel einen Weg zu einem Unterschlupf bahnten. „Das ist mies. Aber eine richtige Freundin würde sich deswegen doch nicht vom Acker machen,“ meinte die Erzieherin. „Bisher haben es alle getan.“ „Die nächste ja vielleicht nicht“
Der Arzt blickte zu der Erzieherin. Was sollte das den heißen? John war manchmal auch einfach zu blind, um etwas richtig zu bemerken, aber diese Anspielung brachte ihn doch zum Nachdenken. Der Arzt lächelte leicht. Nina wandte sich verlegen ab. „Ich glaube Marinna hat gerade das Essen für die Kinder eröffnet“, meinte sich lächelnd, als sie schneller werdende Kinderschritte zum Essensraum, links neben der Küche vernahm. „Dann sollten wir doch mal hin, oder?“ fragte John und erhob sich von der Fensterbank.
Nina und John hatten kurz noch in der Küche vorbeigeschaut, ob es noch einen Topf gab, den man hätte ins Esszimmer tragen müssen, aber der Herd war leer. Also nahm John bloß seine halbleere Tasse Kaffee, die er vorher auf dem Küchentisch abgestellt hatte und schüttete sich noch mal warmen nach. Dann machte er sich mit Nina in Richtung Essensraum auf. Während diese Marinna half, dass Essen zu verteilen, sah Watson sich nach Sherlock um. Dieser hatte sich einen von den kleinen Tischen in dem von großen Fenstern Lichtdurchfluteten Raum ergattert. Eigentlich war es recht hell in diesem Raum und es sollte auch freundlich wirken, nicht nur durch den Bunten Bildern an manch einer Wand, aber durch die dunklen Gewitterwolken, nahm der Raum auch etwas düsteres an. Watson beobachtete, wie manche Kinder wieder von ihren Plätzen aufstanden und sich zu Marinna und Nina aufmachten, die das Essen in Teller verteilten. Watson lies erst mal die Menge an Kindern nachvorne stürmen, bevor er sich zu seinem Mitbewohner gesellte. „Wie es aussieht, haben Sie den Tisch erfolgreich gegen die Kinder verteidigt“, lies der Arzt verlauten, als er sich auf einen der niedrigen Stühle niederließ und seine Tasse ebenfalls auf den kleinen Tisch stellte. Dann warf er wieder seinen Blick aus den großen Fenstern im Essensraum und umklammerte mit seinen Händen die warme Tasse.
Manche Kinder verzogen sich schon nach kurzer Zeit wieder zurück an den Tisch. Ein paar der Teller waren mit etwas beladen, was John nicht genau ausmachen konnte, andere hatten sie noch nichts geholt. Ein paar Jungs löffelten lustlos in dem Essen rum und Watson meinte vereinzelt Nörgeln im Raum war zu nehmen. „Scheint so, als würde es den Kindern nicht sonderlich schmecken“, meinte der Arzt dann, als er seine Blicke genauer durch den Raum hat schweifen lassen. John lächelte. Kinder konnten ganz schön wählerisch sein, was Essen anbelangte. Schließlich waren alle Erwachsenen auch mal Kinder und genauso wählerisch.
„Was hat Nina Ihnen nun eigentlich vorgehalten, als sie Sie vor die Tür genommen hat?“ fragte John dann nach. Vielleicht erfuhr Watson dann so, weshalb auch Nina so aufgewühlt wieder in den Aufenthaltsraum vorhin gekommen war.
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BeitragThema: Re: Mini-Nebenplay | John, Sherlock und der Kindergarten   So Aug 10, 2014 4:43 pm

Als Sherlock Humphrey zu ende zusammengestaucht hatte und er verschwunden war wandte er sich Sahra zu und richtete den Zeigefinger auf sie. „Bei dir war ich noch nicht.“ Sagte er dann finster und legte die Arme auf den Rücken, als die Tür sich erneut öffnete und eine junge Mutter eintrat. Holmes wollte keine Freunde und das wollte er auch ganz klar machen. Der Junge, der wohl Toby oder Tony oder etwas in der Art hieß wurde abgeholt, dann der Vater oder Onkel der Jungen, der Sherlocks Haare so lustig fand. Nach ihm die Großeltern des Mädchens, das John im Arm getragen hatte und als letztes das Mädchen mit den pinken Schuhen. Dann war es schon mal ein wenig ruhiger hier, sehr gut. Sherlock hatte die meiste Zeit am Rand gestanden und jeden Abholdienst mit den Augen verfolgt, dadurch hatte er ein bisschen was über sie und die Kinder erfahren.
Der Duft nach warmen Essen schlug ihm in die Nase und er schnupperte kurz, dann sah er zu John und erwog, was passieren würde, wenn er jetzt weggehen würde. Nichts lebensgefährliches, leider, das hätte dem ganzen einen so aushaltbaren Touch gegeben, aber John würde vermutlich auch nicht beleidigt sein und den Detective ignorieren, also ging Sherlock dem Geruch nach. Sein Wunsch nach einem Kaffee trieb ihn voran, auch als er bemerkte, dass der Duft eindeutig zu Gemüse gehörte. Und er wusste, was passieren würde, wenn Kinder Gemüse essen müssen, und auch, wer ihnen das Grünzeug zu Gemüte führen sollte.
Ein paar Sekunden brauchte Sherlock um sich in der Küche umzusehen und er sah tatsächlich eine Kaffeemaschine, aber gerade als er darauf zusteuern wollte schaltete sich Marinna ein. Den Kochlöffel noch in der Hand griff sie nach zwei Topflappen und legte sie auf die Griffe eines Topfes. Dann räusperte sie sich demonstrativ und nickte in diese Richtung. Holmes hatte heute genug gelernt um nicht zu widersprechen. Leise brummend griff er nach dem Topf und brachte ihn zu dem Tisch.
Unterwegs liefen ihm gut ein dutzend Kinder um die Beine wie hungrige Katzen, sahen was er im Topf hatte und verzogen sich naserümpfend. Sherlock konnte doch auch nichts dafür, er aß doch genauso ungern Brokkoli wie sie! Aber auch ansonsten aß er nicht viel gerne. Geschweigen denn überhaupt. Manchmal, natürlich, immerhin war er immer noch ein Mensch und brauchte immer noch seine Nährstoffe, aber er aß nicht viel und wohl verteilt, wenn auch karg. Vielleicht würde er hier etwas essen, immerhin würde ein Fall hier kaum Möglich sein. Schwerfällig ließ der Detektiv sich auf dem kleinen, blauen Stühlchen nieder und zog die Knie an. Gwyneth winkte ihm einmal zu, er hob peinlich berührt die Hand. Das schien ihr aber zu genügen und sie mischte sich in das Getümmel, das sich um Marinna gebildet hatte. Dann drifteten Sherlocks Gedanken ab, er wurde erst wieder richtig wach, als er den Kaffee neben sich sah.
Der Wortwechsel mit Marinna war kurz und humorlos, aber schon wenig später sah er John und das hellte seine Miene dann doch auf. Auch wenn er nach außen hin genauso ausdruckslos aussah wie vor fünf oder einer Minute. Er nickte nur auf Johns Aussage. Oh, wenn er nur wüsste…
Des Arztes weitere Aussage bedachte Holmes mit einem halben Lächeln. Immerhin hatte er den so durch gekochten Bokkoli, dass er schon fast wie eine Paste aus dem Weltraum (Humphrey hätte Luftsprünge gemacht) auf den Tisch gehievt. Während John mit Nina geredet hatte, sonst hätte er jetzt sicher nicht mit ihrem und Sherlocks Gespräch begonnen. Oder?
Sherlock wusste sehr wohl, dass John kleinliche Lügen entlarven konnte, also entschied er sich, um ihn zu schützen, für die Halbwahrheit. Lieber die halbe Wahrheit als eine halbe Lüge.
„Sie hat gesagt, ich soll nicht mit den Büchern geworfen und ich habe gesagt, warum ich das nicht tun soll. Nichts Wichtiges. Essen Sie Brokkoli?“ Das war vielleicht ein zu gewagter Sprung auf ein anderes Thema, aber immerhin war es für John und nicht gegen ihn.
Ohne eine Antwort abzuwarten stand Holmes auf, griff nach Johns und seinem Teller und stand schon wenig später vor den Töpfen. „Von allem ein bisschen, bitte.“ Sagte er, während er den Inhalt der Töpfe musterte und sich fragte, ob er diesen ersten Schritt Richtung Ernährung wirklich im Kindergarten oder nicht lieber doch in der Baker Street machen sollte.
Die Entscheidung wurde ihm abgenommen, als Marinna seinen Wunsch aus- und die Teller befüllte und ihn dann darauf hinwies, aufzupassen, dass die Kinder den Brokkoli auch wirklich aßen.
Daraufhin fragte der Detektiv sich, was sie denn schon machen würden und es stellte sich heraus, dass er in der Beziehung ganz und gar keine Ahnung hatte.
Begleitet von einem „Nein, Sam, du isst das, hol den Teller unter dem Tisch hervor und halt ihn gerade.“ Balancierte er die Teller zu den Plätzen seines Mitbewohners und ihm.
Weil die Platzanzahl genau abgezählt war saß, als Sherlock sich niederließ, jemand neben ihm, und daneben Tim, was ihn missmutig knurren ließ, als der zu reden begann.
Zwar redete er nicht mit ihm, aber über ihn und das in einer entsetzlichen Lautstärke, also wandte Holmes sich einfach ab und drehte sich zu John.

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BeitragThema: Re: Mini-Nebenplay | John, Sherlock und der Kindergarten   Mo Aug 11, 2014 1:43 pm

John zog kurz die Stirn kraus, als Sherlock bei dem Thema Gespräch von Nina das Thema wechselte und ausgerechnet zu Brokkoli überging. Ach, das war also das Essen, welches die Kinder ja absolut nicht mochten. Erst pirschten sich die Kleinen wie Raubkatzen ans Essen und dann machten sie eilig eine Kehrtwende, wie ein Fisch der einen Angelharken bemerkt hatte. Watson grinste und beobachtete wie Sherlock sich mit den zwei Tellern ebenfalls Richtung Töpfe aufmachte. Ein paar der Kinder folgten ihm, anscheinend hatten sie noch nicht mitbekommen, was heute auf dem Speiseplan stand. Andere dagegen, traten den Rückzug an. Manche sogar mit vollem Teller, aber gerümpfter Nase.
Dass Sherlock auf das Bücher werfen zurechtgewiesen wurde, war dem Arzt schon beinahe klar. War aber Nina deswegen wirklich so…naja so gereizt, dass sie mit schlechter Laune als erstes wieder den Aufenthaltsraum betreten hatte? Watson beschloss das Thema ruhen zu lassen. Wenn Sherlock sagte, es sei nichts wichtiges, dann war es wohl auch nichts wichtiges. Obwohl der Detective auch bei allem, was ihn nicht interessierte, sagte es sei nichts wichtiges, egal wie wichtig es für andere Menschen scheinbar war. Aber vielleicht war das Thema auch zu kompliziert oder nicht gerade angenehm. Nun ja, John beschloss einfach nicht weiter nachzufragen, sondern beobachtete vier murrende Kinder am Nachbartisch, die ihre Speise nur angewidert ansahen, als müssten sie Regenwürmer essen. Allerdings war nicht bloß zerkochter Brokkoli der Übeltäter, der manchen Kindern das Essen verdarb, sondern neben ihm auch jede Menge Karotten, Blumenkohl und Kartoffelbrei. Das letzte war wohl das einzige, was einigermaßen artig von den Kindern verspeist werden würde. „Guckt euch mal meinen Brokkoli an, der sieht aus wie…wie ein Haufen zermatschtes Gras“, meinte der eine Junge am Nachbarstisch und hob demonstrativ eine Gabel voll ´zermatschtes Gras´ hoch, nur damit es dann seinen Weg nach unten fand. Und das mit einem lauten platschen am Tellerrand. Das Mädchen ihm gegenüber fing an zu lachen und nahm eine Karotte in die Hand, die noch einigermaßen bissfest aussah. Dann begann sie ganz leicht daran zu knabbern und mümmelte etwas, wie ein Hase, dass dieses Essen eh nur für Hasen wäre. Die dritte im Bunde schob sich gerade etwas Kartoffelbrei in den Mund und kaute, als müsste man den Brei noch ein mal zermahlen. Ein weiterer und somit auch letzter Junge am Nachbarstisch erklärte, dass der Kartoffelbrei ähnlich wie Vanillepudding aussah, aber absolut nicht danach schmeckte. Natürlich nicht, Aussehen und Geschmack waren zwei verschiedene Sinne. Das eine musste nicht zwingend etwas mit dem anderen zu tun haben. „Dieser Blumekohl sieht nicht aus wie eine Blume…“ Das Mädchen, welches sich lustlos dem Kartoffelbrei zugewandt hatte, beugte sich nun über ihren Blumenkohl und roch daran. „Und riechen wie eine Blume tut er schon gar nicht“, meckerte sie. „Es heißt Blumenkohl, Sophie, nicht Blumekohl“, erklärte der Junge, der seinen Brokkoli als zermatschtes Gras ansah. „Aber nach vielen Blumen duftet der auch nicht“, erhielt der Junge seine Antwort. Watson wandte sich seiner Tasse zu und grinste. Die Vergleiche des Essens waren ja wirklich zu komisch. Eine ganz so belebte Fantasie hatte er früher nicht gehabt. Aber John hätte auch etwas anderes gekocht, als nur Gemüse und Kartoffelbrei. Wenigstens ein paar Würstchen hätten doch drin sein müssen. John war sehr gespannt darauf, wie Nina und Marinna die Kinder dazu überreden konnten, ihr Essen schon aufzuessen. Vielleicht mit der Methode, Nase zuhalten, Gabel aufladen und sich beim Kauen vorstellen es wäre Schokolade oder Lakritze oder sonstiges Süßzeug, was die Kinder eben nun mal gerne zu sich nahmen? Watson bezweifelte, dass das bei allen Kindern funktionieren würde.
John beobachtete noch ein paar andere Nachbarstische, doch einig beäugten nur ihren leeren Teller, andere Kinder stocherten in ihrem Essen herum. Das würde noch zwei tolle Mittagsstunden werden. Natürlich im übertragenen Sinne. Wahrscheinlich hatten Sherlock und John demnächst die Ehre die Kinder zum Essen zu animieren. Apropos Sherlock. Der Arzt wandte sich wieder um, um nach dem Detective Ausschau zu halten. Dieser Balancierte die Mittlerweile beladenen Teller zu ihrem Tisch, während er sich gleichzeitig einen Weg durch die Kinder bahnte, die sich zu Essen vordrängelten. Anscheinend hatten die immer noch nicht bemerkt, dass es heute nichts anderes außer Gemüse und Kartoffeln zum Essen gab.
Als Sherlock am Tisch angekommen war und die Teller heil darauf abstellte, ohne den Inhalt über den stürmischen Kindern verteilt zu haben, setzten sich auch zwei Jungs an den Tisch. Eigentlich war es doch klar, dass sie noch Gesellschaft bekamen. Schließlich waren mittlerweile alle Tisch belegt und die einzigen zwei freien Plätze waren noch an Sherlocks vorhin so frei gehaltenem Tisch. Der eine Junge war Tim, der andere musste den Wortfetzen nach Adam heißen. Beide unterhielten sich anfänglich über den Detective oder viel eher darüber, dass er schon fast so groß war wie eine Giraffe und wie erstaunlich komisch er Vorlesen konnte. Watson schmunzelte und warf einen amüsierten Blick zum Detective. Dieser fand das mit Sicherheit nicht ganz so komisch. Vor allem weil er sich mehr dem Arzt zuwandte, als den beiden Jungs.
Watson begutachtete ihr Essen auf den Tellern. Es war das gleiche, wie das der Kinder. Warum hätte es auch anders sein sollen? Anscheinend war heute dieser Gemüsetag, an dem alle Gemüse zu Essen bekamen. Der Arzt war überrascht, dass der Consulting Detective sich so freiwillig an die Essenschlange angestellt hatte, um das Essen zu holen. Normalerweise weigerte er sich doch gegen jegliche Art von Nahrung und jetzt wollte er ausgerechnet im Kindergarten damit anfangen, sich Nahrung selbst zuzuführen. Und dann noch an einem Tag, der wohl nur Gemüse versprach? John grinste weiterhin. Es war ja gar keine schlechte Idee den Detective mitzunehmen. Jetzt würde er auch mal erfahren, dass die Nahrung die er von John und Mrs Hudson angeboten bekam, doch deutliche Appetiterregender war, als das matschige Gemüse auf ihrem Teller.
Watson hätte diesmal doch ganz gern den Teller von sich geschoben, aber das konnte er nicht. Zumal man mit gutem Beispiel vorangehen musste, wenn den schon viele Kinder um einen saßen, die absolut nicht daran dachten ihr Essen anzurühren. Der Arzt schnappte sich also seufzend eine Gabel am Tisch und lud sie mit Brokkoli, einer Karotte und Kartoffelbrei auf, bevor er dieses in seinen Mund wandern ließ.
Eine Donnergrollen lies beide Jungs am Tisch zu den Fenstern sehen. „Wow, hast du das gehört? Das war ja mindestens 10 mal so laut wie eine Trommel“, stellte Tim den Vergleich. Adam nickte faszinierend. Watson beobachtete die beiden Jungs, als er seine ersten Bissen hinuntergeschluckt hatte. Da fiel ihm doch glatt ein Spruch ein, den er sich in seiner Kindheit auch gelegentlich anhören durfte. „Wisst ihr, wenn man nicht artig sein Essen aufisst, kann es passieren, dass das Wetter noch viel schlechter wird. Euer Ausflug ins Schwimmbad könnte damit auch ins Wasser fallen“, erklärte John. Beide Jungs sahen den Arzt kurz an, dann nach draußen und beäugten weiter ihr Essen. Anscheinend schien die Wirkung des Satzes bei den Jungs fehlgeschlagen zu haben, denn diesen war der Besuch im Schwimmbad am Mittwoch wohl egal. Lediglich zwei Mädchen am Nachbarstisch begangen sich ernsthafter ihrem Essen zu widmen. Watson wandte sich dem Fenster nach draußen zu. Der Regen peitschte daran ans kühle Glas, der Wind stürmte richtig und ließ dabei die Baumkronen mancher Bäume im Garten heftig hin und her wehen, der Himmel wurde dabei immer dunkler und somit auch der Essensraum. John hörte von einem leisen Radio in der Ecke, dass das Wetter noch einiges drauflegen würde, vereinzelt war mit Sturmböen zu rechnen und jüngere, kleinere Bäume die noch nicht fest in der Erde mit ihren Wurzeln verankert waren, könnten auch durchaus am Straßenrand liegen oder über der Straße.
„Scheint wirklich so, als würde das Wetter noch heftiger werden“, wandte sich John dann an den Detective, weil er die beiden Jungs bei ihrem lustlosen herumstochern ja absolut nicht stören wollte. Watson gab es auf, irgendwelche weiteren Versuche zu starten, dass die Kinder sich ihrem Essen widmen würden.
Licht wurde eingeschaltet und Watson war fast froh, diese Finsternis mit dem Donnergrollen und den Blitzen nicht länger ertragen zu müssen. Stattdessen breiteten die Lichter an der Decke schon fast eine warme Atmosphäre im Raum aus. John nahm eine weitere Gabel von seinem Essen, als Marinnas Stimme zu hören war. „Jetzt hört mal her liebe Kinder. Wer sein Teller brav aufisst, bekommt von John ein paar Bonbons. Der erste sogar ein Stück Schokolade hinzu.“ Watson sah auf und überblickte die Tische. Nach dieser Ansage hatten sich alle Kinder eifrig über ihre Teller gebeugt und begangen sie schnellstmöglich auszuessen. Schließlich wollte jeder der Erste sein, der ein Stück Schokolade zu den Bonbons bekam. Erpressung. John fand, dass Erpressung doch immer noch das beste Mittel war um einen Menschen zu etwas zu bewegen. Denn schließlich hatte John auch nichts anderes getan, als den Detective damit zu erpressen, dass sein geliebter Kopf in der Mülltonne landen würde, würde er nicht mit in den Kindergarten kommen. Die Kinder schienen demnach also ähnlich gestrickt zu sein. Mit einem breiten grinsen wünschte John auch Adam und Tim einen guten Appetit, die sich ebenfalls nun eifrig und schnell über ihr Essen hermachten. Dennoch die Bonbons würde John auf gar keinen Fall verteilen. Die Aufgabe würde er schön dem Consulting Detective zu teil werden lassen.
John hatte sein Essen recht schnell hinter sich gebracht, vor allem weil er auch früher angefangen hatte, als die anderen Kinder, sein Essen zu verspeisen. Den Teller schob er etwas von sich, griff nach seiner Tasse Kaffee, lächelte Sherlock schelmisch zu, stand auf und verschwand an eines der Fenster im Raum. Mit der kleinen Hoffnung erst mal noch vergessen zu werden, dass er die Bonbons verteilen sollte, richtete er seinen Blick nach draußen. Angespannt beobachtete er, wie mehrere Blitze über den Himmel zuckten, donnergrollen mehrmals die Wolken erschütterte und der Regen unaufhörliche mit dem Wind an das Fenster peitschte und ein fast klägliches jaulen, von dem Wind aus, ertönte. John hasste so ein Wetter. Schon allein, weil man nicht raus konnte. Der Arzt sah wie Nina in sein Blickfeld trat. Eine Tafel Schokolade, sowie eine Tüte mit Bonbons in der Hand. „Na, immer noch vom Anblick draußen gefesselt?“ Watson beäugte Schokolade und die Tüte Bonbons genau. Eigentlich würd der Arzt ausnahmsweise alles für die Kinder tun, aber nach der Bücherschlacht vorhin, durfte Sherlock auch ruhig die Bonbons verteilen. Mit einem lächeln nahm der Arzt beides entgegen und legte es auf das Fensterbrett des breiten Fensters. „Gefesselt weniger, eher will ich wissen, was genau da draußen vor sich geht. Könnte ja alles mögliche sein“, murmelte John, warf einen weiteren Blick nach draußen und stellte dann seine Tasse neben den beiden Süßigkeiten. Kaum sah er in den Essensraum, waren sämtliche Kinder mit ihren schon fast sauber gelegten Tellern bei Marinna, die sie auf dem Tisch stapelte. Watson hatte eine schlimme Vorahnung was gleich passieren könnte. Nina griff vorbereitend nach der Schokolade, öffnete sie und brach ein Stück ab. Oh ja, da kam die Meute an Kindern, denen Süßigkeiten versprochen wurden. Sie umzingelten Nina, sowohl als auch John. Alle hüpften aufgeregt auf und ab, als ein Mädchen verkündete, sie sei die erste gewesen. Nina überreichte ihr das Stück Schokolade, während der Arzt missmutig die Bonbontüte aufriss und eine Hand voll Bonbons dem Mädchen gab. „Johnny ich will auch“ hörte er die Stimme eines Jungen. Watson sah irritiert über die Menge an Kindern. Stimmt ja, er hatte ihnen allen eigentlich erlaubt, ihn Johnny zu nennen. Der Arzt stempelte das innerlich als eine ganz schlechte Idee ab, die er in Zukunft lieber lassen sollte, sollte er noch mal in einem Kindergarten aushelfen. Das ganze wurde auch nicht besser, als die Kinder im Singsang anfingen „Johnny gib uns Bonbons“ von sich zu geben. Nina neben ihm lachte, während sie die Schokolade wieder wegpackte. „Das ist immer ganz einfach mit den Kindern hier. Gibt man ihnen süßes, dann ist der Süßigkeitenverteiler sofort der beliebtest der ganzen Woche“, erklärte die Erzieherin. „So, wirklich?“ John grinste. Seinen Plan hatte er noch nicht vergessen. Er nahm seine Tasse in die Hand, wo er die Bonbon Tüte hielt und fischte mit der anderen Hand ein paar Bonbons heraus. Während er auf den Detective zusteuerte, verteilte er ein paar Bonbons an die Kinder, die ihm wie eine Horde hungriger Hühner folgten. Als er am Detective vorbeiging, drückte er ihm die Tüte in die Hand. „Wie war das vorhin noch? Wer nicht gefressen werden will, wirft andere zum Fraß vor? Viel Spaß beim verteilen“ ließ John noch verlauten. Schließlich hatte Sherlock den Spruch selbst vorhin verkündet. Und dies schien hier auch wieder genau passend zu sein. Watson schmunzelte und machte sich mit seiner Tasse an die gegenüberliegenden Fenster auf der anderen Seite des Raumes auf. Erst folgten ihn die Kinder noch, weil sie meinten er hätte noch die Bonbontüte. Als sich der Arzt aber einmal umwandte, zu einem Kind das ganz nah bei ihm war in die Hocke ging und ihm ins Ohr flüsterte, dass der Große die Bonbons hätte, lief jenes Kind los und rief lautstark „Der Große hat Bonbons,“ somit machte die Horde an Kindern kehrt und liefen zum Detective. Der Arzt grinste, insbesondere als er Marinnas lachen vernahm. Hach, hatte er sich nicht noch versprochen, Sherlock in so eine Lage zu bringen, dafür dass er sich Johnny wohl noch ewig anhören dürfte? Nun gut, Johnny hatte er sich ja mehr oder weniger leider selber zuzuschreiben.
John lehnte sich an eine Fensterbank am anderen Teil des Raumes und beobachtete dort ein paar weit entfernte Häuser. Gelegentlich wandte er sich zum Detective um, um mit einem lächeln festzustellen, dass die Kinder ihn umringten und jeder nach Süßigkeiten verlangte.
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BeitragThema: Re: Mini-Nebenplay | John, Sherlock und der Kindergarten   Di Aug 12, 2014 1:09 pm

Sherlock drehte sich auf dem kleinen Stuhl soweit, dass er die beiden Kinder nicht hören und nicht sehen musste, dann griff er nach Besteck und kratzte etwas weichen Brokkoli von der Spitze des kleinen Berges ab. Dann steckte er sich die Gabel vorsichtig in den Mund.
Es war etwas vollkommen neues, etwas zu essen. Nicht neu, eher ungewohnt, behutsam kaute der Detektiv darauf herum. Der Brokkoli war schon viel zu überkocht, Kauen war eigentlich nicht nötig. Es schmeckte süßlich und Holmes schluckte es schnell hinunter. Ein wenig eklig, das Gefühl, aber es ließ sich aushalten. Und wenn Sherlock jetzt aufhörte zu Essen würde das sicherlich nirgendwo gut ankommen. Vermutlich würde John nichts sagen, immerhin hatte der Detektiv probiert, aber irgendwo fand sich bestimmt jemand, und sei es nur ein Kind, der sofort bemerkte, dass da noch was auf dem Teller war und Sherlock somit zum Gesprächsthema machte. Also hielt er sich an die Regeln und schaufelte das Essen so langsam es ging, und so, dass es am wenigsten nach etwas schmeckte wie es ging. Es war einfach unappetitlich und wenn Holmes es sich aussuchen könnte hätte er doch mit etwas anderem begonnen, seine Mahlzeiten wieder aufzunehmen, aber vermutlich würde er nach diesem hier erstmal nichts mehr essen. Natürlich, dann und wann und nur wenn er wusste, dass es gut schmeckte, wenn er keine Fälle hatte aß Sherlock sogar dann und wann Frühstück und Abendbrot, es war halt immer von den Fällen abhängig. Hatte er einen Fall zu lösen, dann schränkte ihn essen ein, hatte er keinen war ihm zu langweilig zum Essen.
Ein plötzlicher Donner rief den Detektiven aus den Gedanken. Sofort wurde auch unter den Kindern diskutiert, was das war und wie laut und ob es wirklich ein Donner war. Mit einem leisen „Kann das nicht jeder selbst bestimmen?“ drehte sich Sherlock noch ein bisschen mehr zu John und würgte einen Bissen Karotte herunter. Der beendete gerade sein Essen und nahm seine Tasse Kaffee und verließ den Detektiven mit nicht mehr als einem Lächeln.
Ein wenig wütend, so abgespeist worden zu sein beeilte sich der Detektiv mit dem Essen und stellte sich dann, demonstrativ, nicht zu John. Der schien aber auch anderweitig beschäftigt, also entschied sich Sherlock, ihn nicht zu unterbrechen, sondern bei Marinna zu stehen und zu sehen, ob er etwas tun konnte. „Sie können die Töpfe wieder wegbringen.“ Sagte Nina, die gerade aus der Küche kam, Schokolade in der einen, Bonbons in der anderen Hand. „Und am besten die Reste essen.“ Fügte Marinna hinzu, die sich ebenfalls einen schnappte, der aber noch eine ganze Menge beinhaltete und sich Richtung Tür aufmachte. „Aber ich denke, das bekommen wir so auch noch weg.“ Mit diesen Worten war sie verschwunden.
Der Consulting Detective seufzte, stellte seinen Kaffee ab und griff nach dem zweiten Topf, dem Leeren. Während Nina auf John zusteuerte stapelte er vorsichtig die gebrauchten Teller hinein und balancierte dann das Gebilde in die Küche. Es war nicht sehr leicht und Sherlock atmete tief durch, als alles sicher auf der Anrichte stand, da nahm er Marinnas schadenfrohen Blick war. Mit zusammengezogenen Augenbrauen wandte er sich zu ihr um und sie meinte, jetzt müsse er es nur noch sauber machen. Der Detektiv legte die Stirn in Falten und wollte gerade etwas sagen, da meinte sie, es sei nur ein Scherz gewesen, und dass er jetzt die Tische abwischen könnte. Sie griff in die Spüle und zog einen nassen Lappen hervor, den warf sie dem Mann zu. Einen Eimer, der daneben stand füllte sie zur Hälfte mit heißem Wasser und tat etwas Säuberungsflüssigkeit hinzu, dann drückte sie es ihm in die Hand.
Leise grummelnd verzog sich Sherlock wieder in den Speiseabteil und wischte den ersten Tisch. Der war einigermaßen sauber, vermutlich weil die Erzieherinnen daran gesessen hatten. Der zweite Tisch war oben auch sehr gepflegt, aber als er an einem besonders hartnäckigen Flecken Brokkoli schrubbte hörte er ein dumpfes Geräusch, wie ein hartes Objekt, das hinter einer dünnen Wand auf den Boden fällt. Verwirrt duckte der Detektiv sich und sah auf den Boden. Eine Kartoffelbrei-verschmierte Karotte lag auf dem Boden. Wo kam die denn her? Ohne über die Unlogik seines Handelns nachzudenken sah Sherlock an die Tischplatte. Aber da klebte tatsächlich gelblicher, frischer und äußerst übel riechender Kartoffelbrei! Eine weitere Karotte hatte sich darin festgehaftet, aber sie war auch dabei, sich zu lösen. „Ist das physikalisch überhaupt möglich?“ murmelte er leise, dann strich er das Zeug mit seinem Lappen von der Unterseite, hob noch die Karotte auf wusch seinen Lappen dann wie gewohnt im Eimerchen aus.
Dann machte er weiter.
Er war gerade mit dem letzten Tisch fertig geworden und hatte gerade noch zwei unangenehme Überraschungen aufgedeckt, dehnte jetzt die eingeschlafenen Glieder und streckte sich, da kam John auf ihn zu. Sherlock hatte schon eine leise Vorahnung, was passieren könnte, da drückte ihm sein Mitbewohner eine Tüte Süßigkeiten in die Hand und rezitierte ihn.
Zuerst folgten die Kinder John noch, was Sherlock mit einem zufriedenen, fast schon zynischen Lächeln wahrnahm, dann aber fiel John ihm noch einmal in den Rücken.
Das Kind, mit dem er geredet hatte, stieß einen Schlachtruf aus und schon gar nicht lange später war ‚der Große‘ von Kindern umgeben.
Alle riefen ihm zu, dass sie eines wollten und alle wollten zuerst eines. Perplex hielt der Detektiv die Tüte einfach in der Hand, auf Brusthöhe, und einige versuchten sogar an ihm hochzuspringen um sein Interesse zu wecken.
Holmes warf John einen Blick zu, bemerkte sein Lächeln und sendete ihm einen Feindseeligen Blick, dann griff er vorsichtig in die Tüte. Konnte er sie auf Abstand bringen, wenn er die Bonbons wegwarf? Nur ein paar Schritte würden ja reichen! Also nahm er eine Hand voll heraus. Die Kinder wurden ganz Still. Sachte führte er die Hand nach rechts. Die Augen folgten ihr. Dann nach links. Die Augen wanderten nach links.
Er machte ein paar Andeutungen eines Wurfes, ein paar Kinder drehten sich halb um, die Augen weiterhin auf das Objekt ihres Begehrens gerichtet. Also warf der Detektiv sachte ein paar weg. Der Hauptteil der Kinder folgte, andere erkannten ihre andere Chance und griffen nach der Tüte, die Sherlock unachtsam neben seinem Körper hielt. Dann rannten sie weg.
Sherlock blieb verwundert stehen, die eine Hand noch leicht erhoben, das Gesicht zu einem einzigen verwirrten Ausdruck.

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BeitragThema: Re: Mini-Nebenplay | John, Sherlock und der Kindergarten   Di Aug 12, 2014 8:03 pm

John hatte mit Genugtuung Sherlock beobachtet. Phänomenal schon fast, wie die Kinder der Hand mit Bonbons folgten. Aufmerksame Blicke, erst nach links dann nach rechts. Wie Hühner im Stall die gierig auf ihr Essen warteten und sich jeden Moment darauf stürzen konnten. Dann machte der Detective Andeutungen zum werfen, die Masse drehte sich leicht, wie Hunde die einem Stöckchen folgen wollten, dass das Herrchen warf. John grinste. Das Bild war einfach zu süß. Ein mal mehr wünschte er sich, eine Kamera mitgenommen zu haben, um das hier für die Ewigkeit zu filmen. Vielleicht sollte er das ja mal machen? Lieber nicht, bevor der Detective dann wohl mit richtig schlechter Laune in den Kindergarten kommen würde.
Der Arzt hatte natürlich Sherlocks feindseligen Blick bemerkt, hatte aber darauf nur weiterhin mit einem grinsen reagiert. Schließlich war das die kleine Revanche dafür, dass ein Kind auf seinen Schoß musste. Nun ja, dass fand der Arzt nicht mal so schlimm, sondern eigentlich auch ganz lieb, aber der Satz den Sherlock dabei verlauten lassen hatte, den wollte John doch gerne gegen ihn anwenden. Und das hat er ja auch gut hinbekommen. Watsons lächeln breitete sich aus, als ein Teil der Kinder hinter den Süßigkeiten herliefen und der andere dem Detective die Bonbontüte entnahmen. Und dann waren sie allesamt schneller Weg, als Nina und Marinna sehen konnten. Wahrscheinlich hatten sie sich Richtung Aufenthaltsraum geflüchtet. Der Arzt grinste breit, verbarg dann sein Grinsen hinter seiner Tasse und nahm einen großen Schluck des mittlerweile nur noch lauwarmen Kaffees. Dann warf er noch mal einen Blick nach draußen, während ihm der Sprecher des Radios wieder in die Ohren drang. „Ladys und Gentleman, dass hier scheint ein längeres Gewitter zu sein. Diese Woche ist nicht gerade eine Linderung in Sicht. Also wer Aufgrund des guten Wetters am Sonntag eine Wanderung für diese Woche geplant hatte oder einen Ausflug zum Badesee, sollte das wohl aus seinem Terminkalender streichen, außer ihr wollt nass werden.“ John verdrehte die Augen bei dem etwas zu amüsierten Tonfall des Moderators. Aber recht hatte er wohl. John beobachtete wie nach dem Donner erneut Blitze folgten. Watson hob den Kopf. Hieß es nicht etwas von einem Badeausflug, der diese Woche geplant war? Hm, der würde dann wohl ins Wasser fallen. Das wird den Kindern gar nicht gefallen, dachte sich der Arzt. Außer man verlegte den Schwimmbad besuch vom freien in die Schwimmhalle, dann wäre das natürlich noch möglich. Aber der Zoobesuch am Donnerstag würde dann ohne Umschweife ins Wasser fallen. Die Kleinen würden darüber genauso wenig begeistert sein, wie die Großen darüber, am Mittwoch bloß in der Schwimmhalle zu schwimmen.
Der Arzt kehrte mit einem letzten Blick aus dem Fenster zu Sherlock zurück und sah dabei in die Richtung, in der die Kinder allesamt verschwunden waren.  „Der Consulting Detective lässt sich von ein paar Kids die Süßigkeiten wegschnappen. Brillant.“ Der Arzt nahm erneut einen Schluck aus seiner Tasse. „Wäre doch ein guter Titel für einen Blogeintrag, was meinen Sie?“ Nina war bereits wieder verschwunden. Wahrscheinlich um nach den Kleinen zu sehen, während Marinna sich um den Abwasch kümmerte. Watson genoss für einen Moment die Ruhe. Endlich hatten die Kinder die Beschäftigung die sie brauchten um ruhig zu sein. Süßigkeiten. Jedes Kind würde so ziemlich alles für Süßigkeiten tun. Das Licht im Essensraum fing kurz an zu flackern und der Arzt warf stirnrunzelnden Blick wieder aus einem der Fenster. Doch kurz nach dem flackern, hatte sich das Licht wieder beruhigt. „Wie war es eigentlich bei Ihnen? Haben Sie und ihr Bruder sich auch um Süßigkeiten gestritten?“ stellte John dann eine Frage an den Detective und widmete sich weiterhin seiner Kaffeetasse, während er auf eine Antwort wartete. Harry und ich haben es jedenfalls, dachte Watson sich mit einem sanften lächeln, als er an die ganz frühe Zeit dachte. Seine Schwester wollte er jetzt nun nicht nennen, aber denken konnte John es ja.
„Hol mein Bonbon sofort da raus!“ schrie eine schrille Kinderstimme. „Aber dafür musst du mir das Ding schon rüberreichen!“ schrie eine andere Stimme. Die erste könnte die Stimme eines Mädchens sein, die zweite gehörte wohl zweifellos zu einem Jungen. „Was, dass du mir mein Bonbon dann gar nicht mehr zurückgibst, wenn du es da rausgeholt hast? Vergiss es!“ ertönte wieder die Stimme des Mädchens. „Aber dann kann ich dir ja auch nicht helfen“, erklärte die andere Stimme wütend. „Johnny!“ riefen nun beide quengelnd. Wieso eigentlich immer er? Konnte man sich Johnny denn besser merken, als mittlerweile Sherlocks Kosename Großer? „Was?“ zischte John leise, weil die Ruhe nun gestört wurde. Langsam aber sicher waren auch die Kinder für ihn etwas, nervig? Nein, eher anstrengend. „Wetten die haben ihre Bonbons nun gegenseitig versteckt“, meinte John murrend und machte sich auf den Weg zum Flur. Noch im Türrahmen des Essensraums zum Flur hin blieb er stehen und zog ratlos die Augenbrauen hoch. Ein Junge und ein Mädchen, beide ihre Hände an einer Blumenvase, zogen es jeweils zu sich. Und keiner von beiden wollte loslassen. „Er soll mir mein Bonbon da rausholen!“ rief das Mädchen. „Und sie soll mir dafür die Vase geben!“ meinte der Junge. John seufzte und sah zurück in den Essensraum. „Ich lag falsch. Die Haben ein Bonbon in die Vase fallen lassen“, informierte er den Detective über die Sachlage am Flur. Ob John das  in siner früheren Kindheit auch eingefallen wäre? Wohl eher nicht. „Ok, ihr zwei. Passt auf. Ich stell jetzt meine Tasse kurz in der Küche ab und ihr stellt die Vase bitte auch auf dem Boden. Aber vorsichtig, ja?“ Watson wandte sich der Küche zu und verschwand schnell darin um seine Tasse abzustellen. Marinna sah von der Spüle auf. „Was ist den draußen los?“ fragte sie den Arzt. John schob seine leere Tasse auf die Küchentheke. „Das Mädchen hat ihr Bonbon in die Vase fallen lassen, oder der Junge.“ Watson zog kurz die Stirn kraus. „Keine Ahnung, jedenfalls wollen die beiden das Bonbon da raus holen“, erklärte John schon fast so als wären das seine Kinder da draußen und ihm wäre das peinlich, wie sie sich anstellten. Marinna lachte. „Das passiert auch nicht alle Tage, aber Sie sollten…“ Watson fuhr zusammen, als ein Scheppern auf dem Flur zu hören war. „Oh nein, bitte nicht. Ich hab den beiden doch gesagt, langsam. Langsam abstellen“, der Arzt hob nun leicht frustriert seine Hände und schob sich aus der Küchentür wieder auf den Gang. Dort hatten sich die Scherben der einstigen Vase auf dem Boden verteilt. Die Blumen lagen trostlos zwischen dem verlaufenden Wasser und inmitten des Wassers, der Blumen und der Scherben, lag das Bonbon, eingewickelt in grüner Folie. Diese war zwar nass, aber der Inhalt wohl noch genießbar. Einen kurzen Moment waren beide Kinder vollkommen still und regungslos auf ihrer Stell gestanden und blickten geschockt auf das Desaster, dass sie angerichtet hatten.
„Habt ihr euch verletzt? Hat einer von euch in die Scherben gefasst?“ fragte John ein wenig besorgt nach, während er seine Füße vorsichtig zwischen den Scherben platzierte und zu den beiden Kindern kam. Die beiden jedoch schienen in Ordnung. Erst recht als der Junge etwas schneller kapierte, wo sich eine Chance für eine Süßigkeit mehr auftat. Er bückte sich, nahm das Bonbon an sich und lief Richtung Aufenthaltsraum, mit einem kindlichen, triumphierenden lachen. „Joshua! Gib mein Bonbon sofort wieder her!“ rief das Mädchen ihm wütend nach und verließ ebenfalls den Schauplatz des Desasters, dem Jungen folgend.
„Was sind das nur für Kinder?“ murmelte der Arzt, als er den zweien nachsah. „ Ganz besondere,“ ertönte Marinnas Stimme neben ihm. Sie hatte sich schon denken können, was da draußen passiert war und hatte bereits vorgesorgt, in dem sie nach einem Eimer, Putzlappen, Kehrichtschaufel und Besen gegriffen hatte und dieses neben dem Arzt abstellte. „Joshua, Lisa! Werdet ihr wohl herkommen und John dabei helfen, eure Unordnung aufzuräumen?“ Marinna hatte nun einen ziemlich strengen Ton an den Tag gelegt. Die zwei Unruhestifter von vorhin wurden von Nina aus dem Aufenthaltsraum geschoben. In ihrer Hand hielt sie das Bonbon von vorhin. Sie musste es wohl dem Jungen noch rechtzeitig vor dem Verspeisen abgenommen haben. Sie stand nun im Türrahmen gelehnt und bedachte Lisa und Joshua mit auffordernden Blicken zu dem Desaster hin, während sie sich hin und wieder zu den spielenden Kindern im Aufenthaltsraum umwandte. Der Arzt sah sich kurz nach Marinna um, die wohl wieder in der Küche verschwunden war. Hieß das also, John sollte den Kindern ihre Aufgaben zuweisen? Watson sah sich die zwei Kinder an, die langsam in den Flur geschlichen kamen. Beide mit einem unschuldigen Blick aufgesetzt. Der Arzt lächelte leicht. Also gut, dann würde er die Aufgaben verteilen. „Joshua…“ der Arzt griff nach dem Lappen im Eimer und warf ihm diesen zu. „Du wischst das Wasser auf“ dann wandte der Arzt sich nach dem Eimer um und hielt diesem dem Mädchen hin. „Lisa, du sammelst die Blumen auf. Und dann schön in den Eimer mit diesen“, erklärte John ihr und wies dabei auf die verstreuten Blumen hin. „Aber zuvor, rührt mir keiner von euch beiden die Scherben an. Nicht dass ihr euch noch daran schneidet“, erklärte der Arzt ernst, griff nach dem kleinen Besen und der ebenso kleinen Schaufel und begann vorsichtig und möglichst ohne, dass der Besen sich mit dem Wasser vollzog, die Scherben auf die Schaufel zu kehren.
Watsons Aufgabe war schnell erledigt, schließlich beeilte er sich auch. Im Gegensatz zu den Kindern, die nach ihm noch viel länger brauchen würden. Die aufgesammelten Scherben lies er dann in den Eimer fallen und stellte Besen sowie Schaufel in die Nähe einer Wand. Dann nickte er beiden Kindern zu den Blumen und dem Wasser zu. Diese sahen noch ein mal zurück zu Nina, doch die schien auch zu beharren, dass sie ihre zugewiesenen Aufgaben erledigten. John warf wieder einen Blick aus dem Fenster an dem gerade erneut ein Blitz über die Wolken zuckte und den Flur erhellte. Das Mädchen quietschte erfreut auf, als es sich kurz zu den Blumen gebückt hatte und den hellen Flur wahrnahm. Wie sehr sich Kinder über solche Sachen doch freuen konnten. Ein lauteres, tiefer wirkendes Donnergrollen erfüllt den Himmel und den Flur, wie als wäre das Wetter direkt über dem Dach des Kindergarten. Ein erneutes kurzes zusammenzucken konnte der Arzt in seiner steifen Haltung nicht verhindern und schreckt dann augenblicklich zur Seite, als er etwas an sich vorbeifliegen sah. Mit irritiertem Ausdruck sah er, wie der Junge grinste. Dann warf John einen Blick zu der Wand hinter sich. Ein Lappen war daran geklatscht und auf den Boden gefallen. Oh, die Kinder haben noch Spaß dabei? Sollte das nicht eigentlich eine Lektion für die beiden sein?, fragte sich der Arzt in Gedanken, marschierte auf den Lappen zu und hob diesen hoch. Dann warf er ihm wieder den Jungen zu, der ihn aus Reflex auffing. „Aufwischen“ befahl John ihm in einem strengeren Tonfall als vorhin. Dann verschränkte er seine Arme vor dem Burstkorb und beobachtete die beiden Kinder bei ihren Aufgaben.
Als die beiden dann dem Ende entgegen kamen, ging Nina von ihrer Stelle weg und überreite Watson das Bonbon. „Ihr habt sicher schon mal von dem Sprichwort: Wenn sich zwei streiten, freut sich der dritte, gehört?“ Das Mädchen nickte. „Das kam mal in einem Buch dran, dass uns Marinna vorgelesen hat“, sagte sie stolz, weil sie das wusste und stellte den Eimer neben Johns Schaufel und Besen, weil sie mit ihrer Aufgabe fertig war. „Genau und deshalb bekommt auch John jetzt das Bonbon“, antwortete Nina. Der Arzt sah das Bonbon kurz an und lächelte, als er ein langezogenes „Waaaaassss?“ von beiden Kindern hörte. „Ja, John hat es sich verdient“, meinte Nina grinsend und kehrte an ihren Platz im Türrahmen zurück. Der Junge lies den Lappen in den Eimer fallen. Den Boden hatte er so gut wie möglich trocken gewischt. Der Arzt lies das Bonbon in seiner leichten Faust verschwinden, während er auf den Eimer und Besen und Schaufel zunickte. „Die Sachen bringt ihr Bitte noch der Marinna in die Küche“, schuf er den beiden in einem sanfteren Tonfall an. Mürrisch nahmen sich Lias und Joshua den Eimer, Besen und Schaufel vor und brachten alles gehorsam in die Küche, während sie diskutierten, wessen Schuld es jetzt war, dass keiner von ihnen das Bonbon bekam.
Derweil nahm der Arzt das Bonbon in beide Hände und zerteilte es mit seinen Fingerkuppen in zwei Hälften. Das innere hinter der Folie musste wohl etwas ähnliches wie ein Schokoladenbonbon sein, weshalb es sich ganz leicht in zwei Hälften auseinanderdrücken lies. Als er die Kinder wieder aus der Küche kommen sah, winkte er die beiden heran. Murrend, weil sie dachten sie bekamen wieder eine Arbeit aufgetragen, machten sie sich auf dem Weg zum Arzt. Dieser ging in die Hocke um mit den Kindern auf Augenhöhe zu sein.
Dann rollte er das Papier der zerteilten Bonbonhälfte leicht auf und hielt es in seiner linken Hand beiden hin. „Aber jeder nur eine Hälfte“ mahnte er insbesondere den Jungen und betonte das eine besonders. Lisa und Joshua riefen ihre Begeisterung darüber mit einem „Danke!“ aus, nahm jeder jeweils eine der zwei halbkreisförmigen Schokohälften und verschwanden lachend in den Aufenthaltsraum. Der Arzt sah den beiden noch eine Weile hinterher, bevor er sich erhob, das Bonbonpapier in seine Hosentasche verstaute und sich wieder dem Fenster im Flur zuwandte. Manchmal lies sich der Arzt einfach zu sehr erweichen. In Zukunft müsste er das abstellen, zumindest bei diesen Kindern. Denn die Woche war noch längst nicht rum. „Was die Kleinen an einem Gewitter so toll finden“ murmelte John und beobachtete wie ein weiterer Blitz weiter hinten in den Wolken über den dunklen Himmel zuckte.
Ein baldiges Klingeln, wieder von einer Triangel, lies den Arzt aufsehen. Wo war eigentlich der Detective? Kurz nach dem Klingeln stürmten alle Kinder aus dem Aufenthaltsraum. Es schien wohl so, als wäre der heutige Tag für die Kinder hier vorbei. Für Sherlock und John hieß das mal wieder, den Kindern beim anziehen zu helfen. Dennoch blieb der Arzt noch eine Weile am Fenster stehen, bis sich alle Kinder zu den Garderoben verzogen haben.
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Sherlock Holmes
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BeitragThema: Re: Mini-Nebenplay | John, Sherlock und der Kindergarten   Mi Aug 13, 2014 12:01 pm

Das war doch mal ein spannendes Experiment. Sherlock hatte zwar massig andere zuhause, die wesentlich spannender waren, aber dass diese Kinder scheinbar so leicht zu manipulieren waren verwunderte ihn schon ein bisschen. Als Kind hätte er das ganz sicher nicht gemacht.
Trotzdem war es dem Detektiv entsetzlich unangenehm, jetzt hier zu sein, vor allem mit einem gehässigen John im Nacken, der bestimmt nur darauf wartete, nach Hause zu kommen, oder an seine Handykamera, um dieses fantastische Event auf YouTube zu stellen. Oder auf seinen Blog! Würde John eigentlich so töricht sein und dieses alles hier auf seinen Blog stellen? Davon musste Sherlock ihn unbedingt abhalten. Er wollte kein vielgefeierter Held sein, dessen Taten zu groß gemacht wurden, aber erst recht wollte er kein Babysitter sein! Das wäre ja wohl das letzte! Wenn andere davon mitbekamen! Wenn Mycroft erfuhr, dass Sherlock mit Kindern spielte, wenn Greg hörte, dass er Tische in albernen Primärfarben wischte, oder wenn Anderson wusste, dass der Detektiv Kleinkindern in ihre Jacken half!
Ein Rascheln und ein Gefühl in der Hand ließen Sherlock hinabsehen und er erfasste gerade noch ein rundes Gesicht, dessen Kind sich die Tüte aneignete, dann waren der Rest der Kinder verschwunden. Als der Mann, der her geschliffen worden war, war es Holmes letztendlich egal, was sie damit machten, also ging er in gemächlichem Tempo zu den anderen Erwachsenen, gabelte im Weg noch seinen inzwischen erkalteten Kaffee auf, indem er ein Kind davon wegscheuchte und stellte sich dann zu ihnen. Die letzten Worte Johns nahm er noch wahr und das war genau das Thema, dass er ansprechen wollte. „Das bleibt schön raus, aus Ihrem Blog. Das ist ganz und gar nicht das Bild, was andere von mir haben sollen.“ Dann doch lieber das arrogante Arschloch. „Und erst recht keine Klienten.“ Er nahm einen Schluck Kaffee und hob seine Hand zum Mund. Da spuckte er etwas aus und hielt es auf Armlänge von sich weg. „Blaubeergeschmack. Gibt man ihnen keine Bonbons werden sie laut, gibt man ihnen welche stecken sie es einem in den Kaffee.“ Es war nicht wütend, wie er das sagte, nur still und ruhig, fast ein wenig amüsiert und verblüfft, aber auf keinen Fall böse. Er griff in seine Hosentasche, holte ein unbenutztes Taschentuch heraus, wickelte das Bonbon darin ein und legte das Paket auf die nächstbeste Unterlage. Problem aus der Welt geschafft.
Dann blieb es eine kurz Zeit ruhig, bis John eine Frage stellte. Daraufhin belächelte Sherlock ihn, als habe er gerade eine sehr dumme und sehr selbstbeantwortende Frage gestellt.
„Natürlich nicht. Wir haben uns um Bücher gestritten, um Bücher und um Angelegenheiten, die einer Deduktion bedurften, aber wirklich selten, wir waren zu schlau zum streiten. Er ist um einiges älter als ich, Süßigkeiten empfanden wir als zu kindisch. “ Dass er da ein kleines wenig flunkerte, und erst recht dass sie sich auch dann und wann darüber gestritten hatten, ob Piraten nun etwas tolles waren oder nicht, und ob man eine Augenklappe auch zu einer Hochzeit tragen durfte verschwieg der jüngere Holmesbruder jetzt wohlwissend. Ehemaliger Freibeuter mit Geschick zur Deduktion lässt sich von Kids die Süßigkeiten wegschnappen war wirklich kein Titel für einen Blogbeitrag den jemand ernsthaft lesen sollte.
Um John nach Harry zu fragen war Sherlock zu klug, er wusste ja, dass John nicht gerne darüber redete. Also fragte er erst gar nicht danach. Manche Themen sollte man nun mal nicht ansprechen, wie auch Piraten ein sensibles Thema waren, obwohl John das vermutlich nicht wusste. Sherlock hoffte zumindest, dass John es nicht wusste. Und wenn er es wusste wollte er das Thema nicht aufwärmen. Wenn John schon auf Blogbeitragnamensuche war, dann durfte man ihm keinen Anreiz geben, am Ende verstand er es noch falsch, wie eine Einladung.
Die idyllische Stille, der Frieden, weil sich nun alle Kinder an Süßigkeiten gütlich taten wurde allerdings je von einer Streiterei unterbrochen, die kurz darauf von John geschlichtet werden sollte. Ein fast Schadenfrohes Grinsen breitete sich auf Sherlocks Gesicht aus, als er daraufhin Watsons Ausdruck sah. Auf Johnnys nicht allzu ernst gemeinte Wette erwiderte der Holmes: „Schließen Sie keine Wetten mit einem Beratenden Detektiven ab.“ Während er seinem Mitbewohner hämisch lächelnd hinterher sah. Der war schon bald hinter der Tür verschwunden. Zwar hatte der beratende Detektiv keine Ahnung, was los war, weil einfach nichts zum deduzieren da war, aber letztendlich galt dieser Grundsatz immer und man sollte ihn stets beachten.
Als er über die Sachlage informiert wurde nickte er grinsend. Warum stellte jemand auch Vasen in Kindergärten auf? Verständnislos grinsend hob Sherlock seine Tasse und wollte einen Schluck trinken, aber leider blieb der bittere Geschmack des Blaubeerbonbons im Tee erhalten und er stellte die Tasse weg um die Arme zu verschränken und ein wenig die Umgebung zu mustern. Als etwas schepperte, Holmes würde wetten, es sei die Vase gewesen, zuckte er unmerklich zusammen.
Der Verdacht wurde durch John bestätigt, der wenig später hinzugekommen sein musste und dessen Stimme man gedämpft hörte. Wenig später kam, in einem wirren, anscheinend kindlichen Lachen, der Junge in den Raum, ein Bonbon in den Händen, hinter ihm eine Mädchenstimme.
Sherlock Holmes, als Bewacher des Rechts und der Ordnung in London, stellte ihm ein Bein. Um jemanden zu fassen oder mehr jemandem zu helfen jemanden zu fassen, oftmals in einer Verkleidung, hatte er das schon recht oft gemacht und dementsprechend unbemerkt schaffte er es. In einem erschrecktem Geräusch ging Joshua zu Boden. Doch bevor das Mädchen, von außen klang Lisa in den Raum, von Marinna gerufen, ihm das Bonbon abnehmen konnte war Nina mit ein paar großen Schritten am Ort des Geschehens und fischte es Joshua aus der Hand. Dann schob sie die beiden Richtung Tür, wobei sie Sherlock einen fragenden Blick zuwarf. Der zuckte mit den Schultern, der Junge musste wohl gestolpert sein.
Von draußen drang Johns Befehlston herein, Sherlock kannte ihn, weil er ihn nur zu oft auch beim Detektiv benutzte. Sollte er sich vielleicht dazu stellen? Oder ins Geschehen eingreifen?
Nein, besser nicht, John liebte Herausforderungen doch so. Dann sollte er seine auch ganz allein auskosten dürfen. Sherlock war ja kein Spielverderber.
Der Raum wurde plötzlich erhellt, und wenig später grummelte es draußen, lauter und intensiver als vorher. Irgendwo wimmerte ein Kind, dann kam Gwyneth angelaufen. Sie hielt noch etwas in der Hand, was wie ein Baustein aussah. „Kannst du kommen, Sherlock?“ fragte sie und in wilden Gebärden deutete sie auf eine hintere Ecke des Raumes, die mit Regalen abgetrennt worden war, dahin, wo sie hergekommen war. Sherlock sah sie einen Augenblick verwirrt an, dann nickte er und folgte ihr zu der hinteren Ecke, wo ein Mädchen zwischen ein paar unvollendeten Türmen hockte und den Kopf in die Arme stützte. Es war das Mädchen, das das Alphabet nicht richtig konnte. „Es ist alles in Ordnung, Lynn, Sherlock ist da.“ Sagte Gwyneth und kauerte sich neben das Mädchen, legte einen Arm um ihre Schulter und drückte sie an sich. Daraufhin wimmerte das Kind noch mehr. Vermutlich noch etwas traumatisiert von der Lernstunde, aber im Moment ging es um das Gewitter.
Holmes rang sich dazu durch, neben ihr auf die Knie zu gehen und ebenfalls einen Arm um ihre schmächtigen Schultern zu legen.
„Es gibt nichts, worüber man sich fürchten müsste.“ Sagte er dann und es klang gar nicht, als sei es herausgepresst worden. „Gewitter ist wirklich nicht gefährlich, außer…“ Gwyneth warf ihm einen vieldeutenden Blick zu und er vollendete seinen Satz anders als geplant. „…dem ist es gut für Pflanzen.“ Lynn sah auf, ihre Augen waren rot und verquollen, aber sie schien verwirrt. „Ja,“ versuchte Holmes seine Aussage zu kräftigen. „Sie wachsen nämlich bei Regen. Und draußen in eurem Garten könnt ihr schöne Blumen ernten, wenn der Regen vorbei ist und ihr noch ein bisschen wartet.“ Diese Art zu reden widerte Sherlock an, aber je schneller er hier fertig war, desto schneller konnte er wieder einfach herumstehen.
Lynn zog die Nase hoch und fuhr sich über die Augen. „Das weiß ich schon.“
„Gut, dann brauchst du dich ja auch nicht mehr vor dem Gewitter fürchten.“
„Aber was ist, wenn ein Blitz einschlägt?“
„Weißt du, Blitze sind elektrische Ströme. Sie suchen sich immer einen Punkt, der besonders hoch ist, weil sie zu faul sind um auf den Boden zu kommen.“ Das hatte er wegen einem Fall wissen müssen, der Mann war nämlich nicht eines Blitzschlages gestorben, es war ein Attentat gewesen. „Wenn du in der Stadt bist wird also ein Blitz höchstens etwas anderes treffen, sehr unwahrscheinlich, aber bestimmt nicht dich. Und wenn du auf freiem Feld bist, dann stell dich am besten unter keinen Baum, auch wenn der Regen so stark ist, ja? Und bleib vom Wasser fern.“
Lynn nickte stark, dann schien sie einen stabilen Eindruck zu machen und der Detektiv verzog sich. Er fragte sich einmal ganz leise, während er wegging, warum er die Weichlinge abbekam, aber das sollte niemand gehört haben.
Die Triangel ertönte, offensichtlich das Zeichen, dass sich alle zum Umziehen bereit machen sollten. Während Lynn an ihm vorbeilief passte Gwyneth ihr Lauftempo an ihn an. „Philip kommt heute später, um mich abzuholen, kommst du noch mit zu den Bausteinen?“
Sherlock schüttelte mit dem Kopf. „Nein, ich muss beim Anziehen helfen, aber vielleicht sehe ich vorbei, wenn die anderen fertig sind.“
Das sollte allerdings etwas dauernd. Zwar waren die Kinder, die länger im Kindergarten blieben, in hier vermehrten Fällen auch ältere und die konnten sich selbst anziehen, aber nachdem Sherlock hier und da helfen musste war er schon wieder außer Atem. Außer Atem, aber er war nicht aus der Haut gefahren. Auch wenn ihm drei Kinder schon wieder Streiche gespielt hatten.
Am Ende war nur noch eine Mutter da, die gerade ein Gespräch mit Marinna über ein altes Märchenbuch beendete, das ihr Sohn bei der Leseecke gefunden hatte, das Marinna aber nicht kannte und das heute Mittag ganz sicher nicht dagewesen sei, und in dieser Zeit verzog sich Sherlock zu Gwyneth. Die war gerade dabei, die Bauklötze in eine Kiste zu packen. „Geh nur und zieh dich an, ich mache den Rest.“ Sagte Holmes, als er gekommen war, das Mädchen bedankte sich daraufhin höflich und hüpfte zur Garderobe.
Sherlock hatte gerade den letzten Stein in die Kiste gelegt und diese an den Rand geschoben, da öffnete sich die Tür ein letztes Mal und schloss sich kurz darauf. Gwyneths Philip schien angekommen zu sein. Holmes wollte sich gerne noch bei ihr verabschieden, also machte er sich auf zur Garderobe. Jedoch, kaum war er mitten in die Garderobe gelaufen vernahm er die Stimme des Abholenden und es ließ ihm kalt den Rücken hinunter laufen. Eine Stimme, die ihm das Blut in den Adern gefrieren ließ, eine Stimme, die man sich nirgends wünschte.
„Was machen Sie denn hier, Sherlock?“ fragte Philip Anderson und ließ ermattet die Jacke sinken, woraufhin Gwyneth sie ihm aus der Hand schnappte und sie selbst anzog.
„Nichts wichtiges, Ermittlungen, was machen Sie hier?“ erwiderte Sherlock und bemühte sich um ein Ausdrucksloses Gesicht, dann wandte er seinem liebsten Patholgen den Kopf zu.
„Tochter meines Schwagers.“ Antwortete der Pathologe und kratzte sich am Kinn. „Warum weiß ich nichts von den Ermittlungen?“
„Könnten Sie eben noch beim Sortieren in der Leseecke helfen, Sherlock?“ Nina kam hereingestürzt, verschiedene Bücher unter dem Arm, die sie schon von der Art des Buches sortiert hatte.
„Sie…“ Anderson stockte und starrte den Detektiv an. Der sah etwas in den Augen seines Gegenübers leuchten und befürchtete, dass es Spott war.

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John Watson
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BeitragThema: Re: Mini-Nebenplay | John, Sherlock und der Kindergarten   Mi Aug 13, 2014 3:47 pm

John stand noch ca 5 Minuten am Fenster. Er wollte nicht gleich in die tobende Menge aus Kindern, die alle an ihre Harken stürmten um schneller angezogen zu sein, als der andere. Den bisherigen Tag lies er einmal kurz Review passieren. John bestritt nun nicht mehr, dass die Kinder durchaus mal kleine Plagegeister sein konnten, aber das glich sich mit den guten Erinnerungen wieder aus. So wie es Marinna gesagt hatte. Erstaunlich war auch, dass man den Detective von einer ganz anderen Seite sah. Zumindest teilweise. Er hatte im Kindergarten wahrhaftig diese Gemüsepampe zu sich genommen. Der Arzt sah das als einen guten Schritt an, dass Sherlock nun auch öfters mal was zu sich nahm. Zumal doch er und Mrs Hudsons besseres anboten, als minder gesalzene Gemüsepampe mit breiigen Kartoffeln. Gemüse war zwar gut für die Kleinen, aber man musste es schon ordentlich zubereiten und appetitlich Anrichten. Denn auch die Augen essen mit, dass kannte John doch nur zu gut an seiner eigenen Kindheit. Ob Marinna ihm wohl mal erlaubte den Kochlöffel in die Hand zu nehmen? John hätte da schon so ein paar Ideen, was er für die Kleinen denn so Kochen könnte. Und vielleicht durften sogar ein paar gößere ihm beim zubereiten helfen. Mal sehen, vielleicht brachte er auch Sherlock dazu, beim Kochen zu helfen. Wer weis was in dieser Woche noch alles passieren würde. Was in dieser Woche aber wirklich noch passieren würde, damit hätte Watson nie gerechnet.
Nach 5 Minuten schien etwas Ruhe an den Garderoben eingekehrt zu sein, denn die Stimmen waren leiser geworden. Nur noch das Rascheln von Schals, Mützen und Jacken konnte man vernehmen. Also beschloss Watson nachzusehen, ob jemand nach Johnnys Hilfe verlangte.
Ja an den Namen Johnny musste er sich jetzt leider gewöhnen, auch wenn es manchmal die negative Stimme von Moriarty mit sich zog, der am Schwimmbad doch mal irgendwas von ´Johnnyboy´ verlauten lassen hatte. Gut das sich dieser verrückte schon eine ganze Zeit lang nicht mehr irgendwelche Auffälligkeiten geleistet hatte.
Der Arzt stolperte ein paar Schritte nach hinten und stützte sich dann an der Wand hinter sich ab, als er auf die Ursache seiner Gleichgewichtsstörung sah. Zwei Jungs, die Jacken halb über die Köpfe gezogen und die Arme ausgebreitete, waren sie in John reingerannt, weil sie auf ihre Umgebung nicht acht gegeben hatten. „Was macht den ihr beide?“ John erkannte die zwei Jungs wieder, die am Fenster im Flur auf der Fensterbank gesessen hatten und Bonbons von dem Arzt verlangt hatten. „Wir spielen Flugzeuge“, erklärte der erste Junge und wollte schon den Flur entlang sausen, damit sein Freund ihm nachjagen konnte, da packte John die Jacke des ersten und drehte den Jungen zu den Garderoben zurück. Diesem schien das nicht sonderlich viel auszumachen, also lief er zu diesen los. Sein Freund folgte ihm und auch Watson kam den beiden nach zu den Garderoben. „Ihr Flugzeuge setzt jetzt zum Landeflug an und zieht eure Mützen über, habt ihr Verstanden?“ mahnte John die beiden Jungs belustigt. Diese nickten mit leuchtenden Augen und taten so als würden sie an ihren Harken landen, bevor sie nach ihren Mützen griffen. Der Arzt sah sich kurz um. Marinna half ein paar jüngeren noch sich anzuziehen, die älteren schienen das ganz gut in den Griff zu bekommen. Nina war wohl bereits im Aufenthaltsraum und begutachtete die einzelnen Bereiche, ob sie einigermaßen gut aufgeräumt waren und räumte vielleicht gegebenenfalls noch mal nach. Der Arzt stellte sich in die Nähe eines Fensters neben einem Ausgang. Das Wetter wollte er die nächsten Tage einfach im Blick haben. Ein wenig später kam auch Sherlock noch mal hinzu, der Arzt hatte ja beinahe gedacht, er würde sich von der Pflicht drücken. Und kaum war der Detective bei den Garderoben angekommen, waren da schon drei Kinder, die nicht nur Hilfe brauchten sondern dem Detective auch den ein oder anderen Streich spielten. John hatte wieder ein lächeln aufgesetzt, allerdings ein wenig weniger Schadenfroh als vorhin mit den Bonbons. Schließlich machte sein Mitbewohner die ganze Sache hier doch recht gut. „Johnny?“ Ach, wurde er den Namen denn nun wirklich nicht mehr los? “Ja?” fragte der genannte nach und ging zu dem Mädchen in die Hocke. Es war Sophie, die beim Vorlesen auf seinem Schoß sitzen durfte. „Seit ihr Morgen wieder da? Du und der Große?“ Watson grinste. Der Große. Tja, da hatte Sherlock auch einen tollen Namen bekommen. „Ja wir sind Morgen auch wieder da. Und die restliche Woche auch noch“, antwortete er ihr. „Aber dann kann uns der Große ja wieder vorlesen“, sagte sie aus Begeisterung. Anscheinend hat Sherlocks komische Art des Vorlesens doch bei einigen Kindern einen positiven Eindruck hinterlassen. „Ja, dann kann euch der Große wieder vorlesen“, antwortete er dem Mädchen. Doch was sie als nächstes verlauten ließ, ließ Johns Mundwinkel zu einem geraden Strich zurückwandern. „Und ich hab gehört, du weißt wie Häkeln geht. Du musst unbedingt ein Kleid für meine Puppe häkeln.“ Der Arzt sah ziemlich verblüfft drein. Hatte sich das Mädchen mit den löchern in der Mütze etwa noch mal in den Aufenthaltsraum davon gestohlen gehabt und ihren Freunden von ihrer tollen Häkelmütze erzählt? Watson versuchte, sich da irgendwie herauszureden. Keiner würde doch ein Kleid mit viel zu großen Löchern wollen, oder? „Na wenn deine Puppe große Löcher im Kleid mag“, meinte John. Die Reaktion des Mädchens darauf, hatte er aber nicht erwartet. Eigentlich eher so etwas wie: Ich mag keine Löcher im Kleid meiner Puppe, stattdessen folgte: „Ohja, und am besten in Pink. Die Mütze hatte ja auch so schöne Löcher“ rief Sophie und machte sie wieder daran, ihre Jacke anzuziehen. Was hatte Watson da jetzt bloß angerichtet? Er konnte ja gar nicht mal häkeln, geschweige den stricken oder sonstiges. Ob es auch galt, wenn er ein Kleid aus Papier bastelte? Nein, dafür war er definitiv zu alt. Er würde doch nicht basteln. Basteln hatte er schon immer gehasst. Ob Mrs Hudson wohl häkeln konnte?
John wandte sich schnell etwas ganz anderem zu, bevor die Kinder mitbekamen, dass John indirekt eine Bestätigung geben hatte, das Kleid zu meistern. Nur wie, wusste er noch nicht. Der Arzt hörte ein Gespräch über ein alte Märchenbuch mit und besann sich darauf, aufmerksam dabei zuzuhören. Vielleicht war er ja dann für die Kinder so gut wie Luft. Anscheinend musste eine Junge etwas von ein Märchenbuch erzählt haben, Marinna kannte es nicht und die Mutter hätte ihm es auch keineswegs mitgegeben. Vielleicht hatte es ja jemand hier vergessen? So tragisch war ein altes Märchenbuch doch nicht oder? Da würden sicher ein paar interessante, alte Geschichten drin stehen. Die gute alten Geschichten über Schneewittchen, Brüderchen und Schwesterchen und das alles von den Brüder Grimm. Der Arzt lächelte. Die Märchen waren in seiner Zeit schon sehr beliebt gewesen. Der Arzt sah wieder aus dem Fenster. Ein Ansturm an Eltern, zumeist mit den Autos durch des ziemlich schlechten Wetters. Jetzt würde es hier ganz schnell viel ruhiger im Kindergarten werden. Die Eltern kamen durch die Eingangstür zu den Garderoben, die Kinder fielen ihnen lachend in die Arme. Manche erzählten sogar über den Besuch eines Detectives und eines Arztes, sollten sie nicht wieder die Berufe vergessen haben, so wie den Namen des Großen. Der hatte sich im übrigen wohl auch wieder verzogen. Als John seinen Blick über die Garderoben schweifen ließ, war er jedenfalls schon nicht mehr da.
Keine 10 Minuten später waren so ziemlich alle Kinder abgeholt, bis auf zwei, deren Eltern gerade das Anziehen ihrer beiden noch übernahmen. Marinna hatte sich zu John gesellt. „Jetzt kehrt Ruhe ein“, erklärte sie. „Oh ja, es ist doch etwas ganz anderes, wenn man mit Sherlock auf Verbrecherjagd geht oder aber hier im Kindergarte unterwegs ist.“ Watson nickte zufrieden. „Vergleichsweise zur Verbrecherjagd viel ruhiger, was?“ fragte Marinna nach. Der Arzt schüttelte überrascht den Kopf. „Im Gegenteil. Ich glaube man muss die lauten Kinderstimmen gewöhnt sein. Sherlock kann zwar auch laut sein und nerven, wenn er keinen Fall hat, aber es ist wenigstens nur eine Stimme die man hört. Die Verbrecherjagd dagegen ist mit den Kindern hier nicht zu vergleichen. Zwar sind Verbrecher gefährlich, aber man gewöhnt sich an den Umgang mit solchen Fällen. Der Umgang mit Kinder ist sowohl für mich als für meinen Mitbewohner relative neu“. Die ältere Erzieherin nickte. „Verstehe“ „Nein tun sie nicht“ antwortete John schmunzelnd. Das taten schließlich die wenigsten, die sich den Alltag von John und Sherlock nicht vorstellen konnten. „Da haben Sie recht“ beide lachten kurz.
Gwyneth kam zu den Garderoben, als die Eltern mit ihren restlichen zwei Kindern den Heimweg angetreten hatten. Das Mädchen nahm sich Mütze und Schal und wickelte beziehungsweise setzte beides auf. „Wo hast du den Sherlock gelassen?“ fragte der Arzt Gwyneth nach, weil er doch genau wusste, dass das Mädchen ihn besonders mochte. „Der räumt die Klötze noch auf.“ Ein weiteres mal in kürzester Zeit entgleisten die Gesichtszüge des Arztes. „Was?“ hatte er da richtig gehört? Sherlock räumte freiwillig auf? Manche Kinder konnten Sherlock als doch ins einen Prinzipien etwas umkrempeln. Aber wahrscheinlich wollte sich der Detective nur wieder davor drücken, eventuell noch beim anziehen helfen zu müssen. „Ich denke du hast mich verstanden“ antwortete Gwyneth John mit beiläufiger Stimme, als sie das Was des Arztes vernahm. Augenblicklich schmunzelte John, weil ihn das an einen Fall mit dem blinden Banker erinnerte, wo er Sherlock ebenfalls ungläubig nachgefragt habe, dass er jemanden um Rat fragen muss. Eine Tür öffnete sich, die Eingangstür. Watson blickte fast wie aus Reflex zu der Tür, weil er das bei allen Eltern zuvor auch getan hatte. Doch bei dieser Person zog sich seine Mimik fragend zusammen. Anderson? Was suchte Anderson denn hier? Der Arzt konnte sich nicht daran erinnern, dass der Forensiker mal etwas von einer Tochter erwähnt hatte. Oder hatte John da etwas verpasst? Wie dem auch sei, er würde es vielleicht mal erfahren. Doch jetzt hieß es erst mal schleunigst weg von den Garderoben, bevor Anderson fragen zu Johns Auftritt hier stellte. Zwar war, zumindest für John, ihm der Auftritt hier keineswegs peinlich. Aber eine Unterhaltung musste er nun auch nicht mit Anderson führen. „Wissen Sie wo Nina ist?“ fragte John daher Marinna, diese meinte, dass sie wie vermutete im Aufenthaltsraum sein müsste. Der Arzt nickte, ging an Anderson mit einem „Guten Tag“ und einem winzigen grinsen vorbei und marschierte aus den Garderoben zum Aufenthaltsraum. Watson konnte sich denken, dass Anderson genauso verblüfft sein musste, wie er zum Anfang hin. Auch hätte der Arzt den Detective warnen können, bloß nicht zu den Garderoben zu gehen, weil dort ein alter Bekannter wartete, auf den ja besonders sein Mitbewohner brannte, ihn mal wieder zu sehen. Aber Sherlock wusste ja schließlich selbst, was er tun und lassen sollte, also setzte John eilig seinen Weg zu Nina fort.
„Ah Sie sind es. Und? Sind die Kinder schon fort?“ fragte Nina, die aus einem Spielzelt hervorgekrochen kam und wahrscheinlich darin nachgesehen hatte, ob alles ordentlich verlassen wurde. „Ähm, nein nicht ganz. Aber fast alle. Ein Bekannter ist gerade noch in den Garderoben“, antwortete John ihr. „Ach ein Bekannter?“ Der Arzt nickte. „Mein Mitbewohner und ich, wir haben lediglich mit ihm zu tun. Arbeitet als Forensiker,“ antwortete Watson und sah sich im Aufenthaltsraum um. „Sie meinen Philip? Ja er holt desöfteren Gwyneth ab, ist die Tochter seines Schwagers“, erklärte Nina und besah sich die Leseecke. Philip? Nina und Anderson waren also per du? Gut zu wissen, dass John wenigstens nichts verpasste hatte im Bereich Anderson und einem Kind.
Watson beschloss schnellstmöglich das Thema zu wechseln. „Vorhin war die Rede von einem alten Märchenbuch.“ Nina, die in der Leseecke ein paar Matratzen zurechtrückte und die Kissen schüttelte nickte. „ Ja, das Buch liegt da drüben auf dem Regal. Ziemlich merkwürdig. Wir hatten es hier noch nie bemerkt. Es wirkt alt und die Geschichten da drinnen sehen nicht sehr nach Kindermärchen aus“, erklärte die jüngere Erzieherin, die ratlos vor dem Bücherregal in der Leseecke stand und die vielen Bücher musterte, die anscheinend alle Kinder herausgezogen hatten, weil sie sich nicht entscheiden konnten, was sie als nächstes vorgelesen haben wollten. Nina lies den Bücherhaufen vor dem Regal liegen und nahm sich erst mal den Bücherstapel vor, den Marinna vorhin von Sherlocks auf den Boden geworfenen Bücher, errichtet hatte. „Wo ist eigentlich ihr Mitbewohner? Er hat hier diese Unordnung auch mit zu verantworten, als kann er ruhig mit aufräumen helfen,“ meinte Nina. Der Arzt nickte abwesend. „Dürfte vielleicht in den Garderoben sein“, antwortete John während er das unbekannte Märchenbuch vom Regal nahe der Malecke nahm. Nina derweilen hatten sich mit einigen Büchern, die sie vom Stapel gezogen und kurz nach Tiergeschichten und Fantasiegeschichten sortiert hatte, in Richtung der Garderoben aufgemacht.
Der Arzt lehnte sich ans Regal und besah sich das Buch. Es wirkte wie ein normales altes Märchenbuch, Buchcover sowie die Rückseite waren ganz normal. Watson war verwirrt. Was sollte an dem Buch so anders sein, als in anderen Märchenbüchern? Der Arzt schlug es neugierig auf und las die erste Überschrift der Geschichte. Brüderchen und der Geist. John zog die Stirn kraus. Dieses Märchen war ihm nicht bekannt. John blätterte ein paar Seiten weiter. Schneewittchen bei den sieben Bösewichten. Das Buch war doch kein richtiges Märchenbuch. Die Titel waren Falsch, allesamt. Watson nahm einige Seiten in eine Hand und blätterte sie hinüber auf die andere Seite, immer bis er bei einem Titel ankam und diese völlig verändert dastanden. Jetzt wusste der Arzt, weshalb das Märchenbuch Gespräch bei Marinna und einer Mutter wurde. Da hatte sich doch jemand einen schlechten Scherz erlaubt. Wer gab Kindern so ein Buch. Watson wollte gar nicht die Geschichten darunter durchlesen, wahrscheinlich waren diese auch noch verändert worden. Der Arzt hörte Stimmen die sich dem Aufenthaltsraum wieder näherten. „Sherlock? Das sollten Sie sich ansehen!“ rief John aus dem Aufenthaltsraum.
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BeitragThema: Re: Mini-Nebenplay | John, Sherlock und der Kindergarten   Fr Aug 15, 2014 7:38 am

Sherlock schielte mehrmals zu John hinüber. Schon irgendwie faszinierend, wie gut er mit den albernen Kindern klar kam. Zwar wollte er nicht so sein, aber es war dennoch interessant. Fast zu interessant, was wenn John bemerkte, dass er gut mit Kindern konnte? Oh nein, soweit durfte es nicht kommen!
Als der Ansturm der Eltern los ging war Sherlock schon wieder weg, auf dem Weg in die Bausteinecke.
Er räumte auf, ging zurück zu den Haken, lief in Anderson hinein und wurde in ein Gespräch verwickelt. Es war wie jedes andere Gespräch mit Anderson, nerv- und zeittötend.
„Sie… Sie haben hier einen Job angenommen.“ Andersons Mundwinkel zogen in die Höhe und er zeigte seine Zähne. Dieses schadenfrohe Grinsen, dass Sherlock so hasste. Wie er alles an dem Pathologen hasste, seine Art, seine Nutzlosigkeit, einfach alles.
„Kennst du ihn, Philip?“ fragte Gwyneth mit großen Augen und ließ ermattet die braune Schiebermütze sinken. Sherlock hätte es wissen müssen, sie machte ihm vieles in der Art nach, Arme verschränken, beim denken den Finger leicht zum Kopf heben und desweiteren, schien sie ihn doch recht zu müssen.
„Ja.“ Antwortete der, mit demselben Hirnverbrannten Grinsen, die Augen fest auf sein Opfer. „Ja, ich kenne ihn. Eine Art… Arbeitskollege.“
Gwyneth schlug sich mit der Faust in die Hand. „Ich hätte es wissen müssen, als er von der Leiche in der U-Bahn erzählt hat.“ Sagte sie dann und schaute fast beschuldigend zu dem Detektiv auf, der der Konversation still, aber mit Habichtaugen folgte.
„Er hat was?“ Anderson sah auf. „Sherlock, Sie wissen, dass das keine öffentlichen Ermittlungen sind und dass Sie… In einem Kindergarten sind?!“
Marinna schob sich zwischen die Rivalen. „Das haben wir ihm auch schon gesagt. Wir würden unsere Türen bald schließen. Bis Morgen, Gwyneth, auf Wiedersehen, Mr. Anderson.“ Höflich schob sie die beiden zur Tür, aber das Mädchen (also, Gwyneth nur damit Verwechslungen jetzt vermieden werden können) rannte nochmal auf Sherlock zu und klopfte ihm an den Oberschenkel, wie als wolle sie ihm auf die Schulter klopfen.
„Bis Morgen, großer Sherlock.“ Sagte sie dann, grinste, damit der andere den Satz richtig verstand und ging dann mit ihrem Vatersschwager vor die Tür.
„Ich wusste gar nicht, dass sie Mr. Anderson kennen.“ Sagte Marinna und schabte verbissen mit dem Fuß an etwas Straßendreck, der auf dem Boden fest geworden war.
„Leider ist die Antwort ja.“ Sherlock hatte die Tür mit den Augen nicht verlassen, so verwirrt war er noch von der Situation. Marinna lächelte und tätschelte ihm die Schulter. „Er ist ein guter Mann.“
War er das? War er das, wo er Sherlock anschwärzte und als Freak darstellte, wo er nur konnte? War Sherlock ein guter Mann, wo er Anderson als einfältig und eingeschränkt bezeichnete, wann er nur konnte? Wann hatte diese Feindseligkeit eigentlich begonnen?
Zum Glück wurde sein unangenehmer Gedankengang von John unterbrochen, der nach ihm rief, sofort war er da. John hatte ein Märchenbuch in der Hand, ein altes Exemplar, mit dunklem Einband und goldenen Lettern, die stolz verkündigten, Geschichten von den Gebrüdern Gram zu erzählen.
Sherlock nahm es seinem Mitbewohner aus der Hand und blätterte es durch.
„Was ist denn daran so besonders, John? Ein normales Märchenbuch, mit normalen Geschichten.“
Ein Inhaltsverzeichnis schien es nicht zu geben, also schlug Sherlock in der Mitte eine Seite auf und suchte nach dem nächsten Märchen. Was er las gefiel ihm gar nicht. Sir Prahlalott und seine Tafelrunde. Sherlocks Gesichtszüge entgleisten. Bei ihm war das leicht zu bemerken, er sah genauso ausdruckslos wie immer aus, nur um ein vielfaches verletzlicher und schutzloser.
Holmes wusste, wem dieses Buch gehörte. Und wer es hergebracht hatte. Nur wie, das wusste Holmes nicht. Ein Frösteln durchlief ihn. Und die Geschwister hießen doch eigentlich nicht Gram. Gram war ein ganz anderes Wort, zwar auch deutsch, aber mit einer vollkommen anderen Bedeutung. Dafür brauchte er keinen Anderson, auch wenn er mit seiner Übersetzung diesmal recht hätte, diesmal war der Name ein Wortspiel.
Und nur einer wäre wirklich grotesk genug, es zu benutzen.
Unwillkürlich sah Sherlock sich um. Waren sie hier wirklich allein? Oder lauerte da der böse Wolf im Gebüsch?
Er würde es doch nicht wagen, hierher zu kommen! Das hier waren Kinder, unschuldige Kinder (mit einer Vorliebe für Chaos und Bonbons) was wollte er hier?
War er wirklich so schamlos, hier etwas anstellen zu wollen?
Ein unangenehmes Gefühl breitete sich in Sherlock aus. Nur wegen ihm war er hier!
Wenn er nicht hier wäre wären alle nicht in Gefahr. Er durfte nicht zulassen, dass etwas passierte.
Aber er wusste auch nicht, ob wirklich er es war.
Sherlock hatte etwas geistesabwesend mit diesem entgleisten Ausdruck dagestanden, nun blätterte er wie besessen in dem Buch herum. Rotkäppchen und der böse, böse Hund, Die drei Lotusse, Adlerputtel, Holmes fand so viele Namen, die ihm bekannt vorkamen, neben welchen, die ihm nichts sagten, aber beide jagten ihm gleichermaßen Schauer über den Rücken.
Das durfte nicht wahr sein, bitte, bitte, das durfte nicht wahr sein.
Sherlock sah nicht zu John, hoffte er doch, der würde nur Bahnhof verstehen. Das wäre das einzig beste für ihn, wenn er nichts verstand.
Das hier musste er im Alleingang lösen, das war einfach zu ernst.
Trotzdem wünschte er sich insgeheim, John wüsste genau, worum es ging, denn ohne John war es doppelt gefährlich aber nur halb so aufregend.
Aber John machte verletzlich und schon letztes Mal hatte er keine Skrupel gezeigt, John für seine Zwecke zu nutzen. Damals waren sie mit dem Leben davon gekommen, aber nur, weil Adler ihn angerufen hatte, sie waren nur wegen einer Laune einer Frau davon gekommen. Auch wenn es die Frau war, Sherlock bereitete das extremes Unbehagen.
Diesmal gab es keine Frau, die ihn anrief und somit den Tag rettete.
Diesmal waren da nur Sherlock, John, die Erzieherinnen und ein ganzer Haufen Kinder, Kinder, die ihr Leben noch vor sich hatten und ein Mann, der nicht die geringsten Skrupel zeigte.
Der Kindergarten war groß, es gab tausend Möglichkeiten etwas zu machen. Aber warum?
Warum? Warum? Warum? Warum hier? Warum jetzt? Wegen Sherlock und John?
Nahm er[i/]das ganze wirklich als ein so allbedeutendes Spiel an? Machte er es nur deshalb jetzt, weil es das Spiel unterhaltungstechnisch ergänzte? Der Consulting Detective wusste, dass das Spiel dem Sieger Leben und dem Rivalen und Verlierer den Tod brachte, das hatte er spätestens gemerkt, als er mit [i]seiner exzentrischen Art konfrontiert gewesen war, aber gehörte zum Spiel ein Kindergarten? Das wäre sogar für den hochfunktionalen Soziopathen zu viel.
Sherlock bemerkte, dass er wieder starrte und schlug die letzte Seite auf. Dort war ein kurzer Text zur Person, die die Märchen nacherzählt hatte, die ein bisschen davon schrieb, wer sie war, wo sie lebte, was sie studiert hatte und ihre Berufe auflistete. Nur dass dort nur der Name des Nacherzählers stand und dass er die Märchen auch vorlas.
Hastig blätterte der Detektiv ein paar Seiten weiter.
Auf jeder Seite standen über dem Text noch einmal das Märchen, zu dem er gehörte und eine separate Seitenanzahl, speziell für das Märchen. Das aufgeschlagene hatte sehr, sehr wenige, es war ein sehr kurzes Märchen.
Das letzte war Schneewittchen bei den sieben Bösewichten und unter dem Ende des Textes war eine Illustration mit einer zarten, bleichen hand, die einen Apfel umgriff. In den Apfel war gebissen worden. Davor war ein I eingeritzt, dahinter ein U. Richard Brook hatte sein Buch also auch selbst illustriert.

(OUT: Ich entschuldige mich hiermit offiziell für die Verweise auf Ende Staffel zwei, die eigentlich nicht stimmen können, weil es sie zu dem Zeitpunkt des NP noch nicht gab. Aber es war einfach zu verlockend ^^)

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BeitragThema: Re: Mini-Nebenplay | John, Sherlock und der Kindergarten   Sa Aug 16, 2014 6:42 am

Watson beobachtete wie der Detective in den Aufenthaltsraum kam, gefolgt von Nina, das Buch in Johns Hand kurz musterte und es dann an sich nahm. Als Sherlock fragte, was den so besonders an dem Buch seie, zuckten die Mundwinkel des Arztes kurz nach oben. Wäre es nicht besonders, würde John dann nach dem Detective rufen? „Dann sehen Sie mal rein“, antwortete John. Der Arzt war sich sicher, dass dem Detective die veränderten Geschichten auffallen mussten. Sherlock hätte wahrscheinlich auch ohne Johns Aufforderung ins Buch zu sehen, es selbst geöffnet, weil er eben wissen wollte, was denn besonders an ein scheinbar normales Märchenbuch war. Zumindest von außen. Wer hatte den dieses Buch bloß verfasst? Wer könnte harmlose Kindermärchen in solche Gruselgeschichten verwandeln? Der Arzt beobachtete, wie der Detective das Buch aufschlug, kurz darin blätterte und las.
John sah kurz zu Nina, die die beiden verwirrt ansah. Sie dachte wahrscheinlich, dass das Buch, außer das es nicht gerade Kinder geeignete Geschichten enthielt, harmlos war. Vielleicht hatte es ja ein Kind aus dem Rucksack gepackt, weil es diese Gruselgeschichten von älteren Geschwistern bekommen hatte, dass würde das plötzliche Auftauchen des Buches auch erklären. Aber gab es da wirklich so ein Interesse daran, es weiter zu beachten? Nina hätte es einfach in den Müll geworfen, schließlich war das hier kein angebrachtes Buch. Mysteriöses auftauchen hin oder her. Und dennoch hatte sie irgendwo ein ungutes Gefühl, bei solch einem Buch. Sie müsste vielleicht auch mal mit den Eltern reden, konnte sein, dass sie das Buch sogar irgendwoher kannte. Der Arzt wandte seinen Blick von der jungen Erzieherin ab und sah wieder zu Sherlock. Die entgleisten Gesichtszüge des Detectives, veranlassten John dazu, fragend die Augenbrauen zu heben. Was war den los? Watson hatte sich auch schon gefragt, woher das Buch kam. Wer könnte so ein Buch hierherbringen wollen? Oder hatte es einfach ein Kind aus dem Regal der Eltern genommen, ohne zu wissen was es genau für ein Buch ist und das Kind hat es hier her mitgenommen? John runzelte die Stirn, als sein Freund sich weiter das Buch besah, immer noch mit diesem ausdruckslosen Gesichtszügen. „Sherlock?“ er sah den angesprochenen mit gerunzelter Stirn an. Es schien so, als wäre er entsetzt über diese Geschichten, über diese ganz besondere Art von Geschichten. Und eigentlich waren sie ja auch entsetzlich. Schließlich sollte man doch kein Kindermärchen so umschreiben, dass die Kinder davon Albträume bekommen könnten. Zwar hatte John im größten Teil nur schnell ein paar Titel überflogen, aber schon allein die hörten sich nicht gerade nach typische: Ende gut, alles gut, Märchen an. Aber das Sherlock darüber so entsetzt wirkte, wunderte den Arzt. Schließlich waren das doch genau diese Art von Geschichten, die Sherlock zumindest etwas erfreuen könnten. Keine Happy Ends, keine langweiligen Katze und Maus Gespräche oder ähnliches. Sondern Märchen wie Schneewittchen bei den sieben Bösewichten. So was musste sich für den Detective doch besser anhören, als Tiffy der sprechende Fuchs. Doch John wusste, dass Sherlock nicht immer dieser gefühlskalte Soziopath war. Vielleicht war der Detective wirklich entsetzt darüber, so ein Buch im Kindergarten aufzufinden.
Watson wusste nicht was es genau war, was sich in seinem inneren an Gefühl heranbahnte, doch es versprach nichts gutes zu werden. Wo kam den das Buch sonst her, wenn nicht von einem Kind, dass es von den Eltern mitgenommen hatte? Hatte überhaupt ein Kind das Buch von den Eltern mitgenommen? Es wäre doch die einzige Erklärung dafür, wie das Buch sonst hier her gekommen war. Denn weder Marinna noch Nina würden so ein Buch mit in den Kindergarten nehmen, geschweige den das Sherlock das Buch als Scherz mitgebracht hätte. Das würde nun doch nicht ganz zu ihm passen, zumal sein Kopf auf dem Spiel stand. Kurz lächelte John bei dem Gedanken, seine Miene wurde aber wieder ernst, als Sherlock begann, sich umzusehen. Seine Stirn zog sich noch ein Stück mehr verwirrt zusammen. Etwas schien seinen Mitbewohner zu beunruhigen. Der Arzt sah sich ebenfalls um, als könne er so erkennen, was den Detective unruhig stimmte oder wonach er Ausschau hielt. „Sherlock, was ist den?“ fragte er noch mal, als John wieder mit seinen Blicken, die kurz durch den Raum glitten, zu ihm sah. Doch dieser gab keine Antwort, als wäre er zu sehr…ja in was war Sherlock geraten? In Gedanken oder doch eher wie in Schock? Nein nicht ganz, aber irgendetwas stimmte nicht, das merkte der Arzt. War es den wirklich wegen dem Buch? Gut John gab auch zu, dass ihn die Sache mit diesem Buch ziemlich merkwürdig vorkam, besonders weil es auf ein mal hier auftauchte, doch war es nicht trotzdem irgendwo harmlos? Die Kinder hatten die Geschichten ja hoffentlich nicht gel…nein, die Kinder hier würden solche Texte wohl noch nicht lesen können, als hatten sie die Geschichten in diesem komischen Buch nicht gelesen.
Etwas mehr stutzte John, als er meinte, Sherlock frösteln zu sehen. Falsch, Watson meinte nicht, Sherlock frösteln zu sehen, sondern der Detective fröstelte wirklich. Was war hier los? Welche Gedanken brachten den Consulting Detective dazu so, so entsetzt zu wirken? Das war nicht bloß die Tatsache, dass so ein merkwürdiges Buch mit genauso merkwürdigen Geschichten hier aufgetaucht war, allein. Da spielte noch etwas anderes eine Rolle, aber was?
Eben sah Sherlock noch geistesabwesend auf und nun blätterte er praktisch wie ein verrückter in dem Buch. John richtete sich leicht auf. War er eben noch an dem Regal gelehnt, so stand er jetzt vor dem Regal und beobachtete den Detective. Dennoch stieg sein ungutes Gefühl, dass hier war faul war. Nur was? Was hatte der Detective an dem Buch bemerkt, dass er jetzt wie ein verrückter darin herumblätterte? War das Buch doch nicht so harmlos wie es eigentlich sein sollte, trotz den merkwürdigen Geschichten? Übersah der Arzt mal wieder das offensichtliche? Sherlock hatte ihm ja schon oft vorgehalten, dass offensichtliche zu übersehen, aber gab es an dem Buch etwas so offensichtliches, dass Sherlock entdeckt hatte, John aber nicht?
Watson beobachtete besorgt, wie der Detective weiterblätterte, als hätte er eine böse Vorahnung. Aber welche Vorahnung? Watson konnte noch nie deduzieren und würde es auch jetzt nicht können. Und Gedanken lesen konnte er auch nicht, wobei das doch sehr praktisch wäre. Dann wüsste er jetzt wenigstens, was seinem Mitbewohner durch den Kopf ging. Also, welche Vorahnung? Die Vorahnung, dass mit dem Buch etwas schlimmes kommen würde? Aber was würden den schlimmes kommen können?
„Sherlock, woran denken Sie?“ forderte der Arzt den Detective auf, seine Gedanken mit ihm zu teilen, doch wieder reagierte Sherlock nicht. Es war so ähnlich wie in den Phasen, in denen der Detective gelangweilt in ihrern Wohnung in 221b saß, weil er keine Fälle hatte und man mit ihm dutzend Gespräche versuchen konnte und keine Antwort, weil er mit irgendwelchen Deduktionen beschäftigt war, die ihm die langweile für einen Moment austreiben könnten, zumindest etwas.
Wieder zurück zu Johns Gedankengängen. Ja, was war den so schlimm an dem Buch, mit der Ausnahme, dass Gruselgeschichten nicht in den Kindergarten gehörten? Moment, hieß das Buch nicht irgendwas mit Märchen? Soviel John wusste und das wusste er ganz bestimmt, war ein riesen unterschied zwischen Märchen und Gruselgeschichten. Wer also war so verrückt, Märchengeschichten so umzuschreiben, dass sie als Gruselgeschichten durchgehen konnten? „Sherlock, verdammt noch mal ich will jetzt wissen was los ist!“ Der Arzt hatte seine Stimme bemüht leise gehalten, um nicht zu schroff zu klingen. Watson war nicht blöd, er konnte doch sehen, dass sein Freund den Blickkontakt mied. Wieso? Sollte der Arzt nicht erkennen, was es mit dem Buch vielleicht wirklich auf sich hatte. Was war den bloß die Tatsache, die den Detective so unruhig wirken ließ? John konnte doch erkennen, dass irgendetwas gar nicht stimmt. Das irgendwas im Busch war und das angefangen mit diesem komischen Buch. Wer überhaupt war so verrückt ein Gruselbuch mit in den Kinder…Watson sah auf, als wäre ihm endlich ein Licht aufgegangen. Es gab nur eine Person in seinen Gedanken, die es fertig bringen konnte, einen Geschichtentitel Schneewittchen und die sieben Bösewichte und die Geschichte so zu verändern, dass sie als Gruselgeschichte für Kinder doch erst recht nicht mehr zum vorlesen galt. Und dann genau eine Ansammlung von solchen ´Märchen´ dann auch noch hier in den Kindergarten zu schmuggeln. Deshalb hatte Sherlock auch nichts gesagt, deshalb war er so entsetzt. Sollte er der sein, der hier das Buch gebracht hatte, dann war Sherlocks Erzfeind also wieder aktiv. John wusste was das hieß. Nicht nur Sherlock und er würden in eine missliche Lage kommen, sondern auch der Kindergarten. Aber wieso fing der verrückte Typ genau hier und genau jetzt wieder damit an, seine Spielchen zu spielen?
Watson wollte nicht, dass Sherlock einen Alleingang antreten würde, denn das schien im Moment so, sonst hätte Sherlock doch seine Vorahnung irgendwie verlauten lassen. John wollte nicht, dass der Detective ohne Rückendeckung auf die Jagd nach der bösen Schlange ging, wie auch immer diese ´Jagd´ aussehen würde. Schließlich waren der Detective und dessen Erzfeind auf dem gleichen geistlichen Niveau, zumindest was die Intelligenz betraf. Obwohl Watson sich eigentlich sicher war, dass Sherlock diesen, für John insgeheim verrückten Typen, noch um einiges überlegen sein könnte. Marinna war ebenfalls in den Raum getreten, sah kurz zu Nina und dann zu dem Detective und dem Arzt. Wahrscheinlich dachte sie auch, was denn nun so besonders an dem Gruselbuch war, dass nicht hier her gehörte und eigentlich in der Mülltonne landen sollte.
John wagte es, seine Vermutung auszusprechen, was Sherlock bemerkt hatte und sollte dies zutreffen, so war Vorsicht geboten. „Ist Moriarty zum spielen in den Kindergarten gewechselt?“ flüsterte John dann leise seine Vermutung darüber, an was Sherlock denken könnte, im Zusammenhang mit diesem Gruselbuch, dass doch nur zu gut zu dem Verrückten passte.

(out: Ist schon in Ordnung, ich fand die Anspielung irgendwie trotzdem toll. Ich hoffe, es ist in Ordnung, dass John dahinter kommt, wer hier seine Finger wohl im Spiel hat? Jedenfalls werde ich wohl doch ca bis zum 2 oder 3 September noch wegbleiben, daher hier schon mal noch den Beitrag, den ich geschafft habe. Der andere folgt dann wenn ich dann am 3 oder 4 September wieder da bin ^^)
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BeitragThema: Re: Mini-Nebenplay | John, Sherlock und der Kindergarten   Di Sep 02, 2014 7:12 pm

Sherlock bemerkte nicht, wie John versuchte ein Gespräch auf zu bauen, oder sich nach ihm zu erkundigen, er war ganz gefesselt von dem Buch und dem aufkeimenden Verdacht, der ihn nach und nach verrückt machte.
Nur ein Satz schaffte es durch sein Bewusstsein zu drücken und sein Körper zuckte leicht, wie als wäre er aus einer Trance aufgeschreckt. „Sherlock, verdammt noch mal ich will jetzt wissen was los ist!“
In seinem Kopf bildeten sich Worte, die er John sagen wollte, aber er konnte sich nicht entscheiden welche er wählen sollte. Er wollte John nicht in Gefahr bringen. Generell wäre es sehr riskant wenn mehrere Leute von Moriartys Vorhaben wüssten. Selbst für John.
Aber wer wusste, was passierte, wenn John nichts wusste? John hatte es mehrmals nicht gewusst. Einmal wäre Holmes fast gestorben und ein anderes Mal… Nun, eigentlich wäre er bei jedem fast gestorben. Nicht, das Holmes das störte, es gab seinem Leben die Würze, die er als Sherlock Holmes nun mal brauchte, aber lag diese Vorliebe auch daran, dass er immer wusste, dass er nie allein war?
Gerade wollte er ein kaltschnäuziges „Nichts. Es ist nichts.“ Verlauten lassen, da äußerte John seinen Verdacht. Jetzt zu wiedersprechen wäre unehrlich und töricht.
Erst ganz vorsichtig, fast um sich zu versichern, dass er das richtige machte nickte er, dann nickte er stärker und schlug das Buch zu.
„Ganz eindeutig, es gibt niemand anders, der so..“ Er spuckte das Wort förmlich aus. „Hemmungslos sein kann.“ Sherlock sah nicht zu John, in seinem Kopf spielten sich zu viele Gedanken ab, als dass er irgendjemandem in die Augen sehen könnte. Er atmete tief durch und sah sich nochmal den Titel an. Er wusste nicht mal, was er wollte. Er konnte ihn nicht aufhalten, wenn er nicht wusste, was er wollte.
Eine Bombe? Wenn er alle schädigen wollte… Eine Entführung? Wenn er jemanden bestechen wollte…
Nein, das gab doch alles keinen Sinn! Er durfte sich keine Theorien nach den Vermutungen machen, sonst verdrehte er alles.
Sherlock schüttelte ganz leicht den Kopf um die Gedanken zu klären. Dann schaute er kurz zu John, um dessen Gesichtszüge zu analysieren.
Nachdem er den Blick wieder auf das Buch gewendet hatte, begann er leicht mit dem Kopf zu schütteln.
„Was will er?“ fragte er dann leise und starrte weiter auf den Einband. „Was will er nur?“
Nina unterbrach die Situation, in dem sie die Frage stellte, was denn los sei. „Sie tun ja, als sei das ein neuer Fall.“ Fügte sie dann hinzu und probierte es mit einem Lächeln, anscheinend war sie sich nicht sicher, ob sie diese Aussage wirklich als Scherz abtun sollte, oder ob das echt der Fall sein könnte.
„Es ist nichts.“ Sherlock sah auf und sein Versuch zu Lächeln glückte. Auch wenn es ein ganz kleines bisschen falsch war. „Alles in bester Ordnung. Sie kommen morgen, wir kommen morgen, die Kinder kommen morgen.“ Er schlug die Hände zusammen, nur dass das Buch dazwischen war und es ein klopfendes Geräusch gab. „Alle kommen morgen und alle sind Glücklich!“
Dann warf er das Buch sachte aufs Regal, sagte: „Kommen Sie John.“ Und verschwand in Richtung Garderobe.
Dort nahm er den Mantel vom Elefanten, zog sich ihn in einer ausladenen Bewegung an, band sich den Schal um den Hals und ging zur Tür. Er riss sie auf, ging hinaus und lief zum Straßenrand, wo er ein Taxi heranrief.
Nachdem er die Adresse genannt hatte und hinzugefügt, dass noch jemand kam, schlang er die Arme um den Körper und sah nach draußen.
Also, er sah nach draußen, bis er den Blick des Fahrers bemerkte. Er sah zu ihm, zog fragend die Augenbrauen zusammen und sah an sich hinab, als der andere nur wieder nach vorne schaute.
Und dann bemerkte er den penetranten Geruch von Brokkoli. Und dann spürte er das Feuchte auf Höhe seiner Hüften. Angewidert verzog er seinen Mund, während er sich in die Taschen fasste und etwas entsetzlich Matschiges fühlte. Etwas zu durch gekochtes.
Sherlock begann mit einer Tirade verschiedenster Schimpfwörter.

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